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ALHrltch S Mari Halbj. 4M. 50Pfg.

Bierleljährlich

1 Mar! 25 Psg. Für auswärtige Abonnenten eit dem betreffen­den Posiausschlag. Die einzelne Aum- mer 10 Pfg.

Hanmer Adriger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samttags mit der Berliner Provinzml Correspoudenz.

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Die lipaltige

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10 Pig.

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20 Psg.

Die »waltigeZeil« 30 Psg

Nr. 66.

Dienstag den 18. März

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BskanntmachANFen Königl. Landrathsamts.

Landwirthschastlicher Kreis-Verein M Hanau.

Auf der Königlichen Oberförsterei Wolfgang sind ein- und zwei­jährige Aepfel- und Birnenwildlinge unentgeldlich an die Gemeinden des Kreises Hanau und Mitglieder des Vereins abzugeben. Bemerkt wird, daß solche nur gegen eine Anweisung, welche von dem Bereins-Sekretär H. Jung in Hanau ausgestellt wird, innerhalb 8 Tagen verabfolgt werden.

Hanau am 17. März 1884

Der Vorstand.

Wird veröffentlicht.

Hanau am 17. März 1884.

Der Königliche Landrath

___________________________In Vertr.: Baabe.__________________________ Grundstücksverpachtnug.

Von dem domainenfiskalischen Grundbesitz in der Gemarkung Ostheim sollen weiter

die Pläne Nr. 11 und 12 von zusammen 20 ha 52 a 31 qm im alten Haag

in 41 Parceüeu

und 6 ha 15 a 98 qm von der Wiese Plan Nr. 833 im Heurieth

in 62 Parcellen, vom laufenden Jahre an aus 12 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden.

Termin hierzu ist auf

künftigen Donnerstag, den 20. dieses Monats,

Vormittags 9 Uhr,

in den Saal der Schütz' schen Gastwirthschaft zu Ostheim anberaumt. Die Karten über die Pachtstücke werden zur Einsicht aufgelegt. Auf angemessene Gebote erfolgt der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.

Hanau, am 16. März 1884.

Der Königliche Domainen-Rentmeister _____Bell.______________________2776 tEntwickelung eines wahrhaft konstitutionellen

Verfaffungslebens" lautet Punkt 1 des Programms, auf welches die zu einer deutschen freisinnigen Partei vereinigten Parteien der Secession und des Fort­schrittes sich verpflichtet haben.

Was heißt das?

Antwort: Das heißt entweder Forderung einer parlamentari­schen Regierung, oder es heißt gar Nichts. Ein konstitutionelles Ver­fassungsleben (die Ausdrücke Konstitution und Verfassung sind bekannt, lich gleichbedeutend) besitzen wir längst, ein verantworrlicher Kanzler ist bereits seit Ausrichtung des Norddeutschen Bundes da, und was ein Reichsmimsterium" soll, so lange die Entscheidung bei den verbündeten Regierungen liegt und diese durch den Bundesrarh vertreten sind, hat noch Niemand anzugeben vermocht. Die weitere Forderung, daß die Rechte der Volksvertretung, die Redefreiheit u. s. w. aufrecht erhalten bleiben sollen, kennzeichnet sich als daS, was man in Frankreich das Einrennen einer geöffneten Thüre" nennt. Niemand stellte diese Rechte in Frage, Niemand denkt an eine Beeinträchtigung derselben und so lange die Volksvertreter auf die Gefahr all' winterlich wiederkehrenden Zusammentageus von Reichstag und Landtag hin dabei beharren, den Staatshaushalt jährlich berathen zu wollen, soll und wird auch das Recht alljährlicher Budgetbewilligung ihnen gewahrt bleiben.

Da die Absicht des Programms derfreisinnigen" nicht Wohl dahin gehen kann, daß Alles beim Alten bleiben soll, so kann die For- kernig eineswahrhaft konstnutiöneüen" Vkrsassungslebens nur den Sinn eines Verlangens noch dem sogenannten parlamentarischen System bedeuten. In einer am 5 Mai v. J. gehaltenen Rede hat der hervorragendste Führer der Secessionisten das grab' heraus gesagt, indem er dre Herstellung einer Regierung,welche der Ausdruck der Volksvertretung ist", als sein und fest er poluisüen Freunde Ziel be­zeichnete. Aus einer wehr als' halLhundertjährigen Geschichte wissen wir Deutsche, daß noch kein festländischer Großstaat im Stande gewesen

1884.

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ist, diese Forderung dauernd zu verwirklichen, daß dieselbe vielmehr in allen Staaten, die damit ihr Heil versuchten, zur Quelle von Verlegen­heiten, inneren Zwistigkeiten und Beeinträchtigungen der Staatsmacht geworden ist. Die Gründe davon hat der Reichskanzler seiner Zeit in ein Paar kurze Sätze zusammengefaßtJede Partei steht unter dem Eindruck der Fortentwickelung ihrer Richtung. . . Wenn eine kon­servative Partei länger regiert, wird sich immer Einer finden, der wei­tergehende konservative Grundsätze aufstellt. Dasselbe ist bei der liberalen Partei der Fall, da wird immer Einer den Andern an Liberalismus überbieten und der Ueberbotene immer Unrecht bekommen". Das ist so einleuchtend, durch die Geschichte unseres eigenen Parteilebens mit so zahlreichen Beispielen belegt worden, daß es für Niemanden, der leidlich unbefangen zu urtheilen vermag, weiterer Ausführungen über diesen Punkt bedürfen kann.

Warum kommen dieFreisinnigen" dennoch auf diesen Punkt zurück? Nicht sowohl weil sie eine parlamentarische Mehrheitsherrschaft für in Deutschland durchführbar halten, sondern weil sie unter dem Schein und Namen einer solchen ein liberales Parteiregiment aufrichten zu können glauben. Ist dieses einmal im Sattel, so wird dasselbe am Ende auch gegen die Mehrheit behauptet werden können. Außerdem aber ist denFreisinnigen" und namentlich den ehemaligen Secessionisten unter ihnen wesentlich daran gelegen, die Nation mit rein politischen Händeln, Parteigegensätzen und Machtsragen zu beschäftigen und immer tiefer in das Getriebe des Partei- und Fraktionswesens zu ziehen. Ge­lingt das und wird zur Hauptsache, wer regiert und mit welchen Mit­teln regiert wird, so tritt die Theilnahme an den Dingen, auf welche es eigentlich ankommt und um deren Willen regiert wird, von selbst in den Hintergrund: die Aufgaben der Socialreform, der Bes­serung der Lage der arbeitenden Klassen, eine Ent­lastung der Besitzlosen unter stärkerer Heranziehung de Besitzenden treten in solchem Falle von selbst in be r Hintergrund. R

Darauf aber kommt es den Männern der liberalen Opposition ganz besonders an, denn diese sind fast ausnahmslos geschworene Gegner der Socialreform. Die Einen halten wirklich für unmöglich, daß die Lage der ärmeren Klaffen durch staatliche Veranstaltungen gebessert werden könne, Andere wollen diese Besseeung nicht, weil sie in derselben eine Beeinträchtigung der sog. Freiheit des Wirthschaftslebens sehen Alle aber sind darüber einig, daß es um die Zukunftsherrlichkeit des Parlamentarismus geschehen sein würde, wenn .es der Regierung des persönlich regierenden Kaisers gelingen sollte, bessernd und helfend in die socialen Schwierigkeiten und Klassengegensätze einzugreifen.

Tagesschau.

Berlin, 17. März. Dem Kaufmann Rudolph Fuchs - Heuel ist Nomens des Reiches das Exeguatur als rumänischer Konsul mit dem Amtssitz in Breslau ertheilt worden.

Berlin, 17. März. (Reichstag. 7. Sitzung) In der heulst ger Sitzung erbittet und erhält das Präsidium die Ermächtigung, dem Kaiser zum Geburtstag die Glückwünsche des Hauses darzubringen. Die Denkschrift über die Ausführung der seit 1875 erlassenen Anleihegesetze wird zur Kenntniß genommen.

Es folgt die erste Berathung des Enlwurss, betr. Abänderungen des Hülsskasiengcs.tzl-S, welcher nach längerer Debatte an die Unfallcom- Mission verwiesen wird. Morgen Marinevorlagen.

Berlin, 17. März. Windthorst brächte im Abgeordneten­hause einen Antrag ein, worin er die Eiwartung ausspricht, die Staats- regirrung wolle in Ausführung der vom Abgeordnetenhaus'- am 25. April 1883 gefaßten Resolution dem Landtage baldigst, spätestens aber in nächster Session den Entwurf eines Gesetzes, betreffend die organische Revision der bestehenden kirchenpolitischen Gesetzgebung, vorlegen.

Berlin, 17. März. Der Nond. Allg Ztg. zufolge gingen dem Reichskanzler Fürsten Bismorck anläßlich dessen Rede betreffs der Lasker-Resolunon von verschiedenen Seiten Zustimmurgs Telegramme, narr entlich auch mit überraschender Schnelligkeit aus Amerika zu. Alle | einheimischen Aeußerungen st v mten ub-rein in der Beu^thcilung der Nachtheile der Porstmentarstchen Thätigkeit Lasstr's für die Gesetzgebung und betonten den schädigenden EWuß dtfs 'hen auf die Gestaltung der JustizversassuNg; sie machten ihn (Lasier) für dieselbe, insbesondere für die drückende Höhe der AnwaltSgedührey, verantwortlich.