brauer und Gastwirthe gebildet, wie aus einer Anzeige im dortigen „I.- Bl." hervorgeht. Derselbe scheint wieder für einen Bierstrike zu agiti- ren, indem er eine Generalversammlung mit folgender Tagesordnung einherufen hat: 1) Wahl des Vorstandes; 2) Bericht über eingezogene Erkundigungen; 3) Stellungnahme zu den 4/io Liter-Gläsern.
— Frau kfurt a. M., 23. Januar. Das Modell einer neuen Schlachtmaske ist eben im hiesigen Schlachthause ausgestellt. Dieselbe ähnelt der früher hier eine Zeit lang im Gebrauch gewesenen Brunow'- schen Maske, deren Dorn dem Thier in das Hirn getrieben wurde. Das Thier wurde jedoch dadurch nicht sogleich getödtet. Bei dem neuen Modell geht nun beim Eintreiben des Dornes ein Schuß los, der das Thier tödten soll. Nächste Woche wird probeweise unter Anwendung dieser Maske geschlachtet. Bewährt sich die Sache, so soll das System im neuen Schlachthaus eingeführt werden. (Fr. I)
— Unseren Hausfrauen wird es angenehm sein, zu erfahren, daß die hiesige Bäckergenossenschaft mit den Brodpreisen abgeschlagen ist und zwar um 4 Pf. beim Sechspsüuder und 2 Pf. beim Drei- pfänder. — Zum Erstaunen der Nachbarn waren heute verschiedene Wirthschaften in der Stadt geschloffen. Die darob Beängstigten forschten der ungewohnten Erscheinung nach und fanden, daß keinem von den betreffenden Wirthen ein Unglück geschehen, sondern daß ein ungeheurer Katzenjammer, vom Wirthsball herrührend, ausgeschlafen wurde. (G.-A)
— Franksur r a, M , 24 Januar. Der heftige Sturm, der in vorverflossener Nacht hier und in der Umgegend wüthete, hob in Seckbach das Dach einer Scheune ab. — Die Burgstraße ist zu beiden Seiten mit Bäumen bepflanzt worden. — In einer hiesigen höheren Schule rannte gestern Bormittag während der großen Pause ein 16 Jahre alter Schüler wider den 9 Jahre alten Sohn eines Metzgermeisters. Der Jüngere kam dadurch zum Fallen und brach dabei das linke Bein. Der Bruch ist glücklicherweise kein komplicirter, so daß der Knabe in etwa sechs Wochen wieder hergestellt sein dürfte. (Fr. Nachr.)
— Vilbel, 21. Jan. Der Bande, welche unlängst in den hiesigen Kirchen einen Einbruch verübte und in der katholischen Kirche sämmtliche Schlüssel milnahm, ist man hart auf der Spur. Einer der Einbrecher, bei welchem man besagte Schlüssel fand, ist in Bornheim verhaftet worden. Derselbe soll ein schon wegen Verbrechens gegen bie Sittlichkeit bestrafter „Bräutigam" aus Klein-Karben sein.
— Seligen st avt, 20. Jan. Am hiesigen Amtsgerichte schwebt momentan ein interessanter Prozeß, den wir unseren Lesern nicht vor- enthalten möchten. Die Gemeinde Weiskirchen hatte von einem Einwohner Jügesheims eine größere Summe zu beanspruchen und beauftragte, da der Schuldner keine Zahlung leistete, den Gemeindepfandmeister mit der exekutorischen Beitreibung der ausstehenden Summe. Der Pfand- meister p-ändete hierauf eine dem säumigen Schuldner gehörige Kuh,
auf welcher indessen Eigenthumsrecht eines hiesigen Handelsmannes haftete. Das Pfandobjekt wurde einem Gastwiithe zu Jügesheim zur einstweiligen Verwahrung übergeben. Einige Tage nachher erschien aber ein hiesiger Gerichtsvollzieher im Auftrage eines anderen Gläubigers, pfändete die Kuh ebenfalls und vollzog auch die Versteigerung derselben. Die Gemeinde strengte nunmehr eine Klage gegen den fraglichen Gast- wirth wegen Untreue an, resp verlangt von ihm Ersatz de.s freigegebenen Pfandobjekts. Der Beklagte bestreitet jedoch die Regreßpflicht, weil er dem amtirenden Gerichtsvollzieher die Amtshandlung nicht habe verweigern können. Die diesbezüglichen Amtsgerichtsoerhandlungen, bei welchen zwei Rechtsbeistände funktionirten, fanden verfloffenen Freitag unter großem Andrange des Publikums statt. Zieht man die Thatsache in Betracht, daß bei den beiden Pfändungen die bestehenden gesetzlichen Formalitäten nicht genaue Beachtungen gefunden haben sollen, so darf man wohl mit um so größerer Spannung der in 8 Tagen erfolgenden U^theilspubtikation und deren muthmaßlicher Nachwirkung entgegensehen.
Verloosungen.
— Berlin, 23. Januar. Preußische Klasfenlotterie. (Ohne Gewähr) Bei der heute fortgesetzten HZiehung der 4. Klaffe 169. Königlich preußischer Klasfenlotterie fielen:
1 Gewinn von 30 000 Mk auf Nr. 38921.
2 Gewinne von 15 000 Mk. auf Nr 71327 91647.
4 Gewinne von 6000 Mk. aus Nr. 4275 62151 87867 93409.
38 Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 10876 12694 16993 19970
21203 21567 26197 30106 32586 33073 36844 38272 39452 42468
44326 46191 50184 50462 51077 51392 518^7 52185 52218 53813
57565 57906 61288 63943 65240 65572 69997 72187 79398 85610
86938 88089 91457 94718.
44 Gewinne von 1500 Mk. auf Nr. 1447 1662 2349 4940 7770 8204 9057 9066 14189 17927 18402 20931 21749 22218 25482 28652 34032 37139 37795 41833 42941 43855 44979 48255 49904 51646 54999 58606 61914 62166 66644 67411 67795 67799 69196 71594 75102 83385 83406 83588 86910 88412 91523 93452.
54 Gewinne von 550 Mk auf Nr. 3372 8873 10353 18 24 19548 20198 20814 28526 31381 32051 35800 36924 37736 38275 39398 40181 40415 41154 44612 46479 46687 47725 48119 49112 49207 50241 51082 51250 52035 53470 53609 55092 578-2 5903 i 60243 62639 63031 64563 66996 6925469749 7OOO3 71281 72361
75582 76366 77198 78951 81978 84016 87040 87818 92489 92576.
Thermometer st and
23. Januar. Mittags 2 Uhr + 6°, Abends 7 Uhr 4- 5°;
24 Januar. Morgens 7 Uhr 4- 41/-.0, Vormittags 10 Uhr J- 5°.
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l Näheres in der Expedition. 456