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* Mari 25 $fg. Für auswärtige Abounenten mit dem betreffen­den Pastaufschla«. Die einzelne Num­mer 1« Pfg.

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Soup- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

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Nr. 243.

Donnerstag den 16. Oktober

1884.

BekanntMAchNUgeN Königl. LKKdrathsSMLs.

Seitens des Königlichen Ober-Präsidiums zu Kassel ist auch für das Jahr 1884 der Anstalt für Epileptische in Bethet bei Bielefeld eine Collecte bewilligt worden, die in diesen Tagen durch den Collectanten A. Ludwig erhoben werden wird. Es genügt wohl die Mittheilung, daß sich dermalen über 700 solcher bedauernswerthen Kranken daselbst befinden, um die Hände aller barmherzigen Menschenfreunde zur Unter­stützung dieser Elenden zu öffnen.

Hanau am 16. Oktober 1884.

V. 10116 Der Königliche Landrath Freiherr v. Broich.

Auf Grund des §. 2 des Gesetzes gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen vom 9. Juni 1884 (R. G. Bl. S. 61) werden Fabrikanten und Händler in der Stadt Hanau und in den Ortschaften des Kreises, mit Ausschluß der Stadt Bockenheim, welche vorbenannte Stoffe anfertigen, Handel damit treiben oder zu treiben gedenken, bei Vermeidung einer Strafe von 100 Mark eventl. entsprechender Haft aufgefordert, bis zum 20. d. Mts. um die Erlaubniß dazu bei dem Unterzeichneten schriftlich nachzusuchen.

Hanau am 11. Oktober 1884,

V. 9778 Der Königliche Landrath Freiherr v. Broich.

Gefunden: Ein schwarzer Regenschirm. Zwei kleine Porte­monnaies mit etwas Geld.

Vom Wasenmeister ein gefangen: am 12. d. M. ein junger schwarzer Pinscher m. Geschl.

Entlausen: Ein Mopshund.

Verloren: Eine Brille.

* Hanau am 16. Oktober 1884.

Aus Königl. Landrathsamt.

Eine Kunstgewerbe-Ausstellung in Köln im Jahre 1886.

Mit Vergnügen geben wir heute weiteren Kreisen Kenntniß von einer Idee, die in der That eine glückliche genannt zu werden verdient, weil sie, wenn rationell ausgesührt, für das gewerbliche Leben zunächst der beiden Schwesterprovinzen Rheinland und Westfalen von außeror­dentlich fruchtbringendem Einfluß sein wird.

Der rührigeGewerbe-Verein für Köln und Umgegend" hat nämlich den Plan gefaßt, für den Sommer 1886 eine Ausstellung kunstgewerblicher Erzeugnisse der Provinzen Rheinland - Westfalen und der angrenzenden Bezirke zu veranstalten. Kaum eine Ausstellung dürfte so zeitgemäß sein als, diese; denn es geht ein großer kunstge­werblicher Zug durch unsere Tage. Die Schaufenster prunken mit mehr und minder schönen Produeten des Kunst-Handwerks; selbst die bescheidene Wohnung wird durch irgend ein Erzeugniß desselben ver- ; schönert.

4 Für große internationale Industrie - Ausstellungen ist man mit Recht etwas ausstellungsmüde; aber Spezial-Ausstellungen sind überall erfolgreich. In dem Riesen-Rahmen einer umfassenden Industrie-Aus­stellung verschwinden die naturgemäß an Umfang unbedeutenden Gebilde des Kunst-Handwerks, der Besucher, verwirrt von dem großartigen Gesammt-Getriebe, hat nicht die nöthige Zeit und Ruhe zur eingehenden K liebevollen Prüfung jener Erzeugnisse. Wie ganz anders in einer Spezial - Ausstellung solcher Producte! Da hebt Eins das Andere, und auch das Unscheinbare findet Beachtung und fordert zu Vergleichen heraus.

Daß in den gewerbreichen beiden Provinzen mit ihrem jetzt schon so hoch entwickelten Kunsthandwerk die gesunde Unterlage für die geplante Ausstellung vorhanden ist, darüber kann kein Zweifel b-stehen Eine solche beschränkte Specinl-Ausstellung bietet wegen der weit geringern Kosten auch dem kleinen Meister Gelegenheit, sich zu beteiligen. Dies ermutigt Hunderte bescheidener Künstler, mitzuthun, welche einer großen allgemeinen Industrieausstellung fern bleiben würd n, aus Furcht, unbeachtet und ungesehen nutzlose Kosten aufzuwenden. Wie sehr aber auch kleine Leute den Nutzen einer gut eingerichteten Ausstellung zu schätzen wissen, das zu bemerken hatte man schon im Jahre 1880 in Düsseldorf hinreichend Gelegenheit, obwohl dortselbst das Kunstgewerbe

und seine Kleinmeister hinter der gewaltigen Industrie sehr zurücktreten mußten.

Als ein besonders guter Gedanke muß dann noch bezeichnet werden, daß mit der geplanten Ausstellung auch eine solche kunstgewerblicher Alterthümer verbunden werden soll, damit die ausgezeichneten Vorbilder unserer kunstreichen Vorfahren unser heutiges Kunstgewerbe zu den höchsten Leistungen anspornen, um keinen Vergleich scheuen zu müssen. Die rei« zende Alterthümer - Ausstellung in Düsseldorf litt eben auch unter der erdrückenden Uebermacht der dort in die Erscheinung tretenden Groß- Jndustrie; sie ist nur von den Kennern und Liebhabern, nicht aber von der großen Masse genügend beachtet worden. Das wird in Köln anders sein; und dieser Umstand sichert auch eine rege Betheiligung kunstlieben- der Privater, die ihre Schätze der Allgemeinheit zugänglich machen sollen. Was an werthvollen Gegenständen des Kunstgewerbes allein hier in Köln in Privatbesitz sich befindet, davon hat manch' Einer keine Ahnung. Denkt man dann noch an die Kunstschätze unserer Kölner Kirchen und so unzähliger anderer Gotteshäuser in den Rheinlanden und Westfalen, dann geht aus allerem klar hervor, welch' ungeheuerer Vorbilder-Reichthum bei planmäßiger geschickter Durchführung alsdann sich nutzbar machen läßt.

Die vorstehenden Zeilen sollen nur den Gedanken der Ausstellung im allgemeinen in ein größeres Publikum tragen. Wir sind überzeugt, daß er auch anderwärts viel Anklang finden wird, um dem kleinen Kreis bis jetzt hierorts für die Idee begeisterter Männer allseitige Unterstützung zuzuführen. Schließlich sei noch bemerkt, daß die Lokalfrage hier in Köln eine sehr günstige Lösung finden wird. Und wenn wir verrathen, daß die Ausstellung an der Nordseite der Stadt, dicht am Rhein, vor dem Sicherheitshafen geschaffen werden soll, so weiß schon jeder Kölner, von wie großer Annehmlichkeit dortselbst die prächtigen Baum-Anlagen des Kaisergartens und der Eigelstein-Promenade für den genannten Zweck sein werden. Voraussichtlich wird auch bis zum Sommer 1886 die neue Ringstraße im Norden der Stadt bis zum Rhein fertig gestellt sein.

Ufnd nun Glückauf zu dem schönen Unternehmen! (K.Z.) Tagksschau.

Berlin, 15. Oktober. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen, wie derR. u. St.-A" aus Baden - Baden meldet, gestern Vormittag die Borträge des Militär- und des Civilkabinets entgegen und besuchten Nachmittags die Ateliers der Maler Amberger, Corrodi, Welsch und Weiser im Künstlerhause sowie das Atelier des Bildhauers Kopf. Das Diner nahmen Se Majestät mit Ihren Königlichen Hohei­ten den Großherzoglichen Herrschaften bei der Herzogin von Hamilton ein.

Berlin, 15. Oktbr. Se. Majestät der Kaiser und König ha­ben ein Schreiben des Herrn Präsidenten der Vereinigten Staaten von Kolumbien empfangen, wodurch der am Allerhöchsten Hoflager in der Eigenschaft eines außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Mi­nisters jenes Freistaats beglaubigte Dr. Luis Carlos Rico von diesem Posten abberufen wird

Berlin, 15. Oktbr. (Fr. N) Der Kronprinz trifft am 24. Oktober, Mittags hier ein, und wird am Tage darauf die Sitzungen des Staatsrathes eröffnen. Die kronprinzliche Familie Mj4 erst einige Zeit später hierher zurück. DieR. A. Z." meldet: Der technischen Commission für Seeschifffahrt, welche am 30. Oübr. Hier zusammentritt, wird auch eine Vorlage über die Ausrüstung der Seeschiffe mit Nah- rungs- und Heilmitteln, insbesondere mit specifischen Mitteln gegen Skorbut, zugehen, wozu das Auftreten des Skorbuts auf deutschen Kauffahrteischiffen Anlaß gegeben hat. Wie der Reichsan­zeiger meldet, ist der Provinzialsteuer - Director Jordan (Magdeburg) zum Mitglied des Staatsraths ernannt worden. DieNordd. Allg. Ztg." hört, die Bemühungen für deutsche Firmen. welche im Golf von Guinea Handel treiben und an der dortigen Küste Niede lassungen besitzen, ein ge einsames Organ zum Verkehr mit der ReichsrezNung zu schaffen^ seien erfolgreich gewesen. Es habe sich in Hamburg ein Syndikat für Westafrika gebildet, w lchem bis j^t Wo.-rmann, Jantzen, Thormälen, Woeber & Brohm- Gödelt, Wut & Bush, G. Ge ser und Max Brumbach beigetreten seien.