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1 Wart 25 W^ #flr auswärtige Lboiinenten mit dem betreffende« Poffauslchlag. Die einzelne Nummer so Psg.
Hanmer Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provenzral Correlpondenz.
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Nr. 59. Montag den 10. März 1884,
Bekanntmachungen KönigL. Landrathsamts.
Der Gaslwirth Heinrich Zeh zu Windecken beabsichtigt, in seiner am dasigen Marktplatz gelegenen Hofraithe Karte E. 163 — Brand« versicherungs Nr. 20 — die Anlage einer Schlächterei.
Die Pläne und Beschreibungen liegen 14 Tage lang hier offen und können etwaige Einwendungen während dieser Zeit bei Meidung des Ausschlusses vorgebracht werden.
Hanau am 3. März 1884.
Der Königliche Landrath. In Vertr.: Baabe.
Für Jakob Wilhelm Karl Eckert, 16 Jahre alt, zu Bockenheim ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen-Verband behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
Hanau am 3. März 1884.
Der Königliche Landrath.
In Verlr.: Baabe.
Gefunden: Ein Eiswolltuch.
Vom Wasenmeister am 9. d. M. eingefangen: ein gelber Hund m. Geschl.
Hanau am 10. März 1884.
____________________Aus Königl. Landrathsamt.__
t Die Rede,
mit welcher die letzte Session der gegenwärtigen Legislaturperiode des Reichstags eröffnet worden ist, gewährt von der gegenwärtigen Lage der inneren und äußeren Politik ein überaus erfreuliches Bild. Es prägt sich darin die Auffassung der Krone von der Gesammtlage aus, welche — wenn man sich von einseitigen Parteianschauungen loslöst — in der That sehr viel Veranlassung zu Zufriedenheit und Genugthuung bietet, sowohl was das bisher Erreichte, als auch die Aufgaben der Zukunft anbetrifft, für deren Gelingen sich aus der Gegenwart berechtigte Hoffnungen nehmen lassen.
Zwei Gesichtspunkte sind eS, welche in der Rede besonders hervortreten : einmal die abermalige nachdrückliche Betonung des Wunsches unseres Kaisers, die wirthschastliche und sociale Lage der Arbeiter durch organische Gesetze zu heben und dadurch den Frieden unter den Bevölkerungsklassen zu sördern, und sodann das Vertrauen auf die Erhaltung des äußeren Friedens, unter dessen Schutz allein die innere Entwicklung sich segensreich gestalten kann.
In beiden Beziehungen blickt die Eröffnungsrede mit Befriedigung auf das, was schon erreicht ist, und mit Vertrauen auf die Zukunft. Es wirs zunächst darauf hingewiesen, daß der Wunsch des Kaisers nach socialer Reform im deutschen Volke volles Verständniß gesunden und daß auch der Reichstag mit dem Krankenversicherungsgesetz bewiesen hat, daß er die Bedeutung und Dringlichkeit der socialen Reformen nicht verkennt. Es ist dies ein bedeutender Fortschritt gegenüber der Lage der Dinge vor drei Jahren, wo das Verständniß hierfür noch ein sehr geringes und wenig verbreitetes war. Das feierliche Bekenntniß, welches der Kaiser in der Allerhöchsten Botschaft vom 17. November 1881 niederletzte, hat zu dem j tzt zu beobachtenden Umschwung zu Gunsten der socialen Reform sicherlich das Meiste beigetragen. Hierauf gründet sich auch die Hoffnung, daß auch die ferneren Aufgaben auf diesem Gebiete werden bald gelöst und daß es gelingen werde, den auf den Umsturz göttlicher und menschlicher Ordnung gerichteten Bestrebungen revolutionärer Elemente den Boden zu entziehen.
Die Vorbedingung hierzu, soweit sie in den äußeren Verhältnissen des Reichs liegt, ist vorhanden. Es wird überall im Vaterlande und weit darüber hinaus sicherlich die hohe Bedeutung der Worte empfunden werden, welche die Eröffnungsrede der Lage der auswärtigen Bezi.hun- gen des Reiches widmet. Der Kaiser empfindet hohe Genuglhuug darüber, daß es jetzt für alle Welt erwiesen sei, wie wenig diejenigen Rewt hatten, welche nach der Neubildung des Deutschen Reichs den friedliebenden Charakter seiner Politik in Frage stellten. Ebenso wird die gl iche friedliebende Gesinnung der benachbarten und befreundeten Mächte und das gemeinsame Interesse aller dieser wie Deutschlands an der Erhaltung des Friedens betont und daraus die Ueberzeugung geschöpft, daß die Erhaltung deS Friedens nicht nur für Deutschland nach menschlicher Voraussicht als gesichert erscheine. Insonderheit aber weist
die Rede auf die Befestigung der ererbten Freundschaft mit Rußland und Oesterreich, auf das Ansehen der deutschen Nation in jenen Ländern sowohl wie in Italien und Spanien, wie sich dies in der Art der Aufnahme des Kronprinzen daselbst bekundet hat, wie auch auf das Vertrauen des Auslandes zu unserer Politik als wesentliche Bürgschaften des Friedens hin.
Dem deutschen Volke müssen diese Kundgebungen im Namen des Kaisers zu außerordentlicher Befriedigung gereichen und ein Sporn sein, auch seinerseits volles Vertrauen zu der Umsicht und Weisheit der Kaiserlichen Politik nach innen wie nach außen zu bekunden. An dem Reichstage, der gewählten Vertretung des Volkes, ist eS, hiervon Zeug, niß abzulegen und zu beweisen, daß die Vorbedingung für das Gelingen der socialen Reform, wie nach außen, so auch nach innen gegeben ist. Möchten seine Worten und Thaten einen Widerhall der Eröffnungsrede bilden: er darf sicher sein, daß er sich hiermit zu einem richtigen Dolmetscher der nationalen und sittlichen Empfindungen und Ueberzeugungen des deutschen Volkes machen wird.
Tagesschau.
— Berlin, 9. März. Se. Maj. der Kaiser ertheilte heute Mittag dem Präsidenten des Reichstags, v. Levetzow und den Viceprä- sidenten v. Frankenstein und Hoffmann eine Audienz.
— Berlin, 9. März. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung erfährt aus England Folgendes: Zur selben Stunde, als auf der Victoria-Bahnstation in London eine Höllenmaschine explodirle, eine andere auf der Paddington-Station befindliche aber versagte, befand sich Prinz Heinrich in Begleitung des deutschen Botschafters auf dieser letzteren Station, und zwar in einem Zimmer gerade über dem Raum, wo jene Maschine lagerte. Diese versagte lediglich deshalb, weil das Oel in der Uhr zu dick geworden war; sobald der untersuchende Polizeibeamte den Koffer, der die Maschine enthielt, berührte, begann die Uhr wieder zu gehen, und die kleine Pistole, welche die Explosion hervorgerufen haben würde, war gespannt, so daß bei regelmäßigem Gang des Uhrwerks die Vernichtung des Zimmers, in dem sich unter anderen Prinz Heinrich und Graf Münster befanden, unvermeidlich gewesen wäre.
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878. Nach dem „R.- u. St.-A." Nr. 59 wurde unterm 1. März verboten: die Nr. 45 vom 23. Februar l. I der periodischen Druckschrift die „Lohrer Zeitung", Redaktion, Druck und Verlag von C. Keller in Lohr a M., im bayerischen Regierungsbezirke von Unterfranken und Aschaffenburg und zugleich das fernere Erscheinen dieser periodischen Druckschrift.
— Wien, 9. März Ein von dem Finanzminister beim Abgeordnetenhause eingebrachter abgeänderter Entwurf des Finanzgesetzes ermächtigt denselben behufs Bedeckung des Deficits von 30 Millionen fünfprocentige Papierrente auszugeben und die im Staatsbesitze befindlichen Actien der Franz-Josephs. Eisenbahn zu veräußern.
— Pest, 8. März. Im Abgeordnetenhause wurde eine Interpellation eingebracht betreffs des Verhältnisses Deutschlands zu Rußland.
— PariS, 8. März Der Bischof von Angers, Freppel, wurde beim Staatsrath wegen Amtsmißbrauchs angeklagt. Freppel hat, nachdem sich in der Verwaltung mehrerer Pensionskassen für alte schwache Priester in seiner Diöcese Unregelmäßigkeiten herausgestellt, seinem Klerus verboten, Auskunft zu geben. Ein auf Grund des Concordatsar- tikils eingeleitetes Verfahren ist der erste derartige Fall beim Staatsrath.
— Paris, 8 März Die Kammer beschloß mit 318 gegen 175 Stimmen, daß die Schulvorsteher von den Präfecten und nicht von den Rektoren der Akademie ernannt werden sollen.
— Paris, 9. März Die heutigen Morgenblätter bringen Telegramme aus Lyon, welche melden, daß gestern in dem Bureau der Messagerie ein an den Grafen von Paris adressirtes Packet abgegeben wurde. Die Beamten scköpsten Verdeckt, da der Ausgeber des Packeis, wie sich alsbald hercuSsiellle, riecht die Wohnung inne hatte, welche angegeben war. Das Pack.t wurde noch dem Arsenal geschafft, wo fest- gestellt wurde, daß dasselbe eine explodirbare Bombe enthielt, welche beim unvorsichtigen Oeffnen des Packeis explodiren mußte.
— London, 7. März. Im Unterhause beantragte Lord Har-