WJojtit enteil«" Prei»:
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Hanmer AiBfiiur.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.
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Die ispaltige Barmondzeile od.
deren Siaum
10 Psg.
Die Sspalt. Zeile 20 Psg.
LiegspaltigeZeile
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Nr. 285. Donnerstag den 7. Dezember 1882.
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Amtliches.
Die Herren Bürgermeister wollen bestimmt innerhalb 8 Tagen hierher anzeigen, welche Beträge den Gemeindekassen im Jahre 1882 aus dem Verkauf von geerndtetem Obst zugeflossen sind.
Hanau am 4. Dezember 1882.
Der Landrath.
Tagesschau.
— Cob lenz, 6. Dez Ihre Majestät die Kaiserin reist morgen früh über Gießen ab und trifft Abends um lO1^ Uhr in Berlin ein.
— Berlin, 6. Dezbr. Die „Provinzial - Correspondenz" sagt in einem Artikel über die bisherigen Verhandlungen des Abgeordnetenhauses, daß die bisher geübte Art und Weise, die Geschäfte zu erledigen, den Interessen des Landes durchaus entspreche. Zweifellos sei der gute Eindruck, welchen die bisherige sachliche Behandlung überall machte; dies würde für die maßgebenden Parteien Veranlassung sein, sich auf derselben Linie des Verhaltens fortzubewegen und ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß die gegentheiligen Bestrebungen nicht zur Herrschaft gelangen. Die. Hoffnung, daß unter solchen Umständen eine Verständigung der Parteien untereinander und mit der Regierung, zumal bei der Prüfung der Reformvorschläge und bezüglich der organischen Gesetzgebung, erleichtert werde, sei eine wohlberechtigte.
— Berlin, 6. Dezbr. In der heutigen (14.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten zeigte der Präsident den Eingang eines Gesetzentwurfs, betr. die Hundesteuer an. Hierauf wurde die zweite Berathung des Etats fortgesetzt, und zwar bei den einmaligen und außerordentlichen Ausgaben des Etats des Ministeriums des Innern.
Vor Beendigung der Sitzung verlas Herr Minister Maybach dem „Fr. Jl." zufolge, die nachfolgende Depesche des Oberpräsidentcn vom Rheinland, wonach der Rhein bei Köln wieder 34 Zentimeter gestiegen sei. Von Mannheim wird ebenfalls Steigen gemeldet. Trier meldet zwei Meter Steigen des Wassers, Regen und Windstille.
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgefetzes vom 21. Oktober 1878. Rach dem „R.- u. St.-A." Nr. 287 wurde unterm 3. Dezember verboten: das von dem Großherzoglich badischen Bezirksamte Mannheim unterm 2. Dezember d. I. mit Beschlag belegte Flugblatt: „Ein Wort zur Aufklärung"/ angeblich gedruckt in der schweizerischen Genossenschaftsbuchdruckerei Höttingen Zürich.
— S. M. S. „Olga", 10 Geschütze, Kommandant Korvetten- Kapitän Freiherr von Seckendorfs, ist am 4. d. Mts. in Barbadoes eingetroffen.
— Der von den Conservativen angekündigte Antraz auf Einführung einer procentualen Börsensteuer wird in kurzer Zeit vom Abg. V. Wedell (Malchow) im Reichstage eingebracht werden.
— Die Vertagung des Reichstages, dessen Bänke jetzt schon recht bedeutende Lücken aufweisen, glaubt man, am nächsten Sonnabend eintreten lassen zu können. Am Donnerstag wird die erste Lesung des Etats beginnen, Freitag ist katholischer Feiertag, und am Sonnabend wird die erste Etatberathung wohl beendigt werden können. Bei der Etatberathung erwartet man die Anwesenheit und' Betheiligung des Reichskanzlers. Die Commissionen werden während der Vertagung, die wohl bis Ansang Februar währen wird, in Thätigkeit bleiben.
— In Bezug aus die neuerdings vielfach erörterte und dieser Tage auch im Abgeordnetenhause besprochene Frage der Bekämpfung des Vagabondeuthums ist hervorzuheben, daß wiederholt darüber geklagt wird, daß die gegen die Landstreicherei und Bettelei gerichteten Bestrebungen der Verwaltungsbehörden durch die milde Praxis mancher Gerichte gehemmt werden, welche die ihnen durch die Polizeiverwalter vorgeführten Individuen oft nur mit Haftstrase von kurzer Dauer belegen und die durch den § 362 des Reichs Strafgesetzbuches zugelassene, von den Contravenieuten vorzugsweise gefürchtete und deshalb besonders zweckdienliche Ueberweisung an die Laudespolizeibehörde verhältnißmäßig selten aussprechen. Vielfach werden die Bettler und Vagabonden nur zu einem Tage Haft verurtheilt. Doß übrigens eine allgemeine Verstärkung der Gendarmerie ein sehr dienliches Mittel zur Einschräi kung des Vagabondeuthums sein würde, hat sich im Landkreise Bochum gezeigt, wo in Folge der anläßlich der dort verübten Lustmorde zeitweilig angeordneten außerordentlichen Vermehrung des Gendarmerie-Pcrsonals die landstreichenden Strolche fast ganz verschwunden sind.
— Auch aus dem Regierungsbezirk Aachen kommen wiederholt erfreuliche Nachrichten über die fortschreitende Besserung der industriellen und gewerblichen Verhältnisse, wobei besonders hervorgehoben wird, daß in neuerer Zeit auch der Kleinhandel und das Handwerk welche bisher damit noch im Rückstände waren, mehr und mehr an dem Aufschwung theilzunehmen aufangen. Bemerkenswerth ist aber auch, daß jetzt nicht nur aus dem genannten Regierungsbezirk, sondern auch aus anderen Bezirken gemeldet wird, daß die Arbeitslöhne nicht unerheblich zu steigen begonnen haben, nicht allein in Folge der erhöhten Thätigkeit der industriellen Etablissements, sondern namentlich auch in Folge eines Mangels an Arbeitskräften. Daß Arb.-iter keine Beschäftigung finden können, darüber wird von keiner Seite mehr geklagt, wohl aber, daß manche Betriebe, um den Bestellungen gerecht zu werden, noch weiter ausgedehnt werden könnten, wenn es nicht an Arbeitskräften fehlte.
— Köln, 6. Dez. Der Rhein ist heute früh wieder 31 Zentimeter gewachsen, die Mosel ist wieder sehr stark, auch Main und Neckar sind wieder langsam wachsend. Das Wetter ist ziemlich hell bei sehr tiefem Barometerstände. Der Nothstand, namentlich in Worringen, ist außerordentlich.
— Dresden, 6. Dez. Venusdurchgang. Die erste äußere Berührung ging wegen starker Wolkenbildung verloren. Dann hellte sich der Himmel für wenige Minuten auf, so daß die Beobachtung des inneren Contactes vollständig gelang. 3 Uhr 16 Min. 2 Sec. schwebte die Venus frei in hellleuchtender Sonnenscheibe. (Fr. I.)
— Leipzig, 5. Dez. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Kutschers Conrad in Berlin, welchen das Berliner Schwurgericht wegen Mordes seiner Ehefrau und seiner vier Kinder zum Tode verurtheilt hat.
— Die Auswanderung scheint in diesem Jahre bei weitem nicht die hohe Ziffer des Vorjahres zu erreichen. Ueber Hamburg wanderten im vorigen Monat 8144 Personen gegen 9341 des Vorjahres. Für die ersten 11 Monate betrug die Gesammtziffer der Auswanderung über Hamburg 110 091 Pers»nen gegen 119 359. Dabei ist aber hei vorzuheben, daß in diesem Jahre die russischen Israeliten einen sehr erheblichen Theil der über Hamburg beförderten Personen gestellt haben. Die Auswanderung aus Deutschland dürfte auf dieser Linie um etwa 30.— 35 000 Personen zurückgegangen sein.
_ — Der Große Rath dcs Kantons St. Gallen hat sich mit großer Stimmenmehrheit für die Wiedereinführung der Todesstrafe entschieden; den gleichen Beschluß hat der Große Rath des Kantons Luzern mit 73 gegen 8 Stimmen gefaßt.
— Zürich, 6. Dez. Der ehemalige Präsident des Nationalraths Alfred Escher ist heute früh gestorben.
— R o m, 5. Dezbr. Der Papst empfing heute Vormittag den russischen Minister des Auswärtigen, von Giers, welcher darauf dem Kardinal Staatssekretär Jacobini einen Besuch abstattete.
— Liverpool, 5. Dezbr. Auf dem Mersey erfolgte heute früh ein Zusammenstoß zwischen dem von Amerika zurückkehrenden Dampfer „Pxruvian" und dem Dampfer „Clanmaclaren" von der indischen Linie. Der „Peruvian" wurde beschädigt und, um das Sinken zu verhindern, an den Strand gesetzt. Die Passagiere wurden gerettet und in Liverpool gelandet.
— New-Aork, 5. Dezbr. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Neckar" ist hier eingetroffen.
Lokales.
— Im Laufe des Monats Schlachthause geschlachtet:
Hanau, den 7. Dezember November 1882 wurden in
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105 Ochsen mehr gegen den
Monat Novbr. 1881 6
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Fleisch und Fleischwaaren wurden eingebracht: 10 143 Kilogramm weniger gegen den Monat November 1881 675 Kilogramm.