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(Sandho f.) Nächsten Mittwoch beabsichtigt der jetzige Restau­rateur auf demSandhof", Herr A. Weißenstein, einen Plan, mit dem er sich schon lange herumträgt, zur Ausführung zu bringen; näm­lich die Veranstaltung eineritalienischen Nacht". Mit der Con­certmusik für den Abend ist die hiesige Regimentskapelle betraut und nach den sonst bereits im Gange bifindlichen Vorbereitungen zu urtheilen scheint Herr Weißenstein Alles ausbieten zu wollen um seine Gäste in jeder Beziehung zufrieden zu stellen

(Morpheus als Schelm.) Fährt da kürzlich Nachmittags ein in einem hiesigen Geschäfte Bedienster austragsweise nach Aschaffen­burg, versprach aber fest Abends zurückzukehren. Der Abend kam, der letzte Zug traf ein, der sehnlichst Erwartete blieb jedoch aus; barob ge­rechte Angst und Besorgniß in der Familie und bei den Hausbewohnern. Andern Morgens reiste der Hausherr, nachdem nochmals Ueberzeugung genommen wurde, daß das Reiseziel nur Aschaffenburg sei und mit dem Frühzuge der sehnlichst Erwartete nicht eintraf, sofort nach diesem Orte ab, mußte aber von der Erfolglosigkeit seiner Reise zurücktelegraphiren. Zu Hause angekommen traf unser liebenswürdiger Hausherr den Ver­mißten wohlgemuth und heiter an, sowie die Familie glücklich ob der befriedigenden Lösung dieses Räthsels. Die Sache war einfach so: Unser Held verpaßte schlafend die Station Hanau und mußte deshalb nach Frankfurt nutfahren; der Zug dorthin hatte unglücklicherweise etwas Verspätung, so daß ein Zuxückfahren nach Hanau nicht mehr möglich war und deshalb nichts anderes übrig blieb, als in Frankfurt Wohnung für die Nacht zu nehmen.

(Zur Sonntagsfeier.) Dem Vernehmen derBerl. Pol. Nachr." zufolge, ist den Provinz'al-Polizeibehörden die Weisung zuge- gongen, eine geeignete Kontrole darüber eintreten zu lassen, daß die über die Heilighaltung der Sonn- und Festtage bestehenden Vorschriften überall zur Durchführung gelangen und Zuwiderhandlungen hiergegen zur Be- strasung gezogen werden.

- (Jagd kal end er.) Im Monat August darf die Jagd aus- geübt weroen auf Raubwild jeder Art, auf Wildschweine, wilde Kanin- chen, wilde Schwäne, wilde Gänse und wilde Tauben, männliches Reh-, Roth- und Dammwild, wilde Enten, Schnepfen und Bekassinen.

(Examen) Die Herren Forsteleven, welche die Zulassung zu dem diesjährigen ersten forstlichen (Forst-Referendar-) Examen wünschen, haben die vorschriftsmäßige Meldung bis spätestens zum 23. August er. anzubringen.

cf Aus dem Freigericht, 1. Aug. Im Hinblick aus die am 17. August in Aschaffenburg zusammentretende Touristenversammlung mit Ausflug nach Rothenbuch im Spessart ist der auf Sonntag den 3 ds. projektirte Ausflug desFreigerichter Bundes" nach Aschasienburg bis dahin verschoben.

Der für das nächste Jahr an der Universität W ü r z b u r g erwählte Rektor magni ficus Dr. Heinrich Kihn, ord. off. Pros, der Pa- trologie, biblischen Hermeneutik pnd des Kirchenrechts, ist ein Sohn des Freigerichts, geboren zu Michelbach a. d. Kahl.

Versteigerungs-- und Verpachtungs» rc. Kalender für Montag den 4. August.

Von Nachmittags 2 Uhr an versteigert Herr Gerichtstaxator M. Ullrich im Gasthaufe zumElephanten" dahier gegen Baarzahlung: Möbel, darunter Bettstellen mit und ohne Sprungfedermatratze, Bilder, Regulator, gold. Damenremontoiruhr, Herren- und Frauenkleider, Haus­und Küchengeräthschaften rc. Ebenfalls Rachm. 2 Uhr werden durch Herrn Auktionär C. Meerbott im Westhof'schen Hause (vor der Kinzig brücke Nr. 4): 2 Waagen, 2 Ziegen, Grummet, Oekonomiegeräthschaf- ten, Dielen rc. gegen Baarzahlung verkauft.

Für heute. Spar- und Kohlenkasse im Gasthause zurHoff­nung" : Abends 8'/» Uhr Theilung. Steinkohlenkassen: 1) zumSchwarzen Bären": Abends von 8 9 Uhr, 2) in der Brauerei Beck: von 8^810 Uhr, 3) in der Kaiser'scheu Wirthschaft von 910 Uhr: Erste Auflage und Mitgliederaufnahme; 4) in derweißen Taube": Abends 9 Uhr Generalversammlung und erste Auflage.Zum deut- scheu Haus": Heute Abend Concert.

(Seh enswürd i gkeiten.)Museum der Wetterauischen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet Sonntag Vormittags von 11 bis 12 Uhr. (Kindern allein ist der Zutritt nicht gestattet).

Kassel, 1. August. Herr Polizeipräsident Albrecht ist von einem beklagenkwerthen Unglück betroffen worden. Ein heftiger Schmerz im Kopf wurde nach ärztlicher Untersuchung auf Eiterbildung unter dem Auge zurückgeführt. Rettung war nur durch Herausnehmen des Auges möglich, welcher Operation sich gestern der Patient mit großer Stand- Haftigkeit unterzogen hat. (H- M.)

Kassel, 1. August. Wie derH. M." von zuverlässiger Seite aus Fritzlar mitgetheilt wird, erregt es dort einiges Aussehen, daß ein Gehülfe eines dortigen Vollziehungsbeamten seit mehreren Tagen ver­schwunden ist, nachdem derselbe die ihm anvertraute Kasse um einen recht erheblichen Betrag man spricht von einigen tausend Mark durch einen kühnen Griff erleichtert hat. Man vermuthet nicht mit Unrecht,

daß der junge Herr eine plötzliche Anwandlung zu einer längeren Ver­gnügungsreise bekommen hat und höchst wahrscheinlich bereits jetzt schon auf dem großen Wassergraben schwimmt. Die Untersuchung ist im vollen Gange und sind alle erforderlichen Maßregeln ergriffen, um den Durch, brenner noch zu erwischen, bevor er das Schiff bestiegen hat.

Fuld a, 1. August. DasF. K." schreibt: Wie uns aus glcubwürdiger Quelle mitgetheilt wird, soll nächsten Donnerstag den 7. d. M. eine Konferenz der preußischen Bischöfe dahier stütchnden.

Gersfeld, 31. Juli. Heute Vormittag wurde die Ehefrau und der Sohn des am 24 d. M. ermordet aufgefundenen Landwirths Barthelmes zu Mosbach verhaftet und sind dieselben in das Amtsge­richtsgefängniß zu Weyhers eingebracht worden. Dagegen wurden drei am 28. d. M. in dieser Angelegenheit festgenommene junge Burschen von Gersfeld wieder freigelassen. (F. K.)

Frankfurt a. M 1. August. Der bekannte Luftschiffer Herr Karl Securius wird nächsten Sonntag im Kurgarten zu Homburg v. d. H. mit seinem Luftballon aufsteigen. Das Jmmobiliengeschäst ging in dem verwichenen Monat Juli höchst schleppend. Die Summe der 7 umgefetzten Objekte beziffert sich auf 368 000 M Die Kreis« Physikatsstelle des Stadtkreises Frankfurt a. M., die durch den Tod des Herrn Sanitätsraths Dr. Kloß vakant geworden ist, soll anderweit be­setzt werden. Infolge dessen fordert die königliche Regierung, Abtheilung des Innern, zu Wiesbaden Mediciner-Personen, welche auf die Stelle reflektiren, durch öffentliche Bekanntmachung vom 30. Juli d. I. auf, sich binnen 3 Wochen bei ihr unter Einreichung betr. Zeugnisse und eines LebenSlaufes um die fragliche Stelle zu bewerben. Nachdem der edle Perser Kurban Bey vorläufig abgemiheilt ist, scheinen sich auch die noch fehlenden Diamanten freiwillig einstellen zu wollen. Dem Frankf. Gen.-Anz zufolge wurden nämlich dieser Tage auf dem Klapper« feld-Gefängnisse in den Schuhen eines dort detinirten Gefangenen vierzig Stück Brillanten gefunden, die offenbar zu der Hinterlassenschaft Kurban Beys gehören. (Fr. I.)

Frankfurt a. M., 2 August. Gestern wurde durch astro­nomische Beobachtung die mittlere Frankfurter Zeit bestimmt und die Normal-Uhr auf dem Tifbau-Rmt damit verglichen. Diejenigen jungen Leute, welche gegenwärtig ihre Strafe wegm betrügerischer Mi­litärbefreiung absitzen und in Kürze damit fertig sind, sollen, wie ver­lautet, sofort nach der Entlassung vom Klapperfeld zum Militärdienst eingezogen werden. Ein neunjähriger Schulknabe von Bockenheim vergnügte sich damit, daß er mit einem Stein aus Zündhütchen schlug, so daß dieselben explodirten. Bei einem solchen Schlag sprang dem Jungen eine Hi'flfe ins rechte Auge und verletzte es derartig, daß es vorgestern herausgenommen werden mußte. Die Nachricht, daß der Bäckergeselle, welcher in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag bei einer Rauferei mit einem Collegen aüf der großen Friedbergerstraße mit einem Messer gestochen wurde, gestern verstorben sei, wird uns heute von anderer Seite als unrichtig bezeichnet. Der Verletzte lebt noch Und sein Zustand ist ein derartiger, daß er bereits über den Vorfall von der Polizei vernommen werden konnte. Ob er indeß mit deck Leben davon kommen wird, darüber läßt sich gegenwärtig allerdings noch nichts sagen. (Fr. N.)

Darmstadt, 31. Juli. Das heute ausgegebene Regierungs­blatt Nr. 18 enthält: Gesetz, betr. die Herstellung der Nebenbahnen: 1) von Stockheim über Ortenberg und Hirzenhain nach Gebern; 2) von Hungen nach Laubach, mit Abzweigung nach der Friedrichshütte; 3) von Nidda nach Schotten; 4) von Station Eberstadt der Main-Neckarbahn nach Psungstadt; 5) von Reinheim über Groß-Bieberau und Brensbach nach Reichelsheim; 6) von Osthofen nach Westhofen; 7) von Sprend-- lingen in Rheinhessen nach Wöllstein.

Mainz, 31. Juli. (Ein beispiellos frecher Raub) ist vor­gestern Abend in dem Hause eines hiesigen Buchhändlers ausgfführt worden. Es war gegen neun Uhr, als die kranke 85jähxige Mutter des Buchhändlers ein Geräusch in dem Hause vernahm, Welches sie sehr ängstlich machte; doch ihr Schrecken sollte sich noch mehr steiget n. als sich plötzlich die Zimmerthüre öffnete und ein Kerl in Frauenkleihern und mit verschleiertem Gesicht das Zimmer betrat, in welchem sich auch ein Dienstmädchen zur Pflege der alten Frau befand. Der Kerl gebot den beiden Frauen vollständige Ruhe, er würde sie, wenn sie Lärm mach­ten, erstechen. Daraufhin begab sich der Unbekannte an den Geldschrank, machte ejutge tüchtige Griffe und verschwand wieder durch die TWre, nachdem er noch den Hausschiüsftl ermittelt und sich mit demselben selbst die Hausthüre, welche verschlossen war, geöffnet Hatte. In voller Angst blieben die Frauen regungslos im Zimmer, und erst qU der Sohn der Frau, der Buchhändler, nach Hause kam, wurde bet Geld­schrank untersucht und gefunden, daß der Räuber 300 Mark aus dem­selben geraubt hatte. Leider können die bejden Frauen über den Thäter gar keine Anhaltspunkte geben. Sie waren so erschrocken, daß sie den Räuber kaum angesthen habett. (Offb. Mztg.)

Rügen und Wünsche.

0 Trotz mehrfacher Klagen über das so unregelmäßige Zusammen-