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Die 2'valt Seite 20 Ps,

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Nr. 15

Dienstag den 19. Januar

1886.

ÄMtlicheS.

Bekanntmachung wegen Ausreichung der Zinsscheine Reihe VII zu den Prioritäts-Obligationen der Münster-Hammer Eisenbahn.

Die Zinsscheine Reihe VII Nr. 1 bis 8 zu den Prioritäts-Obliga­tionen der Münster-Hammer-Eisenbahn über die Zinsen für die Zeit vom 1. Januar 1886 bis 31. Dezember 1889 nebst den Anweisungen zur Abhebung der Reihe VHI werden vom 4. Januar k. Js. ab von der Kontrolle der Staatspapiere hierselbst, Oranienstraße 92 unten rechts, Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Fest­tage und der letzten drei Geschäftslage jedes Monats, ausgereicht werden.

Die Zinsscheine können bei der Kontrolle selbst in Empfang genom­men, oder durch die Regierungs-Hauptkasfen, sowie durch die Kreiskasse in Frankfurt a/Main bezogen werden.

Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat der­selben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Zinsscheinanweisungen mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 2 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher der Zinsscheinanweisungen eine numerirte Marke als Empfangs­bescheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Im letzteren Falle erhalten die Einreicher das eine Exemplar, mit einer Empfangsbescheinigung ver­sehen, sofort zurück. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben. In Schriftwechsel kann die Kontrolle 'der Staatspapiere sich mit den In­habern der Ziusscheinanweisungen nicht einlassen.

Wer die Zinsscheine durch eine der obengenannten Provinzialkassen beziehen will, hat derselben die Zinsscheinanweisungen mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichniß wird mit einer Empfangs­bescheinigung versehen sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den Königlichen Re­gierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unent­geltlich zu haben.

Der Einreichung der Prioritäts-Obligationen bedarf, es zur Erlangung der neuen Zinsscheinreihe nur dann, wenn die Zinsscheinanweisungen ab­handen gekommen sind, in diesem Falle sind die Prioritäts-Obligationen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzial- Kassen mittelst besonderer Eingabe einzureichen.

Schließlich machen wir darauf aufmerksam, daß in Zukunft 20 Stück Zinsscheine für einen Zeitraum von zehn Jahren und nicht mehr 8 Stück Zinsscheine für 4 Jahre werden ausgereicht werden und daß die den Zinsscheinen Reihe VII jetzt beigegebene Anweisung zur Abhebung der Zinsscheine Reihe VIII eine dementsprechende Fassung erhalten hat.

Berlin, den 18. Dezember 1885.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

I. 2906. gez. Spdow.

Cassel, den 30. Dezember 1885.

Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit deni Bemerken veröffentlicht, daß die Formulare zu den Verzeichnissen über die zur Em­pfangnahme der neuen Zinsscheine nebst Zinsschein-Anweisungen einzu- reichenden Anweisungen in unserem Bezirke bei der hiesigen Regierungs­Hauptkasse sowohl, als bei den sämmtlichen Steuerkassen unentgeltlich zu haben sind.

Königliche Regierung.

_________________Magde bur g._________________________

Tagesschau.

P. Aus d em Reichstag. Berlin, 18. Jan. Der Reichstag trat heute in die Spezialberathung des Etats der Post- und Telegraphen verwaltung ein. zunächst führten Bemerkungen des Abg. Gamp (Reichs­partei) zu einer Art allgemeiner Diskussion, in welcher dieser Redner seine bei der ersten Lesung des Etats gemachten finanziellen Anregungen im Wesentlichen als berechtigt aufrecht hielt, aber ausdrücklich betonte, daß

seine Partei die Anerkennung für die verdienten Leistungen der Postver­waltung vollständig theile. Der Staatssekretair des Reichs-Postamts be­schränkte sich auf kurze Entgegnungen und glaubte in den Ausführungen des Vorredners einen Rückzug von seinem früheren Standpunkte zu er­blicken. Die Ausführungen der folgenden Redner kamen meistens in der Anerkennung der Verdienste des Setters der Postverwaltung überein und gaben dabei besonders dem Wunsche Ausdruck, daß das Beamten-Pensions- gesetz zu Stande kommen möge, zumal dasselbe besonders für die Beam­ten dieses Ressorts ein dringendes Bedürfniß sei. Die Berathung des Etats selbst verlief sehr glatt, das Haus trat den Vorschlägen der Kom­mission auf unverkürzte Bewilligung der Voranschläge im Ordinarium durchweg bei. Nachdem ein Theil der einmaligen Ausgaben ebenfalls nach den Vorschlägen der Kommission zur Erledigung gelangt war, wurde ein Vertagungsantrag eingebracht, und da die Abstimmung zweifelhaft blieb, zur Auszählung geschritten, welche die Anwesenheit von nur 167 Mitgliedern ergab. Das also nicht beschlußfähige Haüs mußte um 43k Uhr die Verhandlung abbrechen. Morgen 1 Uhr foll die Berathung fortgesetzt werden; außerdem stehen der Dominikanische Handelsvertrag und der Etat des Auswärtigen Amts aus der Tagesordnung.

Berlin, 18. Januar. Se. Majestät der Kaiser und König begaben Sich gestern Vormittag 11 ^2 Uhr zur Feier des Krönungs- und Ordensfestes in das Königliche Schloß und kehrten erst nach 3 Uhr in das Palais zurück. Heute hörten Se. Majestät die Vorträge des Vize- Präsidenten des Staats-Ministeriums, Ministers des Innern v. Puttkamer, und des Chefs des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths v. Wil- mowski. Am Nachmittage unternahmen Se. Majestät eine längere Aus­fahrt.

Berlin, 17. Jan. Im Bundesrath sind zu Referenten über das Spiritusmonopol der sächsische Geh. Finanzrath Goltz und der würt- tembergische Obersteuerrath Fischer bestellt. Man vermuthet, daß die wichtige Vorlage nicht vor Ende der Woche berathen und daß der Monat Februar herankommen werde, bis der Entwurf an den Reichstag ge­langt.

S. M. Kreuzer-FregatteElisabeth", Kommandant Kapitän zur See Schering, ist am 16. Januar cr. in Montevideo eingetroffen und be­absichtigt, am 21. d. M. wieder in See zu gehen.

Dresden, 18. Jan. Der frühere General-Staatsanwalt und Reichstagsabgeordnete Dr. v. Schwarze ist gestorben.

Stuttgart, 18. Jan. (K. Z.) Bernhard v. Neher, früher Director der Kunstschule und namhafter Historienmaler, ist heute, 80 Jahre alt, gestorben.

Stockholm, 18. Jan. Der Reichstag ist heute von dem Könige mit einer Thronrede eröffnet worden, in welcher es heißt: Die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten waren niemals günstiger, als jetzt. Die Lage einiger wichtiger Jndustrieen und Gewerbe ist gleich wie in anderen Ländern weniger befriedigend. Der Regierung gingen zahl­reiche Petitionen um Einführung von Schutzzöllen zu, welche den Gegen­stand verfassungsmäßiger Erwägung bilden werden. An Vorlagen werden angekündigt Gesetzentwürfe, betreffend die Umbildung des Rechtswesens und des Bankwesens. Für die Fortsetzung der nördlichen Stammeisen­bahn werden die erforderlichen Mittel nachgesucht. (Rh. K.)

Christiani a, 18. Jan. Das BarkschiffAnna Howitz" aus Rostock, welches von Savannah nach Bergen Baumwolle verbringen wollte, litt an der Westseite der Insel Karmoe Schiffbruch.

Rom, 18. Jan. DerMoniteur de Rome" und derOsser- vatore Romano" veröffentlichen die Antwort des Fürsten Bismarck an den Papst auf dessen Schreiben anläßlich der Verleihung des Christus­ordens. Der Reichskanzler spricht seinen Dank für die Auszeichnung, sowie für das Schreiben aus, welches ihm um so größere Freude bereite, als es sich an eine Sicherstellung des Friedens knüpfe, wozu er habe bei­tragen können. Der Papst sage, daß der Natur des römischen Pontifikats nichts besser entspreche, als diese friedliche Intervention. Aus diesem Grunde habe der Reichskanzler die Vermittelung angerufen. Dre Er­wägung, daß die beiden Nationen bezüglich der Kirche, welche im Papst ihr Oberhaupt verehre, nicht in analoger Lage sich befinden, habe das Vertrauen in dessen Unparteilichkeit nicht abschwächen können. Die Be