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SL-rlIch 9 Mark. H-Ibj.E.SOPf^ «iertkljLhrlich
9 Mari 25 $fg. Für ausmittige Adonnente« mit dem betreffen, »en Postauflchlag. Die einzelne Nummer 10 Psg.
Hanauer An;riyr.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.
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Preis:
Die ifpaltige Tarmondzeile ob. deren Raum
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DieSIpaltigeZcile
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Nr. 106.
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Dienstag den 6. Mai
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Während nach der Verfügung vom 9. März 1877 (F. M. I. 2639, II. 4101, III. 2756, IV. 2710 und M. d. I. I. 4. 2010) für das zum Geschästsgebrauche der Behörden bestimmte Papier durchgehendS die Breite von 21 cm eingeführt worden ist, hat das im Dienstgebrauch zur Verwendung kommende Briefpapier fast überall die bisherige Breite von 23 cm beibehalten. In Folge dessen sind die bezüglichen Schriftstücke, weil sie im Geschäftsgänge und bei Einhestung in die Akten über den Rand der übrigen Schriftstücke hervorragen, in hohem Grade der Beschädigung auSgesetzt.
Um diesem Uebelstande abzuhelfen und dabei den Charakter des Briefformats zu wahren, ist für die Ministerien die Beschaffung des zum Dienstgebrauche ersorderlichen Briefpapiers in der Höhe von 27 cm und in der Breite von 21 cm, sowie die Beschneidung der vorhandenen Bestände auf diese Maaße angeordnet worden.
Ew. Hochwohlgeboren setzen wir hiervon Behufs der Nachachtung und geeigneten weiteren Veranlassung in Kenntniß.
Berlin, den 13. März 1884.
Der Minister des Innern. Der Finanz Minister.
In Vertretung: In Vertretung:
gez. Herr fürth. gez. Meinecke.
An den Königlichen Regierungs-Präsidenten Herrn von Brauchitsch, Hochwohlgeboren zu Kassel. M. d. I. I. A. 1816. F. M. I. 2042, II. 2400, III. 2822.
Vorstehenden hohen Erlaß den Herrn Vorstehern der Landgemeinden und Gutsbezirke hiermit zur Kenntniß bringend, ersuche ich dieselben im Interesse des amtlichen Geschäftsverkehrs, bei Anschaffung von Papier zu dienstlichen Zwecken ebenwohl auf das oben näher bezeichnete neue Papierformat Bedacht nehmen zu wollen.
Hanau am 3. Mai 1884.
Der Königliche Landrath
4025 Freiherr v. Broich.
Der Geschäftsplan für das Ersatz Geschäft ist dahin abgeändert worden, daß die Klassifikation und Loosung nicht am 13., sondern Montag den 1 2. Mai c. stattfindet.
Hanau am 6. Mai 1884.
Der Königliche Landrath Freiherr v. Broich.
Polizei-Ordnung.
Auf Grund des §. 5 der Verordnung vom 20. September 1867, die Polizeiverwaltung betreffend, wird nach Berathung mit dem Herrn Oberbürgermeister dahier Folgendes erordnet:
Das Stehenlassen von nicht zur Personenbeförderung bestimmten Fahrzeugen, beladenen oder unbetadenen, vor den Häusern hiesiger Siadt zur Nachtzeit, ist verboten.
Ausnahmen können auf Nachsuchen in solchen Fällen zugelassen werden, wo es sich um das Stehenlassen von Fuhrwerken an außer dem Betkehr gelegenen Plätzen handelt.
Zuwiderhandlungen werden mit 1 bis 9 Mark eventuell entsprechen- der Haft bestraft.
Hanau am 26. April 1884.
Der Königliche Landrath
Freiherr v. Broich.
Gefunden: Ein silbernes Medaillon. Ein gesticktes Geldtäschchen mit einigen Pf. Ein getragener Schuh mit Gummizügen. Ein Peitschaft mit C. Koch (ohne Griff). Eine Milchkanne. Ein Messer. Ein schw rzer Regenschirm (auf dem Markt stehen geblieben.
Hanau am 6 Mai 1884
Aus Königl. Landrathsamt.
Tagesschau.
— Berlin, 5. Mai. Se. Maj. der Kaiser entsprach heute einer
1884.
Einladung des Officiercorps des 1. Garde-RegimentS zum Dejeuner nach dem Regimentshause in Potsdam, unternahm eine Fahrt nach Babelsberg und traf um 4 Uhr in Berlin wieder ein. Die Fahrt ist dem Kaiser trotz des keineswegs günstigen Wetters recht gut bekommen. Abends besuchte derselbe die Vorstellung im Schauspielhause.
— Berlin, b Mai. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin konnte gestern außer Bett die Besuche Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten des Kronprinzen und der Kronprinzessin und Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Wilhelm empfangen. Die Besserung in dem Befinden Ihrer Majestät schreitet in befriedigender Weise fort.
— Berlin, 5. Mai. Der Reichsanzeiger veröffentlicht die Ernennung des Geh. Oberpostraths Hake zum Direktor im Reichspostamt.
— Berlin, 5 Mai. Die Rordd. Allg. Ztg. sagt: Nachdem die Aussicht auf ein Zerwürfnis Deutschlands und Rußlands endgiltig geschwunden ist, sucht die polonistrende Presse zwischen Deutschland und Oesterreich Mißtrauen hervorzurufen. So meldet Czas, Bismarck habe das Wiener Cabinet durch den Prinzen Reuß darauf aufmerksam machen lassen, daß die allzu große Begünstigung des polnischen Elements in Oesterreich eine Gefahr für Deutschland und Rußland bilde. Die Norddeutsche erklärt diese Meldung für völlig auS der Luft gegriffen.
— Berlin, 4. Mai. Nach den vorläufigen Bestimmungen des ReichStags-Vorstandes soll, wenn die am nächsten Donnerst g beginnende zweite Lesung des Socialistengesetzes die Annahme des Gesetzes bringt, die dritte Lesung desselben am 13 Mai statt finden. ES sind dann nur noch einige wenige Gegenstände durch daS Plenum zu erledigen, und deshalb wird beabsichtigt, etwa am 17. Mai eine längere Vertagung des Reichstages über Himmelfahrt und Pfingsten hinaus eintreten zu lassen. Den Commissionen würde die Pause allerdings nicht zu starten kommen; es wird im Gegentheil erwartet, daß vom 9. Juni ab das Plenum im Stande wäre, in die Berathung sowohl deS Unfällversichcrungs Entwurfs, wie des Militär-Pensjons- und des Actiengesetzes einzutreten. Diese Dispositionen des Vorstandes verstehen sich für den Fall, daß der Reichskanzler nicht noch Entwürfe an den Reichstag bringt, deren Durchbe- rathung eilig wäre. Besteht die Reichsregierung auf der Fertigstellung der sämmtlichen größeren Vorlagen, so zieht sich die Session bis in den Juli hinein.
— Kronstadt, 5. Mai. Die Schifffahrt ist eröffnet. Die erst- eingelangten Auslandschiffe sind zwei Anglodampser. Weitere ca. 10 Dampfer sind sichtbar. Der Capitän des einen AnglodampserS berichtet, daß er Dönnerstag flüh diesseits Hochland eine dicke EisMasse antraf. Er sah unterwegs 14 nach Kronstadt gehende Dampfer und zahlreiche Segelschiffe.
— Groß -Strehlitz. Die älteste Person im hiesigen Kreise dürste die Magd Josefa F i tz e k in Groß Strehlitz sein. Sie ist aus Rosniondau gebürtig und in der hiesigen Stadt seit 86 Jahren in Diensten. Zu allernächst diente sie bei dem Großvater des Fl ischer- meisters Pohl, sodann bei dem Grund- und Hausbesitzer Piskorsz. Als derselbe gestorben war, wurde sie von dessen Sohn, dem jetzige» Kaufmann Piskorsz, mit übernommen, erhielt vor 10 Jahren von der Königin für treue Dienste und 40jährigen Ausdauer in einem und demselben Dienstverhältniß das Ehrenkreuz und genießt seit dieser Zeit bei Piskorsz das Gnadenbrot. Als 25jährige Magd hat sie während des Krieges 1806 und 1807 mit französischen Soldaten getanzt. Sie hat demnach das stattliche Alter von 106 Jahren erreicht. Dabei erfreut sie sich eines gesunden Appetits und hat ein kräftiges Stimmor- gan. Sämmtliche Sinne sind bei ihr ungeschwächt, und besonders ist ihr Auge zu bewundern, da sie mit unbewaffnetem Auge kleine Schrift zu lesen vermag. Auch das Gedächtniß ist nicht geschwunden, da sie Begebenheiten aus der Kriegszeit detaillirt erzählt.
— Stuttgart, 5. Mai. In der zweiten Kammer wurde gelegentlich der Diskussion über die Lage ter Lanl wirthschaft die Erhöhung der Getreidezölle verlangt. Staats minister v. Holder erwiderte, die Frage liege bereits den zuständigen Reichkorganen vor. Der Schluß des Landtags erfolgt morgen.
— Prag, 4. Mai. Die Kaiserin Maria Anna ist heute Rach- wittag um 5 Uhr 10 Minuten gestorben. Die Erzherzöge Ludwig Vicivr und Wilhelm befanden sich am Sterbelager.