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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hauau.

Erscheint täglich mit Air-nahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

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Nr. 295.

Mittwoch den 17. Dezember

1884.

Bekanntmachungen Königl. LandraLNamts.

Die Herren Bürgermeister zu Ginnheim, Praunheim, Windecken, Hüttengesäß, Kilianstädten, Oberdorfelden, Dörnigheim, Bergen, Langen- selbold, Fechenheim, Gronau, Riederissigheim, Großauheim, Seckbach, Eckenheim, Rückingen, Wachenbuchen, Nieder: odenbach und Kesselstadt werden hierdurch veranlaßt, die für die Hebammen daselbst, hier in Ver- Wahrung befindlichen Fläschchen Carbolsäure rc. alsbald abholen zu lassen und spätestens zum 22. d. Mts. anher Bericht zu erstatten, ob sich die qu. Sachen in den Händen der Hebammen befinden.

Hanau am 16. Dezember 1884.

V. 12495 Der Königliche Landrath Freiherr v. Broich.

Gefunden: Ueber eine Mark baar. Ein Regenschirm. Eine lederne Tasche.

Verloren: Eine Brieftasche mit Papieren.

Hanau am 17. Dezember 1884.

____________________Aus Königl. Landrathsamt.____________________

Der gegen Adam A m b e r g) Jakobs Sohn) und Georg Froschauer (Pauls Sohn), von Reuses am 23. März 1882 erlassene Steckbrief wird wiederholt erneuert. (XL 1457/78.)

Hanau, den 12. Dezember 1884.

Der Erste Staatsanwalt.

____________________________I. V.: Kitz.____________________________

Tagesschan.

Berlin, 16. Dezember. Ihre Königlichen Hoheiten der Groß- Herzog und der Erbgroßherzog von Sachsen sind heute früh nach Wei­mar zurückgereist.

Berlin, 15. Dez. Dem Reichstage ist folgender Antrag v. Kardorff und Fürst v. Hatzseldt-Trachenberg, welcher von der Reichspartei unterstützt wird, zugegangen:Der Reichstag wolle beschließen: den Bundesrath zu ersuchen, eine Enquete darüber zu veranstalten, ob ohne Schädigung der einschlagenden landwirthschaftlichen Interessen eine Er­höhung der Branntweinsteuer oder Aenderung der bestehenden Bräunt- Weinsteuer.Gesetzgebung zulässig erscheint und zu diesem Zwecke eine aus­giebige Vernehmung von Landwirthen, sowie größern und kleinern Spi- riiuSfabritanten und Händlern zu veranlassen." Das Aeltesten« kollegium der hiesigen Kaufmannschaft hat einen Antrag gegen den We- dellschen Börsensteuerantrag einstimmig angenommen. (Köln. Ztg)

Berlin, 16. Dez. In der Commission für die Dampfervor­lage ertheilte auf Anfragen Rack^'s Staatssekretär Stephan im Namen der verbündeten Regierungen folgende schriftlich formulirte Auskunft: Durch genaue Information bei den Sachverständigen und Rhedern und ! durch Vergleich der Zahlen mit Frankreich, England, Oesterreich, Italien, foime durch eigene Erfahrungen haben sich nachstehende Zahlen ergeben: Auf Hongkong entfallen 1 240 949 M., Iokohama 410 502 M. (zwei Linien mit kleinen Schiffen, Sidney 1 990 327 M., Polynesien (zwei Linien mit kleinen Schiffen) 250159 M., zusammen 3 89l 937 M., rund 4 Millionen Mark. Dazu auf den Mittelmeer.Linien 400 000 M., Westafrifa 1 000 000 M, also insgesammt 5 400 000 Mk. Asien und Australien erfordern 126 000 M., davon feminin in Wegfall 30 000 M. Dabei ist zu bedenken, daß die Linien nicht allein den deutschen Post­sack, wovon mit einer gewissen Kräftigkeit gesprochen wurde, zu führen haben, sondern auch von allen anderen Ländern benützt werden können; ein Punkt, welcher von den Herren nie berücksichtigt worden ist. Frank­reich führe nach Ostasien eine Masse deutscher Waaren als französische ein; Oesterreich seit der Ausschließung der Lloydlinie Weine, Biere, ungaritches Mehl rc., ebenso bestehe eine Ausfuhr österreichischer Biere und Weine aus Trieft nach Ostasien, während nur ein deutsches Schiff mit Kohlen eingelaufen sei. Der Consni in Colombo fonftatirt in 1883 den großen Umfang der deutschen Waareneinfuhr über England, der Consul von Shanghai hebt pro 1883 den Mangel direkter deutscher Verbindungen hervor und beklagt lebhaft das Fehlen einer direkten Bankverbindung.

P. (Aus dem Reichstage) Berlin, 15. Dezember. Der Reichstag genehmigte bei Fortsetzung der Berathung des Etats zunächst in Uebereinstimmung mit dem Anträge der Budgetkommission die Mehr­

forderung für die Subalternbeamten in dem Etat der Reichskanzlei mit an Einstimmigkeit grenzenden Majorität, nachdem von verschiedenen Sei­ten die Gründe hervorgehoben, welche eine Ueberweisung der betreffenden Position an die Budgetkommission nothwendig gemacht hätte. Eine längere Debatte knüpfte sich dann an die im Etat deS Auswärtigen Amtes neu eingestellte Position von 20 000 Mark für einen zweiten Direktor, welche Position die Budgetkommission zu streichen beantragte. Der Reichskanzler Fürst von Bismarck, welcher bald nach Beginn der Sitzung im Hause erschienen war, griff wiederholt persönlich in die De­batte ein und legte in ausführlicher Weise die Gründe dar, welche die Kreirung dieser neuen Stelle nothwendig mache. Er betonte dabei ins­besondere, wie er die Ablehnung dieser Position als ein gegen seine Per­son gerichtetes Mißtrauen auffassen müsse, da er, wenn er gewissermaßen auf seinen Diensteid erkläre, daß er diesen Beamten unbedingt gebrauche, entweder unglaubwürdig, unfähig oder unbrauchbar erscheinen müsse. Im Weiteren erklärte dann noch der Reichskanzler, daß er auf Grund der Stellvertretungsgesetzes berechtigt sein würde, sich von den Geschäften deS Auswärtigen Amtes ganz zurückzuziehen, und daß er von dieser Bestim­mung Gebrauch zu machen in der Lage sein könnte, wenn man ihm die Mittel zur ordnungsmäßigen Fortführung der Geschäfte versagen sollte. Er glaube ohne Ueberhebung vor dem ganzen Lande auf seine Erfolge in der auswärtigen Politik verweisen und das Vertrauen in Anspruch nehmen zu dürfen, daß man in feine Worte keine Zweifel fetze. Von Seiten nachfolgender Redner, den Abgg. Dr. v. Lenz (Württemberg), Prinz Carolath, Dr. Sattler, v. Helldorff wurde unter Betonung der hohen Verdienste des Herrn Reichskanzler für die Bewilligung der Po­sition denn auch namentlich geltend gemacht, daß man im Auslande nicht den Schein erwecken dürfe, als ob die Mehrheit der Ration in der aus­wärtigen Politik nicht mehr auf Seiten des Herrn Reichskanzlers stehe. Die Gegner der Position wollten freilich nicht eingestehen, daß sie von einer feindseligen Haltung gegen den Herrn Reichskanzler und dessen Lei­tung der auswärtigen Politk bei Beurtheilung der vorliegenden Frage geleitet würden. Die gegenwärtige Finanzlage sei für sie allein bestim­mend. Wie eS nach Lage der Sache gerade nicht mehr befremden konnte, wurde schließlich in namentlicher Abstimmung die Positron mit 141 gegen 119 Stimmen abgelehnt und zwar stimmten gegen die­selbe mit Ausnahme des Abg. Dr. Horwitz die gesammte Linke, daS Zentrum, die Polen, die Elsaß. Lothringer; für dieselbe dagegen die bei­den konservativen Fraktionen und die Nationalliberalen. Dagegen wurde die Mehrforderung für die Subalternbeamten deS ZentralbureauS des auswärtigen Amts (analog derjenigen in dem Etat der Reichskanzlei) entgegen dem Beschlusse der Budgetkommission, nachdem sich der Abg. Frhr. v. Huene Namens des Zentrums für dieselbe erklärt hatte, ohne formelle Abstimmung bewilligt. Endlich wurde auch im Etat deS aus­wärtigen Amts der erste Abschnitt des KapitelsGesandtschaften und Konsulate" ganz nrch der Regierungsvorlage erledigt. Vor dem Eintritt in den zweiten AbschnittKonsulate" wurde die weitere Berathung deS Etats auf Dienstag, 1 Uhr, vertagt.

Kiel, 16. Dez. Bnefsendungen für S. M. S. Albatros sind noch Sydney, für die Ariadne nach Porto Grande, für S. M. S. B smorck nach Capstadt, für S. M. S. Elisabeth nach Iokohama, für S. M. S. Gneisenau nach Madeira, für S. M. S. Hyäne nach Syd­ney, für Iltis nach Hongkong, für die Loreley nach Konstantinopel, für S. M. S. Maria nach Sydney, für die Möwe nach Madeira, für den Nautilus nach Hongkong, für die Nymphe nach St. Themas, für die Olga nach Porto Grande, für den Prinz Adalbert nach Panama, für die Brigg Rover nach Plymouth, für S. M. S. Stosch nach Hongkong zu richten.

Wie dieBerliner Börsen-Zeitung" meldet, ist dem Reichskanz­ler aus Travemünde sorgendes Telegramm zugegangen:

Erster auf deutscher Weift Henry Koch Lübeck noUftärbig aus deutschem Material erbauter Südseedampfer vereinigt auf Probefahrt F.stgenossenschaft, welche in Anwesenheit der Kaiserlichen Konsuln in Sidney und Tahiti dankbar des Begründers deutscher Kolonialpolitik im fälligen Hoch gedenkt."

Mglchin, 16- Dez. Der mecklenburgische Landtag ist gestern geschlossen worden. In dem Landtagsabschiede für das Großherzogthum