ser schritten zuerst die Front des Bataillons von dem dem österreichischen Kaiser gehörigen Regimente, sodann die Front des Bataillons vom Re- gimente des deutschen Kaisers ab. Hierauf führte der österreichische Kaiser das Bataillon seines Regiments, dann Kaiser Wilhelm das Bataillon seines Regiments vor.
— Skierniewice, 16. Sept. Kaiser Wilhelm wird seine Abreise so einrichten, daß er mit Fürst Bismarck und dem übrigen Gefolge um Mittwoch Abends 8 Uhr in Berlin eintreffen kann. Das Befinden des Kaisers ist vortrefflich. — Der Kaiser von Oesterreich reist am Mittwoch Vormittag ab.
— Petersburg, 16. Sept. Das Journal de St. „Peters- bourg" bezeichnet die Begegnung der drei Kaiser als eine Weihe des bereits bestehenden Einvernehmens der drei Reiche und als neue Garan- tie des Friedens. Es handle sich nicht um formelle Allianzen, nicht um bestimmte Specialabmachungen. Jede neu entstehende Frage soll die Monarchen nicht getrennt, sondern vereinigt finden im Entschluß und im gemeinsamen Handeln, wo die Interessen gemeinsam, oder wo die Interessen divergiren, in der Vereinigung der Interessen, so daß Ordnung, Recht und Frieden solidarisch gewahrt werden. Für die drei Völker ist die Begegnung der Kaiser ein Pfand der Sicherheit und des Gedeihens. Eine vollständige Reciprocität soll sich befestigen. Gleichzeitig wird man auf das Treiben der Verächter der Ordnung, der Anarchisten und Ruhestörer ein wachsames Auge haben.
— Neapel, 16. Sept. Einem Bulletin der Municipalität zufolge sind von gestern Mitternacht bis heute um Mitternacht 470 Erkrankungen und 240 Todesfälle an der Cholera vorgekommen.
— Rom, 16 Sept. Gestern kamen in ganz Italien 613 Erkrankungen (wovon 470 in der Stadt Neapel, 18 in der Stadt Spezzia) und 351 Todesfälle (wovon in Neapel 283, in Spezzia 6) vor. In der Provinz Rovigo wurden einige verdächtige Fälle, in Rom kein Cho- lerasall konstatirt.
— Paris, 16. Sept. Das Journal „Paris" erwähnt die Bemühungen Chinas um eine Mediation und bemerkt dazu: Weder die französische Regierung noch die öffentliche Meinung Frankreichs werde irgendwelche schiedsrichterliche Entscheidung acceptiren. — Eine Depesche Courbet's sagt, die Chinesen veranschlagten den durch das Bombardement des Arsenals und Futscheus entstandenen Schaden auf 15, die Verluste der chinesischen Flotte auf 18 Millionen.
— Der Erzbischof von Cambrai, Msgr. DuquiSnay, und der Bischof von Le Mans, Msgr. d'Outremont, sind gestern gestorben. Außer diesen beiden Bischofssitzen sind noch fünf andere in Frankreich erledigt, nämlich die von Albi, Dijon, Verdun, Meaux und la Basse -Ferre (Guadaloupe).
— Nach dem offiziellen Bulletin starken in Marseille seit dem Beginn der Epidemie 1671 Personen an der Cholera: 1140 Franzosen, 427 Italiener, 19 Spanier, 11 Griechen, 6 Oesterreicher, 5 Engländer, 4 Schweizer, 3 Deutsche, 2 Amerikaner und 1 Schwede.
— London, 16. Sept. Einer Meldung der „Times" (zweite Ausgabe) aus Shanghai von heute zufolge, findet heute daselbst eine Versammlung der Angehörigen der Fremdmcolonie statt, um gegen die Verlängerung der den Handel schädigenden Feindseligkeiten zwischen Frankreich und China zu protestiren und die bezüglichen Regierungen aufzufordern, eine Vermittelung herbeizuführen.
— Rew-A or?, 15. Septbr. Der Dampfer „England" von der Rational-Dampfschiffs-Compagnie (C. Messingsche Linie) ist hier eingetroffen.
Lokales, Provinzielles rmd Umgegend.
Hanau, den 16. September 1884.
— (Kandelaber) Gestern Abend war zum ersten Male der auf dem Paradeplutz neuausgestellte Kandelaber mit Regenerativbrenner
' Basaltstem-Lieferung.
Montag den 22. d. Mts.,
Vormittags 10 Uhr,
soll im Geschäftszimmer des Unterzeichneten die ) Lieferung und Anfuhr von ca. 40 cbm Basalt- stehlen I. Qualität, zur Deckung der forstfis- calischen Vicinalwege im Forstort Langerhorst (Jg. 106 u. 116), Lochseif (Jg. 40) u. Heiser- haide (Jg. 27) öffentlich an den Mindestsordern- den verdungen werden. Probesteine sind bis zum Termin vorzulegen.
Wolfgang den 15. September 1884. 8603
Der Königliche Oberförster
________ Ehrentreich.____________
—Ein Pferd, Geschirr u. Jagdwagen zu verkaufen. Näh. in der Exped. 8615
Prima Rindfleisch, per Pfd. 50 Pf., bei 8632 Joseph Hamburger, Sterng.
Inserate.
Bekanntmachung.
Donnerstag den 18. d. Mts.» Nachmittags 2 Uhr, sollen Lothringergaffe Nr. 27 da. hier: 1 goldene Taschenuhr, 1 Sopha, 2 Kommoden, 2 Kleiderschränke, 1 Tisch, 1 Waschkommode, sowie mehrere andere Haus- und Küchen- geräthe gegen Baarzahlung versteigert werden.
Hanau den 17. September 1884. 8626
Lo eser, Gerichtsvollzieher, Herrngasse Nr. 7.
Caviar!
Prima Elb-Caviar, in frischer Waare, bei 8610
J. Gouze.
Ein schön möblntes Zimmer sogleich zu ver- miethen. Näheres in der Exped. 8616
angezündet. Derselbe verbreitete eine solche Helle, daß der gewiß um« fangreiche Platz ausgiebig beleuchtet wurde.
— (Ueberfahren) Gestern Nachmittag wurden beim Eisenbahnübergang vor dem Kanalthor zwei 4 und 6 Jahre alte Mädchen eines hiesigen Schutzmannes durch ein Klein-Steinheimer Fuhrwerk überfahren. Das älteste Mädchen ist erheblich an den Beinen verletzt, das jüngere ist nur durch Hautverletzungen beschädigt. Ob den Fuhrmann die Schuld trifft, wird die Untersuchung ergeben.
— (Auszeichnung.) Herr Gelbgießer Ferd. Graf hier hat, nach einer eingetroffenen Depesche, für seine auf dem Brauertage zu Hannover ausgestellten Pressionen rc. den zweiten Preis erhalten und sämmtliche Ausstellungsgegenstände verkauft.
— (Circus.) Morgen trifft der größte amerikanische fliegende Circus Frankloff dahier ein und schon um 4 Uhr Nachmittag findet die erste Vorstellung statt. Die Urtheile über die Leistungen und Vorführungen der Gesellschaft finden in den Tagesblättern der Städte, wo sie aufgetreten, eine so günstige Beurtheilung, daß der Besuch dieses Circus bestens empfohlen werden kann.
— Für heute. Abends 9 Uhr: Männerabtheilung der Turn« gemeinde: Turnen; Spritze Rr. 1 im „goldenen Herz"; Steiger-CorpS bei Beck. — Turn- und Fecht Club: Monatsversammlung; Tagesordnung : Abendunterhaltung.
— (Fuldaer Tageblatt.) Die uns vorliegende, gestern erschienene Probenummer des „Fuldaer Tageblatt", welches am 1. Oktober zu erscheinen beginnt, sagt in seiner Abonnemmts-Einladung u. a.:
„Das mit dem 1. Oktober 1884 in unserem Verlage erscheinende „Fuldaer Tageblatt" hat sich die Ausgabe gestellt, seinen verehrt. Abonnenten einerseits ein Feld billigster und wirksamster Annoncenverbreitung zu eröffnen, anderseits durch 'prunklose, aber gediegene Leistungen auf dem Gebiete der Tagespresie, also durch zuverlässige Mittheilung der be« merkenswerthen Ereignisse des In- und Auslandes und durch rein sachlich gehaltene Referate über die wichtigsten Erscheinungen aus dem Bereiche der Zeit- und Tagesfragen in schlichter, einfacher, alles unnützen und auf Effekt berechneten Beiwerkes entbehrender Weise seine Leser zu orientiren.
In den Spalten unseres Blattes wird ein echt christlicher, humaner, am Altbewährten festhaltender Geist wehen, der mit ruhiger Sachlichkeit feinen Grundsatz, dem Rechte und der Wahrheit treu zu bleiben, unentwegt im Auge behalten wird rc."
— G r o ß -W int erheim, 14. Sept. Bei dem in unserer Nähe abgehaltenen Manöver sollte unter anderem auch der Axthäuser- Hof von einer Abtheilung Infanterie erstürmt werden. Diese stieß jedoch dabei auf einen Widerstand, der in den Manöverdispositionen nicht vorgesehen war. Durch das Gewehrfeuer beunruhigt, waren nämlich die Bienen des Hofbesitzers so wild und kampflustig geworden, daß sie ihrerseits ebenfalls zum Angriff übergingen und zwar so energisch, daß die stürmenden Feinde bald gezwungen waren, von ihrem Vorhaben ab» zustehen und sich in Sicherheit zu bringen. (M. Tagbl.)
— In Heilbronn verhandelte die Volkspartei über die Getreide- zölle. Mehrere beantragten die Aufhebung des Zolls. Da erhob sich der demokratische Führer der Partei, der Reichstagsabgeordnete Karl Mayer, und sagte, bei der Stimmung der Landwirthe dürfe man mit solchen Anträgen nicht kommen, wenn man nicht auf jeden Wahlerfolg verzichten wolle. (E. Richter hat in einer Wahlrede in Alzey erklärt, seine Partei beabsichtige nicht, die Getreidezölle aufzuheben.) (Dfz.) Fortsetzung dieser Rubrik in der Beilage. -^MU
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