heftig mit dem Kopse auf und brach noch zwei Rippen. Der Verunglückte wurde, von vier Männern nach seiner Wohnug getragen. (F. Z.)
— Gelnhausen, 18. Nov. Die hiesigen Opfer des Eisenbahn- Unfalles bei Hanau, vier Personen, wurden vorgestern und gestern auf den hiesigen Friedhöfen von vielen Leidtragenden zu Grabe geleitet. Vorgestern Fräulein Regine Rosenthal und Herr Nathan Goldschmidt, erste- res ein braves 2ljährigeS Mädchen, der einzige Trost seiner verwittwe- ten Mutter, letzterer ein 40jähriger thätiger Mann, welcher den letzten Feldzug 1870/71 im 88 Infanterie - Regiment, 3 Compagnie, mitgemacht und die Schlachten bei Weißenburg, Wörth und Sedan sowie die Belagerung von Paris glücklich bestanden hatte. Wie schön die kamerad- fchaftliche Anhänglichkeit und wie groß die Theilnahme an dem geschehenen Unglück, bewies der hiesige Kriegerverein dadurch, daß sämmtliche Mitglieder — obgleich der Verunglückte aus dem Verein ausgetreten war — mit florumhüllter Fahne sich an der Beerdigung betheiligten und die üblichen Salven über daS Grab abgaben. Gestern wurden die andern beiden Unglücklichen, noch Kinder: das Mädchen, Elisabeth Knauf, 9 Jahre alt und Heinrich Wiederspahn, 15 Jahre alt, unter großer Begleitung zu Grabe geleitet, Mögen sie sanft ruhen! (Krbl.)
— Kassel, 17. November. (Außerordentliche Synode) Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung der ersten Abtheilung stand die Ge- neraldiskussion über den Entwurf einer Presbyterial- und Synodalord« nung. An derselben betheftigten sich die Herren Regierungsrath Dr. Lotz, Metropolitan Dr. Eudemann, Metropolitan Kolbe, Pfarrer Ahl- selb, Justizrath Dc. Oetker, Metropolitan Seebohm, der Kgl. Kommissar Dr. Barkhausen, Metropolitan Hartmann, Amtsrichter Werner, Pfarrer Konrad, Professor Dr. Ranke, Pfarrer von Lorenz, Konsistorialrath Baustädt und Metropolitan Hecker. — Nach Schluß der Debatte wurde ein Antrag auf einen gemeinschaftlichen Ausschuß beider Abtheilungen abgelehnt und die Durchberathung im Plenum beschlossen. Nächste Sitzung Mittwoch 4 Uhr. Tagesordnung: Erste Lesung des Entwurfs.
— Marburg, 18. Noobr. Das „M. T." schreibt: Wie ge- rüchtweise verlautet, hat heute Morgen zwischen zwei Studirenden auf dem Schröcker Gleichen ein Pistolenduell stattgefunden, bei welchem einer der Duellanten unterhalb des Kinnes in den Hals geschossen worden wäre. Die Kugel soll aus der Wunde bereits entfernt worden sein, und der Verwundete sich außer Lebensgefahr in der Roser'schen Klinik befinden.
— Ful da, 18. Nov. Sicherem Vernehmen nach ist der Vertrag zwischen der Intendantur des XI. Armeekorps und der Stadt Fulda, durch welchen der letzteren die hiesige Infanterie - Kaserne käuflich überlassen worden, nunmehr vom Königl. Kriegs-Ministerium bestätigt worden, und wird, nachdem der Kaufpreis von 52 000 Mk. schon vor einiger Zeit gezahlt worden, die Ueberweisung des Kaufobjektes an die Stadt in den nächsten Tagen erfolgen. (F. T.)
— Frankfurt a. M., 18. November. Die ehemals kurhessi- schen Ortschaften Eckenheim, Ginnheim, Eichersheim und Preungesheim, welche durch die neue Kreis- und Provinztalordnung dem Amtsgerichts- bezirke Frankfurt einverleibt werden sollen, sind von dieser für sie in mancher Hinsicht gewiß vortheilhaften Anordnung s, wenig erbaut, daß sie an die Regierung eine Petition, welche bereits von zahlreichen Unter- fchristen bedeckt sein soll, abgehen lassen wollen. — Eine neue große Brodfabrik wird demnächst in Bockenheim errichtet werden. (G.-A.)
— Frankfurt a. M., 19. November. Zu Anfang dieser Monats wurde ein in der Friedensstraße gelegenes Putzgeschäft von Dieben heimgesucht und aus demselben Straußfedern, Spitzen und Bänder rc. im Gesammtwerthe von ca. 4 bis 5000 Mark gestohlen. Alle Recherchen hatten bisher keinen Erfolg und man hatte schon die Hoffnung aufgegeben, die Diebe zu ermitteln. Am letzten Samstag führte endlich der Zufall zu , ihrer Entdeckung. Die Polizei erfuhr, daß ein Bockenheimer Schneider im Besitze der Werthsachen sei und einen Theil sogar habe hier verkaufen wollen. Sofortige Recherchen förderten denn auch für einige Tausend Mark gestohlene Sachen zu Tage, die der Schneider in der Vorrathskammer versteckt hatte. Sie wurden ihm ab- genommen und der Schneider verhaftet. Am Montag gelang eS dann weiter, auch die eigentlichen Diebe, drei an der Zahl, dingfest zu machen. Bei einer hierauf wiederholten Durchsuchung der Wohnung des Schnei- ders wurde noch eine Menge Sammet- und Seidenbänder im Werthe von über 2000 Mark auf dem Boden versteckt, eingewickelt in Masken- garderobe, vorgefunden. Wie es heißt, haben sich die Diebe und der Hehler auf dem Klapperfeld kennen gelernt und daselbst ihre RaubzugS.
Bekanntmachung.
Donnerstag den 20. d. MtS, Nachmittags 2 Uhr, sollen Lothringergasse Nr. 27 dahier : 2 Kleiderschränke, 2 Kommoden, 1 Sopha, 1 Küchenschrank, 1 Nähmaschine, 2 Spiegel, 1 goldene Herrenuhr, 1 Kochherd, 1 runder Tisch und mehrere andere Gegenstände öffentlich melstbietend gegen Baarzahlung verkauft werden.
Hanau den 19. November 1884. 10738 Loeser, Gerichtsvollzieher, Herrngasse Nr. 7.
Pläne geschmiedet. — Während die Ausfuhr von Aepfelwein von hiesigem Platze mit jedem Jahre an Umfang gewinnt, ist der Versandt von Bier aus den hiesigen Brauereien seit letztem Sommer zurückgegangen. So hat die Ausfuhr von Bier nach Paris nahezu vollständig aufgehört, während Australien, welches dieses Getränk in besonders seiner Qualität in Flaschen bezog, gleichfalls mit seinen Bestellungen zurückhält. (Fr. N.)
— Höchst, 16. Noy, Ueber die Arbeiten am Mainkanal schreibt man dem „RH. Kur." von hier: Die Seitenmauern des Schleusenbassins am hiesigen Kanal sind bis zur Aufsetzung des Kopfes vollendet. Sie sind etwa 100 Meter lang, 6 Meter hoch, unten 3 und oben 2 Meter dick. Die Einsetzung der Thore an den beiden Enden des Bassins wird erst später vorgenommen werden. Der Kanal unterhalb des Bassins bedarf noch weiterer Vertiefung, welche mittelst Baggerns bewerkstelligt werden soll. Gegenwärtig ist die Maschine an der Mündung des Kanals aufgestellt und fördert durchschnittlich täglich 220 Cubikmeter Sand aus der Tiefe. Man hofft, im Laufe des Winters mit dem unteren Kanale fertig zu werden und noch mit der Ausgrabung des oberen beginnen zu können. Die Floßrinne ist bereits ganz und das Nadelwehr zu einem Drittel vollendet. Bei den Rammarbeiten zur Herstellung deS Fundamentes für den Pfeiler am rechten Ufer brach plötzlich eine 15 Centimeter starke Quelle durch deu Boden, schoß mannshoch in die Höhe und nöthigte die Arbeiter zur schleunigen Flucht.
— Wiesbaden, 18. Nov. Das in letzterer Zeit mehrmals zur öffentlichen Versteigerung ausgeschriebene große Perlcollier mit Saphiren und Brillantschloß gelangte hier durch öffentlichen Verkauf aus dem Besitze einer hochstehenden Pariser Dame für die Summe von 24 100 Mark in das Eigenthum der Juwelenhändler Herrn Gebrüder Loewenstein in Frankfurt a. M.
— Kleinsteinheim, 17. Nov. Heute wurde dahier eine Petition an den Gemeinderath zur Unterschrift in Cirkulation gesetzt, worin um Einführung öffentlicher Gemeinderathssitzungen, gemäß Art. 43 d. L. G. Q, ersucht wird. Hoffentlich wird dem Gesuche entsprochen und dadurch dem Wunsche eines großen Theils der hiesigen Bürger und Einwohner Rechnung getragen. (O. M.-Z )
— Darmstadt, 18. Nov. Die „N. Hess. Vlksbl." berichten: DaS Ministerium h«t Veranlassung genommen, eine sehr eingehende, an Ort und Stelle vorzunehmende Untersuchung der Landdämme anzuordnen. Dieselbe ist dermalen, und zwar unter Mitwirkung des Ministerialrath Horst, im Gange und dürfte wohl mit den demnächst dem neuen Landtag hinsichtlich der Rheinkorreklion zu unterbreitenden Vorlagen, insbesondere derjenigen eines neuen Dammbaugesetzes, in engster Verbindung stehen.
— Pforzheim, 18. Nov. Zwei kleine Knaben spielten gestern Mittag in einem Zimmer in der Kaiser-Wilhelmstraße mit Erdöl. Sie schütteten dasselbe in ein Gefäß, thaten Watte dazu und zündeten es an. Die plötzlich entstandene übermächtige Flamme suchte der kleinere Knabe dadurch zu löschen, daß er darauf herumtrat. Hierbei erfaßte ihn das Feuer und verbrannte ihn am ganzen Körper derart, daß er schon heute Morgen starb.
Marktbericht.
Frankfurt a. M., 17. November. Auf dem heutigen Viehmarkt waren angetrieben: 313 Ochsen, 320 Kühe, 211 Kälber, 600 Schafe und Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qualität 68—69 Pf., 2. Qualität 63-64 Pf.; Kühe 1. Qualität 58-60 Pf., 2. Qualität 50—54 Pf.; Kälber je nach Qualität 40—60 Pf.; Hämmel 1. Qualität 64 Pf., 2. Qualität 50—54 Pf. Schweine 56 Pfg. per Pfund.
(Prob ukten-Markt vom 17. November.) Heimischer Waizen galt Mark 16.50—16.90, bei den Producenten abzunehmen, Mark 17—
17.25 kostenfrei an die nahen Bahnstationen und hierher zu liefern. Fremder Waizen Mark 16—17.75. Roggen, hiesiger Mark 16— 16 50, ausländischer Mark
-18.50, Mahlgut Mark Mittel Mark 13 75-14.10, 50 Kilo Mark 28.50.
15.25—16.50. Gerste, Braugut Mark 16 13—14. Hafer, gering Mark 13—13.50,
feiner Mark 14.25—14.75. Rüböl,
per
Thermometerstand
18 Novbr Mittags 2 Uhr 4- 2’/i°,
19. Novbr. Morgens 7 Uhr 4- l^°,
Abends 7 Uhr +
2 ;
Vormittags 10 Uhr + 2°.
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