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5 Uhr endete und hat auch dieser bei der regen Betheiligung den Wunsch hervorgerufen, daß der Verein ein gleiches Fest uns recht bald wieder bereiten möge.

$ Mit Bezug auf die in Nr. 33 d. Bl erwähnten Schüler- Concerte wollen wir unsere geehrten Leser hierdurch benachrichtigen, daß bereits kommende Woche, und zwar voraussichtlich den 18 Febr., das erste Concert stattfinden wird. Die beiden Oberklassen der Knaben- bürgerschule II, welche über 100 Schüler umsassen, werden unter der Leitung ihres Gesanglehrers, Herrn Wörner I., eine Anzahl drei- stimmiger Chöre mit Solis, geistlichen und weltlichen Inhalts, vortra­gen. Wir unterlassen nicht, unser kunstliebendes Publikum auf den eigen­artigen, gar Vielen selten gebotenen Genuß aufmerksam zu machen, den der Vortrag gut geschulter Knabenchme bereitet. (Es ist derselbe Kna­benchor, der schon einmal bei einer größeren Weihnachtsbeschee- rung öffentlich auftrat.) Zugleich ersuchen wir sreundlich, die Gele­genheit zu diesem Genusse nicht versäumen, und die, diese Woche noch in Zirkel kommende Liste zur Einzeichnung nicht unberücksichtigt lassen zu wollen. Es ist um so mehr auf eine recht zahlreiche Betheiligung zu rechnen, da die tüchtigsten musikalischen Kräfte unserer Stadt ihre Mitwirkung in liebenswürdiger Weise zugesagt haben, wie das Pro­gramm zeigen wird. Außerdem dient ja das ganze Unternehmen einem edlen Zwecke und ist schon deshalb der kräftigsten Unterstützung werth. Wie bereits früher erwähnt, kommen 2/s des Reinertrags armen, würdi­gen Schulkindern zu gute, und zwar zunächst den Mitwirkenden, ohne Unterschied der Konfession.

— (Stadttheater.) „Ein gemachter Mann", betitelt sich die neueste Posse Jacobson's, die gegenwärtig ihren Triumphzug über die Bühnen macht. Das lustige Stück wird eben auch bei uns vorbe- reitet und soll am nächsten Mittwoch — zum Benefiz für Frl. Lindner — in Scene gehen. In Berlin erlebte die Posse über 100 Aufführun­gen und lassen wir nachstehend ein Urtheil des dortigen „Fremdenblatt" folgen:

„Die neue, nach einer Hartmann'schen Idee bearbeitete dreiaktige Gesangsposse „Ein gemachter Mann" von Ed. Jacobson, Musik von G. Michaelis, hat am Sonnabend einen durchschlagenden Erfolg gehabt und dem Autor und den Darstellern zahlreiche und auch wohlverdiente Her- Verrufe eingetragen. Diese lustige, übermüthige Arbeit des, man kann sagen, wirklich vom Glück begünstigten Verfassers zeigt die altgewohnte Frische, den übersprudelnden Humor und schlagfertigen Witz, die Couplet- Gewandtheit und die nie sich erschöpfende Erfindungsgabe Jacobson's, welches zusammen den Besuchern des Wallner Theaters schon so manchen frohen Abend bereitet hat. Den Inhalt der Posse wiederzugeben, hält schon aus dem Grunde schwer, weil Alles in buntem Wirbeltanz dahin- eilt und man vor lauter Lachen kaum zur Besinnung kommt. — Emil Thomas spielte den „gemachten Mann", den ehemaligen Schlächter­meister, den jetzigen Rentier Pasewalk, mit so köstlicher Laune wie seit Langem nicht; jedesmal, wenn er, wie man im vulgären Leben sagt, „gemacht" war, d. h. sich gesellschaftlich ein wenig kompromittirt hatte, und sein bald „geflügelt" werdendes, übrigens altes Berliner Wort „Daran kann man nicht tippen" ertönen ließ, war das Auditorium außer sich vor Jauchen. Kein Witz entgleiste, alle trafen den Nagel auf den Kopf. Jedesmal, wenn Maler Randow die Schlagworte: „Ich habe selten so herzlich gelacht" mit fast düsterer, ein Lächeln kaum aufkommen lassender Miene von sich gab, wenn er kohlschwarz vom Handschuh bis zum Hals gekleidet, zum amerikanischen Duell schreitet, dann blieb die ungeheuere Wirkung nicht aus und Alles war, wie seit Langem nicht in diesen Räumen, auf dem Höhepunkt der Ausgelassenheit."

— (Hinweis.) Die Gartenlaube veröffentlicht in ihrer vorletzten und jünsten Nummer (Nr. 5 u. 6) eine strafrechtliche Studie, betitelt „Der Schutz vor der Unkenntniß der Gesetze", deren Durchlesung nur empfohlen werden kann, da bei Beherzigung des leicht faßlichen Inhalts Mancher vor einem Conflikt mit dem Strafgesetzbuch bewahrt bleiben wird.

— (Abnorm.) Wenn auch nicht der stereotype Redaktionsmai- käfer, so wurde uns vorgestern Mittag doch eine lebende Schlupf­wespe vorgezeigt, gewiß eine sehr große Seltenheit in dieser Jahres­zeit. Nebenbei bemerkt lassen uns die maigrünen Rasenplätze, das Nisten der Spatzen und sonstiger Vögel und die überaus gelinde Witterung fast vergessen, daß wir uns noch in der Faschingszeit befinden.

— (Posta lisch e s.) Um Verzögerungen bei Beförderung der Postsachen zu verhüten, hat der Minister der öffentlichen Arbeiten neuerdings bestimmt, daß bei Unfällen und Betriebsstörungen auf der Eisenbahn, sofern zwischen Beförderung von Reisenden oder der Post zu wählen ist, der zugführende Eisenbahnbeamte zwar zu entscheiden, die Entscheidung aber nicht ohne vorhergehende Besprechung mit dem obersten Postbegleitungsbeamten zu treffen hat.

Versteigerungs - und Verpachtungs- rc. Kalender für Dienstag den 12. Februar.

Holzversteigerung in der Oberförstern Hanau; Termin Vormittags von 9 Uhr ab rm Gasthause „zum goldnen Faß" hier. Verkauft werden 4 Eichen-Abschmtte, außerdem Eichen-, Buchen-, Birken-, Erlen, und Radel-Brennholz (s. Nr. 32 „Han. Anz."). — Vormittags 11 Uhr wird vor der Gendarmeriekaserne (Frohnhof) hier ein für den Gendarme­

riedienst sich nicht mehr eignendes, zugfestes Pferd (9jähriger brauner Wallach) verkauft.

— Für heute. Nachmittags 5 Uhr: Oeffentliche Sitzung des Gemeinde-Ausschusses im unteren Saale des Neustädter Rathhauses; Tagesordnung: Etats. — Kunstindvstrieverein: Abends 7^4 Uhr in der kgl. Akademie: Vortrag des Herrn Professor Dr. Ludwig Geiger aus Berlin über „Papst Leo X., die Blüthezeit der Renaissance." — Ken» tral-Kranken-Unterstützungskasse: Abends 8'/» Uhr in der „Centralhalle": Außerordentliche Generalversammlung; Tagesordnung: Statutenände­rung. — Spar und Spielkasse im „goldnen Herz": Generalversamm­lung ; Tagesordnung: Theilung. — Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 4 in der „Karthaune".

— (Genehmigung.) Dem Pferdemarkt-Comite zu Fritzlar hat der Herr Oberpräsident die Genehmigung zu der gelegentlich des daselbst am 11. und 12. Juli d. J. stattfindenden Pferdemarktes beab­sichtigten Verloosung von Pferden, Fahr- und Reit Utensilien rc. er­theilt. Der Vertrieb der Loose, deren Preis auf 3 Mark festgesetzt ist, bleibt auf den Umfang des Regierungsbezirks Kassel beschränkt.

— Wilhelmshöhe, 9. Februar. Gestern Nachmittag ereignete sich das Unglück, daß der Fuhrmann I. aus Wahlershausen beim An­legen des Hemmwerks seines mit 50 Ctr. Schnee beladenen Wagens am sog. Schlangenweg neben den Cascaden unter die Räder gerieth, so daß die ganze Last über die Brust des Unglücklichen ging. Der Tod erfolgte nach zwei Stunden. (H. M.)

— Holzhauscn bei Homberg, 6. Febr. Ein recht bedauerlicher Unfall ereignete sich gestern hier. Gutsbesitzer S. hatte die Dampf- Dreschmaschine auf seinem Hof. Als die Maschine aber in Betrieb gesetzt werden sollte, rief der sogen. Einleger einen jungen Burschen von 19 Jahren zu sich auf die Maschine. Sei es nun, daß dieser ein wenig hart aufgetreten war, das Verschlußbrett brach und der junge Mann kam mit einem Beine an den Cylinder, wodurch ihm der Fuß oberhalb des Knöchels zerquetscht wurde. Rasch herbeigeholte Aerzte amputirten den Fuß, jedoch befindet sich der Verunglückte nicht außer Gefahr.

— Hofgeismar, 8. Februar. Wie die „Hofg. Ztg." mittheilt, sind an der Chaussee nach Gieselwerder in letzter Zeit an 100 Obst- bäumchen von roher Hand geknickt. Hoffentlich gelingt es, den oder die Thäter zu erwischen.

— Hersfeld, 8. Febr. Seit Anfang dieses Monats haben wir hier nun auch einen sogen, „barmherzigen Holzstall". Die „armen Rei­senden" bekommen jetzt nur noch nach entsprechender Arbeitsleistung An­weisung auf Quartier und Kost.

— Unter den Schafheerden der Gemeinden Zillbach und Rönshau- sen ist die Räude ausgebrochen, und sind für diese Orte, wie auch für Kämmerzell wegen dort untergebrachter Untertriebsschafe Schutzmaßregeln getroffen.

— Frankfurt a. M., 9. Fibruar. Die alte Dominikanerkirche ist eben ein sehr begehrtes Objekt und interessiren sich gegenwärtig drei Parteien für deren Erhaltung. Die katholische Gemeinde hat ihre Au­gen darauf geworfen, um das Gebäude für ihre gotiesdienstlichen Zwecke zu erhalten, ferner das Comit^ für die Errichtung einer Lutherkirche und schließlich die Feuerwehr, welche eine Exercierhalle daraus zu machen wünscht. — Ein Betrüger, J. A. Miller, in Firma Leonard u. Co. in Newyork, verkauft ungiltige Wechsel, gezogen von Augik Belmonte u. Co. und Winlow Sanier u. Co. in Newyork, auf Rothschild in London und Paris und Glyn Mills in London. Die hiesigen Geschäftshäuser wer­den deshalb vor demselben gewarnt. — Die nächste Woche soll wieder ein Brodabschlag erfolgen, und wird diesmal, wie es heißt, die Häuser Brodfabrik mit dem guten Beispiel vorangehen. — (Nächt­licher Raub und Mordanfall.) Gestern Nacht zwischen 11 und 12 Uhr wurde in der Nähe des Rrchneigrabens der Liqueursobrikant Fulda aus Coblenz, auf dem Wege zu seiner in der Obermain-Anlage gelegenen Wohnung begriffen, von zwei Strolchen angefallen. Sie ver­setzten ihm mit einem Messer einen Stich in die Brust und beraubten ihn seines 300 Mk enthaltenen Po temonnaies, während der Angefallene seine Uhr mit Kette vor den Griffen der Strolche sich noch erhalten konnte. Als er um Hilfe rief, liefen die Angreifer fort und leider ist es bis jetzt noch nicht gelungen, sie zu ergreifen oder ihre Spur zu ent­decken. Herr F schleppte sich mühsam in seine Wohnung, wo er heute an der nicht sehr gefährlichen Wunde darniederliegt. Das entleerte Portemonnaie wurde später in der Nähe des Thatortes aufgefunden.

(Fr. S-)

— Erbach, 8. Febr. Prinz Franz von Löwenstein-Wertheim- Rosenberg ist im Alter von 75 Jahren gestorben Die feierliche _ Bei­setzung der Leiche fand gestern in der fürstlichen Familiengruft auf dem Engelsberg statt.

— Gotha, 6. Febr. In Erfurt hat eine namhafte Anzahl renommirter Fleischer, welche nur gutes, schweres Vieh schlachten, die Fleischpreise herabgesetzt. Sie verkaufen das Pfund Mastochsenfleisch für 50 -54 Pf., Schweinefleisch mit 55—56 Ps.; Blutwurst, Leber- wurst und Preßkopf für 70 Pfg. das Pfund

Mf* Fortsetzung dieser Rubrik in der Beilage. "Steg Thermometer st and.

11 Februar. Morgens 7 Uhr + 5°, Vormittags 10 Uhr + 7fl» .