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Nr. 6. Freitag den 8 Januar 1886.

Amtliches.

Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.

Auf Grund des §.12 des Neichsgesetzes gegen die gemeingefähr­lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 bezw. 31. Mai 1880 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das zwei doppelspaltige Seiten umfassende Flugblatt mit der Ueber- schriftProsit Neujahr!", Druck und Verlag der Schweizerischen Genossenschastsbuchdruckerei Hottingen - Zürich, nach §. 11 des gedachten Gesetzes von der unterzeichneten Lanves-Polizeibehörde verboten worden ist.

München den 2. Januar 1886.

Königliche Regierung von Oberbayern, Kammer des Innern. ____________________Freiherr von Pseuf er.___________

Bekanntmachung.

Die Wählerliste zur Wahl der Kreistags-Abgeordneten des zukünf­tigen Lankreises Frankfurt a. M. für die zum Wahlverbande der größe­ren Grundbesitzer gehörigen Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Berg­werksbesitzer liegt vom 9. bis zum 16. Januar d. I. einschließlich im Bureau des hiesigen Königlichen Landrathsamts (Polizei-Präsidial-Ge- bäude, Karpfengasse Nr. 6, Zimmer Nr. 1) zur Einsicht öffentlich aus. Frankfurt a. M., den 5. Januar 1886.

Der Kommissar des Königlichen Ober-Präsidenten der Provinz Hessen Nassau.

v. Hergenhahn, Polizei-Präsident.________________ GetarmtrMüMN-zen KmnA. Ja orarhSamts.

Nachstehende Bestimmungen, betreffend die Nachsuchung der Berech­tigung zum Einjährig Freiwilligen-Dienste werden hierdurch wiederholt be­kannt gemacht:

Die Berechtigung zum Einjährig-Freiwilligen-Dienste darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahre nachgesucht werden. Der Nachweis derselben ist bei Verlust des Anrechtes spätestens bis zum 1. April des ersten Militairpflichtjahres zu erbringen.

Wer die Berechtigung nachsuchen will, hat sich bei der Prüfungs­Commission, in deren Bezirk der Wehrpflichtige gestellungspflichtig ist, spätestens bis zum 1. Februar des ersten Militairpflichtjahres schrift­lich zu melden.

Alljährlich finden zwei Prüfungen statt, die eine im Frühjahr, die andere im Herbst. Das Gesuch um Zulassung zur Prüfung muß für die Frühjahrsprüfung spätestens bis zum 1. Februar, für die Herbstprüfung spätestens bis zum 1. August angebracht werden."

Hanau am 4. Januar 1886.

Der Königliche Landrath.

M. 44. In Vertr.: Baabe.__________ ______

f Der Rückgang der französischen Industrie.

Schon seit mehreren Jahren klagt die französische Industrie über einen Rückgang ihrer Geschäfte, über Mangel an Absatz und über zu­nehmende Concurrenz des Auslandes. Wie begründet diese Klagen sind, darüber liegt uns jetzt ein schlagender Beweis in den Ziffern vor, welche von dem Export der sog. Articles de Paris, Mode-Artikel und künstlichen Blumen während der letzten zehn Jahre berichten. Früher versorgte Frank­reich die ganze Welt mit diesen Fabrikaten, heute hat diese Industrie ihre Bedeutung längst eingebüßt. Sog. Pariser Artikel wurden im Jahre 1875 noch im Betrage von 168,411,000 Francs exporlirt, In jedem folgenden Jahr hat sich dieser Export mit constanter Regelmäßigkeit ver- i mindert; er betrug im Jahre 1876: 163,720,000 Francs, 1877 : 150,860,000 Fr-s , 1878: 149,125,000 Frcs., 1879: 141,879,000Fr., nur das Jahr 1880 zeigte wieder eine Zunahme, indem sich hier der Export auf 159,092,000 Fr. hob; im folgenden Jahre ging er wieder auf 147,283,000 Fr. zurück, um im Jahre 1882 bis auf 102,787,000 Francs zu fallen; 1883 betrug er 104,529,000 Fr. und 1884 nur noch 91,930,000 Fr. Auch das Jahr 1885 wird einen weiteren Rückgang aufweisen, da bereits die ersten zehn Monate wieder um 2 Millionen Francs hinter den entsprechenden Monaten des Vorjahres zurückblieben. i Dieselbe Erscheinung zeigt sich in dem Export künstlicher Blumen und Modeartikel, der im Jahre 1875 noch 42,189,000 Fr. betrug, in den folgenden Jahren bis 1880 constant zuruckging, um sich 1881 auf

45,003,000 Fr. zu erheben, dann aber in den folgenden Jahren 1882 und 1883 auf 38 bezw. 36 Millionen fiel und 1884 nur noch 27,602,000 Francs betrug; die ersten zehn Monate des Jahres 1885 haben gleich­falls wieder gegen das Vorjahr einen Rückgang von 2 Millionen Francs ergeben

In dem Zeitraum von zehn Jahren hat also die französische In­dustrie einen Export von zusammen etwa 92 Millionen Francs allein in Pariser Modeartieln, Blumen, Quincaillerien 2c. eingebüßt. Was das für den Wohlstand des Landes, für die Tausende von Arbeitern, die von dieser Industrie leben, besagen will, bedarf keiner weiteren Andeutung. Ursache dieses Rückganges sind, wie zum Theil von Franzosen selbst con- statirt wird, die politischen und socialen Verhältnisse, die übertriebenen Auforderungen und fortwährenden Lohnerhöhungen der Arbeiter, die Hebung der betreffenden Industriezweige im Auslande und die zunehmende Concurrenz desselben. Die Einfuhr an folchen Artikeln nach Frankreich ist im Zunehmen begriffen. Schon vor drei Jahren ist diese Wahrneh­mung gemacht worden und damals fehlte es nicht an ernsten Mahnungen und Anstrengungen, dem drohenden Verfall weiter vorzubeugen. Das hat aber den natürlichen Lauf der Dinge nicht aufhalten können. An diesem Beispiel kann man lernen, wie das Uebergewicht einer Industrie auf dem Weltmarkt verloren geht, wenn die Arbeiter den Verhältnissen nicht Rech­nung tragen und Forderungen stellen, welche die Concurrenz der Industrie mit dem Auslande beeinträchtigen.

Tages schau.

Berlin, 7. Januar. Se. Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht dem Reichskanzler und Präsidenten des Staats- MinisteriuM, Fürsten von Bismarck, die Allerhöchste Erlaubniß zur An­nahme und Anlegung des demselben von Sr. Heiligkeit dem Papste ver­liehenen Christus-Ordens in Brillanten zu ertheilen.

Berlin, 6. Jan Die heute zur Ausgabe gelangende Nummer des Reichs-Post-Amtsblattes bringt nachstehenden Allerhöchsten Erlaß zur Kenntniß:

Ich habe von dem mir am 13. v. M. vorgelegten Berichte über die Ergebnisse der Reichs-Post- und Telegraphen-Verwaltung während der Etatscahre 1882 bis 1884 eingehende Kenntniß genommen. Es ist mir von hohem Interesse gewesen, die stetigen Fortschritte in der gedeihlichen Entwickelung des Post- und Telegraphenwesens des Reichs, insbesondere die wesentlichen Verbesserungen, welche auf dem Gebiete der auswärtigen Verkehrsbeziehungen zu verzeichnen sind, im Zusammenhänge zu über­blicken und zu erfahren, welch' überraschend günstige Finanzergebnisse Dank der sachgemäßen sicheren Leitung und Verwaltung und der pflicht­treuen Mitwirkung aller Beamten erzielt worden sind. Ich nehme gern Veranlassung, sämmtlichen Betheiligten meine Anerkennung auszusprechen, Berlin, den 30. December 1885. (gez.) Wilhelm. An den Reichs­kanzler."

Berlin, 7. Jan. Der Vize-Admiral Graf von Monts, Chef der Marinestation der Nordsee, ist Allerhöchst von dem Kommando zur Vertretung des Chefs der Admiralität entbunden worden.

Berlin, 7. Jan (K. Z) Das preußische Staatsministerium hat in seiner gestrigen Sitzung den Entwurf eines Gesetzes betreffend das Branntweinmonopol fortgesetzt und genehmigt. Sobald derselbe vom Kaiser gebilligt und vollzogen worden ist, wird er dem Bundesrathe zugehen; voraussichtlich wird das schon in spätestens zwei Tagen geschehen.

Berlin, 7. Jan. Eine hier von der Insel Trinidad 6.Jän. eingegangene amtliche Meldung besagt: das Gerücht von einer Explosion auf dem SchiffStein" ist gänzlich erfunden. Alles wohl.

Die Scene, die sich am Sonntag während der großen Cour zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Bismarck abgespielt hat, wird von derNordd. Allg. Ztg." folgendermaßen beschrieben: Als der Kaiser den Kanzler erblickte, trat er einen Schritt vor, zog ihn an sich heran und küßte ihn in tiefer Bewegung zweimal auf die Wangen. Fürst Bismarck verbeugte sich nochmals und küßte feinem kaiserlichen Herrn die Hand. Auch die Kaiserin reichte dem Kanzler die Hand zum Kusse. Der Fürst wollte nunmehr seinen Abgang nach dem Königinnen-Gemach nehmen, als der Kronprinz vortrat und ihm die Hand reichte. Zu gleicher Zeit machte schon der Großherzog von Baden eine bezeichnende Handbewegung und so reichte der Kanzler auch den beiden Großherzögen und den königlichen