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zu befürchten wähnten, so schnell als möglich das Weite und der einge­nommene Schreck war so nachhaltig, daß sie sogar auf das in der Tasche steckende Retourbillet verzichteten und den Heimweg über Offenbach ein- schlugen.

Moral: Hübsch ordentlich bezahlen thu'

Wünscht Du beim leckern Mahle Ruh'.

— Nach einer unterm 16. Mai dieses Jahres ergangenen Verfü­gung des Reichspostamts, betreffend zulässige Angaben auf der Außen­seite der Briefumschläge, ist es dem Publikum gestattet, den vorhandenen Vorrath von Briesumschlägen mit Medaillen, Abbildungen oder sonsti­gen Zeichnungen oder Angaben auf der Außenseite, welche über die durch die Postordnung zugelassenen Grenzen hinausgehen, aufzubrauchen; vom 1. Januar 1883 ab ist dagegen eine weitere Benutzung derartiger Brief­umschläge von den Postanstalten grundsätzlich nicht mehr zuzulassen. (Ge- stattet ist jedoch, auf der Rückseite der Briesumschläge, und zwar auf der Verschlußklappe, solche Zeichen oder Abbildungen anzubringen, welche im Allgemeinen als Ersatz für einen Siegel- oder Stempel-Adruck anzusehen sind. (Fr. Jl.)

— Für heute. Hanauer Stadttheater: „Ehrliche Arbeit", Volks­stück mit Gesang in 3 Akten von Wilkens Ansang 7 Uhr. — Hanauer Beamtenverein: Erstes Stiftungsfest im Saale der „Centralhalle"; Be­ginn 702 Uhr.

— Kassel, 8. Nov. Keinen geringen Schrecken bekamen heute Morgen beim Erwachen die Rekruten des ersten Bataillons des 83. Infanterie-Regiments, welche erst gestern eingezogen worden waren, und die erste Nacht in der Kaserne zugebracht hatten, um heute eingekle det zu werden. Ihr Kamerad Namens Rabe, aus Grebenstein gebürtig, mit dem sie gestern noch fröhlich zusammen gewesen waren und wacker gezecht hatten, war über Nacht ganz plötzlich verstorben. Ein Scblag- anfall hatte dem Leben des jungen rüstigen Mannes ein rasches Ende bereitet. ’ (H M.)

— Wolfhagen, 7. Nov. In dem nahe gelegenen Städtchen Naumburg find 10 Personen an der Trichinose erkrankt, von denen einige in bedenklichem Zustande sich befinden sollen.

— Hofgeismar, 7. Nov. In das hiesige Dragoner-Regiment wurden heute 193 Rekruten eingestellt.

— Fulda, 7. November. Folgende für Kaufleute beachtens- Werthe Zuschrift geht der „F. Z " aus dem Lehrerkreise zu: „Meine Sache ist es nicht, in Zeitungsartikeln an dem Geschäftsgebahren unserer kaufmännischen Welt Ausstellungen tu machen, allein eine Usance ist hier seit einigen Jahren in stetiger Zunahme begriffen, die so verwerflich ist, daß ich zur Beseitigung derselben die Hilse der Presse in Anspruch nehmen möchte. Es ist nämlich in unerträglichem Maße hier die Ge­schäftspraxis im Schwünge, daß der eine Kaufmann die Rechnung des andern mir nichts dir nichts durch Waaren auszugleichen pflegt, anstatt dieselbe per comptant zu erledigen. Dadurch wird aber mancher Kauf­mann moralisch quasi genothzüchtigt, Sachen anzunchaffen, die er gar wicht nöthig hat, und seine Waare für Dinge hinzugeben, die an sich wohl gleichwerthig sind, für ihn aber gar keinen oder fast gar keinen Werth haben. Wenn die Reisenden kommen, kann man ihnen nicht mit Waaren aufwarten, sie wollen Geld haben. Möchte man unter den hiesigen Kaufleuten daher die Regel befolgen: Was Du nicht willst, das man Dir thu', das füg' auch keinem Andern zu.

Aus der Umgegend.

— Frankfurt a M., 9. November. Das zu Schulzwecken

umgebaute Dominikanerkloster in der Battonstraße macht, nachdem die Bretterwand entfernt und ein eisernes Gitter angebracht worden ist, einen sehr vortheilhasten Eindruck. — Ein Kutscher wurde vor einigt^ 3e«t von seinem Pferde in den Arm gebissen. Er vernachlässigte die Wunde und liegt in Folge dessen schwer erkrankt nieder, so daß Besorgniß für seine Wiederherstellung vorhanden ist. — Auf dem Amtsgericht 1 kam gestern der seltene Fall vor, daß nur zwei Klagen anstanden. (Fr. I.)

— Leider ist in 3 Tagen ein zweiter Ungtücksfall beim Bau der Gellertschule zu vermerken. Nachdem am Sonnabend einem Arbeiter durch einen herabfallenden Stein das Bein zerschmettert wurde, ist heute ein Knecht auggeglitten und von dem über ihn gehenden Wagen getöotet worden. — Die Arbeiten zur Einführung der Homburger Bahn in den Bockenheimer Bahnhof schreiten rüstig vorwärts. Tue Ausrodung der in die Trace fallenden Waldparzellen ist bereits so gut wie vollendet, so daß schon mit Anlegung der Dämme begonnen Werben kann. — Die Sachsenhäuser Aepfelweinwirthe scheinen anfangen zu wollen, ihre Aepfel- weinpreise herabzusetzen. Ein Wirth in der Schulstraße hat nämlich den ersten Schritt dazu gethan und zapft jetzt das Glas Aepfelwein wieder zu 12 Pfg. (G-A.)

—rg. Offenbach. Sonntag den 12. Novbr. wird die hiesige altkatholische Gemeinde das Fest ihres 10jährigen Bestehens feiern und läßt dieselbe dazu an die Nachbargemeinden so wie an alle Freunde der katholischen Reformbewegung Einladungen ergehen. Morgens 9^2 Uhr findet in der Slabtkirche Festgottesdienst statt; Hochamt und Predigt hält Herr Pfarrer Hülkart aus Wiesbaden. Die Kollekte nach dem­selben ist für den Münchener Kirchenbau bestimmt. In der Nachmit­tags 3 Uhr im Saale „zu den 3 Königen" statlfindenden öffentlichen Festversammlung werden die Herren Pfr. Bauer und Rieks Reden halten.

— Groß-Karben, 7. Nov. Der hier in der ganzen Gegend bekannte Kassier Brucker, welcher sich heute früh um 5 Uhr nach der Bahn begeben wollte, um in Vilbel seine Kasse von Mk. 1700 abzu- liefern, wurde unterwegs von mehreren Strolchen angesaUen, niederge­schlagen, seines Geldes beraubt und in einen Wassergraben in der Nahe der Nidda geworfen, wo man ihn später fand. Der schon^ 73 Jahre alte Mann befindet sich zur Zeit sehr schwach. Einer der Strolche soll bereits eingesangen sein.

— Mainz, 8. Nov. In wenigen Tagen wird der Prozeß des Wucherers Löb von Worms vor der hiesigen Strafkammer zur Ver­handlung gelangen. Vor den Staatsanwalt sind im Ganzen 85 Zeugen vorgeladen und wird die Verhandlung mehrere Tage in Anspruch neh­men. Die „Geschäfte" dieses Blutsaugers sollen denen des jüngst ver- urtheilten Wucherers Kaufmann in Mannheim in nichts nachstehen. (H. L.)

Verloosungen.

— Berlin, 9. Novbr. Preußische Klaffenlotterie. (Ohne Ge­währ.) Bei der heute beendeten Ziehung der 2. Klasse 167. König­lich preußischer Kassenlotterie fielen:

1 Gewinn von 30 000 Mk auf Nr. 8884.

1 Gewinn von 6000 Mk aus Nr. 54 148.

2 Gewinne von 300 Mk. auf Nr. 34 202 75 964.

Thermometerstand /

9. Novbr. Mittags 2 Uhr + 81/»0. Abends 7 Uhr + 6°; I 10. November. Morgens 7 Uhr + 7Ü, Vormittags 10 Uhr + 6 .

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