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Hamuer Anzeiger
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Nr. 5. Montag den '
• 7 ;s»W«i»Ä®Ö« UIII । n il MmnMHMBMHra Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Gefunden: Eine gedruckte und eine blaue Schürze. Ein graues Strickzeug. Eine silberne Cylinder. Uhr. Eine braune Pferdedecke. Ein rothes Taschentuch.
Verloren: Ein Portemonnaie mit ca. 43 M.
Hanau am 7. Januar 1884.
Aus Königl. Landrathsamt.
t Das Ansehen Deutschlands.
In einem Telegramme an den Herzog von Coburg, worin sich der Kronprinz für den Willkommgruß desselben bei seiner Heimkehr aus Spanien und Italien bedankte, wieS jüngst der hohe Herr darauf hin, mit welcher Genugthuung er „das hohe Ansehen, welches Deutschland auch in der Ferne genießt", wahrgenommen habe. Auch einer Deputation der deutschen Colonie in Rom gegenüber betonte der Kronprinz, daß er aus Spanien die Ueberzeugung mitgebracht habe, „welche Ach. i tung und Ansehen der Deutsche Name dort genießt, welche Sympathien für Kaiser und Reich dort vorhanden." Ueber die nämlichen Eindrücke haben auch die Berichterstatter, welche den Kronprinzen auf seiner Reise begleiteten, aus ihren eigenen Erfahrungen berichtet, und in allen Blät.
i lern, welcher politischen Richtung sie auch angehören, wird bei den Be. l trachtungen aus Anlaß des Jahreswechsels der Genugthuung darüber Ausdruck gegeben, daß das Ansehen Deutschlands im Auslande sich mächtig gehoben.
Jedes deutschen Patrioten Herz empfindet angesichts dieser Thatsache Stolz und Freude: denn wenn auch das Urtheil des Auslandes keinen Maßstab sür Deutschlands Werth bilden kann, und wenn auch | Haß und Neid, welche uns das Ausland in früherer Zeit entgegentrug, Preußen niemals an seinem inneren Werth und an seiner Mission . irre machten, so ist es doch ein erhebendes Gesühl, Achtung und Freundschaft zu erfahren und Verständniß für das eigene Thun zu finden.
Fragen wir uns, was uns die Sympathien und die Achtung des Auslandes erobert, so ist nur eine Antwort möglich: wir verdanken dies dem mächtigen einheitlichen, von einem festen Willen und mit Weisheit geleiteten Geist unseres Staatswesens, wie er sich auf allen Gebieten des Staatslebens äußert. Nicht diese oder jene politische Maßregel weckt Wiederhall im Auslande, nicht unsere siegreichen Schlachten allein und der gute Stand unserer Wehrkraft haben uns Freunde erworben, sondern vielmehr die sich in allen diesen Erschei- ' nungen verkörpernde Lebenskraft der deutschen Nation und der sich nach Außen hin manifestirende einheitliche, monarchische Charakter unserer Gesammtpolitik, welcher aus allen Gebieten der inneren wie auswärtigen i Politik gleichmäßig und nachhaltend wirkt.
Könnte sich unsere Opposition doch nur ein einziges Mal aus I dem engen Kreise ihrer Anschauungen und Kirchthurmsinteressen heraus , versetzen und das Gesammtbild nationalen Wirkens und Schaffens, wie es sich trotz ihrer gegentheiligen Bemühungen ungestört fortbewegt, auf _ sich wirken lassen, — sie würde selbst kein Verständniß dafür haben, / daß sie der ruhigen und steten Fortentwickelung fortwährend Hindernisse | entgegensetzt. Ein kurzer Aufenthalt im Auslande, von wo aus sie ruhig L und öbjektik das Treiben daheim beobachten könnte, würde ihr die Augen i öffnen. Es war mehr wie ein persönliches Geständniß, wenn der seces- sionistische Berichterstatter der „Nationalzeitg." seinem Blatte an Bord s des „Prinzen Adalbert" auf der Reise von Genua nach Valencia i schrieb, nachdem er das erhebende Gefühl geschildert, einen Theil der | deutschen Flotte in einer schönen und ehrenvollen Mission auf fremdem : Meere schwimmend zu sehen: „Wenn man uns in diesen Augenblicken i gesragt hätte, warum man sich eigentlich eben in Deutschland zankt und streitet, wir hätten sicher Zeit bedurft, um uns genau daraus zu besin- nen, — so weit lag das hinter dem mächtigen Eindruck des Augenblicks
Das Ausland ist eben fortwährend diesen mächtigen Eindrücken
■ wr Gesammtpolitik Deutschlands zugänglich und hiernach richtet es fein | Urtheil über die deutsche Nation, nicht aber nach dem Grade, wie sich J bd uns der Parlamentarismus seiner Verwirklichung nähert. In erster f Linie ist es die Friedenspolitik, welche den fremden Nationen in fiche- i ren, festen, charakteristischen Zügen entgegentritt und uns die Sympathien . der fremden Nationen zugeführt hat. Aber auch da, wo die deutsche
. Januar 1884.
auswärtige Politik nicht gefällt, wird der deutsche Name mit Achtung genannt. Die Art und Weise, wie Deutschland seine eigenen Interessen mit immer kräftigerer Hand zu wahren versteht und seinem Berufe als Nation lebt, sorgt auch dort für unser Ansehen, wo sich die Wirkungen dieser Politik in weniger willkommener Weise sühlbar machen. Der mächtige Aufschwung unserer Industrie, welcher als eine Aeußerung wachsender Gesundung des deutschen Volkslebens erscheint und auf weise politische Maßnahmen zurückzuführen ist, hat nicht minder zu dem Ansehen beigetragen, welcher Deutschland überall genießt. Und ebenso finden überall die socialen Reformbestrebungen unserer Regierung verständ« nihvolles Interesse und beweisen dem Auslande, daß sich ein kräftiger nationaler Geist in dem deutschen Staatswesen regt.
Auf die Schlußfolgerungen, die hieraus zu ziehen sind, brauchen wir nicht hinzuweisen. Das deutsche Volk — das ergibt sich hieraus von selbst — verdankt seiner Staatsleitung viel und wird darüber wachen müssen, daß es sich diese Staatsleitung erhält. So ungefährlich die Opposition augenblicklich erscheinen mag, daß sie nicht einmal das Urtheil des Auslandes irgendwie zu bestimmen vermag, so würde es doch ein gewagtes Spiel um sein Ansehen und seine nationale Existenz sein, wenn das deutsche Volk Bestrebungen förderte, die auf eine Läh- mung des kraftvollen, weisen, monarchischen Regiments hinauslaufen.
Tagesschau.
— Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den Königlich preußischen Landgerichts Rath Krech zum Kaiserlichen Geheimen Regierungs-Rath und Mitglied des Bundesamts für das Heimathwesen zu ernennen geruht.
— Dem zum Königlich rumänischen Generalkonsul in Berlin ernannten Herrn Elpil Ruffel ist das Exequatur Namens des Reichs ertheilt worden.
— Mehreren Blättern wird aus Berlin gemeldet: „Es steht jetzt fest, daß König Humbert von Italien Ende Mai nach Berlin kommt und dort der großen Frühjahrsparade der Berliner Garnison, die auf dem Tempelhofer Felde, sowie die der historischen Garde-Regimenter, die im Lustgarten zu Potsdam stattfindet, beizuwohnen. Ob Königin Margha- rita ihren Gemahl nach Deutschland begleiten wird, ist noch nicht bestimmt. König Humbert wird aber nicht nach Berlin reisen, ohne dem Könige Ludwig von Bayern in seiner Residenzstadt einen Besuch gelegentlich der Reise abzustatten, und wird aus dieser Veranlassung demnächst ein Abgesandter des Königs von Italien nach München kommen."
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878. Nach dem „R- u. St.-A." Nr. 4 wurde unterm 2. Januar verboten: der „Arbeiter-Sänger Bund zu Limmer".
— Im 5. Erfurter Wahlbezirk — Schleusingen - Ziegenrück — ist der Landdrost von Heppe zu Aurich, welcher das Mandat zum Abgeordnetenhause wegen seiner Beförderung niedergelegt hatte, mit den sämmtlichen abgegebenen Stimmen, 129, zum Mitglied des Hauses der Abgeordneten wiedergewählt worden.
— In Jnsterburg ist der Seconde- Lieutenant im litthauischen Ulanen-Regiment Rr. 12 Herr Richard Neumann und dessen Gemahlin, geb. v. Gsttberg, in Folge verfrühten Schließens der Ofenklappe durch Kohlenoxydgas erstickt.
— Münster, 5. Jan. Heute wurde hier unter zahlreicher Betheiligung der Westdeutsche Canalverein konstituirt. Der Oberpräsident Westphaleus, v. Hagemeister, wurde zum Ehrenpräsidenten, Dr. Naiorp (Essen) zum Vorsitzenden gewählt. Bereits sind nahezu tausend Mitglieder beigetreten.
— Das Einbrechen auf dem Eise kommt in diesem Winter wieder häufig vor. Auch aus Ansbach wird ein Fall gemeldet, wobei eine ganze Gesellschaft von 13—14 Personen auf einem Teiche einbrach, aber glücklich bis auf eine gerett t werden konnte.
— Leipzig, 5. Jan. Die hier tagende Delegirten-Versammlung des Centralvereins deutscher Wollwaarenfabnkantcn nahm folgende Re- solution an: Die Versammlung spricht ihre Zustimmung zu dem Gesetze über die Krankenversicherung der Arbeiter aus; sie bedauert lebhaft, daß man von verschiedenen Seiten bestrebt ist, die wohlthätigen Folgen desselben zu vereiteln und durch unbegründete Verdächtigungen der Fabrikkrankenkassen die Arbeiter für die freien Vereinskassen zu gewinnen; sie ist erfreut, daß die verbündeten Regierungen, unbeirrt durch derartige agitatorische Bestrebungen, entschlossen sind, dem Reichstage bei seinem