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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
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Nr. 31.
Mittwoch den 6. Februar
1884.
BetanntmachuAgen Königl. ^andratyMMW.
Gefunden: Ein Regenschirm.
Zugelaufen: Ein brauner Jagdhund, m. Geschl.
B-m Wasenmeister ein gefangen: Ein kleiner hellgrauer Hund mit schwarzen Flecken, w Geschl.
Hanau am 6. Februar 1884.
Aus Königl. Landrathsamt.
Tagesschau.
— Berlin, 5. Febr. Se. Maj. der Kaiser befindet sich nach dem gestrigen Hofballe ganz wohl und frisch, nahm Vormittags Vorträge entgegen, empfing den kommandirenden General des 8. Armeekorps, Freiherrn v. Los, und arbeitete sodann mit dem Militärkabinet. Nachmittags machte der Kaiser eine Ausfahrt.
— Berlin, 5 Februar. Se. Hoheit der Herzog von Sachsen- Coburg-Gotha ist gestern Abend nach Gotha zurückgereist.
P. (Aus dem Abgeordnetenhause) Berlin, 4. Febr. In der heute fortgesetzten Berathung der die Universitäten betreffenden Etatpositionen wurde zunächst die weitere Schaffung von ordentlichen Prosessuren für die Erdkunde in Anregung gebracht; der Vertreter der Regierung erklärte sich in entgegenkommender Werfe. — Bei noch- maliger Berührung der Frühschoppensrage wurde seitens eines Redners, der auch andere Wünsche bezüglich Halle's vorbrachte, Vorschläge zur Abhilfe gegen jene auf der Universität Halle herrschenden Mißstände gemacht, ohne daß sie zu weiterer Diskussion Veranlassung gegeben hätten. Eine längere Debatte entspann sich dann bei dem Titel „Universität Marburg" — welche Hochschule, ebenso wie die zu Greifswald mehr- glredrige Universitätskuratorien und nicht, wie die übrigen Hochschulen, einen besonderen Univelsitätskurator hat. Die Frage wurde nicht zum Austrag gebracht, aber in Verbindung mit den Angriffen aus die Thätigkeit des „Deutschen Vereins", die bei dem Titel „Bonn" von Mitgliedern des Zentrums vorgebracht wurden, und die sich besondes auch gegen den Kurator der Bonner Universität richteten, fanden zwischen der nationalliberalen und der Zentrums-Partei lebhafte Auseinandersetzungen statt. Der Herr Kultusminister nahm demnächst Veranlassung, die gegen den Kurator der Universität Bonn gerichteten Angriffe mit kurzen Worten zurückzuweisen. — Wie es bereits bei der neulichen Diskussion der allgemeinen UniversitätSverhältnisse seitens des Abgeordneten Windthorst in Aussicht gestellt worden, führte das Zentrum bei dem Titel „Akademie Münster" über die Thätigkeit eines Professors, welcher durch die in seinen Vorlesungen zum Ausdruck gebrachten philosophischen Anschauungen das Christenthum untergrabe sowie über die Berufung von nichtkatholischen Professoren, durch welche der katholische Charakter der Akademie in Frage gestellt werde, lebhafte Beschwerde. Von anderer Seite wurde der Lehrtätigkeit des angegriffenen Dozenten volle Aner- kennung gezollt und namentlich seitens des Herrn Ministers hervorgehoben, daß der Chef der Unterrichtsverwaltung die Verpflichtung hab?, freie Bahn zu schaffen und den Hörern der Akademie auch die Möglichkeit zum Besuch von philosophischen Vorlesungen zu geben. Auch sei durch Berufung eines anderen Professors inzwischen abweichenden Richtungen volle Rechnung getragen. — Nachdem damit sämmtliche für die Universitäten geforderten Etatspositionen bewilligt worden, brächte bei dem Titel „Höhere Lehranstalten" der Abg. Kantak seine vielfach zum Ausdruck gebrachten Beschwerden über die Unterdrückung des polnischen Elementes aus dem Gebiete des höheren Unterrichts abermals vor; dann vertagte das Haus gegen 41At Uhr die Weiterberathung des Etats auf Dienstag 11 Uhr.
— Berlin, 5. Febr. Im Abgeordnetenhause ist ein Schreiben des Ministers des Innern, der öffentlichen Arbeiten und der Finanzen, betreffend den Neubau eines Geschäftshauses der Abgeordneten, und ein Antrag Beiseit aus Einstellung des gerichtlichen Verfahrens gegen den Abgeordneten Dr. Meyer (Breslau) eingegangen.
Die Benützung des Cultus • Etats wurde in der heutigen (41.) Sitzung bei Titel „Höhere Lehranstalten" fortgesetzt.
— Berlin, 5. Februar. Am 3. 0. Mts. verschied Hiersellst der Wirkliche Geheime Rath und Ober Landeshaudireklor a. D. Dr. Hagen.
— S. M. S. „Olga", 10 Geschütze, Kommandant Koro. - Kapt. Freiherr v. Seckendorff, ist am 14. Januar d. I. in der Grassy-Bucht
(Bermudas) eingetroffen und beabsichtigte, am 23 deff. Mts. die Heimreise sortzusetzen. S. M. S. „Leipzig", 12 Geschütze, Kommandant Korv.-Kapt. Herbig, ist am 31 Dezember v. I. in Hongkong, S. M. Kanonenboot „Wols", 4 Geschütze, Kommandant Korv.-Kapt. v. Raven, am 28. Dezember v. I. in Carton eingetroffen. Dampfer „Marsala" ist mit der Ablösung von S. M. Kanonenboot „Hyäne" am 16 Januar d. I. in Aden eingetroffen und hat am 17. deff. Mts. die Heimreise fortgesetzt.
— M erzig, 5. Febr. Bei der stattgehabten Landtagsnach- Wahl wurde Landrichter Lehmann (Centrum) in Saarbrücken mit 378 von 379 Stimmen gewählt.
— Elberfeld, 3. Febr. Der Wirth und Barbier Albert Ziethen ist wegen Ermordung seiner Ehefrau vom Schwurgericht gestern Abend zum Tode verurtheilt, der Mitangeklagte Lehrling Wilhelm von der Mitschuld freigesprochen worden.
— Dresden, 5. Febr., 6^2 Uhr Abends. Das Befinden der Prinzessin Georg ist sehr bedenklich. Seit ein Uhr Mittags verweilen der König und die Königin im prinzlichen Palais. Ein neues Bulletin wurde noch nicht ausgegeben
— München, 5. Febr. Der Einbrecher in dem Brandt'schen Bankgeschäft heißt Bottenberger, gebürtig aus Vohenstrauß (Oberpsalz), ein stellenloser Commis, er ist vollkommen geständig, bestreitet, einen Complicen zu haben und gibt an, durch die Lektüre der jüngsten Einbrüche bei Banquiers dazu verleitet worden zu sein. Die Revolverschüsse verletzten Niemand. Die geraubten 6000 Mark fanden sich bei dem Verhafteten wieder un"b wurden dem Untersuchungsrichter bereits übergeben.
— Wien, 4. Febr. Die „Presse" meldet aus Bndavest: „Zwischen Oesterreich - Ungarn und Frankreich ist ein provisorischer Handelsvertrag für die Dauer eines Jahres abgeschlossen worden. Die Vorschläge Frankreichs hinsichtlich der bedingten Zulassung unseres Viehes sollen zum Ausgangspunkt einer späteren Verständigung dienen "
— Wien, 5 Febr. Ministerpräsident Graf Taaffe begründet die Ausnahme-Verfügungen hinreichend mit dem Treiben der Anarchisten, der Ermordung von Polizeibeamten und der Verbreitung aufrührerischer Schriften. Es handle sich nicht um einzelne Fälle. Der oberste Gerichtshof trug angesichts der Verhältnisse nicht die geringsten Bedenken, der zeitweise» Einst llung der Geschworenengerichte rückhaltslos zvzu« stimmen. Die Regierung mußte außerordentliche Mätel anwenden, welche mit dem größten Ernste gehandhabt werden, ohne daß dre Regierung hierbei über den Zweck hinaus gehen wird.
— Wien, 5. Febr. Der Mörder des Detektivs Blöch gestand soeben ein, der dreißig Jahre alte Hermann Stellmacher aus Grottau zu sein. Derselbe wurde beim sächsischen zweiten Grenadierregiment Nr.
101 fahnenflüchtig, schloß sich den Schweizer Sozialisten Most'scher Richtung an und wohnte vier Monate lang unter falschem Namen in W-en. (Rh. K.)
— Basel, 5. Febr. Die Bastler Nachrichten melden: Der große Rath von Basel beschloß nach mehrtägiger Debatte den Ausschluß Angehöriger von Congregationen und geistlichen Orden von der Leitung der katholischen Schulen. Der Beschluß unterliegt der Bolksabstun- MUNg.
— Paris, 5 Febr. Der Rational und andere Blätter meinen, keine Macht würde der Modifikation des ägyptischen L quidationsgesetzrs zustimmen, wenn England die egyptische Schuld nicht ebenso wie Frankreich die tunesische garantire.
— Rouher in Paris ist gestorben, 70 Jahre alt. Dre Todten reiten so schnell, daß Mancher fragen wird, wer war Rouher? — Er war der vieljährige Minister und der wirkliche Geheimste Rath Kaiser Napoleon ill. und so einflußreich und mächtig, daß er nur der Vicekaiser hieß. Nach d-m Sturze und Tode seines Herrn leitete er die BonePartische Familien polüik im Interesse der Kaisern Eugenie und ihns Sohnes Als ilm Lulus Tod auch dieses Amt nahm, leg'e er sich hin und starb, schon lange ein vergiss ner Mann.
— London, b. Febr , 2 Uhr 10 Mm. Eröffnung des englrlchen Parlaments. Die tei der heutigen Eröffnung des Parlaments v rststM Thronrede sagt: Die Beziehungen zu allen Mächten sind freundichaft- liche. Der Schriftwechsel mit dem Präsidenten der sranzössichen Republik bezüglich Madagascars ist beendet und h t das Resultat gehabt, den