kordialen Sinn zwischen beiden Ländern zu bestätigen. Zwecks Wieder- ausnahme der diplomatischen Beziehungen zu Mexico seien Vorkehrungen getroffen und zu diesem Zwecke Specialgesandte jeder Regierung abgereift rc. — Die Thronrede erklärt ferner noch, in Irland bessere sich die Lage fortdauernd. Angekündigt werden Vorlagen über die Erweiterung des Wahlrechts, Ausdehnung der Reform der Lokalregierung auf die Provinzen und Einrichtung einer Municipalregierung, welche die ganze Stadt London umfassen soll.
— Moskau, 5. Febr. Die gestern Abend stattgehabte Versammlung der Moskauer Börsenverordneten hat beschlossen, bei dem Finanzminister über die Nothwendigkeit einer schleunigen Durchsicht des gesammten Zolltarifs vorstellig zu werden, und falls die Genehmigung dazu ertheilt werden sollte, zur Ausarbeitung eigener Zolltarifs-Combi- nationen zum Zweck der Ueberreichung an die Regierung zu schreiten. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, Experten für die in Petersburg tagende Zolltarif.Revisions-Commission zu wählen.
— Bremen, 4. Febr. Die Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Hohenzollern" und „Braunschweig" sind in Buenos - Ayres angekommen.
„Nichtraucher-Coupä's" zu bezeichnen ist. ES sei dafür zu sorgen, daß mindestens in dieser Zahl schon auf der Abgangsstation des Zuges Nichtraucher-Coupa's zur Verfügung gestellt werden, ohne erst Beschwerden und Bitten des Publikums abzuwarten. Eine weitere Vermehrung solcher Coupö's würde von dem jeweiligen Bedürfniß abhängig gemacht werden können. Als zweckmäßig werden hierfür die von der Direktion zu Elberfeld in je einem der Wagen dritter Klasse angebrachten drehbaren Blechschilder mit der Ausschrift „für Nichtraucher" empfohlen.
— (Verbrauchs-Abgabe.) Im Laufe des Monats Januar 1884 wurden im hiesigen Schlachthause geschlachtet:
98 Ochsen w en ig er gegen den Monat Janu ar 1883 12 Stück
120 Kühe
41 Rinder mehr
809 Schweine „
353 Kälber „
76 Hämmel wenig e r
— Lämmer „
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Lokales, Provinzielles und Umgegend.
Hanau, den 6. Februar 1884.
— (Schwurgericht.) Der zweite Fall, zu dem der Metzger und Wirth K. Reutzel aus Flörsbach gestern angeklagt war, betraf, wie der erste, eine Körperverletzung mit tödtlichem Ausgang. Am Abend des 26. August v. I. erhielt die Ehefrau Reutzel, erst seit Januar verheirathet und hochschwanger, im Oberstock ihres Wohnhauses einen Schrotschuß, der ihr die Kniescheibe des linken Beins und den Oberschenkel der Art zerschmetterte, daß sie am andern Morgen starb. Nach gesetzlicher Vorschrift wurde noch an der Leiche der Kaiserschnitt gemacht, ohne daß das Kind zum Leben kam. Die Eheleute hatten, wie das zwischen dem jähzornig geschilderten Mann und der etwas starrköpfigen Frau mehrmals schon vorgekommen, ein n Wortstreit, der sich zum Oberstock, wohin sie sich begab und er nachfolgte, sortsetzte. Man hörte oben ein Hin- und Herrutschen und den Ruf der Frau nach ihrem Vater, dann einen Schuß. Reutzel kam herab und rief, der Frau sei das Bein ab, es müsse ein Arzt herbei. In der Stube lag die Frau in ihrem Blut und nahebei ein Gewehr, das geladen da oben stand, um gegen einen etwaigen Einbruch zu dienen. Der Angeklagte behauptet, er sei nicht in das Zimmer gekommen, mit der Frau nicht handgemein gewesen und habe, noch vor der Thür, den Schuß fallen hören, das Gewehr müsse umgefallen sein, vielleicht habe es seine Frau aushängen wollen, und so werde es sich entladen haben. Der Schuß aber, wie ersichtlich, ist horizontal, etwas von oben, eingeschlagen. Der Angeklagte hatte sich auch Anfangs, namentlich dem Arzt gegenüber, anders geäußert, — einmal, der Schuß sei gefallen, als er noch unten in der Wmhsstube gewesen, — dann aber, die Frau habe oben mit ihrer Mutter Streit gehabt, er habe schlichten wollen und seine Frau an der Schulter gefaßt, da sei es passirt, er wisse es nicht genau. Die auf den Tod verwundete, theilweise in Wehen liegende Frau sprach sich im Beisein der Hebamme zu ihrem Mann aus: „Siehst Du jetzt, was Du gethan hast? Ich muß fort. Mir gehen die Augen zu und Dir gehen sie auf." Dann aber hat sie später, wie die Hebamme bekundet (allerdings erst, nachdem diese geäußert, wenn ihr Mann geschossen habe, komme er in Arrest, und dann habe sie und ihr Kind kein Brod) den Mann für unschuldig an ihrem bevorstehenden Tod erklärt. Die Eltern der Verstorbenen, zeugnißbereit, aber nicht beeidigt, machten einen wenig günstigen Eindruck in ihrem unverkennbaren Bestreben, den Angeklagten für ihren mißlichen Hausstand sich zu erhalten Die Geschworenen verneinten die vorsätzliche Körperverletzung und bejahten die Hülfsfrage auf fahrlässige Tödtung. Das Urtheil erging auf eine einjährige Gefängnißstrafe.
— (Schwurgericht.) Donnerstag den 7. Februar: Verhandlung gegen M. Becker, Auszüger aus Flieden, wegen Unzucht (Vertheidiger Herr Referendar v. Wittgenstein).
— (Hausschlachten.) Seit längerer Zeit hörte man wenig von den früher hier sehr gebräuchlichen s. g. „Bürgerschl achten", wofür wohl der Grund in den theuren Schweinepreisen zu suchen war. Anders ist es heuer: Bei den z. Z herrschenden außergewöhnlich billigen Preisen haben zahlreiche Familienhäupter, wovon man sich im Schlachthause überzeugen kann, ein solch werthvolles Borstenthierchen erworben, um auf möglichst billige Weise die Vorrathskammer der Fa-
Die Accis Einnahme hiervon beträgt.....
An eingeführten Fleischwaaren rc. wurden versteuert: 11 274 Kilogramm, mehr gegen den Monat Januar 1883 1309 Kilogramm.
Hiervon die Accis-Einnahme mit......
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Mk. 3400.—
Mk. 338.22
Summa Mk. 3738 22 Gesammt-Accis-Einnahme im Monat Januar 1883 . „ 3709.35 Mithin mehr gegen den Monat Januar 1883 . . Mk. 28.87
Accis-Einnahme vom 1. April 1882 bis 31. Jan. 1883 . Mk. 34 383 23 Accis-Einnahme vom 1. April 1883 bis 31. Jan. 1884 . „ 35 641.64 Mithin mehr gegen die gleiche Zeit des Vorjahres . . Mk. 1258.41 Auszug aus dem Central-Handels-Register.
(Eintragungen bei Königlichem Amtsgericht, Abth. I zu Hanau.)
Nach Anmeldung vom 31. Januar d. I. ist an demselben Tage in das Handelsregister unter Nr. 867 eingetragen: Firma „Gebrüder Schönfeld" in Hanau. Inhaber derselben sind die Kettenfabrikanten Jacob Schönfeld und Moritz Schönfeld in Hanau.
— Für heute. Hanauer Stadttheater: Zum Benefice für
Fräulein Emilie Gensicke: Zum 1. Male: „Odette", Schauspiel in 4 Akten von Victorien Sardon; deutsch von Emil Reumann; Anfang 7 Uhr. — Kriegerverein: Abends 9 Uhr Generalversammlung; Tagesordnung : Beschlußfassung über Ergänzung der Statuten. — Ebenfalls Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 1 und 5 im „goldenen Herz"; Steiger- Corps bei Beck.
— Kassel, 4. Januar. Die Büsten der Brüder Grimm dürften nunmehr von Prof. Hassenpflug sofort in Angriff genommen werden, da die von Dr. A. Duncker zum Besten der Büsten gehaltenen Vorträge sämmtliche Kosten, die sich auf 1300 Mk. belaufen, aufgebracht und so- gar noch einen Ueberschuß ergeben haben, der wohlthätigen Stiftungen übewiesen wurde.
— Kassel, 5. Februar. Im hiesigen königl. Gymnasium nahm gestern die schriftliche Abiturientenprüfung ihren Anfang. Es unterziehen sich derselben 14 Aspiranten. (T.-A)
— Marburg, 5. Febr. In Roßdorf brach in einem Hause in! voriger Woche zur Nachtzeit Feuer aus. Nur mit Mühe gelang es l die Dienstmagd, welche in großer Gefahr schwebte, vom Flammentodes zu retten. Das Haus brannte vollständig nieder. — In Heskem fam 1 ein Mädchen beim Zermahlen von Kohlraben mit der Hand in die Mühle und büßte drei Finger ein. — In der Nähe von Argenstein geriet^ das Gespann eines Müllers, welches schwer mit Frucht beladen war, in die Lahn. Die Pferde wurden gerettet, der Wagen mit Frucht befindet sich noch im Wasser.— Heute Nachmittag wurden in der Wetter- gasse einem etwa 7 bis 8 Jahren alten Kinde, welches sich auf dem Wege zur Schule befand, durch das Entladen eines Gewehrs zwei Finger zum Theil abgeschossen. Einem Försterlehrling, der das Gewehr (
milie mit „Schweinernem" zu versorgen.
— (E i s en b ah nli ch e s.) In Folge eines Erlasses des Ministers der öffentlichen Arbeiten vom vorigen Jahre, welcher sich auf die Einstellung von Nichtrauch er. Coup ö's dritter Wagenklasse in die Eisenbahnzüge bezog, sind von den Königl. Ersenbahn-Direktionen Berichte eingegangen, welche erkennen lassen, daß die ertheilten Weisun-
trug, soll jemand an dasselbe gestoßen und dadurch sich das Gewehr entladen haben. (M. T.)
— Frankfurt a. M., 5. Febr. Wegen der Erhaltung der Dominikanerkirche, dieses allen Baudenkmals, dessen Niederlegung schon wiederholt in Anregung gebracht worden war, wird dem Vernehmen nach ' in mehreren Vereinen eine Eingabe an den Magistrat vorbereitet. — Wilhelm Sachs, der Bruder des bereits im Kölner Zuchthause seine| Strafe verbüßenden Albert Sachs, ist am 2. Januar in Buenos - Ayres verhaftet worden, allerdings nicht wegen seiner hiesigen Vergehen, son-^ dern wegen neuer Betrügereien, die er in Montevideo begangen. Dort hatte Sachs die Kühnheit sich als Kaufmann zu etabliren. Plötzlich ver-i schwand er aus Montevideo, nicht ohne einige dortige Geschäftshäuser z um 78(00 Patacons zu erleichtern. Das hatte feine Verhaftung Buenos Ayres zur Folge. Die Verhaftung erfolgte zunächst auf Ver-
gen niqt überall ausreichend sind, um den berechtigten Wünschen des anlaffung der beschwindelten Geschäftshäuser in Montevideo, aber wohl
reisenden Publikums Rechnung zu tragen. Im allgemeinen wird, wie nicht ohne Mitwirkung der deutschen Vertretung die wahrscheinlich die
der Minister in einer neuerdings ergaugenen Verfügung ausspricht, da- Auslieferung des Sachs ermöglichen wird. (Fr SO
von ausgegangen werden können, daß, wie dies seitens der Kgl. Direk. । — Frankfurt, 5. Februar. Gestern Morgen fand am Sand-
tion der Oberschlesischen Eisenbahn angeordnet ist, mindestens etwa der Wegdurchbruch zwischen jungen Leuten eine Schlägerei statt, die ihren sechste Theil der Coups's dritter Klasse (außer den Frauen-Coupö's) als ! Grund in einem Vcrstoß gegen die Höflichkeit jungen Damen gegenüber