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«icricljthrUch r Mark 26 W^ gilt -««würtige Abonnenten mit dem betreffe», be» Posiauslchla«. Die einzelne Ru»- mer 1" $fg.
Hmaner Anzeizer.
Zugleich Slmtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,
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Nr. 215.
Samstag der?, 13. September
1884.
BekanntmachAKgeN Königl. Landrathsamts.
Der geisteskranke 5 Jahre alte Knabe Philipp Herzinger, Sohn des Fahrknechts Karl Herzinger von hier, ist am 8. d. Mts. aus der elterlichen Wohnung (Hospitalstraße Altstadt 26) fortgelaufen und nicht wieder zurückgekehrt, weshalb angenommen wird, daß er in irgend einer Weise um sein Leben gekommen ist.
Das Signalement desselben ist folgendes: 5 Jahre alt und dem Alter entsprechend groß, dunkelblonde Haare und bekleidet mit grün und schwarz karrirtem Kleidchen.
Besondere Kennzeichen: Die Haut neben dem linken Auge ist in Folge einer Verletzung blau.
Es wird ersucht, nach dem Knaben oder dessen Leiche zu fahnden und im Er Mittelungsfalle hierher Anzeige zu machen.
Hanau am 12 September 1884.
P. 8168 Der Königliche Landrath. J. V.: Baabe.
Verloren: Ein Reisepaß, zwei Briefe, ein Hausmiethebuch und zwei andere Dokumente.
Gefunden: Drei Schulbücher, auf einem derselben die Aufschrift Kätha Krieger. Ein Schulbuch „Naturlehre" mit der Inschrift Karl Bergmann. Ein Notizbuch mit der Aufschrift „Frau Müller". Auf der Post stehen geblieben ein seidener defekter Regenschirm. Ein rothes Taschentuch. Ein kleines leeres Portemonnaie.
Zugelaufen: Ein Dachshund.
Hanau am 13. September 1884.
Aus Königl. Landrathsamt._____________________
Grundstücksoerpachtung.
Von den Domanialgrundstücken der Gemarkung Bruchköbel sollen diejenigen 193 Parcelle« — zur Gesammtfläche von 55 ha 69 a 16 qm —, bezüglich welcher auf die im ersten Termin abgegebenen ungenügenden Gebote der Pachtzuschlag nicht ertheilt worden ist, in einer zweiten Licitation zur Verpachtung auf 12 Jahre vom 1. Januar 1885 ab ausgeboten werden.
Oeffentlicher Termin hierzu ist auf
Donnerstag, den 18. dieses Monats, Vormittags von 8 Uhr ab, in das Rathhaus in Bruchköbel anberaumt.
Die Karten über die Pachtparcellen werden im Termin zur Einsicht aufgelegt.
Auf angemessene Pachtgebote erfolgt der Zuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.
Hanau, am 12. September 1884.
Der Königliche Domainen-Rentmeister
_______Bell.____________ 8449
t M^Wahlparole des Centrums
Auf der Katholikenversammlung in Amberg hat Herr Windthorst die Wahlparole ausgegeben: „Unter keinen Umständen ein Rational- liberaler!" Was diese Parole besagen will, liegt auf der Hand und wird im Uebrigen auch durch das Hauptorgan des Centrums in der Rheinprovinz, durch die Kölnische Volkszeitung, rundheraus gesagt: Hauptaufgabe des Centrums bei den Wahlen sei es, das Zustandekommen einer nationalliberal-conservativen Mehrheit zu verhindern. „Der jetzige Reichstag gefällt mir", hatte Herr Windthorst noch zum Schluß der letzten Session gesagt. Jede Verschiebung der Parteiverhältnisse desselben zu Gunsten einer nationalliberal-conservativen Mehrheit wird von dem Eentrumsführer und dem Centrumsblatt als ein Unheil angesehen, das um jeden Preis abzuwenden sei, und dieser Preis ist — die Herbeiführung einer ausschließlich „deutschfreisinnig-clcricalen" Majorität, und »werden wir — sagt die Köln. Volkszeitung — nichts unterlassen, um diese Eventualität zu verwirklichen".
Also, wenn die Conservativen und Nationalliberalen in der Durchführung des Programms der Kaiserlichen Botschaft gemeinsame Sache machen und, wie dies erfreulicher Weise an manchen Orten bereits geschehen ist, sich gegenseitig unterstützen, dann will das Centrum nichts mehr von den Conservativen wissen, sondern die ausgesprochenen Gegner
derjenigen Politik zu stützen und zu stärken suchen, von der man bisher annahm, daß auch das Centrum für sie eintrete, und von der man weiß, daß ihr das Centrum gute Dienste geleistet hat!
Wohl keine einzige andere politische Partei würde im Stande sein, sich zu einem so widerspruchsvollen Verhalten öffentlich zu bekennen, welches darauf hinausläuft, die wichtigste politische Aufgabe der Zukunft entweder direkt fördern oder direkt hindern zu wollen, je nachdem die von ihr gestellten Bedingungen erfüllt werden oder nicht. Wenn das Centrum glaubt, ohne Schädigung seines Ansehens ein solches Entweder — Oder wagen zu können, so mag es sich dazu durch die Interessen, die es in erster Linie vertritt, berechtigt fühlen. Aber unzweifelhaft ist, daß der Werth seiner Bundesgenossenschaft in den Augen Derjenigen außerordentlich herabsinken muß, denen — wie den Conservativen — die Unterstützung der Reformpolitik mehr als eine Sache der Berechnung und der Taktik ist, denen sie vielmehr eine Sache des Herzens und der Ueberzeugung ist. Wenn man die Socialreform so ohne Weiteres preisgeben kann, indem man sich ihren Gegnern in die Arme wirft, dann scheint man doch nicht allzu viel unmittelbares Interesse für dieselbe zu haben: eine gegen den „Staatssocialismus" aus der Katholikenversammlung gehaltene Rede beweist, daß dem allerdings so ist. Und wenn man glaubt, durch die Drohung, den Deutschfreisinnigen die Kastanien aus dem Feuer holen zu wollen, die Conservativen einschüch- tern und von ihrem bisherigen besonnenen Verhalten abbringen zu können, so übersieht man, daß eine solche Drohung, bei der man mit wichtigen Principienfragen sein Spiel treibt, bei allen aufrichtigen, der Sache des Vaterlandes ergebenen und durch keine anderen Interessen beeinflußten Politikern nur die entgegengesetzte Wirkung haben kann.
Wir wollen hier nicht den Grund oder die Grundlosigkeit des Hasses des Centrums gegen die Rationalliberalen untersuchen. Das mögen die Herren unter einander abmachen! Jedenfalls aber könne» sich die Conservativen weder durch diesen Haß noch durch jene Drohung bestimmen lassen, einer Partei den Rücken zu kehren, welche aufrichtig entschlossen ist, der nationalen Reformpolitik die Wege ebnen zu helfen. Wer nach Allem, was wir in den letzten Monaten erlebt haben, den Nationalliberalen den Krieg bis auf's Messer erklärt und dafür um die Gunst der Deutschfreisinnigen sich bemüht, der macht sich dadurch von selbst zum Gegner der Reformpolitik und deshalb auch zum Widersacher der Conservativen.
Tagesschau.
— Berlin, 12. Sept. Das „Militär-Wochenblatt" veröffentlicht allerhöchster Bestimmung gemäß eine vom 1. September datirte Ordre des Kaisers betreffend die Verleihung des Ordens pour le mörite mit Eichenlaub an den Reichskanzler Fürsten Bismarck Die Ordre lautet: Der, heutige Erinnerungstag, welcher Mir aus den bisherigen zweiundzwanzig Jahren Unseres Zusammenwirkens eines der hervorragendsten Ereignisse, vergegenwärtigt, führt Meine Gedanken auch darauf hin, daß Sie Mir an diesem Tage und während zweier Kriege nicht nur als hochbewährter Mann des Rathes, sondern auch als Soldat zur Seite standen, und daß es in Preußen einen Orden „für Verdienste" gibt, den Sie noch nicht besitzen. Wenn auch die Bedeutung dieses Ordens eine specifisch-militärische sein soll, so hätten Sie ihn doch schon längst haben müssen, denn Sie haben wahrlich in mancher schweren Zeit den höchsten Muth des Soldaten bewiesen, haben sich auch in zwei Kriegen an Meiner Seite voll und ganz bethätigt, daß Sie neben jeder anderen auch auf eine hervorragende militärische Auszeichnung den vollsten Anspruch haben. Ich hole also Versäumtes nach, indem Ich Ihnen den beifolgenden Orden pour le mörite verleihe, und zwar sogleich mit E-chenlaub, um hierdurch darzulhun, daß sie ihn schon längst hätten haben sollen, und daß sie ihn wiederholt verdient haben. Ich weiß in Ihnen so sehr des Herz und den Sinn eines Soldaten, daß Ich Ihnen mit dieiem Orden, den ja viele Ihrer Vorfahren mit Stolz trugen, eine Freude zu machen hoffe, und Mir selbst gewähre ich hierdurch die Beruhigung, daß Ich dem Manne, den Gottes gnädige Fügung Mir zur Seite gestellt und der so großes für das Vaterland gethan hat, auch als Soldat die wohlverdiente Anerkennung zu Theil werden lasse. Ich freue