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stützt und es als eine wesentliche Aufgabe der Polizeibehörden bezeichnet werden, diesem verderblichen Treiben in jeder thunlichen Weise entgegen zu treten. Dieser Handel ohne vorgängige Bestellung charakterisirt sich zweifellos als ein durch den §. 56 der Gewerbeordnung verbotener Han­del im Umherziehen. Die Herren Ortsvorstände und GenSdarmen wer­den deshalb zu einer sorgfältigen Ueberwachung gerade solcher Personen angewiesen, von denen man sich versehen kann, daß sie in dieser uner­laubten Weise den Absatz ihres Branntweins betreiben. Gegen ermittelte Contravenienten ist die Einleitung des Strafverfahrens in jedem Falle zu beantragen."

— Ueber den Direktor der Göttinger Sternwarte, Pros. Dr. Klinkerfues, welcher, wie bereits gemeldet, vorgestern durch einen Schuß in den Mund sich das Leben nahm, schreibt die „Hofg. Ztg.": „Ernst Friedrich Wilhelm Klinkerfues wurde am 29. März 1827 zu Hofgeis« war geboren; er besuchte später die polytechnische Schule in Kassel und wurde hierauf im Vermessungsfache der Aufstellung der Kataster, später leim Bau der Main-Weserbahn angestellt In Marburg wandte er sich .1847 —51 dem Studium der Astronomie zu und wurde 1851 Assistent an der Sternwarte in Göttingen bei Gauß, 1855 Observator und spä­ter Direktor derselben. Klinkerfues hat viele Kometen entdeckt und deren Bahn berechnet. Außer vielen Aufsätzen in den „Astronomischen Nach­richten" und in den „Abhandlungen der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen" schrieb er eine „Theoretische Astronomie" Wraunschweig, 1872). Ferner erfand er 1872 die „Hydrostatischen Selbstzünder", mittels welcher die Gasflammen einer Stadt gleichzeitig Won der Gasanstalt aus entzündet und ausgelöscht werden können, und den Bifilarhygrometer, an den sich erfolgreiche Versuche sür praktische Meteorologie und landwirthschaftliche Wetter - Prognose knüpfen. Ueber Letzteren veröffentlichte er „Theorie des Bifilarhygrometers" (Göttingen 1875)." _

— Kerspenhausen, 26. Jan. Die Leiche des seit dem 23. d. Mts vermißten Standesbeamten und Bürgermeisters Herrn Lorentz von hier wurde heute durch den Zimmermann Gast dahier in einem in die Fulda fließenden Wassergraben kurz vor dem Ausfluß desselben, mit der einen Hand an einem Weidenstrauch festgeklammert, aufgefunden. (H. I.)

— Klein- Krotzenburg, 29. Jan. Nach einer vom Polizei- .-präfidium zu Frankfurt an die hiesige Ortsbehörde gelangte Nachricht ist es daselbst gelungen, einen hier gebürtigen Menschen Namens Kon- wad Heinz zu verhaften. Diese Verhaftung muß als ein ausgezeichneter Fang betrachtet werden. Der Jnhaftirte sollte vor etwa 10 Jahren im Amtsgerichtsgefängnisse zu Seligenstadt eine geringe Freiheitsstrafe an­treten, entwischte aber dem dienstthuenden Gefängnißverwalter, denselben in die Zelle ernschließend. Seit dieser langen Zeit wurde Heinz vergeb­lich steckbrieflich verfolgt. Zwar ließ er sich zuweilen im hiesigen Orte -erblicken, verschwand aber stets wieder so mysteriös, wie er erschienen war In allen größeren deutschen Städten tauchte er auf und verschwel,- dete an zufällig mit ihm zusammen kommende Bekannte räthselhafte Summen. Offenbar sind diese sehr hohen Beträge die Früchte seiner Dagabondage oder großer Verbrechen. Auch hiesige Familien bedachte er mit Geldern in sehr splendider Weise, während er sich um die zurück­gelassene Frau mit ihren 3 Kindern niemals kümmerte. Seine endliche Ergreifung wird hier mit Freuden ausgenommen. Hoff-ntlich gelingt es der Criminalpolizei, die dunklen Bahnen, die derselbe bisher wandelte, -völlig zu klären und ihn möglicher Weise für immer der menschlichen Gesellschaft zu entrücken. (N. H. V.)

— Büdingen. In der am 23. d. Mts. in Stockheim abge- Haltenen Generalversammlung hat sich die Atiengesellschaft Aktien-Zucker- fabrik Büdingen in Stockheim, dieses ist der osficielle Name, konstituirt. Das Grundkapital der Gesellschaft im Betrag von 300 000 Mark ist durch die Zeichnung von 1133 Stück Aktien zu 300 Mark mehr als gedeckt. Die jährliche Ernte von nahezu 2000 Morgen Rübenland ist der Fabrik bereits vertragsmäßig zugesichert. Weitere Anmeldungen zum Bau von Zuckerrüben werden entgegengenommen. Auch sind noch 1367 Stück Aktien auszugeben. Ob die Fabrik, die so eingerichtet werden soll, daß sie täglich mindestens 6000 Ctr. Zuckerrüben verarbeiten kann, bereits im nächsten Herbst oder erst im Herbst 1885 dem Betrieb über, geben werden wird, hängt von der Entscheidung des Aufsichtsrathes ab, zu dessen Vorsitzendem dem Vernehmen nach Pächter Schaum zu Herrn­haag erwählt worden ist. ^D. Vfd.)

— Soden, 27. Jan. Verschiedene hiesige Einwohner wallen in «verflossener Nacht 20 Minuten vor 2, während der Orkan tobte, einen Erdstoß deutlich wahrgenommen haben. (Rh. K.)

— Rüdesheim, 27. Jan. In den nächsten Tagen wird mit den Vorarbeiten zum Bau der Zahnradbahn begonnen werden. Herr Regierungsbaumeister Peters aus Berlin, welcher den Bau leiten wird, sowie die dabei betheiligten Ingenieure: die Herren 6 Francke und H. Schröder haben bereits hier Wohnung genommen, Der Ankauf der Grundstücke ist durch Vermittelung des Herrn Bürgermeisters a. D. Sahrholz in beiderseits befriedigender Weise rasch erfolgt, wie denn auch die Verhandlungen mit der Stadtgemeinde besondere Schwierigkeiten Nicht zu finden scheinen. Heute ist bereits ein Theil der nöthigen Werk­

zeuge und Geräthschaften eingetroffen und die Planirungsarbeiten sollen thunlichst beschleunigt werden. Mit dem ersten Spatenstich wird wohl eine kleine Festlichkeit verbunden, während zur Eröff sang der Bahn am 15. Mai (eventuell 1. Juni) eine solenne Feier stattfinden wird, zu welcher hohe Besuche in Aussicht gestellt sind.

— Gießen, 29. Jan. (Wieder der Letzten Einer f.) Am Sonntag den 27. Januar starb hier Herr Rendant Vieler im Alter von 93 Jahren, es dürste dies wohl einer der letzten alten Soldaten Deutsch, lands sein, welcher den Napoleon'schen Feldzug in Rußland und den Uebergang über die Beresina mitgemacht haben. Trotz seines hohen Alters war der Veteran bis zu seiner letzten Krankheit noch stets rüstig und voll Humor. (Fr. I.)

— Erbach, 25. Jan. Bei einer Gemeinderathswahl in einem Dorfe in der Nähe Erbachs ist der wohl als Unicum dastehende Fall vorgekommen, daß ein Sohn gegen seinen Vater, mit welchem er unter einem Dache wohnt, als Candidat auftrat. Der Vater, ein geachteter und angesehener Landwirth, verwaltete daS Amt eines Beigeordneten schon eine Reihe von Jahren in D ... und doch siegte sein Sohn mit einigen Stimmen Mehrheit.

Bit* Fortsetzung dieser Rubrik in der Beilage. ^Be

Verloosungen.

— Berlin, 28. Januar. Preußische Klassenlotterie. (Ohne Ge- währ) Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 4. Klasse 169. König­lich preußischer Klassenlotterie fielen:

3 Gewinne von 15 00u Mk. auf Nr. 1323 33968 53638.

3 Gewinne von 6000 Mk. auf Nr. 37318 74271 92752.

45 Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 2580 3309 3462 3938 7312 7928 8129 8617 10145 16663 17825 18166 22494 26331 26731 29251 30908 31087 31829 33221 34641 38982 39064

44871 45112 45921 47757 51647 53297 54115 55034 55750

64036 64226 64303 66830 67261 68800 73531 73678 74092

78424 78806 81417 86861.

54 Gewinne von 1500 Mk. auf Nr. 1343 2250 2741 2939 5175 9240 12210 14957 15533 16241 17412 18166 19391 25614 29078 29428 34272 34673 42341 44962 46610 49643 51073

52136 54 91 54676 57587 58252 59241 59393 59931 60950

62195 63335 68300 69886 71080 72174 72553 72587 78374

78837 79672 79*48 81963 83019 87065 87121 87132 87889

90856 91725 92287 93590.

76 Gewinne von 550 Mk. auf Nr. 2828 3812 5446 6056 6554 8026 9991 10507 13341 15691 17235 18028 19084 19889 22038 24367 24532 24811 25204 27260 27884 27924 28484 29192

29242 33619 36146 39777 40072 42952 43528 44010 44505

44561 44957 46535 46542 48997 49349 49854 50405 51101

51877 53059 53844 55942 57061 58837 59709 60097 60234

68332 69604 70699 72499 72570 72872 73066 73650 74405

75440 76363 76951 78789 80840 81125 81604 84649 86182

87064 87097 87229 89542 90899 92520 93004.

— 29. Januar. Bei der heute fortgesetzten Ziehung fielen:

1 Gewinn von 30 000 Mk auf Nr. 7844.

1 Gewinn von 15 000 Mk. auf Nr. 5956.

7 Gewinne von 6000 Mk. auf Nr. 16282 17518 39557 64254 64398 80699 85163.

40 Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 5112 6097 8836 9108 9473 9915 10610 12174 17746 22614 24206 25135 26135 28367 28679 29464 35947 37054 37564 39663 49508 50296 51200 51353 52362 56641 62873 69237 69329 76253 81045 81148 83084 84097 86824 87003 88134 88243 91707 93701.

49 Gewinne von 1500 Mk. auf Nr. 388 3161 3679 6288 6808 7006 7152 9233 9432 10118 10704 11753 12618 16762 24818 31706 32883 33465 34169 35169 35463 35769 39691 43375

45341 46818 48591 48597 50795 54121 55131 56604 56923

59072 62482 64944 66661 70135 73267 76145 77225 77870

78107 79908 84265 91297 91670 93782 91757.

73 Gewinne von 550 Mk. auf Nr. 878 2002 4166 4523 4727 6499 6857 7147 7300 7693 8847 10179 11022 12116 13284 14613 15721 19330 19447 23908 24212 24604 25091 25406 27172 28125 30699 30866 33234 36751 37186 37520 412^7 41555 43164 43915 47776 48103 51687 52785 54825 54936

55137 55993 56140 60820 61099 62550 62609 63126 66048

67093 68406 69126 76711 76729 77453 79130 81002 81805

82577 86154 86528 87175 87381 90348 90834 91561 91854

92721 93502 94663 94972.

Marktbericht.

Frankfurt a. M., 29. Januar. Auf dem gestrigen Viehmarkt waren angetrieben: 350 Ochsen und Stiere, 223 Kühe und Rinder, 109 Kälber, 89 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfund Fleischgewicht: Ochsen 1. Qualität Mark 68-70, 2. Qualität Mark 60—65; Kühe und Rinder 1. Qualität Mark 58—60, 2. Qualität