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Hanancr Ameiaer.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.
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Die Zfpalt. Seite 20 Wz.
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Nr. 80. Donnerstag den 3. April 1884.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Vertrieb der Patentschriften durch die Reichs-Postanstalten.
Im Einvernehmen mit dem Reichs. Patentamt ist versuchsweise die Einrichtung getroffen worden, daß die nach Maßgabe des Reichs-Patent- gesetzes zur Veröffentlichung gelangenden Beschreibungen und Zeichnungen, auf Grund deren die Ertheilung der Patente erfolgt, die sogenannten Patentschriften, welche bisher ausschließlich durch die Reichsdruckerei vertrieben wurden, auch durch Vermittelung der Reichs-Postanstalten bezogen werden können.
Es werden Bestellungen entgegengenommen auf
a) einzelne Klassen von Patentschristen (zum fortlaufenden Bezüge aller Patentschriften einer und derselben Klasse),
b) zwanzig oder mehr Exemplare einer bestimmten Patentschrift und c) einzelne Exemplare einer beliebigen Patentschrift.
Im Allgemeinen sind für die Bestellung auf Patentschriften die für den Zeitungsverkehr bestehenden Bestimmungen maßgebend. Nähere Auskunft wird von sämmtlichen Reichs-Postanstalten ertheilt.
Berlin W., 17. März 1884.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.
St ephan.
BekanntmachMsten Könißl. Limdrathsamts.
Für den am 5. Juni 1867 geborenen Hermann August Müller zu Bockenheim ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen- Verbände behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
Hanau am 27. März 1884.
Der Königliche Landrath _____________Freiherr v. Broich.________________________
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Grund- und Gebäudesteuer-RolleMiesiger Stadt für das Jahr 1884/85 vom 2. bis 9. April b. I. zur Einsicht der Betheiligten im Lokale der Königlichen Steuerkasse I Hierselbst (Badergasse Rr. 2) offen liegen wird.
Hanau, am 29. März 1884.
Der Oberbürgermeister
Rauch.
Tagesschau.
— Der „R. u. St.-A." Nr 80 veröffentlicht: Gesetz, betr. die Feststellung der Staatshaushalts - Etats für das Jahr vom 1. April 1884/85, vom 27. März 1884.
— Berlin, 2. April. Se. Maj. der Kaiser hat sich gestern eine Erkältung zugezogen und wird voraussichtlich einige Tage an das Zim- vier gefesselt sein.
— Berlin, 2. April. Se. Maj. der Kaiser erledigte trotz der gemeldeten Erkältung die gewohnten Regierungsgeschäfte und Vorträge und empfing die Besuche mehrerer Mitglieder der königlichen Familie.
— Berlin, 2. April. Se. Maj. der Kaiser fühlt sich bedeutend wohler und hat mit gutem Appetit gegessen. Graf Lehndorff ist im Auftrage des Kaisers heute Abend nach Wiesbaden abgereist.
— Berlin, 2. April. Staatsrath Jonin ist gestern Abend hier angekommen. Die russische Petersburger Zeitung erfährt, daß bie vom Finanzministerium angeregte Erwerbung der Bahn Libau-Romey durch den Staat demnächst vom Minister Comitö berathen werde.
— Berlin, 1. April. In Betreff des Rücktritts des Reichskanzlers von den preußischen Regierungsgeschäften versichern die „Berl. Pol. Nachr.", daß alles, was von einer Umgestaltung des Bundesrathes verbreitet wird, in das Gelnet der Eifindungen zu verweisen sei und daß die mit dem Rücktritt des Kanzlers vom preußischen Ministerpräsidium u. s. w. zusammenhängenden Fragen zur Stunde um so weniger definitiv geregelt sein dürsten, als die Entscheidung des Kaisers in der Haupt- frage noch nicht ergangen sei.
— Berlin, 2. April. Die Kornträger des Wägeramts stellten die Arbeit ein wegen Mangels an Verdienst, da ihnen nur kleine Arbeiten zugetheilt, die größeren einträglichen Arbeiten fremden Leuten zugewiesen würden Die Direktoren des Wägeramts der Berliner Kaufmannschaft fordern durch Börsenanschlag auf, im Interesse des Wägeramts und der Arbeiter alle Arbeiten, wozu nicht Maschinen verwendet werden, dem Wägeramt zu übertragen.
P. (Aus dem Abgeordnetenhause.) Berlin, 1. April. Im Abgeordnetenhause gelangte heute eine Reihe kleinerer Vorlagen zur Erledigung. Die Gesetzentwürfe, betr. die Aufhebung verschie- dener baupolizeilicher Bestimmungen im Gebiete der Stadt Frankfurt a.
M. und betreffend Abänderungen des § 13 des Gefetzes vom 20. August 1883 über die Befugnisse der Strombauverwaltung gegenüber den Uferbesitzern an öffentlichen Flüssen wurden fast debatteloS genehmigt. Eine längere Diskussion knüpfte sich erst an den Gesetzentwurf, betreffend den Betrieb des H uf b esch la g g e werd es. AuS prinzipiellen wie aus materiellen Gründen wurde der Gesetzentwurf nur von fortschrittlicher Seite bekämpft, während die Redner aller übrigen Parteien mit dem vorgeschlagenen Prüfungszwange an sich ihr Einverständniß erklärten. Nur darüber, ob nicht auch den Innungen, soweit dieselben nach dem Reichsgesetze neu eingerichtet oder reorganisirt werden, die Prüfnngsbe- fugniß zu gewähren, wie ein Zentrumsmitglied beantragt hatte, gingen die Ansichten auseinander. Der Antrag wurde insbesondere auch von den Herren Regierungsvertretern als sachlich ungeeignet bekämpft, und schließlich vom Hause abgelehnt, der Gesetzentwurf selbst aber in zweiter Lesung unverändert genehmigt. — Der Gesetzentwurf zur Ergänzung des Gesetzes vom 13. März 1878, betreffend die Unterbringung verwahrloster Kinder wurde, namentlich weil ein Abänderungsantrag einging, dessen Tragweite nicht sofort erkenntlich, mit Zustimmung des Herrn Ministers des Innern an eine besondere Kommission von 7 Mitgliedern zur Vorberathung überwiesen. Schließlich erledigte das Haus in einmaliger Schlußberathung die vom Herrenhause in veränderter Fassung zurückgelangten Gesetzentwürfe, betreffend Abänderungen des Pensionsgesetzes vom 27. März 1872 und betreffend die Haftung der Ber- sicherungsgelder für die Ansprüche der Inhaber von Privilegien und Hypotheken im Bezirk des ehemaligen Appellationsgerichtshofes zu Köln, welche ohne jede Debatte definitiv zur Annahme gelangten. Die Denkschrift über die Ausführung des GefetzeS, betreffend die Bewilligung von Staatsmitteln für die Rheinüberschwemmten, wurde ohne jede Diskussion durch Kenntnißnahme erledigt.
— Braunschwerg, 1. April. Zur 75jährigen Jubelfeier der Errichtung des Braunfchweigischen Truppencorps fand heute vor Sr. Hoheit dem Herzog in Anwesenheit Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Albrecht von Preußen große Parade statt. Viele Häuser haben geflaggt.
— Wien, 2. April. In der Staatsdruckerei brach heute Feuer aus, wodurch eine große Masse an Stempeln und Papier vernichtet wurde. Nach einstündiger harter Arbeit konnte erst der Brand gelöscht werden.
— Wien, 2. April. Buchdruckereibesitzer Groß wurde wegen der Anfertigung falscher Coupons russischer Staatspapiere und russischer Actien, besonders von Agrarbankactien, gestern verhaftet. Eine Anzahl falscher Coupons wurde beschlagnahmt. Groß will die Falsifikate im Auftrage zweier Russen, welche ebenfalls verhaftet wurden, angefertigt haben. Bei denselben wurde ein größerer Rubelbetrag vorgefunden.
— Wie d m Wiener „Frdbl." aus Pest gemeldet wird, erhielt die dortige Polizei Kenntniß davon, daß die in Pest weilenden Anarchisten angesichts der energischen Maßnahmen der Behörde eine völlige Neuorganisation und Neugruppirung beschlossen; es sollten Gruppen zu zehn Mas n gebildet toe/ben. Die Obmänner sämmtlicher Gruppen sollten dann ein gemeinsames Executivcomite bilden. Durch diese Ver- theilung in kleinere Partien dachte man der Wachsamkeit der Behörde leichter entgehen zu können. Ober-Stadthruptmann Thaisz hat dies dadurch vereitelt, daß er gestern eine dieser Zehnergruppen ausheben ließ. Die Verhaftung erfolgte um 5 Uhr Früh; es wurden eingezogen: Jgnoz Barta, Tischler ; G org Talog, Karl Dravecz, Johann Halasz, Zofef Bokros, Schuster; Kolon an Foxkas, Friseur; Georg Thuroczy,