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Die Sspalt. Seife 20 ^h'v
Lie3;püMu ereile
Nr. 11
Donnerstag den 14. Januar
1886.
GeLattÄtmachrmgen Königl. LandrathsaMts.
Das Ausschreiben vom 30. v. Mts., „Hanauer Anzeiger" Nr. 2 d. I., gegen den Schuhmacher jetzt Tagelöhner Eduard Caspar Bergmann, geboren am 22. Oktober 1846, wird hiermit als erledigt zurückgezogen.
Hanau am 11. Januar 1886.
Der Königliches Landrath
P. 135 ________________G s. Bismarck.
Tagesschau.
P. Aus dem Reichstag. Berlin, 12. Jan. Der Reichstag berieth die Zuckersteuer-Vorlage. Abg. Dr. Witte (deutschfr.) gibt zu, daß die sofortige Einführung der Fabrikatsteuer zur Zeit nicht thunlich fei, erklärt sich aber, statt für diejErhöhung, für eine Ermäßigung der Zuckersteuer, welcher eine-Ermäßigung der Exportbonifikation ent- sprechen müsse. Der landwirthschaftliche Minister Dr. Lucius betonte dem gegenüber, daß der bisherige Gang der Zuckersteuerpolitik sich als durchaus heilsam erwiesen habe, und daß es gerade ein Verdienst der Vorlage sei, daß dieselbe sich an die bestehenden Verhältnisse anschließe. Auf eine Erhöhung der Steuer sei die Zuckerindustrie seit vier Jahren vorbereitet. Die dem Entwürfe gegenüber gemachten Gegenvorschläge (Fabrikatsteuer, Besteuerung der Melasse, Herabsetzung der Steuer 2C.) seien sämmtlich in der Commission eingehend geprüft, aber verworfen. Er glaube jedenfalls, daß, wer an der Materialbesteuerung festhalten wolle, der Vorlage zustimmen müsse. Abg. v. Benda (nationalliberal) erklärte, daß seine Freunde der Vorlage im Allgemeinen billigend gegenüber stehen. Abg. Reichensperger (Centrum) hielt verschiedene Aenderungen derselben nöthig. Staatssekretär des Reichsschatzamts v. Burchard wies nach, daß die Vorlage mit ihren vermittelnden Vorschlägen geeignet fei, am besten die Interessen der Reichsfinanzen und der Industrie zu versöhnen. Abg. v. Helldorff (deutschkonserv.) sprach sich im Ganzen wohlwollend über die Vorlage aus. Abg. Robbe (Reichspartei) wies darauf hin, daß die Zuckerindustrie die Vorlage freudig begrüße; daß es aber anders mit der Landwirthschaft stehe. Die Commission werde die Vorlage gründlich-zu prüfen haben. Die erste Berathung derselben wurde heute noch nicht beendigt, sondern gegen öVs Uhr die weitere Berathung auf morgen 1 Uhr vertagt und auf die Tagesordnung außerdem Wahlprüfungen gesetzt.
— Berlin, 13. Januar. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute den Staatsminister Maybach und den General v. Obernitz und ließen . Sich von dem Chef des Geheimen Civilkabinets Vortrag halten. Mittags meldete Se. Königliche Hoheit der Priuz Wilhelm Sr. Majestät seine Genesung.
— Berlin, 13. Jan. Um Se. Majestät den Kaiser als Jubilar- Oberst-Jnhaber des Königlich bayerischen 6. Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm, König von Preußen zu beglückwünschen, traf heute Vormittag eine Deputation gedachten Regiments, bestehend aus dem Regiments-Commandeur Obersten Harrach, dem Oberst-Lieutenant Nürmberger, dem Hauptmann Gack sowie den Premier-Lieutenants Schlink und Hölzle, hier ein und stieg im Kaiserhof ab. Zur Führung der Deputation ist der Major Freiherr von Loen vom 3. Garde - Regiment zu Fuß kommandirt worden.
— Berlin, 13. Jan. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Nachdem die Veröffentlichung des auf die Karolinenfrage bezüglichen Protokolls auf Veranlassung der spanischen Regierung stattgefunden, sind wir in den Stand gefetzt, dieselbe auch diesseits zu bewirken. Es folgt die Veröffentlichung des Vermittelungsvorschlages des Papstes und des Protokolles, deren Inhalt schon bekannt.
— Berlin, 13. Jan. (F. N.) Im Reichstag ist der Gesetzentwurf, betreffend die Rechtspflege in den deutschen Schutzgebieten, eingegangen.
— Berlin, 13. Jan. Die Strafkammer des Landgerichts ver- urtheilte den Redakteur der „Germania" Krönig wegen Beleidigung des braunschweigischen Ministers Graf v. Görtz-Wrisberg durch die bekannten Artikel der „Germania" zu 3 Monaten Gefängniß.
— Das Schulgeschwader, bestehend aus S. M. Schiffen „Stein", „Moltke", „Sophie" und „Ariadne", Geschwaderchef: Kapitän zur See und Kommodore Stenzel, ist am 11. Januar er. in St. Vincent (West
indien) eingetroffen und beabsichtigt am 16. deff. Mts. die Reise fortzu- setzen.
— Die „Hamburger Nachrichten" äußern sich über das Branntwein-Monopol folgendermaßen: „Sieht man von den prinzipiellen Bedenken ab, so läßt sich vielleicht nicht verkennen, daß der Entwurf wenigstens bemüht ist, alle konkurrirenden Interessen zu berücksichtigen und dem prinzipiellen Gesichtspunkte in ergiebiger und doch zugleich schonender Weife dienstbar zu machen, insbesondere was die Interessen der Land- wirthschaft, der industriellen und gewerblichen Betriebe anlangt, dann aber auch in Betreff der Finanz- und sozialpolitischen Seite der Sache. Ferner nimmt der Entwurf besondere Rücksicht auf die Volksgesundheitspflege und die öffentliche Moral. Nach allen diesen Richtungen begegnen wir in der Vorlage den beachtenswerthen Winken und Vorschlägen unter Boranstel- lung der Bedingungen der Zweckmäßigkeit und praktischen Brauchbarkeit. Wir halten deshalb dafür, daß in dem Entwurf nunmehr wenigstens die geeignetste Grundlage für eine sachliche Behandlung des hochwichtigen Gegenstandes gegeben ist, welche bisher so sehr zu vermissen war."
— Essen, 11. Jan. Der Oberbürgermeister Hache, Mitglied des Herrenhauses, ist heute Abend 8 Uhr im Sitzungssaale der Stadtverordneten plötzlich gestorben.
— Stolberg, 11. Jan. In Folge des Schneefalles, verbunden mit heftigem Winde, wurde die Eisenbahnlinie Alsdorf-Stolberg an einzelnen Stellen am 9. Januar verweht, wodurch der Güterverkehr auf jener Strecke Mangels rechtzeitiger Vorsorge während 24 Stunden vollständig eingestellt, der Personenverkehr nur bis Nachmittags 2 Uhr aufrecht erhalten wurde.
. — Brem en, 13. Jan. Der heute von Brasilien auf der Weser angekommene Dampfer „Berlin" brächte 14 Mann von der Besatzung des am 10. Januar von Hamburg abgegangenen Dampfers „Feconia", welcher in der Nacht vom 11. zum 12. Januar in der Nähe von Ter- schelling gesunken ist. 21 Mann von der Besatzung, darunter der Kapi- tain, sind ertrunken. Unter den Geretteten befinden sich der dritte Offizier und ein Passagier. (F. N.)
— Mü n chen, 13. Jan. Die „Neuesten Nachrichten" bestätigen, daß das Ministerium eine Vorstellung betreffs der Kabinetkasse an den König gerichtet habe, dementiren auf's Bestimmteste die Beauftragung des Frhrn. v. Frankenstein mit der Neubildung des Kabinets, und fügen hinzu, die Stellung des Ministeriums sei weder erschüttert, noch beabsichtige dasselbe, seine Demission zu nehmen.
— Kopenhagen, 13. Jan. Im Folkething legte der Präsident- Berg heute in Folge der Bestätigung des gegen ihn ergangenen Straf- urtheils sein Amt als Präsident nieder, wurde bei der Neuwahl aber mit den Stimmen der Linken wiedergewählt.
— Brüssel, 13. Jan. (K. Z.) General Brialmont befürwortet lebhaft für Bukarest das deutsche Befestigungssystem, welches die Stimmen aller ausländischen Officiere erhielt. Bei der Wahl des französischen Systems werde er die Leitung der Bukarester Befestigungen ablehnen.
— Rom, 13. Jan. Der Papst richtete an die deutschen Bischöfe eine Encyklika über die kirchliche Situation. (F. N.)
— London, 13. Jan Dem Standard zufolge würde Carl Car- narvon gegen Ende dieses Monats von dem Posten als Vicekönig von Irland zurücktreten.
— Belgrad, 13. Jan. Der König erließ anläßlich des Neujahrsfestes ein Handschreiben an den Ministerpräsidenten Garaschanin, in welchem er demselben für seine aufopfernde patriotische Thätigkeit, sowie seinem treuen Heere und seinem geliebten Volke für seinen Beistand in den Schwierigkeiten auf das Innigste dankt und allen in Folge des Aufstandes in 1883 Verurtheilten volle Amnestie gewährt.
— St. Petersburg, 13. Januar. Die Kaiserliche Familie ist gestern Abend zu längerem Aufenthalt hierher übergesiedelt.
— New - Dork, 10. Jan. Vergangene Nacht fanden an verschiedenen Orten ernste Feuersbrünste statt. In Philadelphia brennen noch gegenwärtig 3 große Baumwoll- und Gingham-Spinnereien, und 50 Häuser, die von Arbeitern bewohnt werden, haben Beschädigungen erlitten. Der Verlust wird auf über 1 Million Dollars geschätzt und 2300 Arbeiter sino durch das Unglück beschäftigungslos geworden. Das Ocher- lin'sche Damenkollegium in Ohio ist gleichfalls niedergebrannt; doch wurden glücklicherweise sämmtliche 130 weibliche Zöglinge gerettet und nur