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Nr. 1.
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Äanauer Anznaer. G
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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beiläae. ^ \ ^'« Pn'^
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Samstag den 2. Januar ^/ 1886
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Lerzlichste Glückwünsche zum neuen Jahre!
SedaMian und Spedition des „ßanauer Anzeiger".
t Zum NegieruugsZuöitäum des Kaisers.
Fünfundzwanzig Jahre sind feit dem Tage verflossen, an welchem Kaiser Wilhelm nach dem Hintritt seines Bruders, des Hochseligen Königs Friedrich Wilhelm IV., die Regierung Preußens als König übernahm. Wenn das preußische und deutsche Volk das Bedürfniß , empfindet, diesen Tag in festlichen Kundgebungen der Dankbarkeit und Freude zu begehen, so bedarf dies wahrlich keiner Rechtfertigung: denn die fünfundzwanzig Jahre der Regierung seines Königs und Kaisers sind eine Glanzperiode der preußischen und deutschen Geschichte überhaupt, die die Vergangenheit weit überstrahlt und deren Licht auch noch die fernste Zukunft erleuchten und erwärmen wird.
Aber für die Gegenwart bedarf es kaum einer besonderen Veranlassung zur Erinnerung an'die geschichtliche Bedeutung dieser denkwürdigen Zeit: denn wir leben in ihr, wir genießen ihre Früchte und überall und zu jeder Zeit, wo wir des Kaisers in Ehrfurcht gedenken, tritt uns die ganze Bedeutung seines geschichtlichen Wirkens vor die Seele und bei jeder Gelegenheit erscheint uns in dem Namen des Kaisers Wilhelm das Bild des großen Herrschers verkörpert, der sein Volk glücklich gemacht, Deutschland geeinigt, das Heer zu den glänzendsten Siegen geführt hat und als sorgsamer Hüter des Friedens in Weisheit die Geschicke des ererbten und neugeschaffenen Staatswesens lenkt. Auch ist, was Kaiser Wilhelm für Preußen und Deutschland gethan, zu tief in den Blättern der Geschichte und in den Herzen seines Volkes eingegraben, als daß die gegenwärtige festliche Veranlassung, welche der fünfundzwanzig- jährigen Regierungszeit des Kaisers gilt, eine Herzählung seiner Großthaten erforderlich machte: wie wäre es auch möglich, diese in einem kleinen Bilde zusammenzufassen und sie in ihrer ganzen unermeßlichen Bedeutung in kurzen Zügen angemessen zu würdigen?
Nicht um die Erinnerung an Kaiser Wilhelms segensreiches Wirken zu beleben, feiern wir das Regierungsjubiläum: für das preußische und deutsche Volk ist die fünfundzwanzigjährige Wiederkehr des Tages seines Regierungsantritts ein neuer Beweis der reichen Gnade, welche der Allmächtige unserem greifen Herrscher und durch ihn unserem Volke hat zu Theil werden lassen, und darum feiert das deutsche Volk — dem Sinne seines Kaisers entsprechend — diesen Tag vor allem mit einem Dank gegen Gott für den gesegneten Verlauf der bisherigen Regierungszeit Seiner Majestät. Deshalb ertönt auch in dem ganzen Lande das „Lobe den Herrn, der alles so herrlich regieret", der unsern Kaiser so „sichtbar gesegnet" und das deutsche Volk in so viel Noth und Drangsal „freundlich geleitet".
Aber mit diesem Dank gegen Gott, verbindet sich an dem heutigen Tage auch die Pflicht besonderer Dankbarkeit für den Herrscher, der in der Erfüllung seines Berufs nicht müde geworden ist, und dessen Hand fünfundzwanzig Jahre lang — seinem Gelübde gemäß! — „das Wohl und das Recht Aller in allen Schichten der Bevölkerung gehütet und schützend und fördernd über diesem
reichen Leben gewaltet" hat! Auch an ihm erfüllt sich das Wort des Propheten: wenn unser Leben köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen. Ja köstlich ist das Leben unseres Kaisers in dem Bewußtsein treuer Liebe seines Volkes, köstlich in dem Genuß der Früchte, die er sich gezogen; aber es ist auch Mühe
und Arbeit gewesen und erspart geblieben.
Der Dank gegen
auch ihm sind bittere Erfahrungen nicht
diesen so sichtbar von Gott begnadeten
er in den fünfundzwanzig Jahren seiner
Herrscher für das, was er in den fünfundzwanzig Jahren seiner Regierung für Preußen und Deutschland gethan, ist freilich nicht
allein mit Worten und mit Wünschen für die Erhaltung seines Lebens abgethan. Das Gefühl, daß der Allmächtige unseren Kaiser und mit ihm und durch ihn das preußische und deutsche Volk so sichtbar gesegnet, muß Allen eine Mahnung sein, festzuhalten an den erworbenen Gütern, dieselben gegen die Gefahren von innen und außen opferbereit zu schützen, nicht rütteln zu lassen an den Grundlagen des Volks- und Staatslebens, welche er gelegt und gefestigt, und ein Jeder an seinem Theile fortzuarbeiten und fortzuwirken in dem Geiste, welchen Kaiser Wilhelm der Nation aufgedrückt hat und dem Deutschland allein seine Wohlfahrt, sein Ansehen, feine gegenwärtige Stellung in Europa verdankt.
Zum 25jährigen Htegierimgsjuöikäum Seiner Majestät des Kaisers und Königs.
So wie das Säuseln eines sanften Windes Das Menschenherz geheimnißvoll berührt, Zur Ehrfurcht stimmt, so hat Dein Wort, Dein lindes, Dein Geist, Dein Volk der Ehre Bahn geführt.
Du Ein
Du Jm
bist mit Deinem liebevollen Wesen treuer Kaiser, Vater uns gewesen.
KöKig, hast seit fünfundzwanzig Jahren Menste Gottes Deinem Volk gelebt;
Dies hat das Vaterland, die Welt erfahren, Auch wie vor Deiner Hand der Feind gebebt. Nun sieh' Dein Volk will heute Dir bekunden, Daß einen guten Herrscher es gefunden.
Nimm drum zum Jubelfeste, Kaiser! König!
Heut Deines Volkes Segenswünsche an! „Heil Dir!" erklingt es millionentönig. „Heil Dir! Heil Dir auf sonnbeglückter Bahn!" Und mußt zur Ruhe Du Dein Haupt einst legen, Folgt Dir ins Grab noch Deines Volkes Segen!
Kurt Nuhn.