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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Sei Ttoge, mit belletristischer Bilage. und Samstags mit der Berliner Provinzial Correst'ond-vz

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Nr. 122. Montag den

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Tagesschau. ,

DerR. u. St.-A." veröffentlicht: Bekanntmachung, betreffend Ergänzung und Abänderung des Betriebs Reglements für die Eisenbah­nen Deutschlands.

Berlin, 24. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute die Besuche Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten des Kronprinzen und der Kronprinzessin sowie der Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen, der Prinzessin Victoria, des Prinzen Heinrich und des Erbgroßherzogs von Baden und ließen Sich von dem Chef des Militärkabinets, Generallieutenant von Albedyll Vortrag halten.

Berlin, 23 Mai. Wie diePost" erfährt, ist der Haupt- wann Buchholtz vom Eisenbahnregiment zum Vorsteher einer Versuchs­station für Ballons ernannt. Ihm beigegeben sind drei Offiziere. Die Station befindet sich in dem Ostbahnhofsgebäude.

Berlin, 24 Mai. Der Staatseisenbahnrath beschloß auf Antrag Buek's (Düsseldorf) dem Minister die Revision des Stückgutver- kehrs u d der Stückguttarife zu empfehlen. Ein Antrag auf Einführung eines Ausnahmetarifs für Wein in dem belgischen resp, niederländischen und österreichisch-ungarischen Verkehr wurde angenommen. Eine Vorlage der königlichen Eisenbahnverwaltung, welche die Einführung eines Aus- nahmstarifs für russisches Petroleum in Aussicht nimmt, wurde dem Ausschusse zur Vorbereitung überwiesen.

Bremen, 25. Mai Die Rettungsstation Amrum der deut­schen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphirt: Am 25. Mai von dem englischen FischkutterOsprey" Nr. 31, Capitän Richard Cock, gestrandet auf dem Holtknop vor Amrum/ 5 Personen gerettet durch RettungsbootTheodor Preußer" der Station Kniephafen. Steifer Nordwind; Retiungsboot 12 Stunden unterwegs.

Rostock, 24. Mai. Heute früh -6*/, Uhr brach in einem Speicher, in welchem sich die Montirungsbestände des Füsilier-Regiments Rr. 90 befanden, Feuer aus. Der Speicher ist ausgebrannt.

Wien, 24 Mai. Das Abgeordnetenhaus hat die Gesetz­entwürfe, bitreffend Einlösung der Albrechtbahn, Erwerbung der Pilsen- Priesener Bahn und den Eisenbahnvertrag mit Sachsen, nachdem Tausche um energische Wahrung der Interessen der diesseitigen Bevölkerung bei Errichtung des Bahnhofes in Graslitz ersucht hatte, ohne Debatte an­genommen.

Brünn, 20. Mai. Der kürzlich hier im Alter von 84 Jahren verstorbene Gemeinderath Valentin Falkensteiner hat zum Universalerben seines mit 770 000 Gulden bezifferten Vermögens eine zu errichtende Valentin Falkensteiner'sche Wohlthätigkeitsstiftung" bestimmt. Diese Stiftung hat die Gemeinde zu verwalten, deren Erträgniß soll für Zög­linge der städtischen Waisenhäuser, ferner zu AlterSunterstützug von armen Gewerbsleuten, Siechen rc. verwendet werden.

Paris, 23. Mai. Die TransportschiffeRice",Tonking", Comorin" undAveyron" haben Befehl, die französischen Expeditions, truppen nach Frankreich zurückzubringen, welche, mit Ausnahme des Ba­taillons der Marinefüsiliere, Tonking verlassen werden. Der Resident, den Frankreich nach Obok sendet, wild eine Abtheilung Marine - Infan­terie als Bedeckung erhalten. Zwei Bataillone Infanterie, ungefähr 1100 Mann, werden in nächster Zeit Tunesien verlassen; nach Abzug derselben soll jedoch mit der endgültig gebildeten Occupationsdivision keine weitere Verringerung vorgenommen werden.

Aus Petersburg vom 22 Mai wird derKöln. Ztg." ge­meldet : Als vorgestern auf dem Marsfelde im Beisein des Großfürsten Wladimir und des Herzogs von Oldenburg Graf Schuwaloff seine Com­pagnie des Preobrashenskrschen Regiments vor dem Prinzen Wilhelm defilirte, geschah dies unter den Klängen des Pariser Einzugsmarsches, was sehr bemerkt wurde und die guten Beziehungen der beiden Heere aufs beste kennzeichnete."

Moskau, 24. Mai. Heute früh besichtigte Prinz Wilhelm das Grenadier-Regiment Friedrich Wilhelm IV. und die jungen Mann­schaften von vier Infanterie-Regimentern, deren Musikcorps bei dem Erscheinen des Prinzen die preußische Nationalhymne intonirten. Hieraus nahm der Prinz das Haus der Bojaren in Augenschein und begab sich dann in den Kreml, woselbst sich derselbe, nachdem er die Mpensky-

26. Mai 1884.

Kathedrale, die Archangel-Kathedrale und die Patriarchen-Sakristei be­schaute, in seine Gemächer zurückzog. Nach dem Frühstück im Palais, an welchem Dolgorukoss Theil nahm, besah der Prinz die Erlöser- Kirche, woselbst Dolgorukoff dem Prinzen die Beschreibung d-r Kirche in prachtvollem Einband und eine silberne Medaille zum Andenken an die Kircheneinweihung überreichte; danach begab sich ders Prinz mit Gefoige in russisch-viergespannten Equipagen nach Sperlingsbergen und Alexandria. Nach der Rückkehr dinirte der Prinz bei dem Grafen Orloff Tawydoff, dem Präsidenten des Moskauer Hofcomtoirs.

Bremen, 24. Mai. Nachstehende Dampfer des Norddeutschen Lloyd sind eingetroffen:Hannover" am 12. d M. in Buenos - Ayres, Baltimore" am 22. d. M. in Bahia undDonau" gestern Nachmittag 2 Uhr in NewAork.

Philadelphia, 22. Mai Der PostdampferSwitzerland", Kapt. Beynon, ist von Antwerpen angekommen.

Rew-Iork, 23. Mai. Der PostdampferNoordland", Kapt. Nickels, ist von Antwerpen angekommen.

Reichsgerichts-Entscheidungen.

Uebernimmt in einer bereits schwebenden Privatklagesache die Staatsanwaltschaft die Verfolg',ma des Beschuldigten, so hat nach einem Urtheil des Reichsgericht, III. Strafsenat, vom 13. März d. I., das Schöffengericht, auch wenn das Hauptverfahren bei demselben schon er­öffnet ist, das Verfahren einzustellen und der Staatsanwaltschaft die Er­hebung der Anklage bei der Strafkammer zu überlassen, welche allerdings die Sache dem Schöffengericht wieder überweisen kann.

Lokales, Provinzielles und Umgegend.

PhilippSru he, 25. Mai. Seine Hoheit der Prinz Albert von Sachsen-Altenburg traf gestern Abend hier ein.

Hanau, den 26 Mai 1884.

Zur Vermählungsfeier Ihrer Hoheit der Prinzessin Elisa­beth von Hessen mit Seiner Hoheit dem Erbprinzen

Leopold von Anhalt.

In Anwesenheit der erlauchten Eltern des hohen Brautpaares, un­ter Anwohnung sämmtlicher, zur Vermählung eingetroffener Fürstlich­keiten und des hohen Gefolges der letzteren, sowie einer Anzahl speziell Eingeladener, darunter die Spitzen der Militair- und Civilbehörden von Hanau rc. wurde gestern Abend in der Orangerie des Philippsruher Schlosses, als Vorfeier zur heute stattfindenden Vermählung, Soiree ab­gehalten. Die Orangerie war durch überall angebrachte Draperie mit rothweißen Festons, durch Bekleiden der Längsseiten mit reichen Pflanzen- gruppen, aus welchen als anmuthendste Abwechslung verschiedene Statuetten hervorschauten, durch Aufstellen verschiedener mächtiger Palmen, durch ausgiebigste Beleuchtung, Anbringen von mehreren Büffets, Arabesken und Wappenschmuck, Herrichten einer Bühne, überhaupt durch Aufwen­dung aller erdenklichen Kunst in einen Festsaal mit daranstoßendem Speise­saal für die Fürstlichkeiten umgezaubert, wie er reizender nicht zu denken ist. Mit der von der hiesigen Regimentskapelle vorgetragenen Ouvertüre zum LustspielDer Königslieutenant" wurde die Festlichkeit eröffnet, ihr folgte die Aufführung des vorzüglichen Sigmund Schlesinger 'scheu Ein­aktersMit der Feder" bei Besetzung der Hauptrolle durch Frau Her­mine Claar-Delia von Frankfurt.

Eine Serie lebender Bilder, dargestellt von Offizieren unserer Garnison und deren Damen, verfaßt von Herrn Opernhaus-Inten­danten Emil Claar und gesprochen von Frau Hermine Claar-Delia waren dem Programm einverleibt; es waren dies: 1)Elisabeth, Land­gräfin von Thüringen, spendet auf der Wartburg den Armen Brod (1225)." Personen: Elisabeth, Landgräfin von Thüringen; Frau des Burghauptmanns; ein Page; zwei arme Frauen; ein alter Mann; ein Wanderer; ein junger Bettler auf Krücken und zwei Kinder. 2) Agnes, Fürstin von Anhalt-Dessau, Gemahlin Johann Casimirs, Tochter Moritz des Gelehrten, Landgrafen von Heffen, rettet nach der Schlacht bei der Dessauer Brücke im April 1626 durch ihre beredete Fürsprache die Stadt Zerbst vor dem Zorne Wallensteins." Personen: Agnes, Fürstin von Anhalt-Dessau; Johann, ihr Sohn; Sibylle Christine, Prinzessin von