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Hanmier Ameiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

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M. 269. Montag den 17. November 1884.

BekaRntwachNNgen Mmgl. LaKdrathsAMts.

Die Herren Bürgermeister der Landgemeinden und der Stadt Windecken werden hiermit aufgefordert, bestimmt bis zum 20. No« Vember c. zu berichten:

1) ob Krankenkassen innerhalb des Gemeindebezirks bestehen;

2) dieselben alseingeschriebene Hülfskassen" von der Königlichen Regierung zugelassen sind unter Angabe der Nummer des Hülfs- kaffen-RegisterS;

3) welche Unterstützung in Krankheitsfällen den Kassenmitglieder ge­währt wird.

Die Herren Bürgermeister wollen sich zu diesem Zwecke die be­treffenden Statuten von den Vorständen vorlegen lassen und genaue und zuverlässige Angaben in den obigen Punkten machen.

Bei dieser Gelegenheit sind die Vorstände der Kassen auf die Be­stimmung im Artikel 19 des Gesetzes, betreffend die Abänderung des Gesetzes über die eingeschriebenen Hülfskassen vom 1. Juni 1884 (Reichs- Gesetzblatt Seite 54) hinzuweisen.

Hanau am 13. November 1884.

V. 11151 Der Königliche Landrath Freiherr v. Broich.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 22. April er. in Nr. 95 d. Blattes, wird hiermit der Vorschrift gemäß weiter veröf­fentlicht, daß die Rotzkrankheit in dem Pferdebestand eines Einwohners von Bergen erloschen ist.

Hanau am 11. November 1884.

V. 10768 Der Königliche Landrath Freiherr v. Broich.

Tagesscha«.

Berlin, 15. November. Um 5 Uhr dinirten bei Sr. Kaiser­lichen und Königlichen Hoheit dem Kronprinzen Se. Königliche Hoheit der Prinz Wilhelm, Ihre Königliche Hoheit die Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen und Se. Königliche Hoheit der Landgraf von Hessen.

Berlin, 15. Nov. Heute Nachmittags 2 Uhr eröffnete der Reichskanzler im Festsaale seines Palais die erste, voraussichtlich nur der Constituirung gewidmete Sitzung der Congo-Conferenz. Die Be­vollmächtigten sitzen an einem hufeisenförmigen, offenen Tisch nach der alphabetischen Reihenfolge ihrer Länder, gemäß der französischen Benen- nung derselben. DieRordd. Allgem. Ztg." bringt hierüber folgende Details: In der Mitte der äußeren Querseite sitzt der Reichskanzler, hinter ihm an einem besonderen Tische die Sekretaire, Botschafsrath Raindre, Graf Wilhelm Bismarck und Viceconsul Schmidt. Rechts vom Reichskanzler sitzt der Vertreter Oesterreichs, links der von Bel­gien, daneben, noch an der Querseite des Tisches, die Vertreter Däne- Marks und Spaniens. An den äußeren Längsseiten rechts sitzen die Bevollmächtigten der Nordamerikanischen Union, Englands und Hollands, links die von Frankreich und Italien. Gegenüber vom Reichskanzler, in der Mitte einer Hufeisenform, Graf Hatzfeldt, links ein französischer Delegirter, rechts der schwedische Bevollmächtigte. An den inneren Längsseiten rechts sitzen die Bevollmächtigten der Türkei und Rußlands, links der von Portugal. Die Flügelplätze nehmen ein Unterstaats.Se­kretair Busch und Ächeimrath Kufferow. Im Saale hängt eine 5 Meter hohe Karte von Afrika. Die Tische sind mit Broschüren, Büchern und Karten, betreffend Afrika, reich bedeckt. Der Reichskanzler begrüßte die Versammlung und eröffnete die Conferenz. Auf Vorschlag des italieni- schen Vertreters wurde Fürst Bismarck zum Präsidenten gewählt. Da. rauf wurde das Sekretariat gebildet, bestehend aus dem französischen Bot- schafisrath Raindre, Graf Wilhelm Bismarck und Viceconsul Schmidt. Die nächste Sitzung findet voraussichtlich am Dienstag statt. Nach der Conferenz versammelten sich die Delegirten zum Frühstück; während des- selben brachten die hiesigen Kriegervereine dem Reichskanzler eine große Ovation dar. Fürst Bismarck verweilte, während die Vereine durch den Hof des Palais defilirten, am Fenster. (Fr. N)

Berlin, 15. Nov. DieKöln. Ztg." schreibt: Hiesigen Blättern geht die Nachricht zu, daß der RegentschaftSrath in Braun­schweig bereits den Prinzen Albrecht von Preußen als Nachfolger des Herzogs Wilhelm gewählt und daß der Kaiser die Wahl bestätigt habe,

mit der Maßgabe, die Uebergabe der Regierung solle erst nach Ablauf der dem Regentschaftsrath gegebenen einjährigen Regierungszeit stattfinden. Bei der Gelegenheit soll Braunschweig zum Großherzogthum erhoben werden. Wir brauchen kaum zu sagen, daß diese Nachricht auf völliger Unkenntniß der Verhältnisse beruht. Der braunschweigische Regentschasts- rath besitzt überhaupt nicht das Recht, den Thronfolger zu wählen, er hat nur das Recht, wenn in Braunschweig die Thronfolge behindert ist, ein Jahr lang die Staatsgewalt auszuüben, muß aber nach einem Jahr, wenn inzwischen nicht der Regierungs - Antritt des Thronfolgers wegen Wegfalls der Hindernisfe erfolgt ist, die Staatsgewalt an einen Regenten abtreten, welchen die Landesversammlung allerdings auf Borschlag des Regentschaftsrathes zu wählen hat.

DieKöln. Ztg." schreibt: Das Verlangen fortschrittlicher Blätter nach einem Parteitag, auf welchem eine Revision des deutsch­freisinnigen Programms insbesondere auf sozialpolitischem Gebiete be­rathen werden sollte, wird von dem Richter'schenReichsfreund" sehr unwirsch zurückgewiesen. Wozu ein Parteitag? fragt das Blatt. Eine gründliche Erneuerung der Partei, eine Revision des Programms sei ganz unnöthig, eine positive Socialpolitik ein wunderlicher Vorschlag und ein seltsames Phantasistück u. s w. Diese schroffe Zurückweisung be­weist, daß die alten Führer der Fortschrittspartei auch aus der schweren Niederlage vom 28. Oktober nichts gelernt haben und noch sehr weit entfernt von ernster Selbstprüfung sind. Die kahle Verneinung auf den meisten, ganz besonders aber auf dem sozialpolitischen Gebiete ist die wahre Ursache des Niedergangs des deutsch freisinnigen Liberalismus. Wenn warnende Stimmen, bie hierauf Hinweisen, hochmüthig abgefertigt werden, so bleibt das Volksvotum darum doch für jeden verständlich, der nicht die Augen verschließen will.

Bremen, 14 Novbr. Von der RettungsstationBorkum" der Deutschen Gesell chaft zur Rettung Schiffbrüchiger wird telegraphirt: Am 14. November von der deutschen TjalkHoffnung", Kapitän Heid- hoff, gestrandet am Nordstrande von Borkum, 3 Personen durch das RettungsbootTimmel" der Nordstation gerettet.

Stock Holm, 15. Nov. Der hierselbst eingetroffene Kapitän des SchiffesAnna" theilt mit, daß er in der Nacht auf den 6. No­vember bei heftigem Sturm unweit Gotland ein brennendes Schiff ge> sehen habe, welches eine Viertelstunde später gesunken sei. Der Kapitän meint, daß dies Schiff derSirius" gewesen sei, der, wie gemeldet, seit dem 3. d. M. mit Waaren und Pasfagieren von Lübeck nach Reval unterwegs war.

Paris, 15. Nov. Carot, der Präsident des Kassationshofes, gab seine Entlassung infolge des Fallissements der Alais- Rhone- Bahn- gesellschaft, deren Verwaltungsrathsmitglied er gewesen war. General- Prokurator Barbier wurde zum Präsidenten des Kassationshofes er­nannt.

Paris, 15. Nov. Die Kammer setzte die Berathung der Interpellation über die Arbeiterkrisis in Paris auf Donnerstag fest und begann sodann die Berathung des Budgets. Nachdem Amagat die Fi­nanzpolitik der Regierung einer eingehenden Kritik unterzogen hatte, wurde die Diskussion auf Montag vertagt.

London, 15. Nov. Wie derMorningpost" ans Dongola, vom 14. d. gemeldet wird, erhielt General Wolseley einen vom 4. d. Mts. datirten Brief des Generals Gordon, in welchem dieser mittheilt, daß Stewart, Power und der französische Konsul, welche mit einem Dampfer nach Berber gesandt, ermordet worden seien. Gordon fügt hinzu: er könne sich noch gut halten.

Petersburg, 15. Nov. Dem Minister des Innern ist durch kaiserlichen Befehl das Recht beigelegt, einzelnen Personen den Aufent­halt in Polen zu verbieten.

New-Aork, 14. Novbr. Der PostdampferRoordland", Kapt. Nickels, ist von Antwerpen angekommen.

Stichwahl-Resultate.

Ferneres Ergebniß der Stichwahlen zum Reichstage nach amtlichen Meldungen:

8. Potsdam. Rickert, Landesdirektor a. D. (Dfr.), mit 8254