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1 Wart ÜS «fg. Kür aurwürrige Abonnenten mit dem betreffe», den $e#auff»lae. Me einzelne N»«- »ec in Ps,.
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Zugleich Amtliches Organ für KreiS rrud Stadt Hanan.
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Freitag de-1 5. Dezember
1884.
GeZanntmschAN zen KönigU ^andrattzMWts.
Die mit der Erledigung meiner Verfügung vom 10 November c., V. 10993 (Kreisblatt Nr. 263), die Errichtung von Raiffeisen'schen DarlehuS- und Sparkassen V reinen betreffend, noch rückständigen 19 Herren Bürgermeister des Kreises werden hiermit an deren Erledigung bis zum 10. d. Mts. spätestens erinnert Daß es in einer solchen Angelegenheit noch einer Erinnerung meinerseits bedurfte, ist jedenfalls eine bedauerliche Erscheinung.
Hanau am 5 Dezember 1884.
V. 12096 Der Königliche Landrath Freiherr v. Broich.
Tagesschan.
— Berlin, 4 Dezbr. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute die Meldung deS zum Commandeur der 16. Infanterie- Brigade ernannten General Majors von Rauchhaupt und demnächst den Vortrag des General Lieutenants von Albedyll entgegen.
Nachmittags konserirten Se. Majestät mit dem Reichskanzler Fürsten von Bismarck
— Berlin, 4 Dez. Der Bundesrath genehmigte heute in erster Lesung den G setzentwurf über die Ausdehnung der Kranken, und Un» sallvrstcherung und nahm den Handelsschiff ahrtSvertrag mit Griechen- land an.
— Berlin, 4. Dez. (Köln. Ztg.) Die Ausdehnung der Neutralität auch auf das von der Confe>enz festgestellte Handelsbecken des Congos würde die Zustimmung der dort beteiligten Staaten, also auch Frankreichs und der WeNasrikanischen Gesellschaft, voraussetzen. Die Zulassung der letzter» zur Conserenz, nachdem sie von den verschiedenen Staaten anerkannt wäre, würde dann tn Frage kommen, und es würde sich auch um die Bürgschaft der Neutralität Hanseln müssen, also um eine ganze Reihe schwieriger, für jetzt noch offener Fragen.
— Berlin, 3 Dez. Die nationalliberale Fraktion des Reichs- tags hat heute ihren Vorstand gewählt. Es wurden gewählt die Herren v Benda, Buhl, v. Cuny, Hammachkr, v. Lenz, Marquardsen und Oechelhämer
P. (AuS dem Reichstage) Berlin, 3. Dezember. Die heutige (7.) Sitzung WU! de durch die Berathung über den Antrag des Abg. Dr Windihorst wegen Aufhebung des fogei annten ExpatriirungS- gesetzes ausgefüllt. Abweichend von den früheren über denselben Gegenstand statigehablen Verhandlungen, in denen die Regierung sich an der Debatte nicht betheiligte, war bette der Herr Reichskanzler Fürst von BiSmaick Persönlich erschienen, um an den Verhandlungen theilzunebmen. Bei Einleitung der Debatte wies Abg. Dr. W-ndthorft zur Begründung seines Antrages darauf hin, daß die Verwerfung des früheren Reichstagsbeschlusses von Seiten des Bundesrathes, bie unmittelbar vor Berufung des Reichstages erfolgt sei, in allen Kreisen großen Eindruck gemacht, und daß der Antrag gerade dazu dienen solle, eine Beruhigung der Gemüther herbeizusübren. (!) Abg. Graf Behr v. Behrenhoff erklärte sich dagegen Namens der Reichspartei gegen den Antrag, da in demselben nach Lage der Sache nur eine Demonstration zu erblicken se>. Abg. Blos trat für den Antrag von seinem sozialdemokratischen Standpunkte ein, worauf der Herr Reichskanzler Fürst von Bismarck in einer längeren Darlegung sich gegen den Antrag wandte, den er als eine Mißachluna des Bundesratbsbeschlusses bezeichnete. Eine Nothlage liege in keiner Weise vor, das Gestz sei von den beiden letzten Preußi- schen Kultusministern gar nicht mehr in Anwendung gebracht. Der Zweck des Antrages könne also nur sein, den Bundesrath zu demüthigen. Ein Anzeichen für- den Wunsch nach Frieden mit der Regierung sei er in k-inem Falle. Der Fürst,Reichskanzler betonte bei seiner weite- ren Charakterisirung der gegenwärtigen Parteien des Reichstages insbesondere, laß ein konfessionell gemischtes Staatswesen, auf die Unter« siützw g der römischen Curie angewiesen, auf die Dauer nicht möglich sei. Er wäre ja gern bereit, mit dem Centrum auf einen modus vivendi einzugehen, man dürfe nur nicht verlangen, daß er sich, und den Staate preisgebe. Bisher seien die Verhandlungen mit Rom völlig resultatlos verlaufen, obgleich es diesseits an Konzessionen nicht gefehlt habe. Es sei nur mehr für die Reolerung die Zeit gekommen, den Frieden zu erwarten, nicht ihn zu suchen. Abg. Dr. Meyer Jena sprach Namens der Nationalliberalen gegen den Antrag, da der Moment für die Beseitigung des Gesetzes noch nicht gekommen sei, während Abg. Dr. Windt- Horst in seiner Entgegnung auf die Ausführungen des Reichskanzlers
darauf hinwies, daß es sich bei diesem Gesetz um das höchste Recht beS Staatsbürgers, das Heimathrecht handele, das der Herr Reichskanzler in feinen Ausführungen leider ganz unberührt gelassen habe. Er forderte die Herstellung des Status quo ante, der den Frieden auf allen Gebieten des Staatslebens zur Folge haben würde, — Reichskanzler Fürst von Bismarck ging noch einmal auf daS Verhältniß deS ZentrumS zur Regierung ausführlich ein und legte dar, daß dasselbe ein klareres sein würde, wenn daS Zentrum sich von allen Annexen und namentlich von jeder Verbindung mit den Freisinnigen frei machen und auf leinen fonfefftoneOen Standpunkt beschränken würde. Eine Auflösung der Zen- tiumrsraklion wünsche er gar nicht, da dieselbe nur zu einer Verwirrung der Parteiverhälin'sse beitragen würde — In dem weiteren Verlause der Debatte vertheidigten noch die Abgg v Graeve und Magdzynski den Standpunkt der polnischen Fraktion, während der Abg. v. Helldorff die Abstimmung desjenigen Theiles der Konservativen, welcher jetzt gegen den Antrag sei, mit dem Hinweis auf die heutig« hochpolitische Erklärung des Herrn Reichskanzlers rechtfertigte. Andererseits vertrat Abg. Stöcker den Standpunkt derjenigen Konservativen, welche auch durch die Darlegung des Herrn Reichskanzlers sich von der Nothwendigkeit der Aufrechthaltung des in Rede stehenden Gesetzes nicht für überzeugt halten. Nachdem noch die Abgg. Freiherr v. Schorlemer ■ Alst und Dr. Windihorst den Antrag wiederholt befürwortet, wurde derselbe, wie dies nach Lage der Sache vorauszusehen, in namentlicher Abstimmung mit 217 gegen 9 3 Stimmen angenommen. — Für denselben stimmten, abgesehen von dem Zentrum und dessen Konnexen, die gesammte Linke und ein Theil der Deutschkonservativen; gegen den Antrag die Nationalliberalen und die Reichspartei geschlossen, sowie der (anscheinend) größere Theil der Deutschkonservativen. Auf der T a g e s o r d n u n g für morgen steht außer einem Anträge der Geschäftsordnungskommission auf Abänderung der Geschäftsordnung die zweite Berathung deS Etats.
— Kiel, 3. Dez. (Köln. Ztg.) Für die außer dem afrikanischen Geschwader in Dienst befindlichen Schiffe sind Sendungen zu richten: für S. M. S. Elisabeth nach Aokohama; für die Schiffe Stosch, Nautilus, Iltis nach Hongkong; Marie, Alvatroß, Hyäne nach Sydney; Prinz Adalbert nach Panama; Nymphe nach St. Thomas; Möwe nach Madeira; Loreley nach Ksnstantinopel; Hansa nach Kiel.
— Gotha, 4 Dezbr. (R. u. St-A.) Der Garantievertrag mit den früheren Mitgliedern des Aussichtsraths der Gothaer Grundkredit, bank wurde gestern Abend von Vertretern aller Interessenten vollzogen. Der Aufruf zur Konvertirung erfolgt alsbald.
— Dieser Tage wurde in Regensburg eine Zigeunerbande eingeliefert, die den zwischen Siegenburg und Mainburg verkehrenden Postillon angefallen, sechs Schüsse auf ihn abgegeben und ihn ausge. raubt hatte.
— Wien, 4. Dez. (Köln. Ztg.) Die Eröffnung deS Reichs- raths vollzog sich ohne bemerkenswerthen Zwischenfall; die Abgeordneten waren ziemlich zahlreich erschienen. Graf Taaffe brächte eine Jndemni- tätsvorlage wegen der für Galizien verausgabten Unterstützung ein. Die Linke wird interpelliren, ob die Regierung in dieser Session die Nordbahnvorlage einbringen wird.
— Haag, 4 Dez Die erste Kammer nahm mit 27 gegen 5 Stimmen den Gesetzentwurf, welcher die Aenderung der Verfassung, ausgenommen während der Regentschaft, gestattet, und den Artikel, betreffend die Thronfolge, an.
— Paris, 4 Dez. Der Ministerrath berieth gestern Abend von neun Uhr bis gegen Mitternacht im Elysee über die Lage. Auf das dringende Ansuchen Grevys und der Minister erklärte sich der Minister des Innern, Waldeck Rousseau, bereit, auf seinem Posten zu verbleiben. Der Ministerrath entschied sich dafür, die Wahlreformvor- loge im Senate einzubringen und die Annahme des von der Kommission und der Kammer acceptirten Systems zu Verlangen Ferry und Waldtck- Rousseau werden heute in der Kommission und der Kammer erscheinen.
— London, 3. Dezbr. Der Finanz - Sekretär des Schatzamts, Courtney, hat fein Amt niedergelegt, weil das in der Bill für die Reu- eintheilung der Wahlkreise vorgeschlagene System, der Mehrzahl der Wahlbezirke nur einen Vertreter zu geben, nicht gehörige Sicherheit für die Vertreiung der Minoritäten biete.
— Konstantinopel, 4. Dez. Der englische Geschäftsträger