—, daß die Exportfähigkeit unserer Industrie durch die mäßigen Schutz- zölle nicht behindert worden ist."
— Der älteste Offizier in der deutschen Armee, General von Stock - mar in Dessau feiert nächstens mit seiner 86jährigen Gattin die diamantene Hochzeit. Er selbst ist kürzlich 90 Jahr alt geworden.
— Kiel, 1. Aug. Die chinesische Corvette „Chen-Uuen" ist von Swinemünde hier eingetroffen.
— Straßburg, 31. Juli. Der Statthalter General - Feldmar- schall Freiherr von Manteuffel ist heute hier wieder eingetroffen.
— Blankenburg (im Schwarzathal;, 1. Aug. Eine Theil- strecke der Saalebahn Schwarza-Blankenburg ist heute eröffnet worden.
— Weimar, 31. Juli. Die Nachrichten aus Wilhelmsthal über das Befinden des Großherzogs lauten auch heute günstig. Se. Königliche Hoheit ist fast völlig wieder hergestellt und nur noch der Ruhe und Schonung bedürftig.
— Die Arbeiter- Colonie bei S ey da in der Provinz Sach- sen hat bis jetzt die bei ihrer Gründung gehegten Erwartungen erfüllt und berechtigt zu der Hoffnung, daß sie immer segensreicher wirken wird. Die zur Unterdrückung des Bettler- und Vagabondenthums eingerichteten Verpflegungsstationen haben sich bisher sehr nützlich erwiesen und hat die Bettelei bereits in jener Gegend nachgelassen. Ein ganzes Netz solcher Natural Verpflegungsstationen ist jetzt durch den ganzen Regierungsbezirk Merseburg hindurch gebildet, und es fühlen sich die Bewohner von Stadt und Land, welche auf entsprechende Art und Weise ersucht worden sind, keinerlei Gaben mehr an Durchreisende zu verabreichen, jetzt sehr wohl, von Vagabonden nicht mehr in derselben Weise wie früher belästigt zu werden
— München, 1. Aug. Redakteur Sigl meldete gegen das Urtheil des Schwurgerichts vom 8. Juli (die Beleidigung des Kriegs. Ministers und mehrerer Generalstabs Officiere betreffend) wegen erheblichen Formfehlers Revision beim Reichsgericht an.
— München. Die „Neust. Nachr." erzählen folgendes artige Histörchen, welches wieder einmal beweist, daß die Dummen, die auf einen hochtönenden Titel „hereinfallen" nun und nimmer alle werden: Unter dem Namen „Graf Labitzky" miethete sich vor einigen Wochen ein junger, eleganter Mann, mit vornehmen Manieren, bei einer Wittwe in der Maximiliansstraße ein. Er gab sich als politischer Flüchtling, als „Opfer russischer Tyrannei" aus, dessen Güter confiszirt und dessen Geschmeide und sonstige bewegliche Werthsachen im beiläufigen Betrage von 100,009 Rubeln von einem „treuen Diener" auf Unw.gen durch „Steppen und Wüsteneien" ihm hierher nachgebracht werden würden. Selbstverständlich entsprach die Dame den Bitten des interessanten Fremdlings, ihn vorläufig nicht zu melden, damit die „russischen Spione" seinen Aufenthalt nicht erkunden könnten. Daß der Herr Graf bis zur Ankunft des treuen Dieners nicht von der Luft leben konnte, wird jeder Billigdenkende einsehen. Auch unsere Dame sah das ein und „bat" den politischen Märtyrer, „einstweilen" 200M. gütigst annehmen zu wollen. Sie stellte dem jungen Polen noch verschiedenen Damen aus ihrer Be- i kanntschaft vor, und auch diese liehen ä Conto der 100000 Rubel, dem edlen Opfer russischer Tyrannei nach und nach über 2000 M. Vorgestern früh nun machte die Wittwe die Wahrnehmung, daß ihr polnischer Held Nachts nicht nach Hause gekommen sei — und sie wartet noch heute auf ihn. Ob er wohl wiederkommen wird?--
— Wien, 1. August. Wie die „Presse" meldet, hat der Finanz- Minister die Genehmigung zur Konvertirung der Prioritäten der böhmischen Westbahn, vorbehaltlich der verfassungsmäßigen Aenderung der Garantieverhältnisse dieser Bahn, ertheilt.
— Wien, 1. August. Heinrich Laube ist heute früh hier ge- storben.
— Langen, 1. Aug. Der erste um 7 Uhr früh auf der Arl- bergbahn von Bludenz abgegangene Probezug ist um 10 Uhr Vormittags hier eingetroffen.
— Steyr, 1. Aug. Anläßlich der morgen stattfindenden Eröff- nung der Ausstellung prangt die Stadt im herrlichsten Flaggenschmuck. Der Fremdenzuzug ist massenhaft. Gestern sind bereits Erzherzog Johann, der Ackerbauminister und der Statthalter eingetroffen.
— Haag, 1. Aug. Die beiden Kammern genehmigten in einer gemeinschaftlichen Sitzung mit 97 gegen 3 Stimmen den Gesetzentwurf über die Ernennung der Königin zur Regentin.
— Bern, 1. Aug. Der Bundesrath erklärte sich mit dem Vorschläge Frankreichs einverstanden, eine Conferenz zur Festsetzung neuer Grundlagen für die lateinische Münzkonvenlion am 21. Oktober in Paris abzuhalten.
— Paris, 1. Aug. Von gestern Abend bis heute Vormittag 10 Uhr sind in Toulon 2, in Marseille 16, in Aix 5 Choleratodesfälle vorgekommen. Die Geschäftsläden in Toulon sind wieder eröffnet, der Verkehr ist lebhafter.
— Paris, 1. Aug. Seit gestern Abend sind in Marseille 22, in Toulon 4 Choleratodesfälle vorgekommen.
— Paris, 1. Aug. Der Congreß ist auf Montag Mittag nach Versailles einberufen.
? — Paris, 1. Aug. Der National meldet, die Polizei entdeckte
i gestern bei einem Mechaniker Sprengbomben. Der Mechaniker wurde verhaftet.
— London, 1. Aug. In der gestrigen Conferenzsitzung brächte der deutsch; Botschafter Graf Münster die egyptische Sanitätsreform von Neuem zur Sprache. Die Botschafter Oesterreichs, Rußlands, Frank- reichs und Italiens stellten sich, wie das erste Mal, in der Sache principiell auf die Seite des Antrages, während von englischer Seite sich wieder das Bestreben zeigte, die Sache für eine autonome Behandlung zu reserviren. Dem Vernehmen nach wird Graf Münster in der mor- gigen Sitzung mit formulirten Reformvorschlägen hervortreten. Unter den Mitgliedern der Conferenz herrscht die Meinung vor, daß es der Billigkeit, daneben wohl auch dem eigenen Interesse Englands entspricht, wenn die Verantwortung für eine vorkommende Katastrophe künftig nicht mehr auf einer einzelnen Regierung lastet.
— London, 1. Aug. Das Reuter'sche Bureau meldet auS Foutschou, daß in Folge der unter den Europäern herrschenden Besorg- nisse die englische Corvette „Champion" ein Detachement Marinesoldaten gelandet habe und daS englische Kanonenboot „Merlin" bei dem Fremdenquartier stationirt sei.
— Odessa, 31. Juli. Der Großfürst Konstantin Rikolojewitsch ist nach dem Auslande abgereist.
— Tiflis ist von zwei Seiten von Einschleppung einer Epidemie bedroht. Von Poti aus durch die Cholera, wegen direkter Handelsverbindung mit Marseille, und vom Süden her von Kerbalai durch die Pest, deren Einschleppung die Regierung selbst als wahrscheilich bezeich- net. Es werden in Tiflis deshalb die sorgsamsten Maßregeln strengstens durch geführt.
— Ein in Kimberley erscheinendes Blatt, „Diamond-Field-Ad- vertiser" bringt folgende interessante Einsendung, die wir nachstehend wörtlich wiedergeben: „Während die Angra-Prquena-Frage nun ein wenig Interesse erregt, wenn auch, wie ich sürchte, zu spät, ist ein Zwischenfall bemerkenswerth, der sich unlängst in Vryburg (der neuen Hafenstadt von Bechuanalano) ereignete, indem er den Einflüß der neu gegründeten deutschen Colonie auf unseren Handel mit dem Innern vorausahnen läßt. Kürzlich wurden wir überrascht, von Angra Pequena aus Gesellschaft durch die Stadt Vryburg ziehen zu sehen. Sie sagten, der Weg sei gut, Wasser in Fülle vorhanden und Feld und Weide gut; die Preise der Waaren in Angra Pequena seien weit unter den Preisen in der Cap Colonie, da alle Waaren in Segelschiffen importirt würden. (Und wegen der hohen Zölle am Cap.) Eine gewisse Firma im Norden denkt ernstlich baran, sofort dahin auszubrechen Wenn die Nachricht von der günstigen Beschaffenheit des Zwischenlandes Angra Pequena erreicht, werden ohne Zweifel andere folgen, Stationen werden an der ganzen Route entlang aufblühen, und der Handel nach dem Innern wird sich von uns ab einem neuen Weg zugewandt haben, und dann erst werden unsere Leute, leider zu spät, die Wichtigkeit jenes jetzt noch unbedeutenden Platzes gewahr werden. Die Eingeborenen längs der Route waren freundlich, und da das Feld neu ist, so wird man unzweiselhaft guten Nutzen erzielen und der Hafen wird rasch zu einem wichtigen werden.
(Kl. Tagbl.)
— New-Nork, 31. Juli. Der Dampfer „Greece" von der Rational-Dampfschiffs-Compagnie (C. Messingsche Linie) ist hier eingetroffen.
Lokales, Provinzielles und Umgegend.
Hanau, den 2. August 1884.
— (Besichtigung.) In gestrigen Frankfurter Blättern lesen wir folgendes: „Herr Landrath Freiherr v. Br oich machte dieser Tage eine anstrengende Besichtigungstour durch die zu seinem Kreise gehörigen Ortschaften. Er nahm alle öffentlichen Gebäude, Kirchen, Rathhäuser, Schulen, auch die Brunnen, Wege, Gräben rc. genau in Augenschein, ließ manches Wort des Lobes, aber auch gar viele des Tadels fallen, so daß gegründete Aussicht vorhanden ist, daß der Besuch des Landraths gewiß manche Verbesserungen in unseren Landgemeinden zur Folge haben wird.
— (Stadtgräben.) Montag den 4. August werden behufs Rei- nigung und Durchströmung die Stadtgräben abgelassen sein.
Frequenz der städtischen Badeanstalt
im Monat Juli 1884,
Verabreicht wurden:
255 Bäder I. Cl.
665 „ H. Cl.
256 „ III Cl.
72 Douchebäder.
23 Römisch-Irische Bäder.
Sa. 1271 Bäder.
sohin im Durchschnitt pro Tag: 41 Bäder
Die höchste Abgabe per Tag betrug: 92 Bäder
Die kleinste „ „ „ „ 13 „
am 4. Juli.
„ 20. Juli.