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1 Mark 25 PK Für auswärtige Abonnentekt mit dem betreffen, ten Poftaufichlag. Die einzelne Num­mer 10 P,g.

Hannnrr Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Fei rwge, mit bei!,-trist sch / B ilage, und SamnagS mit der Berliner Provinz«! Cvrrespond-mz

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Atr. 125.

Donnerstag den 29. Mai

1884.

Bestellungen

auf den

Hanauer Anzeiger für den Monat Juni nehmen alle Poftanstalten sowie die Expedition (Waisenhaus) entgegen.

BekanntmachuNgen Königl. LandrathsÄMLs.

Unter Hinweis auf die in Nr. 73 und 114 dieses Blattes vom laufenden Jahr enthaltenen Publikationen, die Fahrpreisermäßigungen auf Eisenbahnen für mittellose Personen, welchen Seitens der Vorstände von Kuranstalten der Gebrauch der Bäder oder anderer Kureinrichtun­gen unentgeldlich bewilligt ist, betreffend, wird hiermit weiter zur Kennt­niß der Herrn Ortsvorstände gebracht, daß in Folge Ministerial Ver. fügung vom 20. April er. von der Beibringung eines Armuthsattestes im Sinne des §. 106 der Civilprozeßordnung abgesehen wird. Die Königliche Eisenbahn-Direktion ist angewiesen, lediglich eine Bescheinigung der Ortsbehörde darüber zu fordern, daß die Vermögens.Verhältnisse des Gesuchsstellers die Auswendung der für den Gebrauch des Bades bezw. der Kureinrichlungen erforderlichen Mittel ohne eine Ermäßigung der Eisenbahnfahrpreise nicht gestatten.

Hanau am 24. Mai 1884.

Der Königliche Landrath

4492 Freiherr v. Broich.

Der Tagelöhner Friedrich H a p p e l aus Dreihausen hat sich unter Zurücklassung seiner hilfsbedürftigen Familie von hier entfernt und ist dessen Aufenthalttort unbekannt.

Es wird ersucht, nach demselben zu fahnden und im ErmittelungS- falle Nachricht hierher zu geben.

Hanau am 24. Mai 1884.

Der Königliche Landrath Freiherr v. Broich.

Gefunden: Ein schwarzes Fiserill. Ein Portemonnaie mit et­was Geld. Ein alter seidener Sonnenschirm.

Verloren: Ein Stückchen schwarz emaillirte Uhrkette mit Kne­bel. Eine kleine silberne Brache, einen Zweig darstellend, mit Steinen gefaßt. Eine Schnupftabaksdose.

Hanau am 29. Mai 1884.

Aus Königl. Landrathsamt.

Tagesschau.

Berlin, 28 Mai. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute Se. Königliche Hoheit den Prinzen Wilhelm, hörten den Vortrag des Geheimen Ober - Regierungsraths Anders vom Civil- kabinet, empfingen den General-Adjutanten, General der Infanterie von Loen, den Grafen Wilhelm Pourtaläs, den General der Infanterie, General Adjutanten von Boyen, den Kammerherrn von Colmar und den aus St Pitersburg eingelroffenen Legationsrath Grafen Herbert Bis- marck Vor dem Diner empfingen Se. Majestät den General Quartier- meister Grafen Waldersee und den Staatssekretär des Innern, Staats- mimster v. Boettrcher. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz kehrte mit dem fahrplanmäßigen Zuge gestern früh 7°/« Uhr von den Vermählungsseieil,chkeiten in Philippsruhe nach dem Neuen Palais bei Potsdam zurück und begab Sich sofort nach Berlin zur Be­sichtigung der 3. Garde-Jrfanierw Brigade auf dem Tenpethofer Felde, statteie sodann Sr Majestät dem Kaiser einen Besuch ab, besuchte die Möbel Ausstellung in dem Gebäude der Hygiene Ausstellung und kehrte mit dem 1 Uhr Zuge nach d>m Neuen Palais zurück.

Berlin, 28 Mai. Prinz Wilhelm ist heute früh aus Ruß­land zurückgekeh t und alsbald vom Kaiser empfangen worden.

Berlin, 28. Mai Nichdem nunmehr die Grundsteinlegung des Reichslagshauses auf den 9. Juni festgesetzt, beräumte der Präsident die nächste Plenarsitzung auf den 10. Juni an; Tagesordnung: erste,

eventuell zweite Berathung des Gesetzentwurfs Ackermann, Ergänzung der Gewerbeordnung; Antrag Ackermann, betr. Gewerbekammern; erste, event, zweite Berathung des Gesetzentwurfs Windthorst, betreff nd die Aufhebung des Gesetzes über die unbefugte Ausübung von Kirchen- ämtern. Die Unfallkommission tritt am 7. Juni zur Feststellung der Berichts zusammen, die Actiengesetzkommission ist auf den 9. Juni zur zweiten Lesung einberufen.

Berlin, 28. Mai. Dem Bundesrathe ist ein Gesetzentwurf zugegangen betreffs Abänderung des Zolltarifs, welcher den Zollsatz für Spitzen und Stickereien auf 350, für zugerichtete Schmuckfedern auf 900, für Branntwein, Arac. Rum, Franzbranntwein und versetzte Branntweine in Fässern und Flaschen auf 90 Mark per 100 Kilogramm erhöbt. Ferner Ultramarin m;t 15 Mark, gest ckte und Soitzenkleider mit 1200, künstliche Blumen und Bestandtheile solcher mit 900, Stickerei (Position 22h des Tarifs) mit 150, Zwirnspitzen mit 800, Schaumweine in Flaschen eingehend mit 80, andere Weine in Flaschen mit 48, gebrann­ten Cacao m t 45, Cacaomasse, gemahlenen Cacoo Chocolade und Cho- coladesuriogate mit 70, Spitzen Blonden und Stickereien ganz oder theilweise aus Seide (Position 30e des Tarifs) mit 800 Mk. für 100 Kilogramm, Uhrengehäuse und Taschenuhren mit 50 Pf. bis 3 Mark per Stück belegt.

Man erinnert sich, daß im vergangenen Sommer auf eine von dem Arbeiter Pampel eingereichte Bes -werde die Bücher der Hirsch-Dunker'schen Verbandsinvalidenkasse, welche den PP. Pampel mit seinen Ansprüchen abgewiestn hatte, von dem Berliner Polizei Präsidium mit Beschlag gelegt und revidirt wurden. Die gegen diese Revision er­hobene Beschwerde ist am 6. März d. J. von dem Oberverwaltungsge­richt zurückgewiesen worden. Dem Pp. Pampel ist nunmehr von Seiten des Polizeipräsidiums Mittheilung geworden, daß die Revision der Jnva- lidenkasse ein rechnerisches Defizit von l,601,000 M. ergeben hat, welches für den Fall der angezwerfelten Rechtsverbindlichkeit der bezüglich der fünfzehnjährigen Carenzzeit und der Herabsetzung der Pension in Stütt« gart upd Stralsund gefaßten Beschisse immer noch etwa 1,208,000 ousmacht Dieses Defizit ist in Folge der Anwendung unzutreffender RechnungSgrundlagen bei der Normirung und der Erhöhung der Bei­trags-, bezw. Pensionssätze herbeigeführt, und würde eine Erhöhung der Beiträge um das Drei- bis Vierfache der gegenwärtigen Sätze erfordern. Pampel, dem nach Lage der Gesetze von dem Po­lizeipräsidium nicht geholfen werden kann, ist auf den Rechtsweg verwüstn worden.

Mit anderen Worten: die Hirsch-Dunker'sche Verbands-Jnvaliden« kasse ist völlig leistungSunsährg und selbst die Beschlüsse in Stuttgart und Stralsund, welche die Sätze erhöhten upd die Care zzeit in ungebührlicher Weise ausdehnten, haben ihr nichts helsen können. Den Arbeitern werden jetzt wohl über dicses Institut der Selbsthilfe die Augen auf­gehen.

München, 27. Mai. Der König hat die vom Saatsministe­rium des Innern vorgelegten Pläne für den Umbau des LandlagSge« bäudes genehmigt und zugleich angeordnet, daß derselbe durch den Ver- fertiger der Pläne, Oberdaurath Siebert, sofort in Angriff genommen und zur Durchführung gebracht werbe.

Wien, 28. Mai. Die Angeklagten Schaffhauser und Ondra wurden der Mit chulö an der Ermordung Hlubek's für nichtschuldig erklärt, Schaffhauser wegm Vorschubleistung durch boshafte Unterlassung der B-rhinderung des Verbrechens zu zweijährigem schwelen Kerkn ver- nrtbevt, Ondra f eigesprochen. Der Stautsanwalt, sowie der Vertherdr- ger meldeten die Richt,gkeitsb-schwerde an.

Pest, 28. Mai. Auf dem Güterbahnhos der ungarischen Staatsbahn brach heute Vormittag Aster auS, wodurch ein Magazin mit 10 Wagenladungen Jute und vier der Südbahn gehörige Fracht- waggons zerstört wurden. Das F.ucr ist gelöscht.

London, 28. Mai. Reuter's Bureau meldet aus Durban vom 28. Mai: Die Börs irmten am 21 d. Drnizulu, den Sohn Ce- tewvyo's, zum König des Zululandes, nachdem Oham Usidepu dessen Ansprüche anerkannt hatte.

Re w Dort, 26. Mai. Heftige Regengüsse haben im Süd-