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S Mark 95 Wa- 86t auswärtige Abonnenten mit dem betreffe», den Bostaufschlaz. Die etn-elne Nummer 10 Psg,
Hanmer Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samvaus mit der Berliner Provmzral Correwondenz.
frei»;
Die ifpaltige ««rmondzetle * deren Raum
10 Pig-
Die -walt. Zeile
20 Psg.
Die »WaltigcZetl«
30 Psg
Rr. 158.
Donnerstag den 10. Juli
1884.
BekanntmachVAgeu Königl. LaNdroLbtzSL ts
Das diesj h ige Ober-Ersatz Geschäft für den Aushebungs-Bezirk Hanau findet am 21., 22., 23. und 24 Juli c. in dem Gasthaus zur Mainlust in Kesstlstadt statt und beginnt an jetem Tage Morgens OVz Uhr Die Mi ita" Pflichtigen haben sich behufs Vcrlesens präcis S’/a Uhr Morgens eivzufi den.
Die Eltcrn oder sonstige Angehörige, zu deren Gunsten wegen Arbeitsunfähigkeit Ansprüche auf Zuiückstellung rc begründet werden sollen, haben bei Meidu-g der Nichtbuücksichtigung ihrer Ansp-üche im Aushebungstermine persönlich zu erscheinen.
Militan Pflichtige, welche ohne genügende Entschuldigung im Termine nicht erscheinen, oder bei Ausrufung ihres Namens richt anwZend find, werden mit Strafe bis zu 30 Mark oder entsprechender Haft bestraft
Jede Störung der Ordnung während des Geschäftes wird mit einer Geldstrafe bis zu 15 Mark oder entsprechender Gefängnißstrase geahndet
Die Herrn Ortsvo-stände haben strenge darüber zu Wachen, daß die Militairpflichtigen im nüchterne» Zustande, mit reinem Körper und in sauberer Kleidung erleb* inen.
Diese Bekanntmachung ist auf ortsübliche Weise zu veröffentlichen.
Die per Couv rt zugehenden sp ciellen Ladungen sind an die betreffenden Militanpflichngen ungesäumt auszuhändigen, über die erfolgte Behändigung ist bis spätestens zum 15. d. M. eine Bescheinigung hierher einzusend n.
Bei dem Geschäft haben die Herrn Ortsvorstände zur Ertheilung etwaiger Auskunft anwesend zu sein, auch h iben dieselben dasür Sorge zu tragen, daß die Eltern und über 14 Jahre alte Brüder der R.cla- manten zur Stelle sind.
Die Stammrollen der Jahrgänge 1862, 1863 und 1864 sind, soweit dies nicht bereits geschehen, bis zum 15. d. M. hierher einzu- senden.
Hanau, den 9. Juli 1884.
Der Königliche Landrath
M. 4396. Freiherr v. Broich.
Gefunden: Ein Sack mit Erbsen; Empfangnahme bei Heinrich Mäusert zu Dörnigheim
Verloren: Ein blauseidener Sonnenschirm.
Hanau am 10. Juli 1884.
_________________ Aus Kömgi. Landrathsamt.___________________
Tagesschau.
— Koblenz, 9. Juli. Se. Maj der Kaiser ist heute Morgen im besten Wohlsein nach der Mainau abgereift.
— Konstanz, 9 Juli. Der Kaiser ist Abends 7 Uhr hier eingetroff n und wurde von der großherzoglichen Familie am Bahnhöfe empfangen. Eine große Volksmenge begrüßte den Kaiser unter begeisterten Hochrufen, die sich auf dem Wege vom Bahnhöfe nach dem Hafen unausgesetzt erneuerten. Der Kaiser bestieg den Salondampfer „Kaiser Wilhelm", welcher um 71/* Uhr unter Salutschüssen der im Hafen liegenden Schiffe und unausgesetzten Hochrufen der Volksmenge den Hafen verließ.
— Berlin, 9. Juli. Der Reichsanzeiger veröffentlicht einen Erlaß des Kai ers an den Sekretär der Akademie der W ssenschaften, Professor Amvers, worin er demselben für die Verdienste bei den Expe- bitionen zur Beobachtung des Venu»durchgangs, wobei die deutsche Wis- senschat in hohem Maße Erfolg und Würdigung errungen, ingleichen allen Mitwirkenden seine Anerkennung ausspricht und für die Hilfe und Gastlichkeit dankt, welche den Expeditionen von den in der Ferne lebenden Smmmesgenosfen und vielen Angehörigen anderer Nationen zu Theil geworden.
— Berlin, 8 Juli. Die „Wffer - Zeitung" veröffentlicht über die der Erwerbung von Angra-P-quena durch Herrn Lüderitz voraus- gegangenen Verhandlungen einen Bericht, welcher mancherlei Neues bringt. Es geht daraus hervor, daß die Regierung der Capcolonie, so
bald die Erwerbung von Anara-Pequena bekannt war, eine Magistrats - Person nach Bethanien abschickte, um eine Handhabe gegen Lüderitz in die Hand zu bekommen, und daß sie später noch ein rechtzeitig gefundenes Schriftstück producrre, laut welchem die Bai von Angra - P quena ebenfalls von England annectirt worden und als Kroneigenthum erklärt sei. Als Lüderitz fragte, von wem England denn dieselbe gekauft habe, antwortete Mr. Bower, der Sekretär des Gouverneurs der Capcolonie, gekauft habe England sie nicht, weil die Hottentotten als Wilde betrachtet würden, deren Land von irgend einer civilisirten Macht annektirt werden könne. Auf die Bemerkung, daß diese Hottentotten seit etwa 40 Jahren Christen seien, von rheinischen Missionaren unterrichtet würden rc., antwortete Mr. Bower: das sei ganz egal, nach englischen Begriffen seien sie Wilde. Uebrigens freue man sich, daß Lüderitz als Deutscher sich daselbst niedergelassen habe, von England würde ihm nichts in den Weg gelegt werden, wenn er sich ruhig verhalte und die englischen Gesetze beobachte. Lüderitz antwortete darauf, daß er persönlich sich nach Berlin begeben werde, wo es sich dann wohl herausstellen werde, ob England, dem doch nicht die ganze Welt gehöre, berechtigt fei, die Bai von Angra Pequena und die Inseln und die Felsenriffe, welche nach europäischen Begriffen zu dem Lüderitz'schen Küstengebiete gehören, für sich zu beanspruchen. Weder Lüderitz noch das deutsche Auswärtge Amt haben die Besitzergreifung auch nur der Insel anerkannt; sie halten vielmehr daran hft, daß Lüderitz Eigenthümer auch der Inseln geworden ist, da dieselben innerhalb einer Zone von drei Seemeilen von demjenigen Gebiete des Festlandes liegen, welches durch Kausvertrag mit allen Rechten Hoheits- und Privatrechten, von dem rechtmäßigen Herrscher an Lüderitz übergegangen ist.
— Invaliden- und Altersversorgungskassen für die selbstständigen Handwerker Deutschlands hat der erzgebirgische Kreisverband selbständiger Schuhmacher, welcher jüngst seinen 19. Verbandstag abgehalten hat, vom Fürsten Reichskanzler in einem auf einstimmigen Beschluß an denselben gerichteten Telegramm erbeten. Wer darauf achtet, wie viele redliche Handwerker, sobald ihre Kraft in dem ihnen allzusehr erschwerten Kampfe ums Dasein erlahmt ist, ein trauriges Ende finden, dem wird diese Bitte sehr berechtigt erscheinen. Das betreffende Telegramm spricht dem Fürsten Bismarck auch den besten Dank für die Fürsorge aus, welche derselbe dem deutschen Handwerke zu Theil werden läßt. (Kl. T.)
— Bonn, 9 Juli. Der Ober-Konsistorial-Rath Johann P^ter Lange, ordentlicher Professor der evangelischen Theologie an der hiesigen Universität, geboren zu Sonnborn, bei E'rberseld, ist gestorben.
— Barmen, 7 Juli. Große Aufregung unter den Anwohnern der Hosstraße erregte gefürn Nachmittag der nachfolgende schauerliche Fall. Lebrecht Henkels, ein elternloser 16 Jahre alter Bursche, welcher bei seinem Schwager an der Hofstraße 3 Ausnahme erhalten und dort für sich ein Sölleizimmer als Schlafraum bewohnt, hat die etwa 11« jährige Emilie auf dem Tbye, Tochter des an der Hofstraße 1 wohnenden Herrn Avlheilurgsgeometers August auf dem Thye gistern Nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr in seinem Schlafzimmer mit einem Hack- m sser erschlagen, die Leiche nach dem Keller verschleppt und sich selbst sodann mit demselben Messer den Schäl el derart verletzt, daß zum Zwecke ärztlicher Behandlung die sofortige Aufnahme des jungen Mörders ins Krankenhaus erfoigtn mußte. Nach eigener Angabe des Henkels hat derselbe mit jenem unglücklichen Kinde, welches bei ihm im Schlafzimmer sich aufhielt und Bilder besah, Streit bekommen und dieses ihn dabei durch Schimpsreden wie „Stockfisch", „Schaftkopf" rc. gereizt. Er habe in Folge bissen aus der eine Treppe tiefer gelegenen Küche das Hackmesser seines Schwagers heraufgeholt und hiermit dem Kinde 5 Schläge auf den Kopf gegeben, so daß dasselbe sogleich tobt zu Boden gestürzt sei Die Leiche habe er, um sie vor der Hand zu verbergen, nach dem Keller verschleppt und dann sich selbst tödten wollen.
— Hamburg, 9. Juli. Der Senat wies die zuständige Behörde in Cuxhaven an, für alle Schiffe aus dem Mitreimeer, rnsb iondere diejenigen aus Toulon und Marseille, eine Quarantäne anzuordnen. In Gemäßdeit dieser Vorschrift liegen bereits zwei Schiffe im Quarantäne- Hafen vor Anker.
— Sondershausen, 7. Juli. Der Landtag des Fürstenthums hat die Regierungsvorlage, betr. die Ausführung eines außerordentlichen