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Dem Concertgeber war das herbe Loos gefallen, blind geboren zu werden, doch blieben ihm die Wunder der Kunst nicht verschlossen und die Mittel, ihr in Person zu dienen, nicht versagt. Ein nicht großer, aber weicher und klangvoller Ton und eine nur durch fleißige Studien zu erwerbende, bei einem Blinden immerhin überraschende technische Fertigkeit zeichnen sein Spiel vortheilhaft aus und lassen es selbst ■ höheren An­sprüchen genügen. Von seinen Vorträgen gefiel uns das für Violoncello und Klavier arrangirte Larghetto aus dem Klarinettenquintett von Mo­zart und ein in gleicher Weise arrangirter Variationensatz aus einem Beethoven'schen Streichtrio ihrer geschmackvollen Ausführung wegen beson­ders gut. Das Publikum kargte nicht mit Beifallsbezeugungen, mit wel­chen es sowohl den Concertgeber, wie auch die denselben unterstützenden Künstler, die Herren Georg Adler, Adolf Müller und Silvio Rigutini, sämmtlich Lehrer am hiesigen Raff - Konservatorium, auszeichnete. Herr Adler besitzt eine ungewöhnliche, saubere Technik und excellirte namentlich in dem Fantasie-Jmpromtu von Chopin und in einer Ungarischen Rhap­sodie von Liszt, während Herr Müller in seinen Gesangsvorträgen, unter welchen sich auch ansprechende Liedernovitäten von Rigutini befanden, durch seine männliche, stets an Rundung und Klangschönheit gewinnende Baritonstimme die Zuhörer erfreute. Seine Wiedergabe der Brahms'schen „Mainacht" und der Löwe'schen Ballade „Tom der Reimer" verdient das Prädikat: vortrefflich. In Herrn Rigutini stand dem Concertgeber ein guter Accompagnateur zur Seite.

— (Privatbeamtenverein.) Eine für in Privatstellung thätige Beamten sehr wichtige Entschließung hat vor einiger Zeit der Preußische Herr Minister des Innern getroffen. Der Deutsche Privat- Beamten-Verein in Magdeburg, welcher sich bekanntlich die Lösung der Versorgungsfrage der in Privatstellung thätigen Beamten zur Aufgabe gemacht hat, besitzt nämlich eine Wittwen und Beamten-Pensionskasse. Beid^ Kassen durften im letzten Jahre keine Personen mehr als Mitglie­der ausnehmen, falls dieselben bereits das 45. bezw. das 40. Lebensjahr überschritten hatten. Nachdem sich nun herausgestellt hat, daß durch diese Statutenbestimmung eine große Anzahl Beamten von der Benutzung der Kasse ausgeschlossen waren, wurde in der letzten Generalversamm­lung der letzteren der Antrag eingebracht und angenommen, daß bis zum 1. April 1886 bei der Wittwenkasse noch Personen eines jeden Alters, bei der Beamten-Pensionskasse Personen bis zum 56. Lebensjahre bei­treten können. Da nun beide Kassen die Rechte einer juridischen Person -erhalten haben, so mußte, bevor die Statutenänderungen Gültigkeit er­langen, der Preußische Herr Minister des Innern feine Genehmigung zu den letzteren ertheilen. Dieses ist nun geschehen und ist hierdurch allen -4n Privatstellung thätigen Beamten, welche in Folge ihres vorgerückten

Bekanntmachung.

Folgendes Holz:

altes Bau- und Brennholz, 6 Aepfel-, 3 Zwetschen-, 1 Platanenstamm würd

Freitag den 13 <1. M., Nachmittags 3 Uhr, im Hof der Kanalmühle nach dem Meistgebot öffentlich verkauft.

Hanau den 12. Januar 1886. 471

Der Stadtkämmerer

Weidert.

I N s e « a t e. Bekanntmachung. Donnerstag den 14 d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen Vorstadt 4 hierselbst:

1 Sopha, 1 Spiegel, 1 Regulator, 2 Kom­moden, 1 Kleiderschrank, 8 Bilder und 1 Nähmaschine gegen Baarzahlung versteigert werden. 483

Hanau am 13. Januar 1886.

L ö s e r, Gerichtsvollzieher.

für tfos (Komptoir eines Hiesigen Bijonterie= Eugros-GesMftes wird ein Beliriing mit i(en nöthigen VorkeMt- nifen gefndit. Offerten, erbeten an Bnitotf Reffe Mrnff Treaslü) Hier

Stammhotzversteigerung.

Montag den 18. d. Mts.,

Vormittags 10 Uhr, sollen im hiesigen Gemeindewald, Distrikte Hainhecke, Eichenheeg und Fuchsbau 70 Eichenstämme von 0,50 bis 1,18 m Durchmesser mit 180 fm In­halt und 50 Eichenstämme von 0,30 bis 0,60 m Durchmesser mit 3772 fm Inhalt von 2 bis! 16 m Länge an Ort und Stelle verkauft werden. Die Zusammenkunft ist in der Hainhecke. Dörnigheim am 11. Januar 1886.

Der Bürgermeister 459 Läpp.

Mfl bis 6000 Mark sind bei einer Stiftungskasse gegen hypotheka­rische Sicherheit auszuleihen.

_ Eine Wohnung von 3 Zimmern nebst Zubehör wird in angenehmer Lage zu miethen gesucht.

Briefliche Offerten mit Preisangabe unter K.

W. an die Exped. abzugeben. 253

unter E. M. 2326. 476

—Ku junger Kaufmann wünscht seine ge­genwärtige Stellung zu verändern und sucht, gestützt auf Wrima-Hleferenzen, dauerndes Engagement. 488

Geff. Off. unter sub 20 erbeten.

Verloren:

ein silb. Armreif mit einem Hund; dem Wieder-

bringer eine Belohnung.____________________490

Ein ordentlicher Junge zum Wasser- holen gesüchü_______474

Mehr, kni. Mädchen s Stelle, Krämerstr. 11. 475 —Ein trockener Parterrelagerraum zu miethen gesucht. Näheres in der Exped. 486

Alters bisher für ihre und ihrer Familie Zukunft nichts mehr zu thun in der Lage waren, die Möglichkeit geboten, solches jetzt noch nachholen zu können. Der deutsche Privatbeamtenverein entwickelt sich übrigens recht kräftig; er besitzt bereits in fünfzig verschiedenen Orten Deutschlands recht ansehnliche Zweigvereine und war schon im letzten Jahre in der Lage über 4000 Mark außerordentliche Unterstützung an hülfsbedürftige Wittwen und Waisen zu zahlen und einen Vermögensbestand von circa 60,000 M. nachzuweisen.

— Für heute. Hanauer Stabttheater: „Cyprienne", Lustspiel in 3 Akten von Victorien Sardou; Anfang 7 Uhr. — Mittwochs-Sparkasse in der „Karthaune": Erste Auflage. — Spar- und Spielkaffe bei Ed. Dörr: Generalversammlung; Tagesordnung: Auflage, Rechnungsablage und Vorstandswahl. — Abends 9 Uhr: Männerabtheilung der Turnge- meinde: Turnen; Spritze Nr. 1 im „goldnen Herz"; Steiger-Corps bei Beck.

— Marburg, 11. Jan. Ein Säbelduell zweier hiesiger Studen­ten, welches heute Morgen in dem nahen Dorfe Marbach stattfinden sollte,, wurde durch rechtzeitiges Hinzukommen von Polizeibeamten vereitelt. (H. M.)

— Helsa, 8. Jan. In der Neujahrsnacht herrschte hier in einem Kreise junger Leute bei einem Glase Grog eine sehr animirte Stimmung. Einer ihrer Kameraden lag krank im Bette, und in übermüthiger Laune bot ihm einer der jungen Männer sein Glas Grog zum Tausch für seine Medizin an. Der Patient ließ sich bewegen den Grog zu trinken, wäh­rend sein Freund Wort hielt und die Arznei hinabstürzte. Der Kranke ist auf dem Weg der Besserung, während der Andere am Tage darauf an den Folgen seines Neujahrtrunkes das Zeitliche segnete.

— Eschwege, 8. Jan. Die Zuckerfabrik in Niederhone begeht in diesem Jahre die Feier ihres fünfzigjährigen Bestehens. Im Mai 1836 ist nach den von einem Baumeister in Allendorf gelieferten Bauplänen der Bau der Fabrik begonnen worden.

— Osfenbach, 12. Jan. Die hiesige Schiffbrücke ist heute Nacht 2 Uhr bei einem Wasserstande von 1,44 Meter Off. Pegel abgefahren worden.

z^W- Fortsetzung dieser Rubrik in der Beilage. <Mz

^S** Bitte: Gedeutet der himgerrlben Vögel!

Thermometerstand.

12. Januar. Mittags 2 Uhr — 3 72°, Abends 7 Uhr — 3°;

13 Januar. Morgens 7 Uhr — 172°, Vormittags 10 Uhr — W.

Tokayer in Flaschen zu 75 Pfg., 1.50 M. u. 3 M. Medicinal-Itothwein, garan- tirt rein, für Reeonvalescente und Blut­arme, die Flasche 1 M. Aechten fran­zösischen alten Cognac, die große I Flasche 3.50 M, unter Garantie der Reinheit, i Direkt importirten Madeira zu 2.50 M. u. 3 M. Malaga die Flasche 2.50. Unga­rischen Dieslingwein, hochfeine Qualität ohne Säure die Flasche 2 M., Moselwein als Stärkungsmittel die Flasche zu 1.20 M., SSothwein die 72 Flasche 1 M., die 7i Flasche 1.60 M. Schaumwein die Flasche 2 M. empfiehlt 4

VL« lEng^lnpotheke.

Urlallbspäffe, Urlanbskartcn für Militair, vorräthig in der Waisen­haus-Buchhandlung.

• Formulare zu Unfall-lilien sind zu haben in der WaisenhaMBuchhandiog in Sanau.

Anerkenntnisse, General- Anerkenntnisse, Ausfuhricheine

für die Statistik des Waarenverkehrs sind zu ha­ben in der Waisenhaus-Buchhandlung