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Hanmier Ameiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

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10 Pig.

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Nr. 220.

Freitag den 19. September

1884.

BekanntwachnKgert Königl. LaudrathsamLs.

Die mit der Berichterstattung auf meine Verfügung vom 27. v. Mts., V. 8083, Kreisblatt Nr. 200, betreffend Führung eines Ver­zeichnisses über sämmtliche Gemeindeglieder Ortsbürger und Beisitzer, noch im Rückstände befindlichen 17 Ortsvorstände werden hiermit an deren Erledigung mit Frist bis zum 26. d. Mts. erinnert.

Hanau am 18. September 1884.

V. 9115 Der Königliche Landrath. In Vertretung: Baabe.

Die mit der Berichtserstattung auf meine Verfügung vom 25. v. Mts., V. 8082 (Kreisblatt Nr. 198), betreffend Anlegung eines Ver­zeichnisses über gerichtliche Bestrafungen von Ortsangehörigen, noch im Rückstände befindlichen 18 Ortsvorstände werden an deren Erledigung mit Frist bis zum 26. d. Mts. erinnert.

Hanau am 18. September 1884.

V. 9114 Der Königliche Landrath. In Vertretung: Baabe.

Die mit Erledigung der Verfügung vom 9. d. Mts., V. 8791 (N. 212 des Kreisblattes), die Aufstellung der Wählerliste» rc. für die bevorstehende Reichstagswahl betreffend, im Rückstände befindlichen Herren Bürgermeister rc. des Kreises werden hierdurch an die Einsendung des daselbst geforderten, am 18. d. Mts. fällig gewesenen Berichts mit Frist bis zum 22. d. Mts. erinnert.

Hanau am 19. September 1884.

V. 8791 Der Königliche Landrath. In Vertretung: Baabe.

Tagesscha«.

Berlin, 18. Septbr. Bei der Durchfahrt Sr. Majestät des Kaisers auf der Rückreise von Skierniewice waren in Landsberg a. W. wie in Bromberg die Schulen und die Kriegervereine auf dem Perron aufgestellt, auch war der ganze Bahnhof mit einer dichtgedrängten Men- schenmaffe besetzt. Se. Majestät verließen an beiden Orten den Waggon auf kurze Zeit und wurden von den Anwesenden mit unbeschreiblichem Enthusiasmus begrüßt.

Berlin, 18. Sept. Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kronprinzessin besuchte gestern in Düsseldorf die Ateliers einiger Künstler und nahm nach Ihrer Majestät der Kaiserin die Cour des rheinischen Adels entgegen. Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzen Wilhelm und Heinrich, der Kronprinz von Schweden und der Erbgroß- Herzog von Baden besichtigten die permanente Kunstausstellung von Eduard Schulte.

Berlin, 18. September. Ueber das Befinden Ihrer König­lichen Hoheit der Prinzessin Wilhelm ist gestern solgendes Bulletin aus­gegeben worden: Marmor-Palais, den 17. Sept. 1884. Nachdem Ihre Königliche Hoheit die Frau Prinzessin Wilhelm Sich bisher eines fort­gesetzten, durch eine leichte Nierenaffektion kaum getrübten, Wohlseins er­freut haben, sind in den letzten Tagen wiederholt Ohumachtsanwand- lungen aufgetreten, welche auch ferner eine besondere Schonung noth­wendig machen und immerhin die volle Genesung etwas verzögern wer- den. Ebmeier.

B erlin, 18. Sept. In der heutigen Bundesrathsitzung wurde die Verlängerung des kleinen Belagerungszustandes für Berlin, Hamburg, Altona und Leipzig beschlossen.

Berlin, 16. Sept. NR. Obwohl die Berufung des Land­tags erst für den Januar nächsten Jahres in Aussicht genommen ist, finden im Verlaufe dieses Monats die kommissarischen Etatsberathungen statt, auf Grund deren die definitive Feststellung des Staatshaushalts­etats erfolgt. Wenn nicht die formale Gestaltung des Eisenbahnetats mit Rücksicht auf den erst mit dem 1. Juli erfolgten Uebergang der Berlin-Hamburger Bahn in die Staatsverwaltung Schwierigkeiten ver­ursacht, würde daher die Möglichkeit vorliegen, die Feststellung des Boranschlages für das nächste Finanzjahr so zeitig wie im Vorjahre zu bewirken, wo der Etat dem Abgeordnetenhause noch im November vor- -gelect wurde. Inzwischen mag dahingestellt bleiben, ob die endgültige Festsetzung des Etats nicht einem späteren Zeitpunkt vorbehalten werden wird. Für die Veranschlagung der Einnahmen und Ausgaben der meisten Betriebsverwaltungen find die Ergebnisse der Verwaltung des abgelau- senen Abschnittes des laufenden Jahres von großer Bedeutung. Gegen­wärtig können erst die Ergebnisse des ersten Vierteljahres vom 1. April

bis 1. Juli Berücksichtigung finden, während bei Verschiebung der definitiven Feststellung bis zum Dezember sehr füglich die Verwaltungs­resultate des zweiten Vierteljahres, welche namentlich für die Entwicke­lung des Eisenbahnverkehrs im Winterhalbjahr sichern Anhalt gewähren, benutzt werden können.

Berlin, 16. Septbr. Das Verkehrsministerium veranstaltet demHann. Cour." zufolge nächstens Conferenzen mit Vertretern aus dem Groß- und Kleingewerbe wegen der Abänderung der Submissions- ordnung. Unter anderen wichtigen Fragen wird auch die Frage ent­schieden werden, ob der Zuschlag stets nach dem Mindestgebot erfolgen soll.

S. M. S.Leipzig", 12 Geschütze, Kommandant Kapitän zur See Herbig, beabsichtigt, am 21. September cr. von St. Vincent die Heimreise fortzusetzen.

Der deutsche Colonialschutz erstreckt sich jetzt schon auf einen großen Theil der Westafrikanischen Küste. Die betreffenden Landstriche sind: Lüderitzland mit Spencer Bay, Sandwich Bay, Cap Croß und Cap Frio (zwischen dem Orangefluß und den portugiesischen Besitzungen), sodann Camerungebiet, Bimbia, Malimbo, Klein- und Groß-Batanga südöstlich von den Nigermündungen) und Togoland mit Bay Beach, Bageida und Lome, zwischen Little Popo und Quittah (westlich von den (Nigermündungen). Die erste amtliche Kundgebung bezüglich dieser Er­werbungen ist die Ernennung des Kaufmanns Heinrich Randad in Lome zum Consul für das Togogebiet. (Dfz.)

Benrath, 18. Sept. S. M. der Kaiser ist um 4 Uhr hier angelangt. Am Bahnhöfe fand großer Empfang durch den Kron­prinzen, die königlichen Prinzen, die fremden Fürsten, die commandiren- den Generale des 7. und 8. Armeekorps, den Oberpräsident v. Barde­leben, den Regierungspräsident Berlepsch, den Landrath Kühlwetter, den Bürgermeister und zahlreiche Officiere statt. Der Kaiser begrüßte den Kronprinzen, die Fürsten, sowie die übrigen Herren. Der Kaiser sah frisch und wohl aus und fuhr mit dem Adjutante Brosigke im offenen Wagen nach dem Schlosse, von dem Publikum mit lautem Jubel be­grüßt. Die übrigen Herrschaften folgten. Im Schloßhofe war eine Ehrenwache aufgestellt.

Düsseldorf, 18. Sept. S. M. der Kaiser und die Kai­serin trafen um 63/a Uhr hier ein und machten unter dem Geläute der Glocken und enthusiastischen Kundgebungen der Bevölkerung eine Rundfahrt durch die glänzend erleuchteten Straßen. Sodann begaben sich die Ma­jestäten nach dem Ständehause, wo ein Fefttpiel stattfand, an welches sich ein Souper schloß. Nach dem Souper nimmt der Kaiser vom Bal­kon aus die Huldigung der Stadt Düsseldorf, bestehend in lebenden Bildern auf dem Kaiserteiche entgegen. Die Rückkehr erfolgt gegen 10 Uhr nach Benrath.

Magdeburg, 18. Sept. Auf ein von der heute eröffneten Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte an den Kaiser gerichte­tes Begrüßungstelegramm ging gegen SitzungSschluß folgende Antwort des Kaisers ein:Ich habe den telegraphischen Gruß, welcher mir von der 57. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte übermittelt worden ist, mit lebhafter Freude entgegengenommen und erwiedere den­selben dankbar mit der Versicherung, daß die ernsten Bestrebungen auf dem von ihnen vertretenen Gebiete der Wissenschaft fortdauerno mein volles Interesse in Anspruch nehmen. Wilhelm." Die Versammlung brächte nach Verlesung des Telegramms ein enthusiastisches Hoch auf den Kaiser aus. Nachmittags um 3 Uhr fuhren die Theilnemer auf festlich geschmückten Dampfern nach dem Herrenkrugpark, der Abends höchst glänzend elektrisch erleuchtet war.

Hamburg, 16. Sept. Bei den Kanalarbeiten am westlichen Ende des Kehrwiederh. (Baumwallbrücke) wurde gestern in ca. 20 Fuß unter der Erde das Gerippe eines ca. 1(0 Fuß langen, aus Eichenholz erbauten Schiffes entdeckt, welches der Bauart nach zu rechnen, dem 14. Jahrhundert entstammt. Es ist abseiten der Baudeputation die Ordre ertheilt, dasselbe möglichst zu schonen und blos zu legen, um später aus dem seltenen Funde das Alter zu erforschen.

Kübelberg, 15. Sept- Am 9. d. Mts. konnte man dahier beim sog. Begraben der Kirchweihe (was ein alter Brauch ist) eine seltene Tänzerin sehen. Es tanzte nämlich eine Frau, die das 98. Lebensjahr bereits zurückgelegt hat, mit ihrem Schwiegersohn einen Schottisch. Das Gesicht des steinalten Mütterchens glänzte dabei in stündlichem Lächeln