Abonnement?
Preis:
Jährlich 9 Ma^. Halbj. 4M. 50Pfg.
Vierteljährlich 2 Mark 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer 10 Pfg.
Hananer Aiyeign.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und fieirtage, mit beUetrtst schec B ilage.
JnscrtlonS-
PreiS:
Die ifpattige Barmondzeile ob. bereu Raum
10 Pig.
Die 2 fpatt. Zeile
20 Pfz.
DieSspalttgeZeile
30 Pf,
Nr. 164.
Mittwoch den 16. Juli
1884.
GskanntmEchNngen Königl. LandrathSamts.
Bei der Revision der Schafheerden des Domainenpachters Schwarz zu Baiersröder Hof ist durch den Königlichen Kreisthierarzt konstatirt, daß beide Heerden der Räudekrankheit verdächtig sind.
Mit Hinweis auf §. 120 der Instruktion zur Ausführung der §§ 19 bis 29 des Geietzes vom 23. Juni 1880, betr. die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen (Beilage zum Amtsblatt Nr. 17 de 1881), wird dies zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Hanau am 15. Juli 1884.
Der Königliche Landrath.
V. 6558 In Vertretung: Baabe.
____
Tagesschau.
— Bad Gastein, 15. Juli. Kaiser Wilhelm ist um 5% Uhr Abends hier wohlbehalten eingetroffin und von den Spitzen der Be- hörden und dem Publikum herzlich begrüßt worden.
— Berlin, 15. Juli. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin hat dem Provinzial »Verbände des Vaterländischen Frauenvereins in Danzig eintausend Mark als Beitrag für die in Folge der Weichfelüber- schwemmung Hülssbedürftigen überwresen.
> — Berlin, l4. Juli. In jüngster Zeit ist über die Entsendung von D putationen diesseitiger Offiziere zur Th ilnahme an den großen Manö ern des Auslandes Beschluß gefaßt worden. Es werden an der ^ptze der zu entsendenden Offiziere stehen: für die Manöver der französischen Armee der General-Lieutenant v. H-uduck, Commandenr der Cavaller-e-Div sion des 15 A,me Corps (Metz); für die Manöver der russischen Armee der General-Lieutenant v. Leszczynski, Commandeur der 15. Division (Köln); für die Manöver der österreichischen Armee der General Major v Hanisch, Director des allgemeinen Kriegs- deprrtements im Kriegsministerium. — Der japanische Kriegsminister Genral-Lieutenant Oyama ist, begleitet von den j panischen Offizieren
■ Oberst Kawa Kami, M.jor Shimitzu und Major Ossaka, dem Hauptmann K Jditti, dem Generalarzt Has iemoto, den Intendantur»Beamren Jicegaki, Ch zoku und Mataga, gestern Abend hier eingelroffen, um, wie gemeldet, die militärischen Einrichtungen, Institute und Anstalten Deutsch- lan s in Augenschein zu nehmen. Bei der Ankunft in Berlin wurden du selben vom japanischen Gesandten auf dem Bahnhöfe empfangen und nach dem Hotel Kaiserhof geleitet. Außer den Genannten werden heute Abend noch mehrere andere hohe japanische Officiere hier eintr ffen.
— Berlin, t 5 Juli. Der französische Boischaster war beauftragt, das Bedauern seiner Regierung auszudrücken anläßlich des bei dem gestrigen Volksfeste in Paris erfolgten Herabreißens der an einem Gasthofe angebrachten deutsch-n Fahne. Wegen der Schnelligkeit des ganzen Vorganges habe die Polizi nicht rechtzeitig einschreiten können.
— S. M S. „Freya", 8 Geschütze, Kommandant Korv. »Kapitän t Schulze, ist am 26. Juni cr. in Halifax eingetroffen.
— Breslau, 14 Juli. Die „Breslauer Zeitung" meldet aus Kattowitz: In der am Sonnabend hier abgehaltenen Sitzung der koalir- ten Obersch.xsischen Walzwerke wurde die Thatsache konstatirt, daß der v Bestand der laufenden Schlüsse bei entsprechend bedeutenden Spezifikatio» pen die Produttronsfähigkeit sämmtlicher Walzwerke über 40» Monat in Anspruch nehme, während die Lagerbestände den Bedarf nur knapp l1^ Wochen quantitativ zu decken im Stande wären Mehrere Werke erklärten angesichts dieser überaus günstigen Sachlage, ihr Walzeisen nicht mehr zu gegenwärtigen Minimalgrundpreisen abgeben zu wollen.
— Stuttgart, 15. Juli. Ueber den gestrigen Besuch des Kaisers in Friedrichshasen wird gemelret: Der Kaiser war von der großherzoglich badischen Familie begleitet. Der König und die Kömgin von Württemberg empfingen den Kaiser im Schloßgarien. Die Herzoginnen Elsa und Olga überreichten dem Kaiser beim Verlassm des Schiffes Kornblumen. Der Aufenthalt des Kaisers im Schlosse dauerte über eine Stunde.
— Wien, 15. Juli. Die Wiener Abendpost schreibt: Der deutsche Kaiser hat heute wieder österreichischen Boden betreten, um, wie , seit einer Reihe von Jahren, Kräftigung seiner Gesundheit in Gastein
zu suchen und zu finden. Die Völker der österreichisch-unganschen Monarchie beg'üßen in dem Besuch des deutschen Kaisers das stets erfreuliche Unte Pfand der zwischen beiden Kaiserhöfen und Reichen bestehenden innigen Freundschaft.
F'ume, 15. Juli. Der in Brand gerathene Dampfer „Octava" gehörte der Flensburger Dampfschifffahrtgtsellschaft von 1869 an. Schiff und Ladung sind verloren; die Mannschaft wurde gerettet. Fünf Mann sind verwundet.
— Paris, 15. Juli Der Senat genebmigt einstimmig einen Credit von 2'/r Millionen Francs tut die Choleraopfer. Gavardi (Rechte) machte noch darauf aufmertfim, ein so hoher Betrag wäre nicht erforderlich, wenn die Hospitäler nicht laic firt wären.
— Paris, 15. Juli. Die Morgenblätier sprechen sich mißbilligend über den gestrigen Vorfall aus. Figaro sagt, weder die Pariser Bevölkerung, noch die Regierung sei für derarlige Vorfälle veran twort- lich; das seien keine Patrioten, die sich solche Hand ungen zu Schulden kommen ließen, sondern Schwachköpfe oder Agents provocateurs.
— Paris, 15. Juli, Mittags Seit gestern Abend sind in Marseille 35 unb in Toulon 13 Personen an der Cholera gestorben.
— Marseille, 15. Juli Die M nister des Inneren, des Handels und der Arbeiten sind heute Vormittag hier eingetroffen. Der Präfect erstattete den Mu istern B-richr über die Lage in Marseille und theilte mit, daß gegen 6 ',000 Personen die Smbt seit Austreten der Cholera verlassen h rben. Armitstosigkeit bedrohe die Arbeiterbevö.kerung. Morgen beabsichtigen die Minister nach Toulon zu reisen.
— Marseille, 15. Juli. Von gestern früh bis Abends starben 29 Personen an der Cho era.
— Madrid, 15. Juli. Zwischen dem italienischen Gesandten und dem Minister des Auswärtigen, Elduayen, fanden sehr freundschaftliche Erklärungen bezüglich der Rede Pldal's statt, womit der Zwischen- fall als erledigt betrachtet wird.
— Mit großer Entrüstung theilt die sozialdemokratische Zeitung in Madrid ihren Lesern mit, ihr Mitredakteur Arostigi habe 500U Piaster geerbt und sei sofort aus der Redaktion ausgeschieden. Für einen Mann, der 5000 Piaster in der Tasche habe, schicke es sich nicht, Sozialdemo- krat zu sein, habe er geschrieben.
— London, 15. Juli. Reuter's Bureau meldet aus Aden: Der hiesige englische Resident begab sich mit zwei Kanonenbooten nach Berbera, um diesen Hafen für England in Besitz zu nehmen.
— Die Chinesen in San Francisco sammeln Gelder, um die chinesische Regierung in den Stand zu setzen, den erwarteten Krieg gegen Frankreich zu führen. 300 000 Doll. sind bereits nach China gesandt worden und ein gleicher Betrag geht mit dem nächsten Dampfer dahin ab.
Reichsgerichts-Entscheidurtgen.
— Das unbefugte Eindringen in eine Wohnung behufs Ausführung eines Diebstahls enthält nach einem Urtheil des Reichsgerichts, I. Strafsenats, vom 1. Mai d. I., einen Hausfriedensbruch.
Lokales, Provinzielles und Umgegend.
Hanau, den 16 Juli 1884.
Auszug aus dem Central-Handels-Register.
(Eintragungen bei Königlichem Amtsgericht, Abth. I zu Hanau.)
Nach Anmeldung vom 9 Juli 1884 ist am 10. dess Mtk. in das Handelsregister unter Nr. 872 eingetragen: Firma „WeiSborn u. Golde" in Hanau. Inhaber der Firma sind: 1) Kaufmann Ferdinand Weis« born jun. hier, 2) Kaufmann Heinrich Golde hier.
— (Verein Creditref orm.) Zur Liste Nr. 15 (Jusiliste) waren angemeldet 70 Anträge im Betrag von M. 2035,50. Von ten betr. 70 Personen stehen 15 schon in früheren Listen, es bleiben also 55 neue Anträge. Hiervon sind 3 noch in Verhandlung, 41 Anträge aber geordnet. Im Ganzen sind bis heute 1923 Anträge im Betrag von M. 51883,91 eingelaufen.
Mue Bert ine entstauben in Augsburg, Geschäftsführer: A. Knode, in Mühlhausen in Elsaß, Geschäftsführer: Zinglert. Die Zahl der ! Vereine ist damit auf 46 gestiegen.