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Himmler Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Fei-rtage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.

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Nr. 50. Donnerstag den

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Bekanntmachung.

P ostkarten mit Antwort im Verkehr mit Brasilien.

Denjenigen Ländern des Weltpostvereins, nach welchen Postkarten mit Antwort abgesandt werden können, tritt zum 1. März 1884 auch Brasilien hinzu. Das Porto sür derartige Postkarten beträgt 20 Pfennig.

Berlin W., 18. Februar 1884.

Der Staatssekretair des Reichs-Postamts. _____________________Stephan._____________________

Bekanntmachung.

Briesverkehr mit Australien.

Die wegen Aufnahme der Britischen Kolonien von Australien in den Weltpostverein schwebenden Verhandlungen sind zur Zeit noch nicht zum Abschluß gelangt. Demgemäß beträgt das Franko für den ein­fachen Brief aus Deutschland nach Australien zur Zeit noch 6 0 Pfen­nig. Da fortgesetzt Briefe nach Australien irrthümlich mit dem Vereins­porto von 20 Pfennig frankirt zur Auflieferung gelangen, welche in Folge dessen in Australien mit einem hohen Nachschußporto belegt wer­den, so wird zur Vermeidung dieses Nachtheils hiermit wiederholt daran erinnert, daß zur Frankirung eines einfachen Briefes nach Australien 60 Pfennig, und nicht 20 Pfennig, erforderlich sind.

Berlin W., 20. Februar 1884.

Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.

Stephan.

Bekanntmachn«gen Königl. Landrathsamts.

1 U f t U f

zum Ausbau der Thürme der St. Martinskirche zu Kassel.

Das Presbyterium der hiesigen Freiheiter Gemeinde hat den Ausbau der unvollendeten Thürme der St. Martinskirche dahier in Anregung gebracht.

Die Unterzeichneten sind zusammengetreten, um die Ausführung dieses Vorhabens zu unterstützen. Handelt es sich doch um die endliche würdige Vollendung des Domes der Residenzstadt Kassel, welcher, ein erhabenes Denkmal frühester Zeiten, sich über dem Grabe einer Reihe von hervorragenden Fürsten des Landes wölbt, insbesondere Philipp des Großmüthigen, des großen Förderers der Reformation.

Die technische Untersuchung hat die Ausführbarkeit des Werkes ergeben. Die Kosten der Ausführung werden sich nach dem Urtheil verschiedener Sachverständiger auf etwa 250 000 Mk stellen.

Was anderswo gelungen, sollten wir davor zurückschrecken? Regt sich doch im wieder erstandenen deutschen Reiche überall Sinn und Hand zur Erhaltung nnd Ausschmückung unserer Baudenkmäler!

Nachdem zur Ausführung durch den Herrn Oberpräsidenten die Sammlung freiwilliger Gaben bei den evangelischen Einwohnern des Regierungsbezirks genehmigt worden ist, sind die Unterzeichneten zur Entgegennahme von Beiträgen bereit und haben die Organisation von Sammlungen in Stadt und Land veranlaßt.

Wir wenden uns nun an Alle, welche ein Herz für unser schönes Hessen und seine Hauptstadt, sowie seine ruhmwürdige Vergangenheit haben, insbesondere an unsere hessischen Landsleute, an die Vereine und Genossenschaften, wie an die Einzelnen mit der Bitte:

Schenkt uns Eure Hülfe durch Wort und That zur Erreichung unseres Zieles! Laßt diesen Aufruf und unsere Sammellisten nicht vergeblich an Euch vorübergehen, bildet Hülfs-Comitös zu unserer Unterstützung! Thue ein jeder, was er kann auch die kleinste Gabe, eine jede Thätigkeit im Interesse der Sache trägt dazu bei, das Werk mit Erfolg zu krönen, unseren Altvordern zu Dank und Ehre, den kommenden Geschlechtern zur Freude und Erhebung."

Kassel, im November 1883.

Das ComitL zum Ausbau der Thürme der St. Martinskirche.

28. Februar 1884.

Die Herrn Bürgermeister wollen sich der Sammlung benehmlich mit den Herrn Pfarrer annehmen und die eingegangenen Beträge durch diese an das Comitö gelangen lassen.

Hanau am 19. Februar 1884.

Der Königliche Landrath.

In Vertr.: Baabe.

Metzger Moses Kaufmann zu Bischossheim beabsichtigt, in sei­ner Hofraithe Karte Q. Nr. 264/43 Brandversicher. Nr. 56 an der Borngasse gelegen, eine Schlächterei zu betreiben. Unter Bezugnahme auf §. 16 der Gewerbe-Ordnung vom 1. Juli 1883 wird folches mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Pläne und Beschreibungen 14 Tage lang dahier offen liegen, während welcher Zeit etwaige Einwendungen bei Meidung des Ausschlusses vorzubringen sind.

Hanau am 21. Februar 1884.

Der Königliche Landrath.

In Vertr.: Baabe.

Entlaufen: Ein kleiner Hund. Ein schwarzer junger Hühner­hund mit gelben Abzeichen, m. Geschl.

Zugelaufen: Ein rehbrauner kleiner Hund.

Gefunden: Ein Täschchen mit einer verzierten schwarzen Herren­mütze. Eine schwarze Schürze. Eine graue Tasche mit Stickereien.

Hanau am 28. Februar 1884.

Aus Königl. Landrathsamt.

Tagesscha«.

Berlin, 27. Februar. Heute Mittag 1 Uhr empfing Se. Maj. der Kaiser, vom Kronprinzen, den Prinzen des königlichen Hauses, welche den St. Georgs-Orden besitzen, vom Grafen Moltke, allen Gene­ral- und Flügel - Adjutanten umgeben, den Großfürsten Michael mi« sämmtlichen Mitgliedern der russischen Deputation. Der Großfürst richt tete eine Ansprache an den Kaiser, in welcher er auf die Bedeutung des Tages hinwies, und überbrachte die Glückwünsche des Kaisers Alexander. Der Oberst des Kaluga-Regiments überreichte hierauf Namens des letz­teren eine Denkmünze in Form des Georgs - Ordens zur Erinnerung an die siebenzigjährige Wiederkehr des Tages, an welchem der Kaiser den Georgs-Orden erhielt. Kaiser Wilhelm erwiderte mit herzlichen Dankes­worten. Die russische Deputation wurde auch von der Kaiserin em­pfangen.

Berlin, 27. Febr. Se. Maj. der Kaiser verlieh dem Groß­fürsten Michael vor dem Galadiner die Kette zum Schwarzen Adler­orden, welche der Großfürst beim Diner trug. Bei diesem trug der Kaiser die Uniform des Kaluga-Regiments; zwischen dem Kaiser und der Kaiserin saß der Großfürst, diesem gegenüber Feldmarschall Graf Moltke, neben diesem Gurko und Schuwaloff. Der Kaiser brächte fol­genden Toast aus: Ich bin gerührt über die Aufmerksamkeit des Kaisers, an diesen Jahrestag gedacht zu haben, wo ich den Georgs-Orden erhielt, nachdem ich mit der russischen Armee, besonders mit dem Kaluga-Regi- ment, dessen Chef ich bin, unter den Augen meines Vaters gesümpft hatte. Tief bewegt durch diese schmeichelhafte Erinnerung wünsche ich, daß Eure kaiserliche Hoheit und die für diese Mission auserwählten Officiere die Dolmetscher meiner Erkenntlichkeit beim Kaiser seien und trinke auf das Wohl des Kaisers von Rußland.

Berlin, 27. Februar. Großfürst Michael überreichte dem Kaiser bei dem heutigen Empfang der Deputation ein eigenhändiges Schreiben des Kaisers Alexander mit dem Feldmarschallstab in Brillan< ten.

Berlin, 27. Febr. Vom 1. Schlesischen Husaren - Regunent Rr. 4 ist eine Deputation zur Begrüßung des Hohen Chefs des Regi­ments, Sr. Kaiserlichen Hoheit des Großfürsten Michael Ricolajewitfch von Rußland, hier eingetroffen.

Berlin, 27. Februar. Dem Kaufmann M. C. Lafrenz in Burg auf Fehmarn ist Namens des Reiches das Excquatur als fchwe- disch-norwegischer Vize-Konful daselbst ertheilt worden.

P. (Aus dem Abgeordnetenhaufe) Berlin, Febr. Abgesehen von Rechnungsfachen, die entweder durch bloße Kenntnißnahme