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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,
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Donnerstag ^en 4. Dezember
1884.
VekanntmschNN ren Königl. ^sKdrattzsW' ts.
Die Lieferung der Fourage für die hiesigen Gendarmerie-Pferde . soll Montag den 8. Dezember er, Vormittags 9 Uhr, auf dem s landrätdlichen Bureau verdungen werde«.
Reflektanten werden zur Abgabe des mündlichen Gebots hierzu eingelsden.
Hanau am 29. November 1884.
M 6584 Der Königliche Landratb Freiherr v. Broich.__________
Tagesschau.
— Berlin, 3 Dezbr. Se Majestät der Kaiser und König nahmen beute den Vortrag des Wirklichen Geheimen Ratbs von Wimowtki entgegen und ertheilten dem Fürsten zu Hohenlohe. Langen- bürg die nscbgesuchte Audienz
— Berlin, 2. Dez. Der Landes - Eisenbohnrath ist, wie der R ichsanz. meldet, am 28. und 29 Nov zu seiner zweiten diesjährigen Sitzung in Berlin versammelt gew sen und hat toi herum ü er zahlreiche wichtige, hauptsächlich das Tarifw sen betreffende Fragen beraihen, unter denen die sagenden als von allgemeinerem Interesse her vorgehoben Werden mö en. Die Einsüh ung ermäßigter Ausnahmetrrife für Petroleum aus Ruß and nach Berlin wurde nicht befürwortet. Der Landes- Eisenbahnrath hielt dafür, daß, wenn etwa zur Förderung und f Erleichterung der internationalen VerkehrSbezi Jungen dem Anträge gleichwohl näher getret N werden sollte, die Ausnabm tanfe sich jedenfalls auf rasfi-irtes Pet oleum werden beschränken müssen. Eine Anzahl Westprälisch.r Industrieller hatte bedeutende Herabsetzungen der Frachten für Eisenerze und Kalksteine beantragt. Schon der Ausschuß des Landes- I Eisenbahnrathes war der Meinung gewesen, daß einer etwaigen Ermäßigung jed nialls eine eingehende Voruntersuchung der Wirthschaft- lichen und finanziellm Trauwiie vorausi<ehen müsse. In den Plenar- berathungen ergab sich, daß von Vertretern anderer Jndustriebezirke an eine solche Frachiherabsetzung für einzelne Materialien der Roheisenpro- duction die lebyaf e Besorgniß einer Entschättgung ihrer Interessen geknüpft wurde. Ferner befürchtete man erhebliche Einnahmeausfälle v n der Tarisherabsetzung. Der Landes - Eisenb horath beschränkte sich daher auch semersens darauf, den Herrn Minister der öffei tlichen Arbeiten um Untersuchung der Folgen der in Frage kommenden Maßnahmen zu bitten, nachdem übrigens die Antragsteller auf eine Abstimmung über ihren Antrag vorläufig verzichtet hatten. Eine längere Ausdehnung nahmen die Verhandlungen über Detarifirung von Spiritus und Sprit durch Versetzung beider Artikel oder wenigste s des Spiritus von der Allgemeinen Wagenladungskiaffe nach Spezialtarif 1 in Anspruch. Die ständische Tarifcommission verdeutschen Eis nbahn- Verwaltungen hatte im Sommer d, I. jede Tarisirung beider Art k l abgelehnt, der Ausschuß des Landes - Eisenbahnraths hat sich sür Versetzung des Spiritus allein in Spezialtarif 1 aus gesprochen. Im Plenum wmde 4 auch die Versetzung des Sprit in diese Klasse beantragt, indessen sowohl ' dieser, als der Antrag des Ausschusses des Landes - Eisenbahnraths mit Stimmenmehrheit abgelehnt, so dag also der Landes - Eiienbahnrath sich der Ansicht der Tarif - Commission der deutschen Eisenbahnen in dieser Frage angeschlossen hat.
— B erlin, 3. Dez. Die Nordd. Allg. Ztg. schreibt: Die auf f preußischen Eisenbahnen in letzter Zeit vorgekommenen Unfälle sind nach Ergebniß der Untersuchung durch strafbare Leichtfertigkeit und unv rant- wonliche Nachlässigkeit herbeigeführt worden. Der Minister für öffentliche Arbeiten hat r aher, um das Bewußtsein ihrer schweren Ver- antwottlichkeit zu schärfen und das Pflichtgefühl der Beamten zu steigern, mit besonderem Nachdruck auf die Strafbarstit pflichtwidrigen Verhaltens hingewiesen und den Eisenbahnbehörden aufgegeben, mit voller Strenge gegen die Schuldigen einzuschreiten. Gleichzeitig sind Anordnungen geti offen, um die genaueste Handhabung der Sicherheitsvorschriften streng zu überwachen und möglichst sicher zu stellen.
— Berlin, 3. Dezbr. In bezüzlicher Abänderung der mittelst Allerhöchster Kabinetsordre vom 16. August 1881 genehmigten Berthei- lung der Schiffe und Fahrzeuge der Marine zu der Ost- beziehungsweise Nordseestation ist durch am 25. November d. I. an den Chef , der Admiralität ergangene neuere Allerhöchste Kabinets - Ordre bestimmt
worden, daß G. M. Panzerkanonenboot „Camäleon" fortan zur Nord« fee, S. M Panzerkanonenboot „Natter" zur Ostseestation gehört.
— Berlin, 3. Dezember. Die starken Schneefälle, welche, verbunden mit Sturm, in den letzten Tagen im Osten des StaateS eingetreten si d, haben auf den Eisenbahnen in diesen Landertheilen erhebliche Betriebsstörungen verursacht.
So wird gemeldet, daß aus dieser Veranlassung am 1. und 2. d. M auf den Strecken Schneidemühl- Dirschau, Greifenberg — Colberg, Ruhnow —Konitz, Stolp—Danzig, Danzig— Neufahrwasser, Thorn— Marienburg, Güldeuboden—Mohrungen, Allenstein — OrtelSburg, Posen Thorn, Altdamm - Colberg der Eisenbahnbetrieb Unterbrechungen erlitten hat, welche trotz aufgewandter Mühe zum Theil noch nicht beseitigt werden konnten.
Leider sind die Störungen nicht überall ohne Unfälle abgelaufen, letztere scheinen indeß nicht schwerer Natur zu sein.
— Madrid, 3. Dez Die amtliche Gaceta wird heute eine Verordnung publiziren, durch welche die für Provenienzen aus Italien und Südfrankreich angeordnete Quarantäne aufgehoben wird. Nur Reisende, die direkt von Paris kommen, sollen noch einer dreitägigen Beobachtung unterworfen fein, auch diese Maßregel aber vom 20. d. Mts. ab ix Wegfall kommen.
— Paris, 2. Dezbr. Die Deputirtenkammer setzte heute die Berathung des Wahlgesetzes für den Senat fort. Trotz des nachdrücklichen Widerspruches des Ministers d s Innern, Waldeck-Rousseau, wurde mit 372 gegen 135 Stimmen beschlossen, das Amendement, welches beantragt, die Unvereinbarkeit des parlamentarischen AmteS mit vom Staate besoldeten öffentlichen Aemtern auch auf den Senat anzuwenden, in Erwägung zu ziehen. Infolge dessen wurde die Berathung über Art 5 ausgesetzt. Bei Art 6 über den Wahlmodus sprach Floquet für das Amendent, das die Wahl durch die allgemeine Abstimmung beantragt; der Minister des Innern sprach dagegen. Die Annahme deS Antrags Floquet erfolgte mit 260 gegen 246 Stimmen und rief große Aufregung hervor, da diese Abstimmung für Waldeck Rousseau, der den Antrag bekämpfte, eine starke Niederlage bedeutet. Der Ministerrath tritt morgen zusammen, um die durch Annahme des Floquet'schen Amendements ge- i&affcne Lage zu prüfen. In parlamentarischen Kreisen glaubt man nicht, daß die Abstimmung über das Amendement Floquet eine Ministerkrisis herbeisühren werde. Der Minister des Innern beabsichtigte zwar, zu demiss-oniren, doch bemerkten ihm nahestende Persönlichkeiten, daß er nicht persönlich angegriffen worden sei, und daß das Cabinet entweder insgesammt znrücktreten oder intakt bleiben müsse. Voraussichtlich wird der Senat die Borlage modificiren; die Kammer muß alsdann die so mobificirte Vorlage annehmen oder das Gesetz von 1875 aufrechterhalten.
— Paris, 3. Dez. Trotz des gestrigen Mißerfolges in der Kammer liegt kein Grund zu einer Ministerkrisis im ganzen oder im einzelnen vor. Es herrscht die feste Ueberzeugung, daß die Angelegenheit sich leicht regeln wird, entweder durch Den Rückzug der Kammer, die den Antrag Floqmts bisher nur im Grundsätze angenommen hat, oder auf andere Weise, jedenfalls nicht durch den Rücktritt des Mini- stenums oder Waldecks. Dem ganzen Vorfälle ist keine übertriebene Bedeutung beizumessen.
— Paris, 2 Dez. Die türkische Regierung hat vorgestern durch ihren Botschafter in Paris, Essad Pascha, bei der französischen Regierung förmlichen Einspruch gegen die Besetzung Tandschuras erheben lassen. In der betreffenden Note erklärt die Türkei, daß Tandschura zum türkischen Reiche gehöre und daß keiner Macht d'.s Recht zustehe, sich desselben zu bemächtigen. Eine Antwort der französischen Regierung war bis heute noch nicht erfolgt.
— London, 1. Dez. Cambridge war gestern Abend die Scene arger Ruhestörungen infolge des Auftretens der Heilsarmee. Eine große Menge Studenten, welchen der Einlaß zu den Andachtsübungen der Heilsarmee in der Sturton Stadthalle verweigert wurde, belagerten das Lokal länger als zwei Stunden. Der Polizei gelang es, zu verhindern, daß der Platz mit Sturm genommen wurde, während die Belagerten an der Hintern Seite des Gebäudes durch oft gefüllte Wasserschläuche der