Wbonnemewtl« Preis:
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Haimim Ameiaer.
ZAgleich AMiliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Sebrtage, mi: belletristischer Beilage, und SamstagS mit der Berliner Provinzial Correwondenz.
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Die ispaltige Barmondzeile ob. deren Raum 10 Psg.
Die «spalt. Z-il- 20 Psg.
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30 Psg
Nr. 297.
Donnerstag den 21. Dezember
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1882.
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Mit dem 1. Januar 1883 beginnt ein neues Abonnement auf den „Hanauer Anzeiger" amtliches Organ für den Lreis und Stadt Hanau, mit Provinzial-Correspondenz.
Derselbe bringt neben amtlichen Bekanntmachungen die wichtigsten politischen u Tagesereignisse Cours- u. Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Geschäfts« und Privat Anzeigen. Das Unterhaltungsblatt enthält neben spannen- den Erzählungen stets reiches Mannichfalttge.
Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nimmt sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.
Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der „Hanauer Anzeiger" seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die ispaltige Zeile nur 10 Pf.
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Die Expedition des „Hanauer Anzeiger".
Amtliches.
Die an Geistesstörung leidende Wittwe Katharina Mehl, geb. Hermann, aus Hanau, 62 Jahre alt, 1 m 60 cm groß, grau und schwarz melirtes Haar, bekleidet mit Lüstrejacke und braunem Wollrock; besondere Kennzeichen: hat aufgeworfenen Mund, dicke Nase und dicken Hals, fehlt seit dem 17. d. M. — Es ist zu vermuthen, daß sie sich ein Leid angethan hat und wird ersucht nach derselben zu recherchiren und im Ausfindungsfalle Nachricht hierher zu geben.
Hanau am 19. Dezember 1882.
Der Landrath.
Tagesschau.
— Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht den Legationsrath Grafen von Weèdehlen, Allerhöchstihren seitherigen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am Königlich rumänischen Hofe, von diesem Posten zu anderweiter dienstlicher Verwendung abzuberufen.
— Berlin, 20. Dezbr. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute Mittag 12 Uhr die Meldung des General-Lieutenants v. Grolman und darauf den Vortrag deS Wirklichen Geheimen Raths von Wilmowèki entgegen, empfingen gegen 2 Uhr den Prinzen Wilhelm von Hohenzollern und darauf den Herzog von Ujest.
— Berlin, 19. Dez. Zur Gründung von Kinderheilstätten an den deutschen Seelüften sind dem unter dem Protektorate des Kronprinzen und der Kronprinzessin stehenden „Verein zur Herstellung von Kinder- Heilstätten" bis jetzt Mark 78110.16 zugegangen. Weitere Zuwendungen für diese im Interesse unbemittelter armer Kinder zu gründenden Heilstätten werden an der Spar- und Leihbank zu Oldenburg angenommen.
— S. M. S. „Gneisenau", 19 Geschütze, Kommandant Kommodore Freiherr von der Goltz, ist am 19. Dezember er. in Plymouth eingetroffen und hat in der Nacht zum 20. Dezember er. die Reise nach Kiel sortgesetzt.
— Straßburg, 20. Dezbr. Die Zeitungsnachrichten von einer lebensgefährlichen Erkrankung des Statthalters, Feldmarschalls Frhrn. von Manteuffel, sind völlig grundlos. Der Statthalter war erkältet und dadurch ans Zimmer gefesselt, hat aber stets die Geschäfte weiter geführt und befindet sich in erfreulicher Rekonvalescenz. (R. u. St.-A.)
— München, 19. Dezbr. An Stelle des bisherigen Gesandten beim Vatikan, Grafen Paumgarten, welcher seine Entlassung genommen hat, ist der bisherige Legationsrath dieser Gesandtschaft, Frhr. v. Cetto, zum Gesandten ernannt worden.
— München, 20. Dezbr. Der Wiener Schnellzug fuhr heute Morgen bei der bayerischen Station Haar aus die letzten Wagen eines einfahrenden Güterzuges. Niemand wurde verletzt; mehrere Wagen des Güterzuges sind beschädigt. Die Bahn ist für kurze Zeit unfahrbar. Nach Paris wurde von hier ein Ergänzungsschnellzuz abgelasseu
— Hof, 18. Dezbr. Auch hier wurde eine Dame, welche nächtlicherweise Klavier zu spielen pflegte, wegen Ruhestörung in eine Geldstrafe verurtheilt.
— Marseille, 19. Dezember. Unweit Arles hat gestern Abend zwischen französischen und italienischen Erdarbeitern eine Schlägerei stattgesunden, wobei ein Italiener getödtet und je zwei Personen von beiden Parteien schwer verwundet wurden. In Folge des Vorgangs sind 7 Arbeiter verhaftet worden.
— Toulouse, 19. Dezbr. In Folge von Unruhen unter den Studirenden sind die Vorlesungen der Rechtssakultät bis auf Weiteres geschlossen worden.
— London, 19. Dezbr. Der Präsident des Handelsministeriums Chamberlain erklärte in einer heute in Aston gehaltenen Rede: er wolle nicht säumen, die Behauptung zu widerlegen, daß die englische Regierung ein ständiges Protektorat über Egypten aufrecht zu erhalten beabsichtige. Englands Interessen in Egypten seien lediglich der Friede, die Sicherheit und die Ordnung. „Wir werden uns zurückziehen, wenn diese gesichert sind; die Mißverständnisse mit Frankreich werden dann verschwinden."
— Madrid, 19. Dezbr. Der Papst hat eine Encykiika an die spanische Bischöfe gerichtet, in welcher er er für einen Fehler erklärt, die Kirche in Zusammenhang mit irgend einer politischen Partei zu bringen; die Kirche stehe über den menschlichen Leidenschaften und verdamme keine Ansicht, welche die Religion und die Gcrechtigkeit respek- tire.
— St. Petersburg, 20. Dezbr. Das „Journal de St. Pâ- tersbourg" nimmt Bezug auf den von der „Nordd. Allg. Ztg." repro- duzirten Artikel der „Moskauer Zeitung" und sagt in Bezug auf die verfchiedenen neuesten Aeußerungen auswärtiger Zeitungen und über Be- festigungs- und Eisenbahnbauten: Es gehörte jeder Zeit zu den wesentlichen Pflichten einer Regierung, ihre Grenzen unter Benutzung der neuesten Lehren der Wissenschaften und Erfahrung in Vertheibigungszu- stand zu setzen. Zu anderen Zeiten geschah dies nicht weniger emsig als heute. Das Journal weist auf die Aeußerung der „Nordd. Allgem. Ztg." hin, daß die Interessen der beiden großen Nachbarvölker sich überall berühren, aber nicht kreuzen.
— Rew-N ork, 19. Dezbr. Die Dampfer „France" von der Rational-Dampfschiffs-Compagnie (C. Messingsche Linie) ist hier eingetroffen.
— New-Aork, 19. Dezbr. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Rhein" ist hier eingetroffen.
Lokales.
Hanau, den 21. Dezember 1882.
— (Theater.) Ein neues Schauspiel „Die Rantzau" soll, wie wir hören, dieser Tage über die Bühne unseres Stadttheaters gehen. Ueber dasselbe schreiben die „Dresd. Nachr." wie folgt:
„ErckmannChatrians 4aktigcs Schauspiel „Die Rantzau" haben bei der Premiere einen tiefen Eindruck gemacht, und da das Stück nebstbei sehr dankbare Rollen enthält, die ungemein interessiren, so darf man sicher sein, daß die Novität keine Niete, sondern ein Treffer der Hofbühne ist und sich halten wird. Etwas hitzköpfiger sind die beiden alten Bauernbrüder Rantzau auè dem Saarthal, als sie diesseits des grünen Rheins im Auerbach'schen Schwarzschwald zu sein pflegen, aber gerade so unbiegsam, so bauernstolz, so hartgeichnitzt und doch im innersten Herzen deutsch pietätvoll — unfähig, nach dreißigjährigem Trotz und Hader im Sterbezimmer ihrer alten Mutter, weiterzutrotzen. Alle verhaltene natürliche Liebe tritt da, wie aus einer garstigen Umhüllung, kernhast zu Tage — erschütternd, weil die Lösung nicht theatralisch, sondern ganz natürlich herbeigeführt ist. Reizend beginnt die Dorfgeschichte in der Häuslichkeit des alten guten Schulmeisters (eine urdeutsche Figur) und seiner braven, resoluteren Frau. Er hat die Kinder der feindlichen