Einzelbild herunterladen
 

r

MtltMWVil* frei«:

Jährlich 9 »«I.

»«Ibj.4W.S0fl!«. «irrteljährllch

1 Warf 25 flfg. gär auswärtige Abonnenten

mit dem betreffen» den Postauilchlag. Lte einzelne Num­mer 10 flfg.

fjaitnncr Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Fei rtege. mi- belletrist sche B ilage.

und Samstags mit der Berliner Ptov'nzi«! Correivo d n>

3nfttt^wl gnU:

Sie tlpalrige »«mondzeile ob. deren Raum 10 flfg.

Die »ip-lt. geile 20 flfg.

TieÄloaitigeJdie 30 Ln,

Nr. 127. Samstag den 31. Mai 1884.

«SMgMBWMIWMWBWMai^^ ..........!1

Gestellungen

auf den

Hanauer Anzeiger für den Monat Juni nehmen alle Poftanstalten sowie die Expedition (Waisenhaus) entgegen.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Vertrieb der Patentschriften durch die Reichs-Postanstalten.

Im Einvernehmen mit dem Reichs-Patentamt ist versuchsweise die Einrichtung getroffen worden, daß die nach Maßgabe des Reichs- Patentgesetzes zur Veröffentlichung gelangenden Beschreibungen und Zeichnungen, auf Grund deren die Ertheilung der Patente erfolgt, die sogenannten Patentschriften, welche bisher ausschließlich durch die Reichsdruckerei vertrieben wurden, auch durch Vermittelung der Reichs- Postanstalten bezogen wer en können.

Es werden Bestellungen entgegengenommen auf

a) einzelne Klassen von Patentschriften (zum fortlaufenden Bezüge aller Patentschriften einer und derselben Klasse),

b) zwanzig oder mehr Exemplare einer bestimmten Patentschrift und c) einz lne Exemplare einer bestimmten Patentschrift.

Im Allgemeinen sind für die B'stellung auf Patentschriften die für den ZeitungSverkehr bestehenden Bestimmungen maßgebend. Nähere Auskunft wird von sämmtlichen Reichs-Postanstalten ertheilt.

Berlin W., 30. Mai 1884.

Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.

X Stephan.

Bekanntmachungen Königl. LandrathsüMts.

Unter Bezugnahme auf meine in Rr. 116 deS Hanauer Anzeiger de 1884 veröffentlichte Verfügung vom 16. Mai c., die Vertilgung der dem Obstbau im hohen Grade schädlichen Blutlaus betreffend, beauftrage ich die Herren Bürgermeister des Kreises hierdurch, da nach hier einge- gangenen zuverlässigen Nachrichten dieses den Obstbäumen sehr gesähr. liche Insekt in einigen Theilen des Kreises durch Unkenntniß und Gleich­gültigkeit schon so überhand genommen hat, daß mit der größten Eile und Gründlichkeit dagegen eingeschritten werden muß, wenn dasselbe noch bewältigt werden soll, sämmtliche Obstbäume in den Gemeinden durch Sachverständige und in Ermangelung von solchen, durch die Communal- Wegebau-Aufseher, welche mit der Baum Zucht und Pflege fast durchweg betraut sind, baldigst gründlich untersuchen zu lassen und da wo der- artige Thiere vorgefunden werden, deren sofortige Vertilgung und die Reinigung der betreffenden Stämme anzuordnen.

Zugleich veranlasse ich die Herren.Bürgermeister, über die Erle- digung dieser Verfügung, sowie über die weiter gemachten Wahrnehmun­gen. getroffenen Anordnungen und erzielte Erfolge am 1. Juli, 15. Au­gust und 1. Oktober d. Js. ausführlichen Bericht zu erstatten.

Hanau am 28 Mai 1884.

Der Königliche Landrath

4815 Freiherr v. Broich.

Dem am 12. August 1856 zu Mühlberg (Kreis Erfurt) geborenen Bierbrauer Louis Emil Seiring, Sohn der Marie Aurora Sei- ring, nachherigen Ehefrau des August Neubauer, ist auf seinen und seiner Mutter Antrag gestattet worden, den FamiliennamenNeu­bauer" zu führen.

Hanau, am L7. Mai 1884.

Der Königliche Landrath

4784 Freiherr v. Broich.

Dem Ernst Joseph Brückmann, geboren am 9. August 1870 zu Hanau, ist auf Antrag se mr Mutter und deren jetzigen Ehemanne,

des Waldarbeiters August Wettlaufer zu Hanau gestattet worden, den NamenWettlaufer" zu führen.

Hanau, am 27. Mai 1884.

Der Königliche Landrath

4785 Freiherr v Broich.

An Stelle des seither mit der Führung der.Geschäfte eines Orts- polizeivei Walters für den Gutsbezirk Wilhelmsbad betraut gewesenen Domainenpachter Otto Münch zu Wilhelmsbaderhof ist nunmehr der Königliche Schloßgärtner I Bauer zu Wilhelmsbad bestellt worden.

Hanau, am 29 Mai 1884.

Der Königliche Landrath

4620 Freiherr v. Broich.

Wegen Erhöhung des Trottoirs der Nürnbergerstraße von der Ecke der in dieselbe mündenden Schnurgasse in der Richtung nach der Weber- gaffe, sowie der Pflasterarbeiten zur Unterhaltung der Fahrbahn daselbst ist die Absperrung gedachter Straßenstr-cke vom 4. Juni c. ab ange­ordnet.

Hanau am 30. Mai 1884.

Der Königliche Landrath

5078 I. B: Thamer.

Pfingsten 1884.

So hat sich denn wieder aus des eisigen Winters Armen der Frühling losgerungen, so ist er, mächtig und gewaltig, die Nebel vor sich hertreibend und zerstreuend, als Sieger in alle Lande eingezogen und wieder hat er seinen schönsten Schmuck und sein duftigstes Gewand an dem lieblichsten der Feste angelegt. Das liebe Pfingstfest, das Fest der Fröhlichen und der Glücklichen, das Fest der Hoffenden und Liebenden, das Fest der Gesundung, Belebung und Erfrischung, es ist wieder bei uns eingekehrt in seinem ganzen Glänze. Es führt wieder mit sich den duftenden Blüthenflor und der Vögel jubelnden Gesang, balsamischer Düfte belebenden Odem und jene sich ewig erneuende, nimmer versiegende Kraft der Natur, deren die Menschen allesammt theilhaftig werden, durch welche sie mit neuem Lebensmuth erfüllt, gestärkt werden zu neuem Schaffen, neuem Wirken und Streben.

Selbst tie eingefleischten Stubenhccker und selbst der Greis an der Krücke, wie das Kind, das zaghaft seine ersten Schritte macht, Alle, Alle strömen sie hinaus in Gottes frische, freie Natur, per und Geist zu baden in erquickender Frühlingsluft Jener Geist, der sich einst auf der Jünger Haupt am Pfingstfeste ergossen, daß ihre Zungen beredt wurden, Gottes Wort frei und offen zu verkünden, jener Geist, er waltet noch heute wie damals auf Erden, er strömt gewaltig durch alle Adern der Natur, der Geist der Liebe, der Treue und der Freibeit. Das Gefühl der Freiheit, das Gefühl, daß nun wieder einmal die Fesseln gefallen und sich freier, ungehinderter und stolzer die Menschenbrust heben und dehnen kann, das Gefühl der wiedergegebenen, zum freien Gebrauche ge­gebenen Kraft ist es vor Allem, was uns das Pfingstfest bringt. Wer aber die stumme und doch so beredte Sprache der Natur zu verstehen vermag, der wird es auch verstehen, daß uns die Kraft des Lebens ge­geben, damit wir sie nützlich für uns selbst und für die Gesammtheit anwenden. Wie in den Säften und Kräften-der Natur sich allüberall ein weises Walten bemerkbar macht, so soll auch der Mensch die ihm von der Natur gegebenen und am Frühlings- und Pfiingstfeste neu be­lebten Fähigkeiten und Kräfte weise verwerthen.

Durch alle Feste. der Christenheit und nicht zum wenigsten durch das Pfingstfest zieht sich als Grundton, die ewige, göttliche Liebe. Und diese Liebe des Menschen zum Menschen, die Nächstenliebe, wie sie der Erlöser gepredigt und wie sie seine Jünger gelehrt, sie soll auch heute wieder das Meuschenthum durchziehen. Auch der heutige Tag soll eine Mahnung sein zur Liebe und Verträglichkeit, zum Wohlthun und zur Barmherzigkeit, zur Frömmigkeit und Gottvertrauen. Der heutige Tag, er ist ein Gedenktag jen r Zeit, da die erste christliche Gemeinde durch die von dem heiligen Geiste berührten und geweihten Jünger erstand, da das Christenthum zum ersten Mal in fester, der Oeffentlichkeit kenntlicher