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Die 2spalk. Zelle
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^ie3walrtsteZeile 30 Psj
Nr. 10
Mittwoch den 13. Januar
1886.
Ämtliches.
Warmmg.
In Läden und Geschäften, welche als Lotterie-Komtor, Lotterie- Einnahme oder Lotterie-Kollekte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Collekteur bezeichnen, werden Loose der Preußischen Klassen-Lotterie und Antheilscheine auf solche Loose, oft unter Benennung als Antheilloose, für Preise angeboten, welche die im Lotterieplan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß in den Antheilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinnabzüge für sich ausbedingen.
Die Antheilscheine begründen niemals Ansprüche an die Lotterie-Verwaltung auf Looseerneuerung und auf Ge- rvinnzah lung.
Vielfache gerichtliche Verurtheilungen von Loosantheilschein-Ver- käufern haben herausgestellt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch verfahren, indem sie die Loose, auf welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen oder auf wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine ausgeben, als der Umfang ihres Loosebesitzes erlaubt, oder indem endlich sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden.
Zur Unterscheidung der Loosantheilscheine von den ächten Loosen machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren Umschrift „Koen. Pr. Gen. Lotterie-Direktion" tragen.
Zur Unterscheidung zwischen den sich als „Lotterie- Einnehmer" benennenden und ihr Geschäft als „Lotterie- Einnahmen" oder „Lotterie-Komtor" bezeichnenden Pri- va tverkäufern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren allein als „Königliche Lotterie-Einnahmen" oder „Königliche Lotterie-Einnehmer" sich namhaft machen.
Berlin am 8. Juli 1882.
Königliche General-Lotterie-Direktion.
Dammas. Liliental.
OeAKKtMKchNKgem Kümgl. LKKvrathsamts.
Von den in der ersten Verloosung gezogenen, durch unsere Bekanntmachung vom 17. September 1884 zur baaren Einlösung am 1. Januar 1885 gekündigten 8271 Stück 3'/,procentigen Staatsschuldscheinen des Jahres 1842 sind die in der anliegenden Restantenliste aufgeführten 1104 Stück auch bis jetzt noch nicht der Staatsschulden-Tilgungskasse zur Einlösung vorgelegt worden. Die Besitzer dieser Scheine werden wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Verzinsung derselben mit dem 1 Januar d. Js. aufgehört hat und die überhobenen Zinsen bei Zahlung des Kapitals in Abzug gebracht werden müssen.
Berlin den 10. Januar 1886.
Königl. Hauptverwaltung der Staatsschulden.
Die in vorstehender Bekanntmachung erwähnte Restantenliste ist in meinem Geschäftslokal aufgelegt.
Hanau am 8. Januar 1886.
Der Königliches Landrath
V. 262. Gf. Bismarck.
Gefunden: Auf der hiesigen Post liegen geblieben: Ein seidener Regenschirm, Correspondenzkarten und Briefmarken. Eine Tabakspfeife. Ein Ring mit gelbem Plättchen. Eine silberne Vorstecknadel mit Stein. Eine sog. Putzleiter.
Vom Wasenmeister am 11. d. Mts. eingefangen: Ein grauer Pinscher w. Geschl.
Verloren: Ein Pendel von einer Standuhr. Ein Portemonnaie mit 30—35 Mk. nebst einer goldenen Bleifeder. Abhanden gekommen: Ein Stuhlschlitten.
Entlaufen: Ein Rauhpinscher und ein weißer Jagdhund mit
gelben Abzeichen, beide m. Geschl. Ein junger dunkelgrauer Hund mit schwarzem Kopf und weißen Pfoten, m. Geschl.
Hanau am 13. Januar 1886.
Aus Königl. Landrathsamt.
Tagesschau.
— Berlin, 12. Januar. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen gestern. Nachmittag den Reichskanzler Fürsten v. Bismarck und sodann den Finanzminister v. Scholz zum Vortrage. — Im Laufe des heutigen Vormittags nahmen Se. Majestät militärische Meldungen entgegen, empfingen den Polizeipräsidenten Freiherrn v. Richthofen und arbeiteten längere Zeit mit dem Chef des Militärkabinets, Generallieutenant v. Albedyll. Ferner ertheilten Se. Majestät dem von seinem Posten ab- berufenen Kaiserlich russischen General ä la suite, Fürsten Dolgoruky, die erbetene Abschiedsaudienz.
— Berlin, 12. Jan. (K. Z.) Die Amtsentsetzung des vormaligen chinesischen Gesandten Li-Fong-Pao wird nunmehr amtlicherseits bestätigt. Dieselbe erfolgte durch kaiserlichen Erlaß vom 22. November 1885 wegen der im Erlaß scharf verurtheilten persönlichen Eigenschaften Li-Fong-Paos, dessen europäische Wirksamkeit nicht erwähnt wird. In der That bleiben durch diese Absetzung alle Beziehungen Chinas namentlich zu Deutschland unberührt. Gegenwärtig hält sich Li-Fong-Pao in Tientsin bei Li-Hung-Tschang auf, der ihn trotz des kaiserlichen Erlasses fortdauernd auszeichnet und um seine Person beschäftigt.
— Berlin, 11. Jan. In der heutigen Sitzung des Landwirth - schaftsraths wurden die der Branntweinmonopolvorlage im Grundsatz zustimmenden Vorschläge unter Ablehnung aller andern Anträge mit unwesentlichen Aenderungen angenommen.
— Dreimal in einem Jahre hat Papst Leo XIII. dem Fürsten Bismarck persönliche Auszeichnungen erwiesen. Zuerst ließ er ihn in Lebensgröße von dem Münchener Lenbach malen und in seinem Arbeitszimmer aufstellen; nachher schickte er ihm seine eigenen Gedichte mit einer Widmung. Die dritte und größte Auszeichnung ist der Dankbriei (mit Christusorden, der sonst nur an Souveräne verliehen wird), ein so wichtiges politisches Aktenstück, daß es im Reichsanzeiger veröffentlicht wurde. Einen Feind läßt man nicht malen und widmet ihm auch nicht Gedichte. Auf den Papst und Bismarck darf man schwerlich das alte Wort Vir- gils anwenden: Ich fürchte die Danaer (Gegner), selbst wenn sie Geschenke bringen. Es haben aber Viele Lust zu dieser Anwendung. Hoffentlich liest man auch Bismarcks Antwort im Reichsanzeiger. (Dfz.)
— Die „Köln. Ztg." schließt eine Besprechung der Branntwein- Monopol-Vorlage mit folgenden Sätzen:
. . . Das sind Bedenken von Einzelheiten, über die sich eine Verständigung wohl finden lassen wird. Das Wesen des ganzen Entwurfs ist so einfach und die Interessen der verschiedenen Brennereibetriebe sind so geschickt gewahrt, daß nur Diejenigen den Entwurf von vornherein werden abweisen können, die sich auf den grundsätzlichen Standpunkt stellen, überhaupt jedes Monopol als solches zu verwerfen.
— Wilhelmshaven, 11. Jan. Briefsendungen u. s. w. für nachbezeichnete Schiffe sind wie folgt zu richten: Für S. M. Kreuzer- fregaUe Bismarck, Geschwaderchef Contre-Admiral Knorr, Kreuzerfregatte Gneisenau und Kreuzercorvette Olga bis auf Weiteres nach Sydney (Australien); für S. M. Kreuzer Möve und Kreuzer Hyäne bis auf Weiteres nach Zanzibar. (K. Z.)
— Stuttgart, 12. Jan. Prinz Wilhelm von Württemberg hat sich mit der Prinzessin Charlotte von Schaumburg-Lippe, der Tochter des Prinzen Wilhelm von Schaumburg-Lippe, verlobt.
— Wien, 12. Jan. In Folge von Schneeverwehungen ist der Verkehr auf den Linien Wien-Marchegg, Wien-Aspang und Wien-Oeden- burg eingestellt.
— Aus Salzburg wird der „N. fr. Pr." berichtet: Wie aus verläßlicher Quelle gemeldet wird, hat der Landtag in geheimer Sitzung den Verkauf Gasteins an den Kaiser um den Betrag von 450,000 fl. beschlossen und ist deshalb eine Deputation mit dem Landeshauptmanne an der Spitze nach Wien gereift, um den Verkauf perfekt zu machen. Hier