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Feuerwehr die Angreifer im Schach hielten. Heute Abend werden wei­tere Friedensstörungen befürchtet.

W Hamburg, 3. Dezbr. Der PostdampferBohemia" von der Hamburg. Amerikanischen Packetfahrt - Aktien - Gesellschaft ist gestern in New Jork eingetroffen.

Reichsgerichts-Entscheidunge«.

Der allgemeine Gerichtsstand einer Person, welche in Folge der Berurtheilung zu einer Freiheitsstrafe von ihrem bisherigen Domizil in eine in einem anderen GerichtSbezirk gelegene Strafanstalt behufs Straf. Verbüßung sich begeben Hot, bleibt während der Sirafverbüßung nach einem Urtheil des Reichsgericht, IV. Civilsenats, vom 23. Oktober d. J., derjenige Wohnsitz, von welchem der Berurtheilte nach der Straf- anstatt zur Strasverbüßung sich begebm hat.

Aus Stadt, Provinz und Umgegend.

Ha «au, den 4. Dezember 1884.

(B e- und Entladefristen.) Empfänger sowohl wie Ver- sender von Eisenbahnwagenladungen dahier und in der Umgegend machen wir auch an dieser Stelle aus die in unserem heutigen Blatte abgedruckte Bekanntmachung Könrgl. Eisenbahn Direktion zu Frankfurt a. M. be­züglich der Be- und Entladefristen offener Wagen aufmerksam.

(Kinderhort.) Die Sammlungen für den VereinKinder­hort" haben bereits ein erfreuliches Resultat zu verzeichnen, Dank der opferwilligen Thätigkeit, welche die betr. Herren, denen der Absatz der Iah. res-Ehrenmitgliedskarten ä 3 Mk übertragen wurde, entfalteten Wie bei der gestern Abend stattgehabten Versammlung der Herren, welche das Erheben der Beiträge übernommen, constatirt wurde, stimmt unsere Bür­gerschaft diesem gemeinnützigen Unternehmen, das so vielseitig wirken soll, freudig zu. Wenn eS auch nicht en vereinzelten Ausnahmen, wo den betr. Herren Einwendungen und Entgegnungen gemacht wurden, fehlt, so kann man doch behaupten, daß (im Allgemeinen) fast alle zur Abnahme dieser Jahreskarten Aufzeforderten sich gerne zur Unterstützung der Sache entschlossen haben. Wünschen wir den ferneren Sammlungen für den VereinKinderhort" einen gleich guten Erfolg und Denjenigen die in fo uneigennütziger Weise dem Verein ihre Thätigkeit widmen, überall freundliche Ausnahme.

(Seltenheit.)UHerr Metzger Hermann OchS in der Lang, straße schlachtete gestern ein von Herrn Ökonom Jean Schlingloff hier gezüchtetes 2^8 jähriges Rind, welches, was zu den Seltenheiten gehören dürste, 540 Pfur d wog und 88 Pfund Fett bei sich führte.

(Fischerei.) Daß Salme im Main gefunden werden, davon war uns bis jetzt noch nichts bekannt, und doch gelang einem Fischer aus der Umgegend dieser Tage der Fang eines achtpfündigen Exemplars, welches Herr Hofliferant Daniel D e ch e r t hier erkaufte und es zur Zeit lebend aufb-wahrt.

(Klassen-Lotterie.) Die Erneuerung 3. Klaffe Königl. Preuß. 171. Klassenlotterie hat bei Verlust des Anrechts bis zum 5. d. Mts. Abends 6 Uhr zu geschehen.

Für heute. Abends 8'/r Uhr: Sitzung des Thierschutzver­eins Vorstandes. Abends 9 Uhr: Feuerwehr Vorstands - Sitzung bei Beck.

(Eine wichtige Entscheidung.) Die BerlinerBürger­zeitung" berichtet:Der Goldschmied A. I. C. Graf zu Berlin hat sei­nen am 3 Mai 1884 vierzehn Jahre alt gewordenen Sohn nach dieser Zeit nicht mehr zur Schule geschickt, obgleich derselbe nach dem Gesetze vom 1. November 1870 noch bis zum 31. März 1885 die Schule be- suchen mußte. Graf wurde wegen Schulversäumniß mit 18 Mark in Strafe genommen, worauf er richterliche Entscheidung beantragte. Das Schöffengericht bestätigte diese Strafe und nun legte Graf Berufung beim Landgerichte ein. Dieses hebt das Erkenntniß des Schöffengerichts auf und spricht Graf kostenlos frei, da jeder Vater sein Kind, sobald das­selbe daS vierzehnte Lebensjahr vollendet habe, aus der Schule fortneh- men kann."

Kassel, 3. Dez. Die Vermählung des Prinzen Wilhelm von Hessen Philippsthal Barchfeld urb der Prinzessin Auguste vonSchleswig- Holstein - Sonderburg - Glücks stadt wird am 4. Dez-mber auf Schloß Loulsinlund statifinden. Nach der Hochzeit wird das neuvermählte Paar nach dem Rhein übersiedeln.

Kassel, 3. Dezbr. Die beiden getrennt berathenden Abthei­lungen der außerordentlichen Synode haben gestern die zweite Lesung des Entwurfs einer Presbyterral und Synodalordnung beendigt, die Vorlage mit großer Majorität genehmigt und sind damit die Verhand­lungen zu Ende. Heute fand nur noch eine (gemeinschaftliche Schluß­sitzung statt. -H M.)

Helsa, 1. Dezbr. An Masern und Keuchhusten sind hier ca. 130 Kinder erkrankt. Aus Veranlassung des Kreisphysikus ist die Schule geschlossen worden. Wie man hört, sollen ältere Leute am Typhus erkrankt sein.

Fulda, 3. Dezbr. DaSFuld Tagbl." schreibt: Gestern ver- sammelte sich am hiesigen Orte ein großer Theil der Eisenbahnbeamten

der Strecke Frankfurt Bebra, um über die Krankexkasseangelegenheit Be« rathung zu pflegen. Bekanntlich besitzen dieselben schon seit einer lam en - Reihe von Jahren ihre eigene Krankenkasse, welche einen Baarbestaud von 130 000 Mk. ausweisen soll. Da nun die Hauptdir-ktion sich mit ; dem Gedanken trägt, von ihrer Seite aus über die Kasse einen Ver- ; waltungs Direktor zu setzen, so war es hauptsächlich Zweck der gestrigen ; Zusammenkunft, diesem Vorgehen gegenüber Stellung zu nehen

Frankfurt a. M., 3. Dezember. Ein hiesiges Bank- ; geschäft wurde durch einen Ausläufer in einen Schaden von 12000 M. : gebracht. Der letztere erhielt die genannte Summe, um solche an eine bestimmte Adresse zu verbringen. Derselbe ist weder mit dem Gelde angekommen, noch zu dem Auftraggeber zurückz^k hrt. Der Telegraph ist nach allen Richtungen hin thätig, um des Flüchtlings habhaft zu werden. Da heute Morgen die Effekten deS bei einem Weinhändler und s Restaurateur in der Barsüßergasse wohnenden Ausläufers beschlagnahmt wurden, so entstand das Gerücht, derselbe sei dem Weinhändler durch­gegangen. (G -A)

Frankfurt a. M, 4 Dezember. Einem Reisenden in Manufakturwaaren ist der Musterkoffer gestohlen worden. Der Koffer 1 war in einem Geschäft der Sgaffe abgegeben und vom Personal deS * letzteren vorgestern Abends beim Schluß des GeschästS auf den Corridor | gestellt worden. Am folgenden Morgen war er verschwunden. In 4 der hiesigen Stadt besteht zur Zeit eine große Nachfrage nach Zehn- ' Pfennigstücken mit der Jahreszahl 1 873. Diese Münze ' wird hauptsächlich von Wirthen, Kellnern, Spezereihändlern, Kutschern K u s. w. gesammelt. Wie es heißt, soll das Stück mit einem Aufgeld ü bis zu 20 Pfennig und noch mehr bezahlt werden. Um diese Sammler- 4 Manie zu erklären, wird erzählt, daß in München Jemand um eine § hohe Summe gewettet hätte, bis zum 1. Januar 1885 4000 solcher ' Zehnpfennigstücke herbeischaffen zu können. Andererseits fehlt eS nicht § an Leuten, welche die Geschichte von der Wette für erfunden und daS 5 Ganze für einen schlechten Witz erklären. Diese Auffassung wird unter- 3 stützt durch eine Erfahrung, die ein süddeutscher Correspondent derGer- : mania" gemacht hat. In demHamb. Fremdenbl." vom 12. November ® suchte nämlich ein Herr Ad. Fr. in Hamburg, Alterwall 48, bis 20/22. 3 November 10 Pfennig-Nickelstücke von 1873 mit einem Aufgeld von

5 Pfennig per Stück, also 15 Pfennig per Stück, zu kaufen. Der er­wähnte Correspondent derGermania" sandte nun zur rechten Zeit an | Ad. Fr. in H-mburg ein Packet mit 53 M. 25 Pfennig in den ge- I wünschten Nickeln. Was war das Resultat? Das gegen Postnachnahme nach Hamburg adressirte Rickelpacket kam zurück mit dem Vermerk: Annahme verweigert, weil Annahme der Münzen geschlossen. Ham- 3 bürg 22. 11. 84. Lshus, Postschaffner." Obwohl die Sendung zur 7 rechten Zeit eintraf, wurde die Annahme doch verweigert, wahrscheinlich < wegen der Postnachnahme". Es wäre interessant, dahinter zu kommen, ob es sich hier um einen schlechten Witz oder vielleicht gar um einen Schwindel handelt. (Fr. N.) C

Ofsenbach, 3. Dez. Für RäumungSarbeiten im Flußbett 8 des Mains innerhalb des Baubezirks Offenbach sind im Budget 30 700 * Mark angefordert. (O. Z) |

Seligenstadt, 3. Dez. (Eine nette Zärtlichkeit.) Zwei Seinreiter aus einer unserer Nachbargemeinden geriethen dieser Tage in , MeinxngSdlffercnzen, während welcher der eine dem andern einen so S gewaltigen Kuß aus den Mund drückte, daß die ganze Unterlippe ab- | Handen kam und bis jetzt nicht aufzustnden war. Eifersucht soll das 9 Motto dieses zärtlichen Bravourstücks gewesen sein. Der Einlippige s befindet sich in ärztlicher Behandlung. (O. M.-Z.) 3

Wiesbaden, 3. Dezbr. Ihre Königl. Hoheit die verwitwete Frau Landgräfin von Hessen nebst Prinzessin-Tochter (Erbprinzessm von Anhalt) war gestern Nachmittag um 2 Uhr 57 Min. zu einem Besuche k bei Ihrer Königl. Hoheit der Prinzessin Luise von Preußen hier einge- 1 troffen und ist gestern, Abends 5 Uhr 40 Min., wieder von hier abge> J reift. (Rh. K.) |

H. Mannheim. S. K. H. der Großherzog von Baden.er­nannte die Juweliere Josef Netter & Cie. in Mannheim und Baden- Baden zu Hoflieferanten.

Patent-Ertheilungen.

Nr. 30 208. Ofen zur Erzielung hoher Temperaturen für Labs« ratorienzwecke, Deutsche Gold und Silber - Scheideanstalt vorm. Roeß« ler in Frankfurt a. M.» vom 17. Juni 1884 ab. Kl. 12.

Nr. 30 221. Apparat zur Erzeugung ge pannter Dämpfe mittelst Einleitens von Abdampf in Aetzstrontian oder Aetzbaryt, Dr. Ch. Hein- zerling in Frankfurt a. M, Bergerstr. 69 I., vom 28. März 1884 ab. Kl. 13.

Rr. 30176. Gasdruck Regulator, I. Fleischer in Frankfurt a. M., Schäfergasse 10, vom 19. Juni 1884 ab. Kl. 26.

Litterarisches.

Der soeben erschienene neue Katalog empfehlenSwerther Werke über Landwirthschast, Gartenbau und Forstwesen der VerlagSbuchhand«