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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

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Die ispaltige Darmondzeile »6. deren Raum

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Die Sfyalt Zeile 20 Psg.

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Nr. 205.

Dienstag den 2. September

1884.

Amtliches.

Bekanutmachungen auf Grund des Reichsgesehes vom 21. Oktober 1878.

Aus Grund des §. 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefähr- lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21, Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das ohne Angabe des Druckers und Verlegers erschienene Flugblatt mit der Ueber« schrift:Zum Gedächtniß an den tapferen, opsermuthigen, getreuen Genossen Hermann Stellmacher. Die Gruppe New Jork der Internationalen Arbeiter-Association an die Proletarier aller Länder" und der Unterschrift:Die Exekutive", nach §. 11 des gedachten Gesetzes durch den Unterzeichneten verboten worden ist.

Berlin den 22. August 1884. Der Königliche Polizei-Präsident.

I. B.: Fried heim.

VeLarmLrrmchrmMN Kömgl. LatldrüthsarNLs.

Das in der Verfügung vom 21. Mai c. in Nr. 123 des Kreis- blattes erwähnte Straßenreinigungs-Regulativ für die länd­lichen Ortschaften vom 1 9. September 1 838 ist im hiesigen Kreise nicht überall so beachtet worden, wie es hätte geschehen sollen, daher ich mich veranlaßt sehe, die Bestimmungen desselben nachstehend in Erinnerung zu bringen. Die Herrn Ortsvorstände, Königliche Gen­darmerie und das Polizeipersonal überhaupt haben aus die Befolgung der gegebenenAnordnungen streng zu achten, eventuell sind die Schuldigen durch die Ortspolizeibehörde zunächst durch schriftliches Mandat dazu anzuhalten und erforderlichen Falles durch Exekutivstrafen auf Grund des §. 18 der Verordnung vom 20./9. 1867 (Amtsblatt Seite 811) oder Ausführung durch einen Dritten auf Kosten deS Betreffenden (§. 2 der Verordnung vom 20./9. 1867 (Amtsbl. Seite 814) zur Befolgung zu zwingen, in welcher Beziehung auf meine Verfügung vom 20. d. M, Nr. 197 des Kreisblattes, verwiesen wird.

Hanau am 30. August 1884.

V. 8150 Der Königliche Landrath Freiherr v. Broich.

Die Bestimmungen des obengenannten Regulativs vom 19. Septbr. 1838 sind die nachstehenden:

1.

Die Straßen in den Dörfern müssen gepflastert oder chaussirt sein und wo solches nicht der Fall ist, muß die Pflasterung resp. Chaussirung allmählig, je nachdem die Gemeinde Mittel hat, bewirkt werden.

2.

Zur Reinhaltung der Wege sollen, soweit es nach den örtlichen Verhältnissen geboten und thunlich ist, alle bisher in das Dorf ge­gangenen Wasferzuflüsse möglichst abgewendet, zu dem Ende auch zur Ableitung des Regenwassers möglichst Abzugsgräben vor dem Dorfe angebracht und alle Wäfferungen aus und über den Wegen abgestellt werden.

3.

Im Orte selbst sollen nach Vorschrift der Baubehörde alle Fahrten aus den Höfen so eingerichtet werden, daß die Abzugs« kandeln so wenig, wie der Hauptweg Schaden leiden, ferner, wo es die Oertlichkeit zuläßt und wo es nothwendig ist, alle Mistestätten, wenn sie nicht ganz entfernt werden können, in 6 Fuß Abstand von den Ab- zugskandeln angelegt, mit einer ausgemauerten oder mit Thon (Cement) ausgeschlagenen Grube, oder durch Jauchenbehälter so gesichert werden, daß keine Jauche nach dem Weg oder auf diesen abfließt, auch darf ebensowenig ein Abfluß aus Winkeln oder Ställen auf den Weg geleitet werden.

4.

Die Straßen in den Ortschaften sollen wöchentlich wenigstens ein­mal und zwar jeden Sonnabend gereinigt und deshalb nach der Größe der angrenzenden Besitzung abgetheilt, das Pflaster soll gekehrt, bei chaussirten Wegen aber der Koth abgezogen und dieser alsbald wegge­schafft werden.

Das Reinigen der Gemeindeplätze geschieht durch Reihedienste, wenn nicht eine andere Gewohnheit besteht.

Scdan 1884.

Zum vierzehnten Male wird heute das Sedanfest gefeiert, als ein Nationalfest, als ein echt deutsches Fest. Alle in den letzten Jahren von mancher Seite angeführten Gründe gegen diese Feier, alle zum Theil recht gut gemeinten Rathschläge, die ein Aufhören der Gedächtnißfeier des 2. September nach Ablauf eines Dezenniums befürworteten, sie haben diese Feier eben so wenig Hinwegdisputiren können, als sie etwa den Sedantag selbst aus dem Buch der Geschichte streichen können. Und es muß doch tiefe, vollgewichtige Gründe geben, daß sich das deutsche Volk diese Er­innerungsfeier nicht nehmen läßt, daß von Vereinen jeglicher Art, und verschiedenster Ziele, von Korporationen und dem Einzelnen, von Allen, die ein warmes, in stolzer Freude für ihr Vaterland schlagendes Herz haben, der Sedantag immer wieder als ein nationaler Gedenktag gefeiert wird. Diese Gründe, sie liegen offen zu Tage und bedürfen kaum einer Erörterung. Der Sedantag ist keine gewöhnliche Erinnerung an einen glorreichen Sieg allein, denn das deutsche Heer hat mehr denn eine heiße und folgenschwere Schlacht durchgefochten der zweite September ist ein Mark- und Eckstein der deutschen Geschichte, er bezeichnet einen Wendepunkt in der Entwickelung des deutschen Reiches, er ist der Anfang einer neuen, großen, bedeutenden Zeit. Mit dem Sedantage und der auf seinem Schlachtgefilde erkämpften und zum festen Bau gefügten deutschen Einigkeit trat Deutschland an die Spitze der europäischen Groß­mächte, seine ihm gebührende Stellung einnehmend, die, wie der Erfolg lehrt, für den europäischen Frieden von so großer Wichtigkeit gewesen und hoffentlich immer sein wird. Und mit der äußeren Machtstellung, die das Vaterland errungen, regte sich auch der gutmüthige deutsche Michel, der in übergroßer Bescheidenheit anderen Nationen in Handel und Gewerbe, Kunst und Wissenschaft stets den Vortritt einräumend, oft genug den Fußschemel für fremde Erfolge abgegeben; die Kraft und Leistungsfähigkeit des deutschen Bürgers, sie regte ihre Schwingen, sie zeigte dem eigenen Vaterlande und dem Auslande, daß nicht allein das deutsche Schwert, sondern auch deutscher Fleiß, deutsche Intelligenz und Schaffenskraft sich überall Achtung und Anerkennung zu verschaffen wissen. Stolz hebt sich jetzt die deutsche Brust auch im Auslande, denn die deutsche Nation, die lange genug das Aschenbrödel Europas gewesen, sie genießt wenigstens Gleichberechtigung mit anderen Nationen und der deutsche Name genießt einen guten Klang. Einigkeit nach innen, Achtung nach außen, das hat uns der Sedantag gebracht und das wird für immer mit goldenen Lettern im Buch der Geschichte verzeichnet bleiben. Und weil jeder Einzelne im deutschen Volke sich dieser Errungenschaften voll und ganz bewußt ist, weil ein jever stolz auf diese Errungenschaften und weil er in Dankbarkeit jenes Tages gedenkt, der entscheidend für das Vaterland gewesen, deshalb wird das Sedanfest als ein Nationalfest, als ein Volksfest, als ein Freudenfest heute wieder gefeiert und wird hoffentlich noch oft gefeiert werden.

Die Sedanseier ist eine ruhigere, weniger rauschende geworden und sie ist es mit Recht geworden. Der Deutsche.freut sich seiner Siege, seiner Errungenschaften, aber er verhöhnt nicht den besiegten Gegner, er fordert den Nachbar nicht heraus; denn er erkennt die Tapferkeit des Besiegten an, er findet den Schmerz des Besiegten begreiflich und er sucht ihm durch freundliches Entgegenkommen schwere Stunden vergessen zu machen. Deshalb vermeiden wir Deutsche es, und der kaiserliche Kriegsherr geht mit diesem Bestreben allen Anderen als leuchtendes Bei­spiel voran, an unserem Siegesfeste durch überlauten Jubel unsern Nach­bar zu kränken, deshalb unterlassen wir es, unsere Siege auf Kosten des Gegners, mit Herabsetzung desselben zu feiern, deshalb anerkennen wir auch am Sedantage, in unserer berechtigten Freude über den großen Sieg, die Tapferkeit und Tüchtigkeit einer Nation, die vor nunmehr 14 Jahren uns im Kampfe gegenüber gestanden. Wir Deutschen sind es wahrlich nicht, die den Haß schüren und in Erinnerung an vergangene Zeiten in wüstes Geschrei ausbrechen; wir reichen im Gegentheil dem ehemaligen Feinde gern und willig die Hand zum freundlichen, friedlichen Nebeneinanderwirken für den Fortschritt der Menschheit. Aber gerade dieser Tag mahnt uns, auf der Hut zu fein, ruhig, aber stark und allen Angriffen gegenüber gewaffnet, abzuwarten, ob der Friede auch von unseren ehemaligen Gegnern so gewünscht wird, wie wir ihn wünschen Die Beschimpfung der deutschen Fahne zu Paris, der unmotivirte Angriff auf einen deutschen Gelehrten, das immer wieder hervorbrechende Revanche-