Abonnement»
Preis:
Jährlich 9 Mok. Halbj.«M.SOPfg.
Vierteljährlich
2 War! 25 Pfg^ Für auSwärt^lk iibonnjytin mit de-<^etreffen. Ler>-Postausichlag. liine einzelne Num
mer 10 Pfg.
Hanmer-Ameiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,
ANsrrnvns«
»reis:
Die Ispaltige Saruwndzeile ob. deren Raum
10 Psg.
Sie r»alt. Seile 20 Psg.
Diebspaltig-Zeile 30 Psg.
Nr. 172.
Freitag den 25. Juli
1884.
EDarwtumchrmgew Kömgl. Laudrathsamts.
In Veranlassung der Seitens einzelner Ortsvorstände und Gemeinderäthe der Forstdehörde bereiteten Schwierigkeiten bei der Ausführung der genehmigten Hauungen und Kulturen in den Gemeindewaldungen werden dieselben unter Hinweisung aus das Staatsministeriah« Ausschreiben vom 28. August 1824 (kurhess. Gesetz - Sammlung Seite 89) sowie auf den §. 68 der kurhessischen Gemeinde-Ordnung vom 23. Oktober 1834 hiermit bedeutet, daß die Ausführung der bereits genehmigten Hauungen und Kulturen lediglich und allein Sache der Forstverwaltung ist. Auf Verlangen sind dieser die erforderlichen qualifizirten Arbeiter von der Gemeinde zu stellen, anderen Falles wird die Forstverwaltung auf Kosten der Gemeinde das Nöthige besorgen lassen.
Da sodann von verschiedenen Ortsvorständen bereits genehmigte Kulturen, namentlich Entwässerungs- und Wege-Arbeiten, obgleich dazu wiederholt aufgefordert ist, unter allerlei Vorwänden unausgeführt geblieben sind, so erwarte ich, daß derartige Eigenmächtigkeiten und Vernachlässigungen nicht wieder vorkommen. Die noch rückständigen Ent- Wässerungs-Arbeiten sind ungesäumt in Angriff zu nehmen, da bei der großen Trockenheit die Kosten verhältnißmäßig jetzt geringer sind.
Hanau am 24. Juli 1884.
Der Königliche Landrath
V. 6753 Freiherr v. Broich.
Im Anschluß an meine Verfügung vom 11. März d. Js. V. Nr. 11371/83 (Kreisblatt Nr. 64) theile ich den Herrn Bürgermeistern der diesseitigen Grenzgemeinden zwischen dem Groß h erzogthum Hessen mit, daß nach einer Vereinbarung mit dem Großherzoglich hessischen Kreisamte zu Büdingen und Friedberg die gemeinschaftliche Begehung der Landesgrenze am 1. Oktober jeden Jahres bezw. (wenn der 1. auf einen Sonntag fällt) an dem auf den 1. Oktober folgenden Werktage vorzunehmen ist.
Hanau am 18. Juli 1884.
Der Königliche Landrath
V. 6307 Freiherr v. Broich.
Nachdem zum Bau der FriedbergHanauer Bahn in der Gemarkung Roßdorf
1) H. 26. 2 ar 41 qm von Heinrich Engelhardt in Roßdorf,
2) H. 35. 7 ar 32 qm von ebendemselben, und
3) H. 294/35. 1 ar 55 qm von Konrad Schuffert daselbst erworben worden sind, wird behufs Regelung der Rechte Dritter das EnteignungSverfahren in Gemäßheit der §§. 16 und 25 deS Enteignungsgesetzes vom 11. Juni 1874 eingeleitet und hierzu auf den 8ten August c., Morgens 10 Uhr, Termin in mein Büreau anberaumt.
Die an den betreffenden Grundstücken etwa Berechtigten werden aufgefordert, ihr Interesse an Feststellung der Entschädigung, sowie bezüglich der Auszahlung und Hinterlegung derselben so zeitig wahrzunehmen, daß in dem obigen Termine über deren Ansprüche entgültig verhandelt werden kann.
Hanau am 15. Juli 1884.
Der Königliche Landrath
V. 6358 Freiherr v. Broich.
Den Herrn Bürgermeister und Ortspolizei-Verwaltern diene zur Nachricht, daß der Landwegebau-Etat für das Jahr 1885 bis zum 2. August c. in meinem Geschäftslokal zur Einsicht offen liegt.
Hanau, den 23. Juli 1884.
Der Königliche Landrath
V. 6786. Freiherr v. Broich.
Zufolge Verfügung der Königlichen Regierung vom 11. d. Mts. A. I. 7016 werden die Herrn Standesbeamten in Kenntniß gesetzt, daß die Königliche Regierungs-Hauptkasse angewiesen worden ist, den Königlichen Standesämtern die Entschädigung für die Ausfüllung der dem Königlichen Statistischen Büreau in Berlin in der Zeit vom 1. April 1883 bis 31. März 1884 eingereichten Zählkarten über Geburten, Ehe
schließungen und Sterbesälle durch die dem betreffenden Standesamte zunächst gelegene Königliche Specialkasse (Steuer- oder Forstkasse) aus- zuzahlen und daß diese Specialkassen angewiesen sind, die Entschädigung während 2 Monate bis zur Abholung aufzubewahren, damit den Standesämtern durch die Zustellung Portokosten nicht erwachsen.
Hanau am 18. Juli 1884.
Der Königliche Landrath
V. 6693 Freiherr v. Broich.
Tagesschau.
— Bad Gastein, 24. Juli. Se. Maj. der Kaiser machte heute Vormittag eine Promenade. Das Diner fand heute in Böckstein statt und nahmen an demselben auch die Gemahlin des Botschafters Fürsten Hohenlohe und die Gräfin Lehndorff theil. Nach den bisherigen Dispositionen wird sich der Kaiser am 5. August nach Salzburg' begeben, am 6. August mit dem Kaisir von Oesterreich in Jschl zusammentrtffen und am 7. August die Rückreise nach Berlin antreten.
— Der „R. u. St.-A." veröffentlicht: Gesetz, betreffend den Reingewinn aus dem von dem Großen Generalstabe verfaß'en Werke: „Der deutsch-französische Krieg 1870/71", vom 12. Juli 1884.
— Berlin, 24 Juli. Der Großherzoglich badische Gesandte am hiesigen Allerhöchsten Hofe, Freiherr von Marschall, hat einen ihm von feiner Regierung bewilligten Urlaub angetreten.
— Berlin, 23. Juli. Der Abg. Dr. Majunke hat feine Mandate für den Reichstag (Trier) und für den Landtag (Kempen-Geldern) niedergelegt, da er vom Herrn Fürstbischof von Breslau zu seelsorg- licher Thätigkeit zurückb-rufen worden ist. Derselbe wird vom 1. Oktober ab seinen neuen Posten in Hochkirch bei Glogau in Schlesien einnehmen. — Die „Kreuzig " schreibt: Ueber den Termin für die Reichstagswahlen ist zwar noch keine Bestimmung getroffen; doch verlautet, daß die zweite Hälfte des Oktobermonats dafür in Aussicht genommen sei. Auch heißt es, daß der Reichstag bald nach den Neuwahlen einberufen werden solle.
— Berlin, 23. Juli. Die afrikanische Gesellschaft in Deutschland hat, wie man der „Köln. Ztg." berichtet, eine neue Expedition ausgerüstet, um das südliche Congobecken gründlich zu erforschen. Leiter der Expedition ist der Premier Lieutenant vom 47. Regiment, E. Schulze. Ihm werden sich zwei Offiziere des 17. Regiments, darunter als Topograph Premier-Lieutenant Kund in Neu-Bretsach, sowie der Assistenzarzt Dr. Wolff in Britz bei Berlin als Arzt und Anthropologe, sowie der Gymnasiallehrer Dr. Büttner in Potsdam als Botaniker, Zoologe und Mineraloge anschließen. Die Abreise wird Ende dieses Monats von Hamburg aus mit dem Dampfer Wörmann erfolgen.
— Während so viel jüngere Parlamentarier die Flinte ins Korn zu werfen gesonnen sind, hört man, daß die beiden Senioren des Reichstages, Graf Moltke und Bockum-Dolffs, beide über achtzig Jahre alt, bei den bevorstehenden Neuwahlen ein Mandat wieder annehmen werden.
— Nach Feststellungen, welche von dem Verein deutscher Jute- Industrieller ausgehen, umfaßt die deutsche Jute-Industrie gegen, wärtig 23 Jute-Spinnereien und Webereien, welche über 51126 Spindeln und 2240 Webestühle verfügen. Außer diesen bestehen eine große Anzahl Hand- und mechanische Webcstühle ohne Spinnereibetrieb, welche das von den erwähnten Fabriken gefertigte und von den eigenen We. bereien der letzteren nicht absorbirte Gespinnst sowie auch ausländische Garne verarbeiten. Die neuesten Werke, wie Harburg, Hamburg und Stralau, sind noch in der Vergrößerung begriffen, welche nach der Vollendung (voraussichtlich im Jahre 1885) die aufgeführte Anzahl Spindeln noch um ca. 10 000 und die der Webestühle um ca. 600 vermehren werden. Hiernach wird die deutsche Jute Industrie in der nächsten Zeit durch ca. 61000 Spindeln repräsentirt, die eine ProduktionSfähiakeit von ca. 522 000 Doppel»Ctr. Fabrikate besitzen.
— Was das finanzielle Ergebniß des VIII. deutschen Bundes- schießen zu Leipzig betrifft, so ist nur Erfreuliches zu berichten. BiS Dienstag Abend betrug die Baar-Einnahme schon etwas über 100000 1 Mark. Bis zum ersten Festtage waren 68 000 Einzelbillets und 20000