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^boiineme«1>» Preis:

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1 Mark 25 Ps,. sür auswärtige Abonnenten mit dem betreffen» teil Postausschlag. Die einzelne Rum- mer 10 Pfg.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Fenrtoge, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.

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Die 1,'paltige Earmondzeile ob. deren Raum 10 Pfg.

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Nr. 300. Mittwoch den

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Amtliches.

Gefunden: Ein defekter Manschettenknopf. Ein rothes Kettchen mit goldenem Schlößchen. Auf der Leipziger-Straße ein Eckschrank. Eine Ueberdecke von einem Brodwagen.

Zugelaufen: Ein gelber Spitz, m. Geschl.

Verloren: Bon der Frankfurterstraße durch die Sterngasse bis zur Hammergaffe ein schwarzes spanisches Spitzentuch; dem Wieder­bringer eine Belohnung.

Hanau am 27. Dezember 1882.

____________________Aus Königl. Landrathsamt. ____________________

Bekanntmachung.

Postanweisungs-Verkehr mit Großbritannien und Irland.

Vom 1. Januar 1883 ab beträgt die Gebühr für Postanweisungen nach Großbritannien und Irland 20 Pf. für je 20 Mark, mit dem Mindestbetrage von 40 Pf.

Berlin W., 20. Dezember 1882.

Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.

_____________Stephan.______________

Tagesschau.

Berlin, 23. Dezbr. Ihre Kaiserlichen und Königlichen Ho­heiten der Kronprinz und die Kronprinzessin sowie Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzessinnen Victoria, Sophie und Margarethe wohnten Abends 7 Uhr der Weihnachtsbescheerung des Froebel'schen Kindergar­tens in der Falk -Realschule bei.

Berliner Blättern wird ans Rom gemeldet, das italienische Königspaar gehe mit der Absicht um, zu der silbernen Hochzeit der kronprinzlichen Herrschaften nach Berlin zu kommen.

In derWiesbadener Zeitung" lesen wir:

Aus Anlaß der Eröffnung der diesjährigen Sitzung des deutschen Handelstags in Berlin ist, wie im vorigen Jahre, so auch diesmal von dem Generalsekretariat des Handelstags ein Werk herausgegeben worden, welches sich betitelt:Das deutsche Wirthschaftsjahr 1881". . Dasselbe gibt auf Grund der Jahresberichte von 141 Handelskammern eine Ueber­sicht von dem wirthschaftlichen Leben der Nation im Jahre 1881 und kommt auf Grund derselben zu dem Ergebniß, daß wir uns aus dem Wege einer zwar langsam, aber sicher fortschreitenden Genesu -g befinden. Die Verhältnisse haben sich befestigt, die Umsätze haben sich vermehrt, das Vertrauen ist endlich zurückgekehrt."

In diesem gewiß sehr vorsichtig gehaltenen Urtheil liegt das glänzendste Zeugniß für die Richtigkeit der Wirthschaftspolitik, die seit dem Jahre 1879 in Deutschland, Dank der energischen Initiative des Reichskanzlers, eingeführt ist. Freilich hat die erwähnte Schrift Recht, wenn sie meint, daß der Aufschwung der wirthschaftlichen Verhältnisse mit aus die Einwirkung des Weltverkehrs zurückzuführen ist, und daß die Wirthschaft eines einzelnen Landes und Volkes heute mehr als Glied der Weltwirthschaft, denn blos für sich in Betracht kommt, und daß wir den wirthschaftlichen Aufgaben des eigenen Landes nur genügen können in steter Beziehung und Berührung mit der Produktion und den Bedürfnissen des Auslandes.

Aber gerade der Aufschwung unserer nationalen Wirthschaft be­weist, daß unsere Wirthschaftspolitik in keiner Weise die wohlthätige Einwirkung der Weltwirthschaft verhindert hat und daß wir, gestützt aus unser wirthschaftliches System, vollauf den Erfordernissen des Welt­verkehrs Rechnung tragen können. Die stete Beziehung und Berührung mit der Produktion und den Bedürfnissen des Auslandes ist in keiner Weise gestört worden.

Die freihändlerischen Kreise hatten aber gerade nach dieser Rich­tung hin unserer Wirthschaftspolitik sehr nachtheilige Folgen prophezeit. Die völlige Grundtosikeit dieser Auffassung und Prophezeiung yat sich jetzt zur Genüge herausgestellt.

Wenn noch Zweifel an ider zunehmenden Prosperität unserer wirth­schaftlichen Verhältnisse möglich sind, so werden dieselben durch die That­sache vollständig widerlegt, daß unsere Ausfuhr im Jahre 1881 die Einfuhr um fast 50 Millionen Mark überstiegen hat, während sie im Jahre 1878 um 800 Millionen, im Jahre 1879 um über 1000 Mit-

27. Dezember 1882.

ËBSMrëäiHSagSaöärëSagSfCTäèHSëHËggSrëigS^^

lionen Mark hinter der Einfuhr zurückgeblieben war. Mit anderen Worten: Während früher unsere Industrie nicht stark und kräftig genug war, um den Andrang des Auslandes zu verhindern und die eingeführten Produkte mit unseren Erzeugnissen zu bezahlen, sind wir jetzt im Stande, nicht nur uns selbst zu Helsen, sondern noch darüber hinaus den Ueber- schuß unserer Produkte im Ausland abzusetzen. In Frankreich dagegen findet das umgekehrte Verhältniß statt: die Ausfuhr steht in den ersten zehn Monaten dieses Jahres der Einfuhr um 886 Millionen Francs nach.

Das hocherfreuliche Ereigniß des Wirthschaftsjahres 1881 sollte alle Angriffe gegen unsere Wirthschaftspolitik mit einem Schlage ver­stummen lassen. Wenn wir freilich auch nicht darauf rechnen können, daß es die Freihändler aufgeben werden, die Richtigkeit ihrer Theorie trotz der entgegenstehenden praktischen Resultate zu beweisen, so dürfen wir doch erwarten, daß ihre Lehren immer mehr taube Ohren finden werden und daß demgemäß auch das Vertrauen zu den übrigen Zweigen der Wirthschaftspolitik der Regierung, namentlich zu ihrer Steuer- und Sozialpolitik, zunehmen werde.

Weimar, 22. Dez. Der Chef des Departements des Groß­herzoglichen Hauses, des Kultus und der Justiz, Wirkliche Geheime Rath Stichling, ist zum Staatsminister und der Staatsrath Vollert zum Chef des Finanzdepartements ernannt worden.

München, 23. Dez. Der Decan des Mctropolitankopitels München-Freising, Dr. Georg Karl v. Reindl, geistlicher Rath, Direktor des Metropolitangerichtes, ist gestern Abend 6 Uhr nach ganz kurzem Leiden im 80. Lebensjahre verschieden.

Wien, 23. Dezbr. Gegenüber der Unterstellung, daß man in Berlin und Wien dem italienischen Kabinette gegenüber eine kühle Zu­rückhaltung bewahre, erklärt dasFremdenblatt", dies widerspreche durch­aus den thatsächlichen Verhältnissen. Gerade jetzt werde dem italieni­schen Kabinette mit mehr Cordialität und mit größerem Vertrauen als in den letzten Jahren begegnet, in allen die europäischen Interessen be­rührenden in der letzten Zeit aufgetauchten Fragen habe stets ein ver­traulicher Meinungsaustausch mit Italien zum Zwecke eines einverständ­lichen Vorgehens stattgefunden.

Prag, 23. Dez. Im Sozialisten-Prozeffe wurde heute nach dreiwöchentlicher geheimer Verhandlung das Urtheil publizirt. Von den 51 Angeklagten wurden 6 freigesprochen, einer erhielt zweijährigen schweren Kerker, 44 erhielten 6monatlichen bis 14tägtgen mit strengen Fasten verschärften Arrest.

Paris, 25. Dez. Die Justice erfährt, daß drei Socialisten polnischer Herkunft ausgewiesen worden seien.

Bordeaux, 23. Dezbr. Der Kardinal Donnet ist heute früh gestorben.

Toulon, 25. Dez. Die Rüstungen im hiesigen Kriegshafen nehmen ihren Fortgang. Diesbezügliche Anordnungen des Marinemi­nisters liegen vor. Gegenwärtig werden die Transport-DampferCor- röze" undShamrock" armirt, um etwa 1000 Mann nach Tonkin über­führen zu können. Die Ankunft von größeren Truppenmassen aus den nörolichen Häfen des Landes wird erwartet. (Fr. I.)

Rom, 25. Dez. Der Papst empfing gestern die Gratulatio­nen des heiligen Kollegiums. Auf die Ansprache des Kardinals di Pietro erwiderte der Papst: Ec empfange die Wünsche der Kardinäle als ein Zeichen der Hoffnung auf basere Zeiten. Der Gang der Er­eignisse enthülle immer mehr die Kühnheit der Feinde der Kirche. Meh­rere italienische Diözesen seien ohne Hirten, auch sei jüngst ein neues Attentat auf die Unabhängigkeit und Souveränität des Papstthums be­gangen worden. Man setze gegenwärtig die ehedem von politischer Klugheit und Staatsraison diktirre Rücksicht bei Seite und wiewohl an­derwärts die Volksvertretungen die große moralische Macht des Papst­thums proklamirten, so verzichteten doch die Regierungen auf die Be­ziehungen zu dem päpstlichen Stuhle und doch seien es die Päpste ge­wesen, welche Italien von den Barbaren errettet, demselben die reli­giöse Einheit erhalten und aus demselben eine ruhmreiche und beneidete Ration gemacht hätten. Trotz alldem werde der Papst seine hohe Mission fortsetzen, die Rechte und die Interessen der Kirche zu verthei-