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— Eschwege, 16. Nov. Als Tag der feierlichen Enthüllung der dem verstorbenen Sanitätsrath Dr. Hölfling gewidmeten Gedenktafel ist von dem hier zusammengetretenen Eomité der 9. Dezember definitiv be­stimmt und das Programm dahin festgesetzt, daß um 3 Uhr Nachmittags ein Zug nach dem Sterbehaus des Gefeierten und der Enthüllungsactus daselbst stattfinden und Abends 8 Uhr ein Fest Commers in studentischen Formen und unter Theilnahme aktiver Burschen in dem Bödicker'schen Concertsaale abgehalten werden soll.

Aus der Umgegend.

— Frankfurt a M., 18. November. Vergangene Nacht ent­leibte sich einer der tüchtigsten Lithographen Frankfurts mittelst Er­stechens bezw. Erhängens. Geistesstörung scheint das Motiv der That gewesen zu sein. — In Eschborn ging vorgestern Abend ein Mann vom Wirthhaus nach Haus, fiel in den angeschwßllenen Bach und er­trank. Seine Leiche wurde erst am andern Tage gefunden. — Zu Protest gingen in der abgelaufenen Woche 20 Wechsel im Gesammtde- Irage von 6526 M. 25 Pf., davon hier donncilirend 9 Wechsel aus­wärtiger Acceptanten mit 3128 M. 30 Pf. Es wurde ein Manifesta­tions-Eid geleistet; gegen 8 hier Ansässige sind Versäumniß-Uriheile er­gangen. — Die erste Eissuhr kam heute Mittag zur Stadt. Der Zentner wurde mit 80 Pf. bezahlt. (Fr. I)

— Im Staatshaushalts Etat für das Jahr 1883/84 wird als preußischer Antheil an den Baukosten für eine feste Mainbrücke bei Offenbach 2 90 000 Mark gefordert. Zur Beschaffung eines Bauplatzes für den Bau eines gerichtlichen Geschäftsgebäudes in Frankfurt a. M. wird gefordert als erste Rate 50 000 Mark. Es ist ein Abkommen mit der Stadt dahin getroffen, daß das Klapperfeld dem Fiskus abgetreten, dagegen der Stadt das jetzige Landgerichtsgebäude am Paulsplatze über­eignet und eine Zuzahlung von 50 600 Mark geleistet wird. Dieser Betrag wird vorläufig nur angesetzt und mit der Liquidation von Bau­kosten zum nächsten Etat vorbehalten. — Der Eintritt des Winters fordert Freunde und Freundinnen der Vogelwelt auf, sich der darbenden gefiederten Sänger anzunehmen. Für die Meisen, die unbedingt nütz­lichsten Vertilger von Jnsckten und deren Brut, empfiehlt sich besonders, einen Schinkenknochen, ein Gänsegerippe oder anderen Fleischabsall in einem Baume auszuhängen. Man befestigt solche Sachen an einem dünnen Ast und einem langen Bindfaden, damit die Katzen nicht mit dem Raube davongehen, und man wird seine Freude daran haben, wie die hübschen Thierchen kletternd und schaukelnd das geringste Fleffchrest- chen absuchen. Namentlich bei Glatteis, wodurch die in der Baumrinde sitzende Nahrung der Meisen verdeckt wird, gehen oft in kürzester Zeit große Mengen dieser Vögel zu Grunde. Bei der Anlage von Futter- plätzen für Vögel im Allgemeinen achte man möglichst auf eine geschützte Lage derselben, wezen der mörderischen Katzen. — Am 14. November lag der Schnee auf der Landstraße von Cronberg nach Ober- und Nie­derreifenberg so hoch, daß Mannschaften der betreffenden Orte requirirt

werden mußten, um der kaiserl. Post den Weg zu bahnen. Der Schnee reichte an vielen Stellen den Arbeitern bis zur Brust. (G.-Ä.)

— Okrift el, 17. Nov. Ein hiesiger Zimmermann fand beim Graben einer „Schneidkaute" in l1 /« Meter Tiefe einen gewaltigen Granitklumpen, der Spuren menschlicher Bearbeitung an sich trägt. Es soll darauf die römische Zahl XIV, ferner ein Herz und darauf eine Hand, sowie eine Fahne mit abgebrochener Stange eingehauen sein. Man vermuthet, der Stein sei ein römisches Grabdenkmal. Die in fiüheren Jahren hier gefundenen Alterthümer befinden sich in dem Mu­seum zu Darmstadt; der hiesige Ort, der früher isenburgisch war, kam erst 1803 an Nassau.

— Langen, 16. Nov. In der Nacht vom verfl. Sonntag auf Montag wurde ein hiesiger als recht brav geschilderter Bursche vor dem Thore des Gasthauses „zum Lindenfels", in welchem Tanzmusik statt­fand, ermordet aufgesundsn. Als der vermuthliche Mörder ist ein hier in Arbeit gestandener Schreinergeselle aus Bielefeld verhaftet worden und soll derselbe seine schauerliche That bereits eingestanden haben. Die­selbe wurde mittelst eines Meißels ausgesührt. Die Wunde ging von der rechten Brustseite nach Herz und Lunge und mußte allem Ansckein nach den augenblicklichen Tod zur Folge haben. Der der That Ver­dächtige soll schon am Tage sein brutales Wesen öfters zur Schau ge­tragen haben. Er hatte dem Tanzvergnügen beigewohnt, wobei einige unbedeutende Reibereien vorgekommen sein sollen, in deren Folge er sich nach dem Hofe begab, wo er sich etwas wild geberdet haben und von dem Gastgeber ermahnt worden sein soll, nach Hause zu gehen, was er auch zu thun sich geneigt zeigte. Bald darnach versuchte er jedoch über ein Dach durch das offenstehende Fenster in den Tanzsaal einzudringen, angeblich um seinen dort zurückgelassenen Hut zu holen. Vom Gastgeber Schneider auch dort zurückgewiesen, mit dem Bemerken, daß er seinen Hur alsbald erhalten solle, erschien er gleich darauf und zwar umge­kleidet abermals im Saale, verhielt sich ruhig, tanzte sogar und ging dann wieder nach dem Hofe. In diesem Augenblick eilte ein anderer junger Mann die Treppe hinab mit dem Bemerken, er sei am Arm ver­wundet worden. Wenige Minuten später wurde der Ermordete vor dem Thore aufgesunden. Der Verdacht lenkte sich allgemein auf den vom Tanzboden verschwundenen Schreiner, der bald darauf verhallet und gestern Abend nach Darmstadt abgeführt worden ist. Die Mutter des ermordeten jungen Mannes wurde vor Schrecken krank. — Es ist dies die erste Mordthat, die in unserem Orte seit Menschengedenken vorge­kommen ist. (W.)

Thermometerstand

18. Novbr. Mittags 2 Uhr + 1°, Abends 7 Uhr — 1°; 19. Novbr. Morgens 7 Uhr — 21 /»•, Vormittags 10 Uhr — 1°; Mittags 2 Uhr + W, Abends 7 Uhr 0°; 20. November. Morgens 7 Uhr + 2°, Vormittags 10 Uhr + l’A0.

Bekanntmachung.

Zehn Stück Pappelbäume in Stat. 6,6 der Hanau-Frankfurter Straße sollen an Ort mnd Stelle

Donnerstag den 30. November d. I.,

Nachmittags 4 Uhr, öffentlich versteigert werden, wozu ich Kauf-

Liebhaber mit dem Bemerken Verkaufs-Bedingungen im bekannt gemacht werden.

einlade, daß die

Termine werden

Hanau, den 14. November 1882.

Der ständische Baumeister

Hinkelbein.

Agenten, Ladenbesitzer etc. können bei einem soliden, im Grossherzogthum Hessen, Nassau etc. erlaubten Unternehmen wöchent­lich Mk. 50 bis Mk. 100 verdienen. Näheres auf frankirte Aufragen bei Herrn

10421 Wm. Rausch, Kaufmann, Frankfurt a. M.

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Bekanntmachung.

Dienstag den 21. November cr., Nach­mittags 3 Uhr, sollen in dem Gasthause „zur weißen Taube":

verschiedene Mobiliar-Gegenstände gegen gleich baare Zahlung versteigert werden.

Linn,

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Gerichtsvollzieher.

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