Storni cmeetl« PreiS:
Sührlich 9 Mark. HaIbj.E.S0Pfg. «ierreljährlich
8 Mark 25 Pig. Für auswLrtige Abonnenten mit dem betreffen- »en Postauflchla,. Die einzelne Nummer 10 Psg.
Nr. 118.
Hanmer Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.
Dienltag den 20. Mai
JniertionS» Prei«:
Die ifpotoge Sarmondzeile 06. beten Raum
10 Pig.
Ute 2f»alt Seile 20 Psg.
Die SsPaltigeZeile 30 Pig
1884.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Gemäß §. 18 2 u. 7 der Kontrol-Ordnung wird bekannt gemacht, daß bei dem diesjährigen Klassifikationstermin nachstehende Mannschaften des Beurlaubtenstandes zurückgestellt worden sind:
a. hinter die letzte Jahresklasse der Landwehr:
1. Garde-Ulan Georg Ernst Friedrich Rausch zu Erbstadt,
2. Gefreiter Wilhelm Fischer zu Hochstadt;
b. hinter die letzte Jahresklasse der Ersatz-Reserve
I. Klasse:
Ersatz-Reservist Leopold Schmidt in Bockenheim.
Hanau am 17. Mai 1884.
Der Königliche Landrath
2782 Freiherr v. Broich.
Gefunden: Eine Taschenuhr mit GehäuS. Ein weißer Herren- kragen. Zwei silberne schwarze Perlen in Silber gefaßt (die 3te fehlt). Ein Hundemaulkorb.
Verloren: Ein Büchelchen für ein Mitglied der Sterbekasse der Gold- und Silberarbeiter.
Hanau am 20. Mai 1884.
Aus Königl. Landrathsamt.
Bekanntmachung.
Vom 20. Mai ab wird der Ort Höchst a. d. Nidder, welcher jetzt zum Landbestellbezirke des Postamts in Altenstadt (Hessen) ■ gehört, dem Bezirke des Postamts in Heldenbergen zugetheilt und dort sowohl, als auch in den weiter zum Bezirke des letztgenannten Postamts gehörigen Orten Eichen und Kaichen je eine Posthülfstelle eingerichtet, deren Verwaltung den Herren Bürgermeistern Mädrich in Höchst (a. d. Nidder) und Laubach in Eichen, sowie dem Herrn Heinrich Schwarz in Kaichen übertragen worden ist.
Der Postversendungsverkehr der neuen Posthülfstellen wird durch eine vom gleichen Tage ab zur Einrichtung kommende Landpost vermittelt werden, welche zwischen Höchst a. d. Nidder und Heldenbergen täglich, zwischen Heldenbergen und Kaichen dagegen nur werktäglich, wie folgt, karsiren wird.
515 Vorm. ab Höchst a. d Nidder an 6 Rachm.
— „ „ Eichen 535 „
610 „ an 1 . lab 5^ „
J Heldenbergen jQn 457 „
630 „ an Heldenbergen, Bahnhof ab 445 „
720 „ ab „ „ an 43» „
732 l lab 418
750 J I Heldenbergeu ]225 ”
815 „ an Kaichen ab 12 „
Die Personenbeförderung bei der Landpost erfolgt auf Rechnung und Gefahr des Landbriefträgers Faulstich in Heldenbergen. Außer letzterem wird noch ein Pusthülfsbote des Vormittags in Eichen und Höchst, des Nachmittags in Kaichen eine Be^ellung und Einsammlung von Postsendungen zu Fuß ausführen, auch wird derselbe wochentäglich um 1045 Vorm mit einem Landbriefträger des Postamts in Altenstadt eine Auswechselung von Briefsendungen in Höchst vornehmen, wodurch eine unmittelbare Postbesöiderungsgelegenheit zwischen Heldenbergen und Altenstadt, wie folgt, hergestellt wird:
920 Vorm ab Altenstadt an 12 Mittags.
12i° Nachm. an Heldenbergen ab 8 Vorm.
Dagegen kommt die gegenwärtig zwischen Hstdenbergen und Bön- stadt bestehende Landbriesträgerverbindung mit Beginn der neuen Einrichtung in Wegfall und wird der Ort Erbstadt, welcher jetzt zum Land- bestelldezirk der Postagentur in Bönstadt gehört, dem Bezirke des Postamts in Heldenbergen zugetheilt.
Die Bestellung in Erbstadt wird wochentäglich zweimal — um 10 Uhr Borm. und 5 Uhr Nachm. — und sonntäglich einmal erfolgen.
Darmstadt, 15 Mai 1884.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector.
In Be-tretung: Piaz.
T a g e s s ch a u^
— Berlin, 19. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König machten gestern gegen Abend eine Ausfahrt; heute empfingen Se. Majestät den Oberst-Jägermeister Fürsten von Pleß, nahmen nach dem Vor- trage des Civilkabinets militärische Meldungen entgegen und ertheilten Nachmittags 4 Uhr dem Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Staatsminister von Puttkamer eine Audienz.
— B erlin, 19. Mai. Se. Maj. der Kaiser empfing gestern Nachmittags den Prinzen Friedrich Leopold, welcher sich zur Theilnahme an den Vermählungsseierlichkeiten nach Philippsruhe begibt, und machte gegen Abend eine Spazierfahrt.
— Berlin, 19. Mai. Der russische Botschafter Fürst Orloff wird die Kaiserin von Rußland auf der Reise nach Philippsruhe begleiten.
— Berlin, 19. Mal. Die Sitzung der vereinigten Häuser deS Landtags wurde um 7^2 Uhr durch den Herzog von Ratibor eröffnet. Der Minister v. Puttkamer verliest die königliche Botschaft, wodurch die Session geschlossen wird. Der Herzog von Ratibor schließt demgemäß die Sitzung mit einem dreifachen Hoch auf den König, worin das Haus begeistert einstimmt.
— Berlin, 19. Mai. Der Rordd. Allgem. Ztg. wird aus Paris gemeldet: Zum Nachfolger LiFong-Pao's für Berlin, Rom, den Haag und Paris ist Shut-Sin-Tsching ernannt. Derselbe würde in Berlin residiren und in Paris durch einen Vice-Gesandten vertreten sein.
— Bekanntmachung aus Grund des ReichSgesetzeS vom 21. Oktober 1878. Nach dem „R - u. St.-A." Nr. 117 wurde unterm 17. Mai verboten: die Nr. 57 vom 13. Mai 1884 der periodischen Druckschrift „Süddeutsche Post", Unabhängiges demokratisches Organ und allgemeine deutsche Arbeiterzeitung, rebigirt und verlegt von Dr. Bruno Schoenlank in München, sowie das fernere Erscheinen dieser Druckschrift.
f Das „Reichsblatt" — das Organ derjenigen „Freisinnigen", welche früher Secessionisten waren — gesteht ganz offen ein, warum 27 Mitglieder der Partei für das Sozialistengesetz gestimmt haben. Sie haben sich hierzu erst nach der Rede des Reichskanzlers entschlossen, in welcher dieser dem Liberalismus einen Kamps bis zum letzten Athemzug an« kündigte. Wenn das Sozialistengesetz abgelehnt worden und somit die Auflösung des Reichstags erfolgt wäre, hätten die „Freisinnigen" bei den Wahlen einen schweren Stand gehabt: deshalb zog ein Theil derselben es im Interesse der Partei vor, dem Gesetz eine Majorität zu verschaffen: anderenfalls — fo sagt das Reichsblatt — hätten wir „dem Gegner, der uns soeben noch seinen tiefen Haß gegen uns angekündigt, die Waffen gegen uns selber in die Hand geliefert, den Strick für uns drehen helfen." Hieraus ist denn auch zu erklären, daß die 27 nicht von Herrn Richter aus der Partei hinausgeworfen sind: sie haben ihr ja mit ihrer Abstimmung den größten Dienst geleistet. Also Furcht vor den Wahlen und vor dem gegen sie von dem Reichskanzler proklamirten Kampfe war ihnen in die Glieder gefahren, — deshalb haben sie sich „gedrückt". Das Geständniß ist naiv. Sie beweisen damit, daß sie kein Vertrauen zu ihrer Sache haben und daß sie sich keiner Täuschung über die schlechten Aussichten hingeben, die sie in einem Kampfe gegen Bismarck haben würden. Daß diese Aussichten aber dadurch besser werden könnten, daß sie sich in solcher Weise „drücken", werden sie doch wohl selbst nicht glauben wollen
— Breslau, 19. Mai. Professor Dr. Göppert ist gestern früh gestorben.
— Kiel, 19. Mai. Die Panzerkanonenboot. Division, beziehend aus „Grille", „Biene", „Crocodil", „Chamäleon" und „Hummel", ist heute von hier nach der Neustädter Bucht gegangen.
— Eckernförde, 19. Mai. Das Panzer-Uebungsgeschwader ist heute von hier nach Flensburg in See gegangen.
— Leipzig, 19. Mai. Das Urtheil gegen Hentsch lautet aus 9 Jahre Zuchthaus und gegen KraSzewsk: aus 3V jährige Festungshaft.
— Die „Leipziger Zeitung" schreibt:
Die Ausbesserung der Branche in Gobelinstoffen und Decken ist