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Hannlitl Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Kerrtage» mit belletristischer Beilage, und Samnags mit der Berliner Prov-nKol Correipondenz
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Nr. 158.
Mittwoch den 9. Juli
1884.
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BekanntmachMgetr Kömgl. LaudrathsaMts.
An sämmtliche Herrn Ortsvorrtände und Ortspolizeiverwalter.
Nachdem in Folge der Anordnung der Königl. Regierung vom 21. Dezember 1877 (Amtsblatt Seite 401) vom 1. Januar 1878 an alle für den hiesigen Kreis zu erlassenden allgemeinen kreis« und lokalpolizeilichen Vorschriften und Bekanntmachungen mit verbindlicher Kraft für das Publikum und für sämmtliche Berwaltungs- und Justizbehörden durch den für den Kreis Hanau mit Publikationskraft ausgestatteten Hauauer Anzeiger (Kreisblatt) publicirt werden, ist es erforderlich daß sämmtliche Nummern des Hanauer Anzeigers (Kreisblaties) nebst den Anlagen belehrenden Inhalts sorgsam gesammelt und halbjährlich eingebunden werden, so daß für jedes Kalenderjahr 2 handliche Bände entstehen, welche in der Gemeinde Repositur aufbewahrt werden müssen.
Damit sich die Herrn Bürgermeister und Ortspolizeiverwalter leichter darin zurecht finden und insbesondere die landräthlichen Publikationen — auf welche in zutreffenden Fällen stets hingewieien werden wird — nachfchlaaen können, wird von hieraus am Jahresschluß ein alphabetisches Sachregister bearbeitet und den Herrn Ortsvorsiänden zugestellt werden. Dasselbe muß in den ersten Band des Jahrgangs als Titel mit eingebunden werden.
Bis zum 31. Januar jeden Jahres ist mir schriftlich anzuzei- gen, daß die Kreisblätter und das Sachregister vom vorausgegangenen Kalenderjahr eingebunden sind.
Hanau am 5 Juli 1884.
Der Königliche Landrath
V. 6223 Freiherr v. Broich.
Frau Elisabeth Prinz, geb. Schnitzer, zu Roßdorf ist als Bezirks. Hebamme in dieser Gemeinde bestellt und vereidet worden.
Hanau am 1. Juli 1884.
Der Königliche Landrath
V. 6101 Freiherr v. Broich.
T a g e s s ch a u.
— Bekanntmachung auf Grund des ReichSgesetzes vom 21. Oktober 1878. Nach dem „R.- u. St.-A." Nr. 158 wurde unterm 2. Juli verboten: die in Alton« beschlagnahmte Druckschrift „Republik oder Mo« narchie" von John Greis, Druck und Verlag von Charles Petersen zu Chicago im Jahre 1849.
— Berlin, 8. Juli. Die Nordd. Allg. Ztg. erfährt von zu- verlässiger Seite, daß die Nachricht, die Reichsregierung beabsichtige den Etatsentwurf für zwei Iahet abermals vorzulegen, völlig unbegründet sei. Die ang-ordneten im Gange befindlichen Etatsvorarbeiten betreffen lediglich den Gesetzentwurf vom 1. April 1885 bis 31. Mai 1886.
— Berlin, 7. Juli. Die unter dem Vorsitz des Wirkt. Geh. Raths Dr Pape hierselbst tagende Commission zur Herstellung eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das deutsche Reich hat vorgestern ihre Fe- rien begonnen. Sie wird ihre Arbeiten anfangs September wieder aüf- Nehmen.
— Wie die „Karlsruher Zeitung" wittheilt, ist von dem Reichskanzler aus das aus St. Blasien von zahlreichen Unterzeichnern abge« sandte Dank- und Zustimmungstelegramm, betreffend die Kolonialpolitik,
folgende Antwort emgetroffen:
„Berlin, 29. Juni 1884.
Die freundliche Begrüßung durch das Telegramm vom 28. d. M. erwidere ich mit dem Ausdruck der Genugthung darüber, daß die Wirth, schaftlichen und politischen Bestrebungen der verbündeten Regierungen in den Bergen des Schwarzwalds der gleichen Würdigung begegnen wie in unsern Seestädten. von Blsmarck."
— Wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt, hat die Handelskammer für Heidelberg und Ebersbach an den Reichskanzler eine Zuschrift gerichtet, in welcher sie sich der bereits mitgetheilten Denkschrift der Mannheimer Handelskammer anschließt und ihr Bedauern über die Behandlung ausspricht, welche die Dampfervorlage von Seiten der Majorini des Reichstages erfahren hat.
Am Schlüsse der Eingabe heißt es:
„Wir hegen indessen die seste Zuversicht, daß die Vorlage, abermals vor den Reichstag gebracht, zur Annahme gelangen werde, da sich die Reichsboten unmö lich der Ueberzeugung werden verschließen können, daß das geplante Unternehmen, dessen Jnslebentreten von dem größten The le der Ration' aus's Dringenste gewünscht wird, dazu angethan ist, uns.rer im erfreulichem Aufblühen begriffenen Industrie neue Absatzwege zu erschließen und hierdurch den deutschen Markt von der Ueberproouk- tion, an welcher derselbe krankt, zu entlasten.
Nicht unterlassen wollen wir schließlich, Euerer Durchlaucht für den durch diese Gesetzesvorlage den Interessen unseres Gesammt- vaterlan'es geleisteten Dienst unseren wärmsten Dank hierdurch ergebenst auszusprechen."
— Die Haftung Deutschlands in der Congofrage ist, wie das „F. I." schreibt, anscheinend nicht ohne Wirkung auf diejenige Macht geblieben, von der bisher Schwierigkeiten für eine befriedigende Lösung der Frage zu befürchten waren. Aus diplomatischen Kreisen verlautet mit ziemlicher Bestimmtheit, daß zwischen Frankreich und der Association africarne neue Unterhandlungen angeknüpft sind zu dem Zwecke, daß Frankreich den neu zu b ldenten Congostaat als einen unabhängigen anerkennt und im Pnnc P zustimmen wird, demselben auch die Mündungen des gewaltigen Stromes zu überlassen. Sobald sich Frankreich in demselben Sinne wie Deutschland ausgesprochen haben wird, ist kaum daran zu zweifeln, daß Großbritannien ihnen hierin nachfolgen wird. Damit ist also die Aussicht auf die friedliche Entscheidung gegeben, welche anfangs sehr complicirt zu werden drohte.
— Danzig, 8. Juli. Das Panzergeschwader, zwei Panzerkanonenboote und die Torpedoboots-Division führten vergangene Nacht wie- derholt größere Angriffsübungen auf die Danziger Hasenfoits, sowie ei« nen Ueberfall des Geschwaders im Putzigen Wiek durch Torpedoboote aus. Prinz Heinrich und General Cap ivi wohnten auf der „Grille" und dem „Bfttz" den Manövern bei. Prinz Heinrich fährt heute Nachmittag auf der „Haiisa" nach Kiel zurück Das Geschwader bleibt bis zum 17. Juli hier.
— In Dessau wird vom 1. bis 4. Oktober d. I. die 37. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner tagen.
— München, 8. Juli. Dr. Sigl wurde voÄ Schwurgericht wegen verläumdetischer Beleidigung des Kriegsministers und wegen einfacher Beleidigung von vier Officieten des Generalstabs zu einer Gefängnißstrafe von 9 Monat n verurcheilt bei sofortiger Verhaftung. Von der Anklage wegen Verächtlichmachung der Einrichtung des bayerischen Generalstabes wurde Sigl freigcfprochen.
— Den Münchener „Neuest. Nachr." schreibt ein Correspondent aus Bayreuth, 4. Juli: Eine Trauer künde durchlief gestern unsere Stadt. Abends 8 Uhr verschied nach längerem Leiden eine dürch die Bühnen- estssiiele auch in weiteren Kreisen oft genannte und wohlbekannte Per- önlichkeit, Herr Restaurateur Karl Angermann. Alle Bayreuth, Pilger iannten den jovialen ManN
— Karlsruhe, 7. Juli. Der Präsident des Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts, Dr. Nokk, ist zum Staatsrath ernannt worden.
— Eugen, 7. Juli. Gestern Mittag gingen zu Mühlhausen 8 Mädchen, 2 ältere und 6 jüngere, in die Erdbeeren. Dieselben wurden von dem stattgehabten Gewitter überrascht und flüchteten sich vor dem fallenden Regen unter einen Elchbaum. Der Blitz schlug in denselben, tödtete die beiden älteren Mädchen und verletzte 4 von den jüngeren.
— Wien, 7. Juli. Heute finden in der Reichshauptstadt und in den übrigen Stadtbezirken Riederösterreichs, ferner in dem mährischen Großgrundbesitze die Landtagswahlen statt. In Riederösterreich ist der Sieg der deutschliberalen Partei als vollständig gesichert zu betrachten; im mährischen Großgrundbesitze wird die zwischen der Verfassungspartei und der Mittelpartei vereinbarte Compromißliste durchdringen.
— Wien, 8. Juli. Die Wiener Zeitung publicirt den Staatsvertrag vom 5. Mai 1884 zwischen Oesterreich Ungarn und dem Königreich Sachsen, betreffend mehrere Eisenbahnanschlüsse an der österreichisch- sächsischen Landesgrenze.
— Pest, 8 Juli. Die Parlamentswahlen sind beendet. Durch