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sam gemacht, daß es sich empfiehlt, das in dem Brell'schen Handbuch Seite 670 enthaltene, für die Gemeindeverwaltung zweckmäßige Schema in Anwendung zu bringen.

»■ Das diesem Schema entsprechende Formular ist in der hiesigen Waisenhaus Buchhandlung zu beziehen.

Hanau, am 31. Juli 1884.

V. 7090. Der Königliche Landrath Freiherr von B r o i ch.

(Berichtigung.) Im Hanauer Anzeiger Nr. 175 findet sich im Amtlichen Theile, zweitunterste Zeile der ersten Spalte des Titel­blattes, das Wort Central-Register statt „Control-Register" abgedruckt, welcher Druckfehler hiermit berichtigt werden soll.

Tagesscha«.

— Gastein, 31. Juli. Gestern Abend fand bei Sr. Maj. dem Kaiser Theegesellschaft statt, wozu auch Erzherzog Albrecht erschienen war. Heute Vormittag machte der Kaiser eine Promenade und startete alsdann der Gräfin Lamberg einen Besuch ab. Zur kaiserlichen Tafel war der Statthalter Graf Thun geladen. Erzherzog Albrecht ist heute früh abgereist.

— Berlin, 31 Juli. Der Reichsanzeiger publicirt das Actien- gesetz und die Ernennung deS Geheimen Ober RegierungsrathS von der Brücken und des Professors Schwenninger zu außerordentlichen Mit­gliedern des Reichsgesundheitsamts.

— B e r l i n, 30. Juli. Die durch die Zeitungen gehende Nach­richt, daß der Direktor des Reichs-Gesundheitsamtes, Ober - Regierungs­rath Dr. Struck, von der Leitung des Reichs - Gesundheitsamtes zurück- zutreten gedenke, wird der „Kreuzztg." als richtig bezeichnet. Wie dieses Blatt hört, hat derselbe ein Entlassungsgesuch bereits eingereicht. Geh. Rath Dr. Struck befindet sich gegenwärtig auf Urlaub und die Leitung des Amtes ruht jetzt in den Händen des Geh. Rathes Dr. Koch, als des etatsmäßigen Vertreters des Direktors.

— Berlin, 30. Juli. Das k. statistische Amt hat eine sehr aus­führliche Bearbeitung der Ergebnisse der Viehzählung vom 10. Januar 1883 veröffentlicht, in welcher das Material nach Staaten und größeren Verwaltungsbezirken geordnet ist. Neben den Nachweisen, welche sich auf Stand und Bewegung der Stückzahl der verschiedenen Viehgattungen beziehen, sind sür dieses Mal auch die Werthe dargestellt, welche sich aus den von den landwirthschastlichen Vereinen gemachten Angaben über den Verkaufswerth eines Stückes mittlerer Qualität der verschiedenen Viehgattungen und Altersklassen berechnen ließen, und es hat sich als Gesammtwerth des Viehkapitals im deutschen Reich der Betrag von fünf und einer halben Milliarde Mark ergeben, wobei das jedenfalls auch einen beträchtlichen Werth repräsentirende Geflügel außer Ansatz geblie­ben ist.

— Berlin, 31. Juli. Die Rordd. Allg Ztg. sagt über den Verein zur Wahrung der wirthschaftlichen Interessen des Handels und der Gewerbe: Wir können nur mit Befriedigung anerkennen, wenn end­lich von den hervorragendsten Vertretern des Kaufmannsstandes der An­fang gemacht wird, das todte Gebiet der Politik zu verlassen und in das lebendige und fruchtbare Gebiet der wirthschaftlichen Interessen ein« zutreten.

— Einer Zusammenstellung der 43 namentlichen Abstimmungen — ausschließlich derjenigen über rein geschäflsordnungsmäßige Anträge — aus der zu Ende gehenden Legislaturperiode des Reichstages entnimmt ein Correspondent der „Weser Ztg." daß die folgenden 19 Abgeordneten bei keiner dieser Abstimmungen gefehlt haben: Ackermann, Graf Adel­mann, Baumbach, Büchtemann, v. Bühler, Goldschmidt, Gutfleisch, v. Kleist Retzow, Kochann (Ahrweiler), v. Kulmiz, Dr. Langerhans, Lipke, Dr. Majunke, Dr. Papellier, Dr. Perger, Dr. Rse, Saro, Sonnemann, Dr. Stephani.

— Die überseeische Auswanderung aus dem deutschen' Reiche über deutsche Häfen und Antwerpen betrug, wie offiziös mitgetheilt wird, im ersten Halbjahr 1884 (1. Januar bis Ultimo Juni) 90 301 Personen, d. i. 3844 Personen weniger, als im gleichen Zeitraume des Vorjahres. Roch weiter bleibt die Zahl hinter der des Jahres 1882, wo 117 801, und des Jahres 1881, wo 126 139 Auswanderer im ersten Halbjahr gezählt wurden, zurück.

— S M. S. „Prinz Adalbert", 12 Geschütze, Kommandant Kpt. z S. Mensing I., ist am 16. Juni cr. in Kobe eingetroffen.

— In den letzten Tagen ist in Plauen (Vogtl) unter den Se­minaristen eine Krankheit ausgebrochen, welche aller Wahrscheinlichkeit nach Trrchinosis ist, worauf wenigstens alle Erscheinungen bei den Er­krankten Hinweisen.

— Am Montag erschoß sich in Zwei drücken in seinem Klassen­zimmer ein Primaner des Gymnasiums. Er wurde kurz vorher wegen grober Beleidigung eines Lehrers vom Gymnasium entlassen.

— Die Pariser Fahnengeschichte hat ein trauriges Nachspiel in Stuttgart gehabt. Junge, französisch sprechende Leute unterhielten sich in einem öffentlichen Garten über die Sache und lobten das Zerreißen der deutschen Fahne. Ein älterer Herr, Privatier Hummel, machte

sie auf das Ungehörige solcher Demonstration am öffentlichen Orte auf­merksam und gab dem lautesten Sprecher, der ihm mit Schimpfwörter! antwortete, eine Ohrfeige. Er erhielt nun einen Hieb mit dem Stock über den Kopf. Die jungen Leute entflohen, Hummel aber ist an feiner Wunde, zu welcher dre Kopfrose hinzutrat, gestorben.

— Professor Dr. Dräsche, eines der berühmtesten Mitglieder der medicinischen Fakultät an der Wiener Universität, hat einem Mitarbeiter der Wiener „Deutsch. Ztg." gegenüber erklärt, er verharre jetzt mehr denn je bei der Ansicht, daß die Cholera keine größere Verbreitung fin­den und bestimmt nicht nach Oesterreich kommen werde. Die jetzige Epi> demie sei so wenig, wie die der Sechziger Jahre, eine Wanderepidemie, wie die langsame Ausbreitung derselben beweise. Der Bacillen-Theorie könne er sich nach den gemachten Erfahrungen nicht anschließen. (F. N)

— Wien, 31. Juli. Der Politischen Correspondenz zufolge be­sucht Ende September das österreichische Kronprinzenpaar das rumänische Königspaar in Sinaia. Auf der Rückfahrt geht das Kronprinzenpaar auf die Krondomäne Goergeny zwecks Bärenjagd.

— Paris, 30. Juli. Das Abgeordnetenhaus erledigte in erster Lesung den Gesetzentwurf, betr. „Le Binage", die Vermischung der Weine mit Alkohol oder alkoholhaltigen Flüssigkeiten. Art. 1 bestimmt, daß die Weine, deren Alkoholgehalt über zwölfgradig ist, zwischen 12 und 15 Grad einfachen Zoll und VerzehrungSsteuer, zwischen 15 und 21 Grad aber doppelte Abgaben bezahlen. Die Weine die über 21 Grad messen, sind als reiner Alkohol zu versteuern. Art. 2 hebt bisherige Begünstigungen auf. Dann wurde beschlossen, daß die zweite Lesung erst nach den Ferien stattfinden sollte, damit inzwischen die Handelskam­mern, Generalräthe und andere Körperschaften den Entwurf prüfen und ihre Meinung darüber abgeben könnten. (Rh. K.)

— Paris, 31. Juli. Die Kammer nahm nach unerheblicher Debatte die Revisions-Vorlage nach den Senatsbeschlüssen mit 294 gegen 191 Stimmen an. Die Deputirten, welche Amendements gestellt hatten, zogen dieselben unter dem Vorbehalte, die Amendements im Congresse wieder einzubringen, zurück.

— Paris, 31. Juli. Ein Communiquö der Agence Havas er­klärt gegenüber der bezüglichen Behauptung des Times-Correspondenten in Trientsin, Fournier und Li-Huug-Chang hätten sich mündlich über den nothwendigen Aufschub des unverzüglichen Rückzugs der chinesischen Truppen geeinigt. Fournier hätte alsdann Li-Hung Chang eine Note über die Termine der Räumung überreicht. Diese Note sei Ferry mit Zustimmung von Li-Hung-Chang übergeben worden. Es sei falsch, daß Li-Hung-Chang die Termine gestrichen und Fournier diese Streichungen gebilligt habe.

— Paris, 31. Juli. Von gestern früh bis zum Abend sind in Toulon 3 und in Marseille 8 Personen an der Cholera gestorben.

— Paris, 31. Juli. Von gestern Abend bis heute Vormittag sind in Toulon 3, in Marseille 6 Choleratodesfälle vorgelommen.

— Paris, 31. Juli. Seit heute Vormittag 10 Uhr sind in Marseille 4, in Toulon 2, in ArleS seit gestern Abend 2 Choleratodes­fälle vorgekommen.

— Brüssel, 31. Juli. Der Gemeinderath beschloß heute mit­telst Acclamation einen Protest gegen den von dem neuen Ministerium vorgelegten Gesetzentwurf über den öffentlichen Unterricht.

— Rom, 31. Juli. Die Agencia Stefani dementirt sehr ent- schieden das Gerücht von dem Austreten der Cholera in Turin.

— Aus Prapani wird der „Gazetta bei Popolo" geschrieben: Kürzlich sollte von Cantangnio ein Brigadier der Carabinieri mit zwei anderen Soldaten der nämlichen Truppe nach Prapani zurückkehren. Auf dem Wege riß einer derselben, ein gewisser Demattris, plötzlich aus und gab drei Musketenschüsse auf den Brigadier ab. Hierauf ergriff er die Flucht und bedrohte Alle, die ihm in den Weg kamen, mit dem Ba- jonnet und mit einem Revolver. Mit diesem verwundete er eine Frau in der linken Brust, mit dem Bajonnet ein 10jähriges Mädchen, wie einen Bauer, der bald darauf starb. Einen jungen Menschen, welcher den Tobsüchtigen verfolgte, traf er mit einem Revolverschusse am Vor­derarme. Man machte sich nun allseitig auf, um eine förmliche Jagd auf den Mörder anzustellen. Dieser kam auch wirklich, aber nur schreck­hafter zurück und schien bereit, ein noch entsetzlicheres Blutbad unter sei­nen Verfolgern anzurichten; zwei Frauen waren seine neuen Opfer. Endlich zielte ein ausgedienter Artillerist auf ihn und streckte ihn zu Boden; an den Schläfen tätlich verwundet, starb er nach Kurzem. Die allgemeine Meinung geht dahin, daß der Soldat, der so schrecklich wirthschaftete, auf dem Marsche bei einer Hitze von 34 Grad, toll ge­worden sei, was berechtigt erscheint, zumal die Führungsliste ihn füher als einen ruhigen und friedseligen Soldaten bezeichnet.

— London, 31. Juli. Das „Reuter'sche Bureau" meldet: Das Bureau hört, die Verhandlungen der Konferenz hätten während der letzten Tage eine Wendung genommen, die eine befriedigende Regelung der egyptischen Angelegenheit erwarten ließe. Am Montag sei ein die englischen Anträge und den französischen Gegenentwurf vermittelnder Vorschlag in der Konferenz eingebracht worden, mehrere Bevollmächtigte der Konferenz hätten gestern bereits Instruktionen erhalten, welche ein