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schmalen Ausgang nach der Fahrstraße unweit dem PeterSthor im Ge­büsche einen Pack farbigen Stoffes liegen. Dies für gute Beute haltend, schlüpfte er zwischen dem Gesträuch durch. Der Pack enthielt die Leiche eines neugeborenen Kindes. Eme kräftige warme Douche, begleitet von starkem Zischen und Sausen, empfingen vorgestern Nachmittag die Gäste eines fi equenten Biergartens aus der nebenanliegenden Brauerei. Entsetzt verließen die Gäste ihre Plätze, Hüte und Stöcke zurücklassend, um schnell das Freie zu gewinnen, weil Alle glaubten, der Dampfkessel sei gesprungen. Es stellte sich jedoch heraus, daß bn der daselbst üb­lichen Reinigung der Rohre durch Dampf, welcher in ein Loch im Bo­den ausgehen soll, in Folge mangelhafter Befestigung des Endstückes sich dasselbe umdrehte und den Dampf durch ein Fenster abgab. Vor­gestern wurde dem Rest der Miether von Häusern in der Judengasse durch einen Beamten der Stadtkämmeei per 1 September gekündigt, so daß an diesem Tage die Straße vollständig geräumt sein wird. Denje­nigen, welche am 18. ds. Mts. die Häuser verlassen sollten, wurde auf ihre Vorstellung die Miethe bis 7. August verlängert. Die oberen Etagen der meisten Häuser sind schon geräumt und nur in den Par­terres werden noch Geschäfte betrieben. (Fr. N.)

Beim Kugelsuchen auf dem Griesheimer Schießplatz bei Darm­stadt ist den N. Hess. Vbl. zufolge am Mittwoch dem 12jährigen Sohn des Herrn Peter Maler ein Bein abg-schossen worden.

Mainz, 24. Juli Gestern gegen Abend konnte man in der Stadt und zwar in fast allen Richtungen eine große Menge geflügelte Ameisen d-e wahrscheinlich durch die Luft hierhergetragen wurden, wahr, nehmen Auf manchen Plätzen und Straßen sah man die Thierchen zu Tausenden herumlaufen.

Satzungen. Unser über tausendjähriger Soolbetrieb erhält, wie dieDf. Ztg." schreibt, in der nächsten Nähe demnächst Concurrenz, indem die zwischen hier und Eisenach in den Gemarkungen Kaiserroda, Tiefenort und Meckers liegenden Salzfelder durch Errichtung einer auf Actien mit 1 Million Grundkapital gegründete Weimarische Saline und Chemikalienfabrik ausgebeutet werden sollen. Die Erbohrungen ergaben ein sehr günstiges Resultat über die Mächtigkeit des Salzlagers (200 Fuß) sowohl, wie über die Qualität, indem sich auch das feinste Krystall­salz vorfindet.

Verloosungen.

Berlin, 25. Juli. Preußische Klassenlotterie. (Ohne Ge­währ ) Bei der heute angefangenen Ziehung der 4. Klaffe 170. Kö­niglich preußischer Klassenlotterie fielen:

2 Gewinne von 15000 M. auf Nr. 55584, 72024.

2 Gewinne von 6000 M. auf Nr. 21186, 61087.

43 Gewinne von 3000 M. aus Nr. 220, 1152, 5606, 8775, 13842, 13988, 21275, 21814, 22734, 23017, 26412, 27223, 27417,

30727, 31619, 35160, 39428, 43293, 44129, 50159, 53712, 54011,

55129, 55202, 57204, 59998, 63901, 63955, 61590, 65944, 68165,

71300, 72742, 76383, 78807, 79204, 83483, 84156, 84263, 86361,

89389, 9188 94545.

51 Gewinne vnn 1500 M auf Nr. 621, 2028, 2930, 3510, 5836, 11206, 11310, 13136, 15223, 15295, 16443, 17941, 18444,

19094, 23675, 25752, 27859, 28103, 28720, 32988, 33326, 34890,

35425, 37474, 38509, 38531, 42286, 47833, 51016, 52157, 53389,

60141, 64615, 70242, 70708, 72407, 72977, 76642, 77475, 7 7837,

78628, 82023, 82333, 82659, 83545, 87130, 87412, 90146, 91014, 92323 92392,

73 Gewinne von 550 M. auf Nr. 426, 3576, 6019, 6415, 9175, 9787, 12219, 12797, 13157, 16934, 18337, 20654, 21148, 22330, 22396, 23448, 25657, 28 03, 294x7, 31768, 30989, 32798,

33785, 342 9, 34570, 35219, 36220, 37278, 41836, 41505, 42472,

43682, 43460, 45976, 47361, 48621, 48819, 49458, 51941, 51725,

55870, 55907, 55280, 56136, 56546, 56438, 59529, 60824, 63431,

64272, 65163, 66005, 67226, 68292, 69236, 73754, 73763, 74425,

74824, 75164, 75239, 75484, 75955, 809^0, 81156, 82250, 82351,

83262, 86190, 88401, 89349, 93596, 94862.

Thermometerstand.

25 Juli Mittags 2 Uhr + 160,°, Abends 7 Uhr 4-13°; 26 Juli. Morgens 7 Uhr + 12°, Vormittags 10 Uhr 4- 120,0

AuSzüge aus dem Amtsblatt Königlicher Regierung zu Kassel.

Großkrotzenburg. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von Großkrotzenburg auf den Namen der Ehefrau des Ambrosius Klassert, Sabine, geb. Zeiger, zu Großkrotzenburg eingetragenen, in der Gemarkung von Großkrotzenburg.belegenen Grund- stücke am 19. September 1884, Vormittags 9 Uhr, vor dem König- lichen Amtsgericht Hanau, Abthl. IV, versteigert werden.

Börsennachrichten

Nr. Hanau, 25. Juli 1884.

Nach und nach, aber mit äußerster Langsamkeit gewinnen die Bör­sen wieder einiges Gefühl der Sicherheit gegenüber den niederdrückenden

Eindrücken der letzten Zeit. Die Woche umfaßte eine Reihe von Börsen, deren Haltung durchweg als fest bezeichnet werden konnten und schließ­lich sind die Course, wie unsere Vergleichstabelle zeigt, doch nur um verschwindend kleine Bruchtheile höher als sie in der Vorwoche ge­wesen.

Die besseren Meldungen aus New-Aork, aus dem Süden von Frankreich, die allseitig günstigen Erntenachrichten haben offenbar den Antrieb zum Verkauf, den Muth der Baissepartei eingeschränkt, aber diese Motive waren doch nicht stark genug auf der andern Seite große Kauf- und Unternehmungslust hervorzurufen.

Man muß unter diesen Umständen zufrieden sein, wenn die übliche sommerliche Geschäftsstille ohne weiteres Abbröckeln der Course vorüber- geht.

Frankfurter Course am

17. Juli.

am 24. Juli.

4 °/o Preußische Consols

1030s

lOS1/,,

4 °/o Bayern

103

102 **/i«

Oesterr. Creditactien

25i0s

2540,

Staatsbahnaetien

269

2670,

Oesterr. Goldrente

86V.

86171«

60er Loose

121V»

121S 16

4 °/o Ungar. Goldrente

763'4

76'8/w

Russen von 1877

94V,

941,

Hess. Ludwigsbahnacüen

11016

110

Gotthardbahnactien

96V.

951 ,

Darmstädter Bank

1513 18

152

Ausrottung der Hundswuth.

Der französische Gelehrte Pasteur theilt in der Pariser Acad6mie des Sciences seinen Kollegen mit, wie er zu der Gewißheit gelangt ist, daß nicht nur jeder, der von einem wüthenden Hunde gebissen wird, ge­rettet werden kann, sondern daß die Hundswuth durch Einimpfung des Virus allmählig auszurotten ist. DerFigaro" war bereits vorher in der Lage, über das Ergebniß der Untersuchungen des französischen Ge­lehrten wie folgt, zu berichten:Sie fragen mich", sagte der Gelehrte zu einem Mitarbeiter desFigaro",um meine Geheimnisse und ich gebe sie Ihnen mit Vergnügen preis; denn wo es sich um Menschen­leben handelt, darf nichts geheim gehalten werden. Den Wuthmikroben habe ich zwar noch nicht gefunden, aber ich werde ihn noch finden. Weil ich ihn nicht kenne, habe ich für diese Krankheit eine andere Me­thode eingeschlagen als für den Milzbrand, die Epidemieen der Schweine, Schafe rc. Für den Milzbrand nehme ich z. B. den milzigen Mikro- ben, ziehe ihn in bescheren G älern auf und vermindere nach und nach sein Gift; dann impfe ich ihn den Thieren ein und heile oder bewahre sie. Mit der Hundswuth habe ich ein n ganz anderen Gang beobachtet. Zuerst machte ich die Entdeckung, daß der V-rus bei einigen Thieren an Heftigkeit verliert, bei anderen aber noch zunimmt: bei dem Kanin­chen ist das erstere, bei dem Affen das letztere der Fall. Ich hielt mich ' nun an folgendes Verfahren: erst nahm ich Virus aus dem Hirn eines an der Wuth verreckten Hundes und impfte ihn einem Affen ein, der daran verendete. Den Virus dieses Thieres impfte ich einem zweiten Affen und den des zweiten einem dritten ein, von dem ich einen bei­nahe unschädlichen Impfstoff betont. Diesen brächte ich einem ersten Kaninchen bei, an dem er schon an Kraft gewann, dann einem zweiten, einem dritten und endlich einem vierten, bis er die Max malkraft er­reicht hatte. Auf diese Weise erlangte ich Virus von verschiedengradiger Schädlichkeit, genau wie ich Milzmikroben von größerer oder geringerer Kraft erzielt hatte. Nur habe ich den Wuth-Virus in Thierkörpern her­angezogen, von denen jeder besonders veranlagt war, die Krankheit zu empfangen und zu ertragen. Sehen Sie nur, in gewissen Ländern er­reicht das Farrenkraut die Höhe unserer Bäume, in anderen ist es ver­krüppelt. Nicht anders verhält es sich mit dem Wuth-Virus, den ich in Thierkörpern aufziehe, bis er sein Maximum oder sein Minimum erreicht Jetzt will ich Ihnen erklären wie ich die Wuth heile, oder vielmehr, wie ich das Thier oder den Menschen davon bewahre, dage­gen stähle.. Ich mache z. B. einem Hund drei Einimpfungen mit dem Virus meiner Kaninchen, indem ich bei dem schwächsten anfange und nach Pausen von mehreren Tagen zum stärksten gelange. Wenn ich dann den Wuthstoff irgend eines Hundes dem so behandelten einimpfe, so wird er nicht mehr daran krank sein; er ist gestählt. Es ist dies eine einfache Präventiv-Jmpfung. Jedes andere nicht dieser Behand­lung unterzogene Thier wird im Gegentheil nach der bestimmten Strang heitszeit erliegen. Darauf beschränkt sich aber meine Entdeckung noch nicht. Ich impfe die Wuth zwei Hunden zugleich ein, lasse den einen ohne Pflege, und nach einigen Tagen, sieben oder acht, manchmal län­ger, wird er toll, entweder tobsüchtig oder auch wuthlahm. Dem anderen mache ich die stufenartigen Virusimpfungen, indem ich von schwächeren zum stärkeren schreite und dies muß innerhalb der Vorbereitungszeit, also binnen acht Tagen geschehen. Der zweite Hund kommt davon, oder richtiger gesagt, er ist nicht krank." Während Pasteur so sprach, sührte er den Gast in die Hundsabtheilung und streichelte ein Threr, mit dem er die verschiedenen Einimpfungen vorgenommen hatte.Sre sehen", sagte er,wie zahm er ist. . . . Um mich aber kurz zu fassen, glaube ich, daß man allmählich die Hunde gegen die Wuth stählen kann