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mit dem 6etr<5ea* Nen Poltuufithiaq. Die einzelne Rwo, »ler 10 Pfg.

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis and Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feierrage, mit belletristischer Benage, und Samstags mit der Berliner Provinzial- Correspondenz.

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PrctS:

Die Ifpaltia« ; «armoudz-ile *,' Nexen Raum io Pfg.

Die 2»alt Z-ü«

20 Pfg.

Lie SfpaltigeZeU«

30 Pfg.

Nr. 233.

Freitag den 6. Oktober

1882.

Amtliches.

Gruudstücksverpachtimg.

Die nachbezeichneten in der Gemarkung von Hanau belegenen Domanialgrundstücke, als:

Q. 138. —

ha

8

a 65 qm

Land auf dem Kinzigdorf,

„ 210. -

ff

5

„ 79 „

Land daselbst,

„ 214. -

ff

22

„ 02 „

Land daselbst,

W. 9a. —

14

„ 48 „

Land links deS Lehrhofer Weges, die

ehemalige Remise,

Y. 39. 3

ff

56

„ 47 „

Land, der Ziegelacker gt,

„ 40. 1

ff

—

„ 07 „

Land, der Aschaffenburger Acker gt,

„ 40a. —

ff

94

„ 11 „

ff ff ff ff ff

„ 40b. -

Df

85

„ 60 „

ff ff ff ff ff

„ 40c. —

ff

72

„ 71 „

ff ff ff ff ff

„ 40d. -

ff

52

, 19 „

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„ 40e. —

ff

49

» »

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„ 40f. -

ff

31

„ 58 „

ff ff ff ff ff

„ 40g. —

ff

11

„ 93 „

ff ff ff ff ff

sollen anderweit

vom 1. Januar

1883 ab auf 6 Jahre öffentlich meist-

bietend verpachtet werden.

Termin hierzu ist auf

Mittwoch, den 11. dieses Monats, Vormittags 10 Uhr, in das Kaiser'sche Bierlokal in der Altstadt dahier anberaumt.

Auf angemessene Pachtgebote wird der Pachtzuschlag, ohne Ab­haltung eines weiteren Termins, ertheilt werden.

Hanau, am 4. Oktober 1882.

Der Königliche Domainen-Rentmeister

______________________ Bell._______________________8998

Rundschau.

R. F. (Deutsches Reich.) Die Herbstkur unseres Kaisers in Baden-Baden verläuft in erwünschtester Weise. Derselbe erfreut sich des besten Wohlseins und unternimmt fast täglich längere Promenadenfahrten, daneben arbeitet jedoch der greise Monarch in gewohntem Pflichteifer jeden Tag mit dem Chef der Militairkanzlei, General-Lieutenant von Albedyll. Bald nach der in nächster Woche in Aussicht stehenden Rück- kehr des Kaisers nach Berlin gedenkt sich höchstderselbe, einer Einladung des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin solgend, zu den Hofjagden nach Ludwigslust zu begeben.

Die große Ruhepause, welche in unserem inneren politischen Leben der Vertagung des Reichstages in diesem Frühjahr folgte, hat nunmehr die längste Zeit gedauert. In den höheren Regierungsregionen machen sich bereits untrügliche Anzeichen der wieder beginnenden politischen Thätigkeit bemerkbar und namentlich sind im Finanzministerium die Vorarbeiten zum StaatshsushaltSetat schon so weit gediehen, daß der­selbe zum 1. November dem Landtage vorgelegt werden könnte. Da indessen die Abgeordnetenwahlen erst am 26. Oktober stattfinben, so wird natürlich der Landtag nicht schon am 1. November zusammentreten, ja, es werden sogar Zweifel laut, ob dies überhaupt in diesem Jahre ge­schehen werde, doch scheinen über die parlamentarischen Dispositionen für diesen Winter noch keine entscheidenden Beschlüsse an leitender Stelle in Berlin getroffen worden zu sein.

(Oesterreich-Ungarn.) Die Irredentisten scheinen in ihren verbrecherischen Bemühungen, die Bewohnerschaft Triests in Furcht und Schrecken zu setzen, um jeden Preis fortfahren zu wollen. Es hat sich jetzt herausgestellt, daß die Explosion, welche am Abend des 30. Sep­tembers während des Seefestes in Triest an Bord der Barke „Galle- giante" stattfand, kein Unglücksfall, sondern ein wohlgeplantes Bubenstück war. Auf der „Gallegiante" wurden nämlich bei näherer Untersuchung zahlreiche Bombensplitter entdeckt, durch welche zwei Mitglieder von dem auf der Barke ausgestellten Musikkorps lebensgefährlich verwundet worden waren. Die Bombe soll angeblich in dem Momente geworfen worden sein, in welchem auf der „Gallegiante" eine Kiste mit Feuerwerkèköipern geöffnet und diese losgebrannt wurden. Die schuldigen Personen haben die Verwirrung, welche der Explosion folgte, benutzt, um sich aus dem

Staube zu machen, was ihnen leider auch gelungen ist. — Der böh­mische Landtag genehmigte am Dienstag einstimmig die Regierungs­Vorlage, welche auch dem Rektor der neuen czcchischen Universität zu Prag Sitz und Stimme im Landtage gewährt

(Schluß in der Beilage.)

Tagesschau.

— Berlin, 5. Oktbr. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin hat, wie der „R. u. St.-A." aus Baden-Baden meldet, seit einigen Ta­gen den Gebrauch der Bäder begonnen und pflegt bei günstiger Witte­rung kurze Aussahrten im halboffenen Wagen zu machen. Im Uebrigen ist Ihre Majestät jedoch den größten Theil des Tages an das Zimmer gefesselt.

— Nicht nur aus dem westlichen Kohlengebiet, sondern auch aus dem der Saar wird von Anstrengungen gemeldet, die dort gemacht wer­den, um nach Eröffnung der Gotthardbahn in Italien ein neues Absatz­gebiet zu begründen. Nachdem im Juni bereits 345 Waggons zu 10 Tonnen dorthin gegangen waren, erreichte im Juli der Versand zunächst eine geringere Höhe, weil die italienischen Consumenten selbstverständlich erst Versuche mit der Saarkohle machen wollten und daher das Resultat der Probelieferung abgewartet werden mußte. Neuerdings sollen nicht unerhebliche Bestellungen gemacht worden sein, aber die Bekämpsung der englischen Concurrenz dürste vorläufig doch wenig Ersolg versprechen. England ist, da es seine Lieferungen auf dem Seewege aussührt, im Staude, billigere Preise zu stellen, als die deutschen Lieseranten es kön­nen, namentlich da die italienischen Bahnen sich bisher noch nicht zu den erforderlichen Zugeständnissen herbeigelassen haben. Hoffentlich werden diese noch erfolgen.

— In dem „Wiesbadener Sonntagsblatt" lesen wir: Die allge­meine Lage von Handel und Industrie hat sich nach den Berichten der Handelskammern gegenüber den Vorjahren mehr konsolidirt. Fabrika­tion und Verbrauch haben sich in höherem Maße, als dies vorher der Fall war, mit einander in Einklang gestellt. Aber auch die Konsum- tionssähigkeit ist gestiegen, und es hat sich namentlich in der letzten Zeit eine bedeutend größere Nachfrage entwickelt, die offenbar auf einer Ver­mehrung des Bedarfs im Jnlande und Auslande basirt. Zu der gün­stigen Veränderung hat, sagen die Berichte, ohne Frage auch die neue Zollpolitik, welche dem Fabrikanten einen größeren Schutz gegenüber der ausländischen Konkurrenz gewährt, beigetragen. Einzelne Zweige, in denen sich das Zurücktreten der ausländischen Konkurrenz direkt fühlbar macht, erkennten den wohlthätigen Einfluß der Zollpolitik auf den ver­größerten Absatz offen an; in anderen Zweigen, welche schon bisher den inländischen Markt beherrschten, sei der Vortheil ein indirekter, indem er sich durch den größeren Verbrauch Seitens derjenigen Konsumenten bemerklich mache, welche durch bte Schutzpolitik in eine günstigere Lage gekommen seien, was z. B. beim Verbrauch der Massenartikel für die in der Eisenindustrie Beschäftigten der Fall gewesen.

— Leipzig, 5. Okt. Das Reichsgericht verhandelte den Prozeß gegen den Zuschneider Wunderlich aus Marktschorgast und gegen den Schuhmacher Kiefer aus H an au wegen Hochverraths. Senatspräsident Drenkmann fungirte als Vorsitzender, Oberstaatsanwalt v. Seckendorfs vertrat die Anklage. Gegenstand der Anklage ist die Verbreitung von fünf Nummern der Freiheit. Kiefer gibt zu, Exemplare der Freiheit verbreitet zu haben, bestreitet aber die Kenntniß von der Strafbarkeit der Handlung. Wunderlich leugnet, die Freiheit verbreitet zu haben. Die Zeugenaussagen ergaben, daß Wunderlich mit den Londoner Revolutio­nären in Verbindung gestanden habe und ein Most'scher Emissär bei der Reise durch Deutschland an ihn als Vertrauenèperson gewiesen worden sei. Nach Vernehmung der Zeugen trat eine Pause ein.

Der Oberreichsanwalt hält die Anklagen gegen beide Angeklagte wegen vorbereitender Handlungen zum Hochverrats wegen Maj-stätsbe- leibigung, wegen Aufforderung zu strafbaren Handlungen und wegen Verbreitung verbotener Druckschriften aufrecht, ^r beantragt für Wun­derlich 4, für Kiefer 3 Jahre Zuchthaus und Verlust der Ehrenrechte auf die gleiche Zeit. Die Vertheidigung beantragt Freisprechung, das Reichsgericht erkennt Wunderlich der ihm zur Last gelegten Handlung