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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sony- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,
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Mittwoch den 29. Oktober
1884.
Sestellungen
auf den Hanauer Anzeiger für die Monate November und Dezember werden von allen Postanstalten sowie von der Expedition (Waisenhaus) ent- gegengenommen.
OetKnrrLMKchNNgeA Königl. LaudrathsSKiLs.
Behufs Ermittelung des Ergebnisfes der am 28. d. Mts. statt- findenden Reichstagswahl habe ich nach Vorschrift des §. 26 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 Termin auf den vierten Tag nach der Wahl, also auf
Sonnabend den 1. November d. I., Vormittags 11 Uhr, in den unteren Saal des Neustädter Rathhauses dahier anberaumt.
Hanau am 20. Oktober 1884.
Der Wahlkommissar
für den 8. Wahlkreis des Regierungsbezirks Kassel:
V. 10251 Freiherr v. Broich, Königl. Landrath.
Da der diesjährige Buß- und Bettag auf einen Sonnabend fällt, ist der Neustädter Wochenmarkt nach Einholung der Genehmigung der Königlichen Regierung von Sonnabend den 1. November c. auf Freitag den 31. Oktober c. und der Altstädter Wochenmarkt von Freitag den "31. Oktober c. auf Donnerstag den 30. Oktober c. verlegt worden.
Hanau am 28. Oktober 1884.
P. 9441 Der Königliche Land rath Freiherr v. Broich.
Die auf meine Verfügung vom 10. d. Mts., Hanauer Anzeiger Nr. 239, betreffend die Revision der Schankgefäße mittelst des Geißler'- schen Apparats, mit der Berichtserstattung noch rückständigen 23 Bürgermeister werden zur Erledigung dieser Verfügung bis zum 2. November er. hierdurch aufgefordert.
Hanau am 29. Oktober 1884.
V. 7337 Der Königliche Landrath Freiherr v. Broich.___
Die Nothwendigkeit der Erschließung neuer Absatzgebiete für
Deutschlands Industrie und Landwirthschaft.
Der Weizen hat den seit hundert Jahren niedrigsten Preisstand erreicht, der Roggen steht gleichfalls ungewöhnlich niedrig im Preise. Die Zuckerpreise sind so gesunken, daß über unsere Zuckerindustrie und den Rübenbau eine ernste Krisis hereingebrochen ist; nicht ganz so tief, aber immerhin sehr niedrig, stehen die Erzeugnisse der Kartoffelindustrie. Reis, Sasse, Petroleum behaupten sich dauernd auf einem gegen früher ungewöhnlich niedrigen Preisniveau, und fo ziemlich auf allen Gebieten der Industrie werden niedrige Preise gemeldet, welche kaum einen Nutzen übrig lassen.
Kurzum, vom Standpunkte der Konsumenten und namentlich des Verbrauchs für die Lebenshaltung der minderwohlhabenden Schichten der Bevölkerung ist die gegenwärtige wirthschaftliche Lage eine überaus günstige; sie darf auch in der Hauptsache nicht als eine kurz übergehende Episode angesehen werden, weil ihre Ursachen wesentlich in der der Konsumtion voran eilenden Produktion sowohl auf industriellem als auf landwirthschaftlichem Gebiete liegen. So lange dem gesteigerten Angebot nicht eine entsprechende Vermehrung der Nachfrage folgt, wird daher der allgemein niedrige Preisstand der wichtigsten Lebensbedürfnisse fortdauern.
Wenn dem aber so ist, so ergibt sich, daß für eine auf die Förderung des nationalen Wohlstandes gerichtete Politik der Schwei Punkt der Thätigkeit nicht auf dem Gebiete der Konsumtion, sondern auf dem der Produktion liegt. Auf jenem vollziehen sich die im Interesse der Lebenshaltung der Bevölkerung liegenden Bewegungen von selbst, für eine fördernde Thätigkeit ist weder Anlaß noch Gelegenheit. Während also die Sorge von Staat und Reich vielmehr darauf gerichtet sein muß, daß unsere Mitbürger, Arbeitgeber und Arbecker, ausreichende Gelegen-
Heit zu voller und lohnender Ausnutzung ihrer Arbeitskraft und ihres Kapitals finden, so ist das Bedürfniß zu fördernder Thätigkeit auf diesem Gebiete umso dringlicher, weil gerade die Ursachen, welchen der günstige Stand der Konsumtion zuzuschreiben ist, hier als Gefahren und Hemmnisse wirken. Die allgemeine Ueberproduktion wirkt naturgemäß auch lähmend auf den Absatz der heimischen Industrie und Landwirthschaft, während die rasch wachsende Bevölkerung eine Verminderung der Produktion nicht gestattet, vielmehr eine stetige Vermehrung derselben dringlich erheischt. Erweiterung des Absatzes der Erzeugnisse deutscher Arbeit ist daher die dringende Aufgabe unserer Zeit. Sie erkannt zu haben und mit dem Eintritt in eine kräftige überseeische Politik alsbald energisch an ihre Lösung herangetreten zu sein, ist das Verdienst des leitenden Staatsmannes; die Förderung, welche er dem Nordseekanal angedeihen läßt, wird nicht an letzter Stelle gleichsfalls von Erwägungen handelspolitischer Natur, welche die Erweiterung des heimischen Absatzes bezwecken, geleitet.________________________________________________________________
Tagesscha«.
— Berlin, 28. Oktbr. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen im Laufe des heutigen Vormittags nach dem Vortrage des Poli- zeipräsidenten militärifche Meldungen und ließen Sich darauf von dem Chef des Militärkabinets sowie von dem Chef der Admiralität Vortrag halten. Um 1 Uhr stattete Ihre Königliche Hoheit die Herzogin Wilhelm von Mecklenburg - Schwerin Sr. Majestät im Palais einen Besuch ab. r
— Berlin, 28. Oktbr. Ueber die Soire ju Ehren deS StaajK- raths bei dem Kronprinzen berichtet die „National-Zeitung": Der Kronprinz unterhielt sich namentlich mit den Staatssekretären Stephan,uM> v. Möller, dem Landesdirektor v. Bennigsen, sowie dem OberbüpM- meister Dr. Miguel und betonte wiederholt das Interesse, welches er^n den Arbeiten des Staatsrathes nehme und die guten Hoffnungen, stehtze er an die Thätigkeit des Staatsrathes knüpfe, wobei er auf die WM« Heiten der Vorlagen einging.
— B erlin, 28. Okt. Die Meldung des Elsäffer JourMs^däß Feldmarschall v. Manteuffel jetzt das Commando des 15. Ar^Morps niedergelegt und daß als sein Nachfolger General v. Kleist ernannt sei, findet in den hiesigen militärischen Kreisen keinen Glauben. ^Die^D- nennung des General-Lieutenants v. Kleist ist schon aus dem) Grunde sehr fraglich, weil der Commandeur der großherzoglich hessischen (25.) Division, General-Lieutenant Prinz Heinrich von Hessen, ejm um acht Monate älteres Patent hat und weil aller Voraussicht nach-MnzjKM rich von Hessen zunächst die meiste Berechtigung hat, datz Mn^aM) eines Armeecorps zu erhalten. Es ist allerdings zur GMjiKe bekannt, daß der Feldmarschall v. Manteuffel schon lange den drigg;nAnHdÄH geäußert hat, den Oberbefehl über das 15. Corps niederlegen zu dürfen; doch glaubt man nicht, daß dies schon jetzt geschehen sei. (Köln. Ztg.)
— Berlin, 28. Oktober. (Fr. N) Im ersteyMpUkxs^ wurde Ludwig Löwe mit 8226 Stimmen gewählt; Pros. WUlWMhW,§54$ Stimmen; ein Bezirk fehlt noch. Im zweiten WahltzM ^MKtzMnM Stichwahl zwischen Stöcker, der 13631, und Virchprytis^^lWO (?) Stimmen erhielt. Ebenso im dritten Wahlkreis zwMeRWeck^AkonM der 6721, und Munkel (Fortschr.), der 9631 SttzWLN, KisHH H^- einigte. Im vierten Wahlkreis wurde der SozigMm^kxatWMgerEt 24474 Stimmen gewählt. Träger (Fortschr) erhiMMchMMHM (cons.) 10396 Stimmen. Im fünften WahikrM MhWHpM, Dichter 8938 und Cremer (cons.) 6432 Stimmen. ZyDtze^DiMn HMMW eine Stichwahl stattzufinden. Im sechsten SBoiW&dtyj^
Hasenclever, welcher 24231 Stimmen erhielt, uMMiH.MWMr^0Wt 13788 Stimmen zur Stichwahl. y
— Straßburg, 28. Okt. Auf dasHkß^-MextzMM.-Huden- ten-CommerS an den Fürsten Bismaick ab^jjo^t^^^gg^ Festausschüsse der Studentenschaft heute BmyiittM sylgMdeMtjpxH Bls- marck's zu: „Ihnen und Ihren SonroilVMiOqjtfei^m
Ihre ehrenvolle Anerkennung und JhrmBKtzM zsitMztzbuHg FM tröstlichen Hoffnungen, womit ich im VertraE Wf^Wr MMantzAhenM^l der deutschen Jugend über die ParteikÄMMer GeWnWMhMMg^n dre Zukunft blicke, auch ohne die Gewißheit, AbMHM fc ^o