Einzelbild herunterladen
 

liche Vortrag hatte, gleich seinen Vorgängern in diesem Winter, seine zahlreiche, dankbare Zuhörerschaft, wie er es nach seinem reichen und doch übersichtlichen Inhalt und durch die maßvolle Schönheit seiner Form, Beides ganz dem Thema entsprechend, verdiente. Professor Dr. G. Scherer aus München führte uns nach Hellas, dem Land der freien, schönen Mensch­lichkeit und zeigte uns die Götterwelt der Griechen. Von dem allgemeinen Standpunkt aus, wie das religiöse Gefühl und Bedürfniß in dem Menschen erwacht, ihm allmählich klar wird, seine Phantasie die Gottheit sich ausgestaltet und nach und nach zur sittlichen Idee vergeistigt, entwickelte der Redner aus dem Charakter des Landes und des Volks unter treffenden Bezügen und Vergleichungen, wie der Grieche, dem der Mensch der höchste Zielpunkt der Religion, wie der Kunst war, lebens- und naturfroh, heiter und in maßvoller Sicherheit den Olymp mit seinen hehren Götterbildern und dem ganzen Schwärm ihrer Gefolgschaft sich schuf und bevölkerte. Daran schloß sich neben der Verdeutlichung der Symbolik und der Bildung des Mythus in wohlgewählten Beispielen, die Charakterisirung der Hauptgottheiten, ferner die Betrachtung der Theogonie und des Heroenkultus, und so gewann der Zuhörer ein vollständiges Bild von dem, was sich der Redner zum Vorwurf seines Vortrags gewählt und in einen rhetorisch glänzenden Rahmen gestellt hatte.

— (Schwurgericht.) Der Beginn des nächsten Schwurge­richts ist auf Montag den 8. k. Mts. bestimmt und Landgerichts- Direktor Boysen zum Vorsitzenden desselben bestellt worden.

— (Benefiz Märten's.) Die heutige Aufführung von „Ein Wintermärchen" beansprucht das ganze Herren-Personal; die weibliche Hauptrolle Hermio ne spielt Fräul. Ristow; die Perdita Fräul. W o l t e r u. s w.

— (Der 1 3. Juni 1 8 8 6.) Immer näher rücken wir dem Tage, an welchem gerade ein Viertel Tausend Jahre verflossen sein wer­den, seit unsere gute Stadt Hanau von der Belagerung der Kaiserlichen befreit wurde (13. Juni 1636) und Landgraf Philipp Moritz wieder in seine Residenz zurückkehren konnte; dem Tage, welcher die Veranlassung zu unserem Lamboyfest geworden, einem Feste, das hier im großen Maßstabe, aber überall auch da im Auslande gefeiert wird, wo Hanauer sich zusammenfinden, nämlich dem 1 3. Juni. Derselbe fällt bekanntlich in diesem Jahre auf den ersten P f i n g stf e i ert a g und steht deshalb auch eine außergewöhnliche kirchliche Feier dieses für unsere Lokalgeschichte so hochwichtigen Erinnerungstages zu erhoffen. Eine weitere Bitte für diesen Tag wollen wir unseren hie­sigen zahlreichen bewährtenKünstleru unterbreiten und glauben hiermit dem Wunsche vieler Hanauer zu begegnen: Sollte es nicht mög­lich zu machen sein, ein der Sache und der Lokalgeschichte Hanau's ange­paßtes Festspiel oder Festzug rc. vorzubereiten, wie solches in ähnlicher Weise zu Rotenburg a. d. T. und anderen Orten bei besonderen lokal­geschichtlichen Erinnerungstagen stattfindet? Wir glauben mit Ja ant­worten zu dürfen. Mögen diese Zeilen hierzu eine erste Anregung geben.

— (Kronen-Wirthschaft.) Die Wirthschaftsräume im Neu­bau zur „großen Krone" sind bereits an Herrn A. Seeber, den dem- nächstigen Schwiegersohn des Herrn G. Gauff im „goldenen Herz, ver- miethet, welcher dieselben vom 15. Mai ab übernimmt, und befinden sie sich allen Voraussetzungen nach somit in guten Händen.

Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Donnerstag den 21. Januar.

Nachmittags 3 Uhr versteigert Herr Gerichtstaxator A. Berg im Gasthaus zu den „3 Hasen" die der Wittwe des Joh. Casp. Clarius zu­stehenden, an der Ruhebank und am Diebacher Pfad gelegenen Grund­stücke.

— Für h eut e. Hanauer Stadttheater: DLF- Zum Benefiz für Herrn Regisseur Albert Märtens: „Ein Wintermärchen", Schauspiel in 5 Aufzügen von Shakespeare; Anfang 7 Uhr. — Im Saale zum „Rie­sen": Abends 8 Uhr: Einmalige Vorstellung von Deutschlands größ­tem Magiker Professor Stengel, Hoskünstler Sr. Majestät des deutschen Kaisers und Königs von Preußen. — Abends 9 Uhr: Männerabtheilung der Turngemeinde: Turnen; Spritze Nr. 1 im „goldnen Herz"; Steiger- Corps bei Beck.

— Groß- Auheim, 19. Jan. Die Ende Dezember vorgenom­mene Entleerung der am 15. April v. I. in den hiesigen Wirthschaften aufgestellten Sammelkästchen ergab ca. 2V2 Kilo Cigarrenabschnitte und Mk. 40.50 an Geld, welche der Bestimmung gemäß zur Unterstützung hiesiger Armen und Kranken, unter bestem Dank der Geber, Verwendung finden werden.

— Marb urg, 19. Jan. Im Etat des Kultusministeriums sind noch folgende ständige Ausgaben für die hiesige Universität vorgesehen: 1. 9000 Mk. Gehalt und 600 Mk. Wohnungsgeldzuschuß für einen an- zustellenden Kurator; 2. zur Errichtung einer ordentlichen Ersatzprofessur für klassische Philologie 5280 Mk.; 3. für einen zweiten Assistenten für das botanische Institut 1200 Mk.; 4. für einen dritten Assistenten am pharmazeutisch-chemischen Institut 1200 Mk.; 5. Dotationserhöhung für das mineralogische Institut 600 Mk.; 12,000 Mk. sind ferner als An­kaufssumme für Grunderwerb zum Erweiterungsbau des Gymnasiums vorgesehen.

— Groß-Steinheim, 19. Jan. Auf dem letzten Gauturn- tag wurde unserer Turngemeinde die Abhaltung der gemüthlichen Januar-

Versammlung des Gaues „Offenbach-Hanau" übertragen. Kommenden Sonntag findet dieselbe statt und sind die Einladungen an die Turnge- meinden schon ergangen. Zum Versammlungsort wurde das Hofbrau­haus gewählt. In den wenigen Stunden sollen Turnlieder gesungen, passende Ansprachen gehalten, ernste und heitere Gedichte vorgetragen werden u. dergl. Die früheren Versammlungen des Gaues geben die Bürgschaft, daß auch die heurige einen schönen Verlauf nehmen wird und die Turner neuen Muth mit nach Hause nehmen werden. Möchten die Turner unbekümmert um die Witterung, in recht großer Zahl erscheinen.

(O. M.-Z.)

— Frankfurt a. M., 19. Jan. Ein junger 17jähriger Metzger­lehrling von hier wird seit verwichenen Dienstag vermißt. Derselbe stand bei einem hiesigen Meister in der Lehre und wurde von diesem, wie auch von seinen Eltern etwas strenge gehalten, und beide verlangten, daß er sein Handwerk tüchtig lernen sollte. Am Dienstag bekam er ein Paar Ohrfeigen, welchen die Androhung beigefügt war, man werde einen Brief an den Vater richten. Hierauf machte er einen Ausgang und kehrte seit dieser Zeit nicht wieder. Eltern, Geschwister und Lehrherr befinden sich dieserhalb in der größten Aufregung. (G.-A.)

— Frankfurt a. M., 20. Januar. Die Inhaberin einer hiesi­gen Wirthschaft ist von hier verschwunden, nachdem sie dem Hausherrn erklärt hatte, er möge sich wegen der rückständigen Miethe an ihrem Mo­biliar erholen. Letzterer war damit einverstanden, aber schon am folgen­den Tage stellte sich bei ihm ein Mann ein, welcher einen schriftlichen Vertrag vorzeigte, laut welchem das Mobiliar schon vor einiger Zeit an ihn verkauft war. Auch er konnte indeß Rechte an den Objekten nicht geltend machen, da letztere gar nicht Eigenthuni der Durchgegangenen wa­ren, sondern einem Abzahlungsgeschäft gehörten. — Ein Setzerlehrling einer hiesigen Druckerei rächte sich wegen einer Bestrafung dadurch an sei­nem Prinzipal, daß er eine erst neu angeschaffte Maschine gewaltsam un­brauchbar machte. Der Druckereibesitzer verlangt von den Eltern des Jungen Schadenersatz. — Am Montag starb ein Braubursche aus Kalten- Hausen im Hospital zum hl. Geist an den Folgen der Hundswuth. Er hatte zuletzt hier in Arbeit gestanden. Am 12. Oktober v. I. wurde er in Köln a. Rh. von einem kleinen, der Tollwuth verdächtigen Hunde ge­bissen, infolge dessen auch in das Hospital zu Köln ausgenommen und nach entsprechender Behandlung, namentlich Ausbrennen der Wunde, als geheilt entlassen. Der betreffende Hund gehörte einem Brauereibesitzer, bei welchem der Bursche damals in Köln in Arbeit stand. Dieser Hund soll damals auch noch andere Personen gebissen haben Es ist deshalb von hier aus sofort nach Köln Nachricht gegeben worden. (F. N.)

Darmstadt, 18. Jan. In der Nacht vom 16. auf Mr 17. d. Mts. wurde gegen 2 Uhr in die in der Dieburgerstraße Nr. 124 isolirt gelegene Wohnung der Maler August Fach Eheleute von mehreren Unbekannten eingebrochen. Die Thäter zertrümmerten die Fenster eines Souterrainrgumes, stiegen in letzteren ein, drangen in den oberen Stock, überfielen den Fach im Bette und verletzten denselben und seine Ehefrau mit Beilhieben derart schwer am Kopfe, daß dieselben bewußtlos und schwerverletzt in das städtische Hospital verbracht werden mußten. Auf das Herbeieilen der Nachbarschaft, welche durch Hilferufe alarmirt wurde, ergriffen die Thäter die Flucht und ließen in genannter Hofraithe das Beil, einen eisernen Stab, einen gebogenen Draht und vier Schlüssel zurück. Den Thätern ist die Polizei auf der Spur. Soviel bis jetzt ermittelt ist, wurden keinerlei Werthgegenstände geraubt.

Mp- Fortsetzung dieser Rubrik in der Beilage. ■*36®

Muster-Register.

(Eintragungen bei Königl. Amtsgericht, Abth. I, zu Hanau.)

Nr. 282. Kettenfabrik Julius Stark hier, 1 Modell zur Her­stellung einer Kette, Nr. 1270, für plastische Erzeugnisse, in einem ver­schlossenen Packete, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet den 18. Dezember 1885, Morgens 9 Uhr 45 Minuten.

Nr. 283. Firma Hugo Z euner hier, 1 Muster, Nr. 51829, für plastische Erzeugnisse, in einem verschlossenen Packete, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet den 18. Dezember 1885, Nachmittags 3 Uhr 30 Mi­nuten.

Bei Nr. 183. Die Firma E. G. Zimmermann in Hanau hat als Ceffionarin des Ferdinand Killmer daselbst für das unterm 14. Fe­bruar 1883 mit einer dreijährigen Schutzfrist angemeldete Muster Nr. 13 eine Schutzverlängerung von 7 Jahren, mithin eine Gesammtschutzfrist von 10 Jahren am 19. Dezember 1885 angemeldet.

Bei Nr. 184. Die Firma'E. G. Zimmermann in Hanau hat als Ceffionarin des Et. Simon Jassoy daselbst für die unterm 17. Fe­bruar 1883 mit einer dreijährigen Schutzfrist angemeldeten Muster Nr. 24 und 27 eine Schutzverlängerung von 7 Jahren, mithin eine Gesammt­schutzfrist von 10 Jahren am 19. Dezember 1885 angemeldet.

Bei Nr. 193. Die Firma E. G. Zimmermann in Hanau hat als Ceffionarin des Et. Simon Jassoy daselbst für das unterm 30. April 1883 mit einer dreijährigen Schutzfrist angemeldete Muster Nr. 28 eine Schutzverlängerung von 7 Jahren, mithin eine Gesammtschutzfrist von 10 Jahren am 19. Dezember 1885 angemeldet.

Bei Nr. 182. Die Firma E. G. Zimmermann hat für die un­term 7. Februar 1883 mit einer dreijährigen Schutzfrist angemeldeten