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Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Poslausschlag. Die einjcine Nummer 10 Pig.
Hanauer Ameiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feirtage, mit belletristischer Beilage,
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Nr. 179.
Samstag den 2. August
1884.
Amtliches.
Warnung.
In Läden und Geschäften, welche als Lotterie-Komtor, Lotterie- Einnahme oder Lotterie-Kollekte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Collekteur bezeichnen, werden Loose der Preußischen Klassen-Lotterie und Antheilscheine auf solche Loose, oft unter Benennung als Antheilloose, für Preise angeboten, welche die im Lotterieplan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß in den Antheilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinnabzüge für sich ausbedingen.
Die Antheilscheine begründen niemals Ansprüche an die Lotterie-Verwaltung auf Looseerneuerung und auf Gewinnzahlung.
Vielfache gerichtliche Verurtheilungen von LooSantheilschein - Verkäufern haben herausgestellt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch verfahren, indem sie die Loose, auf welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen oder auf wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine ausgeben, als der Umfang ihres Loosebesitzes erlaubt, oder endlich indem sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden.
Zur Unterscheidung der Loosantheilscheine von den ächten Loosen machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren Umschrift „Koen. Pr. Gen. Lotterie - Direktion" tragen.
Zur Unterscheidung zwischen den sich als „Lotterie- Einnehmer" benennenden und ihr Geschäft als „Lotterie- Einnahmen" oder „Lotterie-Komtor" bezeichnen den Pri- vatverkä»fern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren allein als „Königliche Lotterie-Einnahmen" oder „Königliche Lotterie-Einnehmer" sich namhaft machen.
Berlin am 8. Juli 1882.
Königliche General - Lotterie - Direktion.
Dammas. Liliental.
" Bekanntmachung.
Vertrieb der Patentschriften durch die Reichs-Postansialten.
Im Einvernehmen mit dem Reichs-Patentamt ist versuchsweise die Einrichtung getroffen worden, daß die nach Maßgabe des Reichs- Patentgesetzes zur Veröffentlichung gelangenden Beschreibungen und Zeichnungen, auf Grund deren die Ertheilung der Patente erfolgt, die sogenannten Patentschriften, welche bisher ausschließlich durch die Reichsdruckerei vertrieben wurden, auch durch Vermittelung der Reichs- Postansialten bezogen teerten können.
Es werden Bestellungen entgegengenommen auf
a) einzelne Klassen von Patentschristen (zum fortlaufenden Bezüge aller Patentschriften einer und derselben Klasse),
b) zwanzig oder mehr Exemplare einer bestimmten Patentschrift und c) einzelne Exemplare einer bestimmten Patentschrift.
Im Allgemeinen sind für die Bestellung auf Patentschriften die für den Zeitungsverkehr bestehenden Bestimmungen maßgebend. Nähere Auskunft wird von sämmtlichen Reichs-Postanstalten ertheilt.
Berlin W., 30. Juli 1884.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.
______________________Stephan._______
Eeranntmkkyungen Ztöntgl. rranoraros«Ww.
Freitag den 8. August er. findet auf den Wiesen zwischen dem Bruchköbeler- und Lamboi-Walde in der Richtung nach Langendie- bach ein größeres Gefechtsschießen mit scharfer Munition statt. An dem genannten Tage dürfen bei Meldung von Strafe bis 9 Mark Vormittags in der Zeit von 6 bis 12 Uhr die fraglichen Wiesen, sowie die durch den Bruchköbeler Wald sührenden Wege von bezw nach Langen- diebach und Bruchköbel nicht betreten werden. Den Anweisungen der ausgestellten Sicherheitsposten ist Folge zu geben.
Hanau am 26. Juli 1884.
M. 4720 Der Königliche Lanorach Freiherr v. Broich.
Zugelaufen: Am 26. v. Mts. bei Seckbach ein wolssstreisiger Doggenhund mit geschnittenen Ohren, langer Ruthe, m. Geschl.; Empfangnahme bei Wilhelm Hahn zu Kilianstädten.
Gefunden: Einzdesektes Armband. Ein Paar lederne Strumpfbänder.
Entflogen: Ein Kanarienvogel.
Hanau am 2. August 1884.
Aus Königl. Landrathsamt.
Tagesscha«.
— Berlin, 1. August. Der Kaiserliche Konsul in Glasgow hat Herrn Alexander Roxburgh in Alloa zum Konsular - Agenten bestellt.
— Berlin, 31. Juli. Bisher wurden nur Gemeinden und Genossenschaften Staatsbeihilfen zu AufforstungSzwecken gewährt. Der Minister für Landwirthschast, Domänen und Forsten hat nun bestimmt, daß diese Uebung zwar als Regel beizubehalten, ausnahmsweise jedoch auch Privatpersonen eine solche Staatsbeihilfe zu gewähren ist, wenn die Persönlichkeit die Gewähr bietet, daß die Aufforstungen vorschriftsmäßig vor sich gehen und die ausgesorsteten Grundstücke genutzt werden.
— Berlin, 1. Aug. Die Berliner Klinische Wochenschrift veröffentlicht die Protokolle der Conferenz, welche zur Erörterung der Cholera im Reichsgesundheitsamte stattgesunden haben, und somit eine authentische Publikation über die vom Geheimrath Koch gemachten Choleraentdeckungen. Pros. Virchow bemerkte hiernach bei Eröffnung der Conferenz, es sei nach vielen Richtungen hin schon jetzt Klage zu führen über die Art, wie die Presfe sich gewisfer kursorischer Mittheilungen bemächtige, und sei es daher insofern besonders wünschenswerth, eine authentische Form für die Publikation zu wählen.
— S. M S. „Stosch", 16 Geschütze, Kommandant Kapitän z. B. von Rostitz, ist am 16. Juni cr. in Kobe eingetroffen.
f Ein vielversprechender freisinniger Wahlcandidat ist kürzlich in Gestalt des Rechtsnwalts Riebour in einer Parteiversammlung in Oldenburg aufgetreten. Derselbe erklärt, er candidire nicht freiwillig, sonder« „auf Befehl Eugen Richter's, der sein Ideal sei." Sollte dieser dem Winke Eugen Richter's gehorsame Herr aus der Wahlurne springen, so wird er selbstverständlich auch im Reichstag den Befehlen desselben nachkommen. Ganz besonders interessant ist aber dieser Herr dadurch, daß er in jener Versammlung offen aussprach, er sei kein Republikaner, aber die Republick sei die beste Staatsform, und da diese Erklärung doch einige anwesende Freisinnige zu beunruhigen schien, erklärte er zu ihrer „Beruhigung:" „er ziehe die Republick der Monarchie vor; im Uebri- gen brauche er sich über dieses Thema nicht weiter zu äußern, denn so lange er lebe, werde er vor diese Frage nicht gestellt werden." Selbstverständlich wurde Herr Niebour auf Befehl Richters von der Versammlung als Candidat aufgestellt. Für uns ist nur die Frage von Interesse, ob Herr Niebour auch mit seinen Erklärungen den Befehlen Richters nachgekommen ist oder ob letzterer, weil er die republikanischen Ansichten Niebours kannte, ihm den Befehl ertheilt habe, eine Candidatur anzunehmen. Die Sache kommt übrigens auf Eins heraus: das republikanische Ideal, welches die Freisinnigen haben, aber oft aus Klugheitsgründen zu verbergen suchen, ist hier in etwas unvorsichtiger Weise aufgedeckt worden, und wenn man sich auch auf freisinniger Seite bemühen wollte, den auf Befehl Richters candidirenden Herrn mit seinen republikanischen Idealen zu verleugnen, so weiß doch alle Welt, daß die Freisinnigen diese Ideale haben und an der Verwirklichung derselben — bewußt oder unbewußt — arbeiten.
— Der „Thüringischen Correspondenz" wird aus Gera geschrieben:
Wir erwähnten bereits, daß der Jahresbericht unserer Handelskammer für 1883 den im Allgemeinen durchaus befriedigenden Geschäftsgang im angegebenen Zeitraum rühmt. Die beste Bestätigung dafür liefert die Thatsache, daß die direkte Waarenaussuhr aus dem Konsularbezirk Gera nach den Vereinigten Staaten im Jahre 1883 3 948 824 Mark gegen 3 058 434 Mark im Jahre 1882 betragen hat, also um fast 30 pCt. gestiegen ist, „gewiß ein schöner Beweis — setzt der Bericht hinzu