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Nr. 241. Montag den
Amtliches.
Verloren: Ein Conto-Buch. Ein goldener Trauring mit blauem Stein.
Gefunden: Ein silbernes Medaillon.
Hanau am 16. Oktober 1882.
Aus König!. Landrathsamt.
Tagesschau.
— Berlin, 14. Oktober. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen, laut Meldung des „W. T. B." aus Baden Baden, gestern Vormittag mehrere Vorträge entgegen und besuchten Nachmittags die Ausstellung der Badener Lotterie, in welcher Se. Majestät von dem Prinzen Hermann von Sachsen -Weimar, dem Fürsten von Fürstenberg und dem Stadtdirektor von Göler empfangen und geleitet wurden. — Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz gedenkt an Höchstseinem Geburtstage, dem 18. d. Mts., einen Ausflug zu machen, und wird daher keinerlei persönliche Gratulationen annehmen. Für diejenigen Personen aber, welche Höchstdemselben ihre Glückwünsche an dem gedachten Tage darzubringen wünschen, wird ein Buch zum Einzeichnen der Namen im Palais Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit in Berlin ausliegen.
— Berlin, 14. Oktbr. Se. Excellenz der Staats-Minister und Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten von Goßler ist nach Westfalen und der Rheinprovinz abgereist.
— Berlin, 14. Oktober. Die Ernennung des Grafen Hatzfeldt zum Staatssekretär des auswärtigen Amtes und zum preußischen Staats- mlnister, sowie die Ernennung des Herrn von Radowitz zum Botschafter in Konstantinopel wird bestätigt. Dem Vernehmen nach tritt an die Stelle des Herrn von Radowitz in Athen der bisherige preußische Gesandte in Weimar Freiherr von der Brincken. Für den Gesandtschaftsposten im Haag ist der bisherige Gesandte in Darmstadt Herr von Al- vensleben und für den Gesandtschaftsposten in Bern der bisherige Gesandte in Stuttgart der Wirkl. Geh. Legationsrath Herr von Bülow designirt. (Rh. K.)
— Se. Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht den Unterstaatssekretär Herrfurth zum Vorsitzenden der auf Grund des §. 26 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 gebildeten Reichskommission zu ernennen.
— S. M. S. „Hertha", 19 Geschütze, Kommandant Kapt. z. S. von Kall, ist am 23. September er. in Porto Grande eingetroffen und am 26. dess. Mts. nach Plymouth in See gegangen.
— Für die Zwecke des Weltpostvereins soll die Stückzahl der Postkarten mit bezahlter Antwort, der Sendungen mit Empfaugèanzeigen und der Eilsendungen vom 18. d. M, 12 Uhr 1 Minute Morgens, bis zum 20. d. M., 12 Uhr Nachts, ermittelt werden, ferner die Anzahl der durch die Post bezogenen Zeitungen und Zeitschriften für das laufende Kalenderjahr. Die Poftanstalten sind angewiesen worden, die erforderlichen Erhebungen vorzunehmen.
— Gegenwärtig reist, wie der „Nowje Wremja" aus der polnischen Festung Brest-Litowsk telegraphirt wird, in Polen und in den an Galizien und die Bukowina grenzenden russischen Gouvernements eine aus 13 Mitgliedern bestehende technische Commission, an deren Spitze der Jngenieurchef des Warschauer Gouvernement, General Denn, steht. Die Commission, welcher sich dieser Tage der eben in Warschau anwesende russische Kriegsminister, General Wanowèkij, und der General- gouverneur von Wilna, Generaladjutant Graf Todleben, anschließen sollen, hat den Zweck, die in Polen und den an Oesterreich grenzenden russischen Gouvernements befindlichen Festungen zu inspiciren, respektive deren Erweiterungen anzuordnen und geeignete Plätze zur Aufführung neuer Festungen ausfindig zu machen. Die alten Festungen Chorin und Kamenjetz-Podolèk sollen wieder hergestellt und Bender zu einer Festung ersten Ranges erhoben, die Warschauer Festung Praha, ferner Iwangorod, Nowogiergrewsk, Brest-Litowsk und andere sollen in ihren Be- festigungen bedeutend erweitert werden. Für diese Arbeiten bewilligte die Regierung vor läufig die Summe von 10 370 000 Rubel.
16. Oktober 1882.
— Kiel, 13. Oktober. Die Schiffsjungen-Briggs „Undine" und „Musquito" stellen am 15. d. M, Nachmittags, außer Dienst.
— Wie wir hören, hat der Großfürst Wladimir bei der Abreise aus Merseburg nach Paris für den Monat November für sich und seine Gemahlin einen längeren Aufenthalt am Berliner Hofe in Aussicht gestellt. (D. Mont.-Bl.)
-- In N ordhausen hat eine Bierbrauerei aus freien Stücken für 20000 Mark Bier auslaufen lassen, das infolge Eismangels ungenießbar geworden war.
— In Straßburg hat eine Besprechung von Vertretern der deutschen Spielwaaren-Jadustrie mit dem Präsidenten der Syndikatskammer der Pariser Spielwaarenhändler stattgefunden zur Herbeiführung internationaler Vereinbarung über die Frag?, welche Farben bei der Fabrikation von Spielwcacen zuzulasfen seien.
— Mülhausen, 13. Oktober. Der Reichstagsabgeordnete Jean Dollfus feiert am 30. d. Mts. das Fest seiner diamantnen Hochzeit.
— P e st, 14. Okt. Der bisherige Handelsminister Graf Kemeny ist zum Kommunikations Minister und Graf Paul Szechenyi zum Handels Minister ernannt worden. Ersterem spricht der König seine Anerkennung aus für die auf feinem bisherigen Gebiete geleisteten ersprießlichen Dienste.
— Kairo, 14. Okt. Dem „Reuter'schen Bureau" meldet man: Die Vertheidigung Arabi's vor dem Kriegsgericht wird durch Mark Napier geführt werden, nachdem die egyptische Regierung Arabi gestattet hat, sich einen Advokaten selbst auszuwählen, sei es nun ein eingeborener oder fremder. Man glaubt, daß sich in Folge dessen der Prozeß bedeutend in die Länge ziehen wird.
— New-Jork, 13. Oktober. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Oder" ist hier eingetroffen.
Spezial-Telegramme des Deutschen Montags-Blattes.
— Konstantinopel, 14. Oktober. Der Premierminister hat dem Sultan ein Programm unterbreitet, dessen Hauptpunkte sind: 1) Herstellung gleicher Beziehungen zwischen der Türkei und allen Mächten, 2) Ministerverantwortlichkeit, 3) Verminderung der Ausgaben für Militär, aber weitere Entwickelung der Gendarmerie, 4) Aus ührung von Reformen in Armenien. Der Sultan hat sich über diesen Programmentwurf noch nicht geäußert.
— Bremerhaven, 15. Oktober. Das auf dem Lloyddampfer „Frankfurt" entstandene Feuer ist noch gestern Abend gelöscht worden. Der Schiffskörper ist durch das Feuer, die Ladung durch das eingedrungene Wasser stark beschädigt.
— Newyork, 14. Oktober. Der Bericht des LandwirthschaftsDepartements pro Monat Oktober zeigt an, daß die Baumwollpflanze außerordentlich groß und stark und daß die Fähigkeit zu einer großen Produktion vorhanden sei. Die verzögerte Entwickelung aber vermindere die Wahrscheinlichk it einer außerordentlich großen Ernte. Der Durch- fchnittsstand betrage 88. Reichlicher Regen sei eingetreten, die Verluste in Folge Auftretens von Brand und Insekten seien unbedeutend.
Reichsgerichts-Entscheidungen.
— Die Einführung von im Auslande angefertigtem falschem Gelde in Deutschland behufs Weiterbeförderung nach einem anderen Lande, ohne daß im Julande von diefln Falsifikaten etwas verbreitet werden sollte, ist, nach einem Erkenntniß des Reichsgerichts, II. Strassenats, vom 11. Juli b. I., aus §. 147 Str. G. B. „wegen Einführung aus dem Auslande zum Zweck der Verbreitung" zu bestrafen. „Einführen im Sinne jener Vorschrift heißt diejenige Handlung, wodurch eine im Auslande befindliche Sache über die Grenzen des Deutschen Reiches gebracht wird. Eine Unterscheidung zwischen „einführen" und „durch, führen", wie solche auf dem Gebiete der Zoll- und Steuergesetzgebung vorkommt, ist ohne Berechtigung."